Autor Thema: Truckerstreik in Argentinien  (Gelesen 1726 mal)

Kuddel

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Truckerstreik in Argentinien
« am: 10:22:42 Mo. 19.März 2018 »
Dieser Artikel aus der Financial Times https://www.ft.com/content/2b06911a-11fa-11e8-8cb6-b9ccc4c4dbbb ist bereits einige Wochen alt. Ich fand den Inhalt doch so wichtig, daß ich Auszüge davon (recht schludrig) übersetzt habe:


Der argentinische Präsident Macri und Trucker in Konfrontation wegen Reformen
Ehemaliger Gewerkschaftschef führt Tausende von Fahrern in 24-Stunden-Streik


(Foto: Trucker vor einem Banner mit Gewerkschaftsführer Hugo Moyano (L) und seinem Sohn Pablo marschieren in Buenos Aires während einer Demonstration gegen die Politik von Mauricio Macri)

Eine der größten Bedrohungen für die marktwirtschaftlichen Reformen von Präsident Mauricio Macri wird in dieser Woche wieder aufflammen, wenn Hugo Moyano, der Führer der argentinischen Fernfahrergewerkschaft, versucht, das Land zum Stillstand zu bringen.

Ein Streik, der am Mittwoch vom Gewerkschaftsführer ausgerufen wurde, protestiert gegen den Plan von Herrn Macri, der argentinischen Wirtschaft weitere Freiheiten zu geben, indem die Gewerkschaften enorme Macht ausüben.

Arbeitsreformen zur Senkung der Unternehmenskosten und zur Steigerung der Produktivität sollen im März im Kongress debattiert werden, und Moyano will die Reformagenda blockieren, bevor die Wahlkampagne für die Präsidentschaftswahlen 2019 beginnt.

"Die Leute sind überzeugt, dass diese Regierung scheitert und keine Antworten hat", sagte Moyano letzte Woche, nachdem sich herausstellte, dass Macri bereit war, den einflussreichsten Gewerkschaftsführer Argentiniens anzugreifen - wie kein anderer Präsident vor ihm.

Tausende von Truckern werden voraussichtlich mindestens 24 Stunden streiken. In einem so riesigen Land wie Argentinien, mit einem begrenzten Bahnnetz, sind Lkw-Fahrer ein wichtiger Teil der Wirtschaft und könnten Geldautomaten, Tankstellen und Supermarktregale leer hinterlassen.

"Wir können nicht zulassen, dass diese neoliberale Regierung all unsere Rechte nur zugunsten der Reichen wegnimmt", sagt Federico Suarez, ein Bauarbeiter, der den Streik unterstützt und Herrn Macri als "Abschaum" bezeichnet.

Die Gewerkschaften könnten nicht nur soziale Unruhen auslösen, sondern auch den entscheidenden Kampf der Regierung zur Eindämmung der hohen Inflation untergraben. Während die diesjährige Runde der Tarifverhandlungen vor der Tür steht, setzen sich die Gewerkschaften für Lohnerhöhungen von mehr als 20 Prozent ein.

Der Streik selbst wird die erste große Demonstration gegen die Versuche der Regierung sein, die Löhne in diesem Jahr zu begrenzen, im Einklang mit dem neuen Inflationsziel von 15 Prozent, sowie ein Symbol der Unzufriedenheit mit der Welle von Stellenkürzungen in dem aufgeblähten Öffentlichen Dienst und Einschnitten im Rentensystem.

Gewerkschaftsmitglieder werden auch gegen die vorgeschlagenen Arbeitsreformen protestieren, die vom rechten Flügel als zu unambitioniert kritisiert werden. Dazu gehören der Versuch, mehr Arbeiter in die formelle Wirtschaft [Gegensatz zur „Schattenwirtschaft“] zu bringen und die umstrittenen Pläne, die Abfindungszahlungen zu kürzen.

Viele Investoren "blicken Argentinien sehr positiv entgegen", sagt er und verweist auf eine ausufernde Pipeline für Börsengänge. Er selbst hat im vergangenen Jahr mehr als 200 Millionen US-Dollar Land in Buenos Aires gekauft und investiert 400 Millionen US-Dollar in eine Immobilienentwicklung im Finanzviertel der Innenstadt.

Der Widerstand gegen die Versuche der Regierung, die argentinische Wirtschaft zu liberalisieren, führt jedoch dazu, dass die Fortschritte viel langsamer vonstatten gehen als die Investoren - und Herr Macri - mögen. "Ich bin mir sicher, dass Macris natürliche Neigung, als Geschäftsmann zu arbeiten, in vollem Gange ist. Schocktherapie liegt in seiner Natur ", sagt Alec Oxenford, ein Dotcom-Unternehmer.

Ein dramisches Beispiel für die Herausforderungen, vor denen Herr Macri steht: die Demonstranten empfingen die Polizei mit einem Hagel von Steinen vor dem Kongress, bevor seine Koalition im Dezember eine abgeschwächte Rentenreform durchsetzen konnte, die immer noch auf die Zustimmung des Präsidenten wartet.

Onkel Tom

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Re:Truckerstreik in Argentinien
« Antwort #1 am: 12:20:50 Mo. 19.März 2018 »
H4 Export nach Argentinien und Bonzen scharren schon mit den Füßen,
ein "Neues Billiglohnland" aus zu beuten  kotz

Wolle mal hoffen, das die Truckergemeinde in Argentinien weiter stark
und einflussreich bleibt  ;)
Lass Dich nicht verhartzen !

Kuddel

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Re:Truckerstreik in Argentinien
« Antwort #2 am: 13:20:59 Mi. 13.Juni 2018 »
Zitat
Argentinische Trucker-Gewerkschaften wollen das Land Donnerstag zum Stillstand bringen

Die Gewerkschaften legen das Land am Donnerstag erneut lahm, um gegen die Sparmaßnahmen der Regierung, einen Ausverkauf durch den IWF und stagnierende Löhne zu protestieren.


Mehrere argentinische Truckergewerkschaften organisieren am Donnerstag einen landesweiten Streik, der am Plaza de Mayo in Buenos Aires ihren Höhepunkt erreichen soll. Sie protestieren gegen die Weigerung der Regierung, mit ihnen zu verhandeln, inmitten der zusammenbrechenden Wirtschaft des Landes und der Entscheidung von Präsident Macri, die Nation mit einem IWF-Kredit von 50 Milliarden US-Dollar zu retten.

Hugo Moyano, Vorsitzender der Gewerkschaft CGT, sagte der Presse: "Nicht einmal eine Schubkarre wird bewegt." Die CGT fordert von der Regierung Lohnerhöhungen um 27 Prozent. Regierungsbeamte hatten versucht, Gewerkschaftsführer davon zu überzeugen, den Boykott am Donnerstag abzusagen, aber Moyano und andere sagten, dass er noch stattfindet.

"Wir durchleben eine wirtschaftliche Rezession mit wachsender Ungleichheit und wir haben Menschen, die unter der Anpassungspolitik leiden, die sich jetzt verschärfen wird, wenn der Präsident uns in die Arme des IWF werfen wird", sagte Hugo Yasky vom argentinischen Gewerkschaftsverband CTA.

Am Dienstag sank der Peso wieder und setzte seinen Wert gegenüber dem Dollar auf 26,50. Die Gas-, Wasser- und Strompreise sind seit November um 1300 Prozent gestiegen. Der Kongress hatte Anfang des Monats einen Gesetzentwurf verabschiedet, der diese Energiepreise auf das Niveau von vor acht Monaten zurückdrehen würde, Präsident Mauricio Macri hat jedoch sein Veto eingelegt. Stattdessen feierte er den Erhalt eines IWF-Kredits in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar, die gleiche Finanzorganisation, die vor 18 Jahren die argentinische Wirtschaft attackierte, was viele der heutigen Gewerkschaftsführer zu spüren bekamen.

Am Donnerstag wird es nicht nur zu einer Unterbrechung des Transportwesens im ganzen Land kommen, sondern auch öffentliche Schulen, Krankenhäuser und viele öffentliche Verwaltungen werden geschlossen.

Gewerkschaftsführer Omar Plaini sieht bereits, was der nächste Schritt der Arbeiter nach dem Boykottsein wirde: "Die Situation im Land bedeutet nicht, dass wir nur einen nationalen Streik machen ... wir alle wissen, dass der nationale Streik manchmal notwendiges Ventil ist aber er ist nicht genug, denn am nächsten Tag gehen die Probleme weiter." Gewerkschafts- und Berufsverbände, sowie soziale Organisationen protestieren seit einem Jahr scheinbar pausenlos gegen Macris Attacken der Sparmaßnahmen, die nicht aufhören wollen.

Zu den Truckern gesellten sich unter anderem Bildungsgewerkschaften. Die Lehrergewerkschaften von Buenos Aires bereiten sich auf ihren Marsch auf Provinzebene am Freitag vor.
Übersetzt nach: https://www.telesurtv.net/english/news/Argentine-Trucker-Unions-Set-To-Halt-the-Country-Thursday-20180612-0024.html