Autor Thema: Pflegeausbeutung in Privathaushalten - osteuropäische Frauen  (Gelesen 758 mal)

Kunta

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Ist es interessant hier ein solches Thema anzustossen?

Als Angehöriger einer schwerst-pflegebedürfigen Mutter mit der Diagnose unheilbare, sich stetig verschlechternde Demenz und Parkinson kenne ich diiese Thematik aus eigener Erfahrung.

Außerdem habe ich mich mit einer Polin angefreundet, die meiner Mutter hilft, und mir vertraut, dass sie mir von ihren Erfahrungen in nicht-polnischen Ländern erzählt.

Hier scheint sich ein, noch verschwiegener, Skandal ungeheuren Ausmaßes anzubahnen - Frauen, die alten, pflegebedürftigen Menschen helfen wollen, aber von deren Angehörigen, oft auch für andere Arbeiten ausgebeutet werden.

Ganz legal, mit und ohne Schwarzarbeit, egal in welchem Land Westeuropas.

Das Problem dieser Frauen ist keine gewerkschaftl., oder sonstige, Organisierung, und so bleibt ihnen nur das ganz persönliche Risiko im Ausland, bei völlig fremden Leuten als Pflegekraft anzuheuern, und nicht zu wissen ist diese Familie gut zu ihr, oder "nein".

Laßt uns einmal darüber diskutieren, denn für internationale Verständigung ist das nicht gut, wenn osteuropäische Familien Frauen, machchmal herzensgute Perlen darunter, zur Altenpflege hier her schicken, und diese Frauen  behandelt werden sehr billige Arbeitskräfte.

Beim Streit um die schlechte Pflege wird diese Thematik nämlich völlig vergessen.

Apropo vergessen, fast hätte ich es vergessen, es gibt auch für Familien, die solche Pflegekräfte anheuern ein nicht ganz unerhebliches Risiko, denn die Qualität der Pflege ist oft nicht gewährleistet.

 Eine Pflegerin macht ihre Arbeit gut, die andere baut Mist, und ist Zuhause in dem jew. Heimatland aus Osteuropa, wenn die alte Frau, wegen diesem Mist, im Krankenhaus ist.....z.B......

Das ist der Nachteil, denn Familien billigend in Kauf nehmen.....meine Mutter hat Glück, dass wir alle Zuhause sind, und, insbesondere ich, und meine jüngste Schwester, noch im selben Eigenheim leben wie die schwerst-pflegebedürftige Mutter.....Kontrolle ist so garantiert.....das niemand gewaltigen Mist baut.....von diesen Pflegerinnen (oft übrigens auch mit Ausbildung in total anderen Berufen: Die derzeitige Pflegerin ist früher - eigenen Angaben nach - im Hotelfach beschäftigt gewesen....die letzte war Floristin....keine von beiden ist ausgebildete Pflegefachkraft.....die wir uns einfach nicht leisten könnten....nicht einmal wenn wir wollten....es geht finanziell nicht....

Gruß
Kunta

Kuddel

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Re:Pflegeausbeutung in Privathaushalten - osteuropäische Frauen
« Antwort #1 am: 17:41:40 Mi. 23.Mai 2018 »
Die 24-Stunden-Polin – Migrantische Carearbeiter*innen in Deutschland

Der demografische Wandel und unzureichende staatliche Leistungen sind Hauptursachen des so genannten „Pflegenotstands“. Dies resultiert in steigender Nachfrage an Arbeitskräften im Care-Bereich. Die „Unattraktivität“ der Fürsorgearbeit liegt einerseits an der unangemessenem Entlohnung, andererseits an dem niedrigen Status der Pflegeberufe (oder der Reproduktionsarbeit im allgemeinen), die meistens als „Frauendomäne“ angesehen werden, was zu ihrer mangelnden gesellschaftlichen Anerkennung beiträgt. Im Endeffekt wird Carearbeit oft an Migrant*innen delegiert. Schätzungsweise gibt es 150.000 bis 500.000 „Care-Migrantinnen“, die in Deutschland „3C-Jobs“ ausüben („cleaning, cooking, caring“). Dabei sind die meistens aus Osteuropa stammenden Frauen in Haushalten in Deutschland oft irregulär beschäftigt, um vor allem ältere pflegebedürftige Menschen zu betreuen. Sie wohnen meistens in den Haushalten mit den Klient*innen, als 24 Stunden- „Live-in“-Arbeitskraft.



https://muenster.fau.org/2018/02/21/7-maerz-die-24-stunden-polin-migrantische-carearbeiterinnen-in-deutschland/