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Hausbesetzungen

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counselor:

--- Zitat ---Hausbesetzung in Nürnberg: Polizei ermittelt nach Demo

NÜRNBERG - Bei einem Protestzug haben Demonstrierende am Samstag in der Innenstadt zu Hausbesetzungen aufgerufen. Eine der Rednerinnen sagte, dass man mit drei Gebäuden bereits den Anfang gemacht habe. Kurze Zeit später stand die Polizei vor der Tür.
--- Ende Zitat ---

Quelle: http://www.nordbayern.de/region/nuernberg/hausbesetzung-in-nurnberg-polizei-ermittelt-nach-demo-1.7826626

Fritz Linow:

--- Zitat von: counselor am 10:58:13 So. 15.Juli 2018 ---
--- Zitat ---Hausbesetzung in Nürnberg: Polizei ermittelt nach Demo
(...)
--- Ende Zitat ---
Quelle: http://www.nordbayern.de/region/nuernberg/hausbesetzung-in-nurnberg-polizei-ermittelt-nach-demo-1.7826626

--- Ende Zitat ---

Zu Nürnberg, Hausbesetzungen, Verdrängung, Erfahrungen und Aussichten gibt es aktuell hier etwas:

http://lowerclassmag.com/2018/07/revolutionaere-politik-in-reaktionaeren-zeiten/#more-5728

Daraus:

--- Zitat ---Angst, Spaltung und Konkurrenz sind allgegenwärtig. Viele Menschen lassen sich vom Chef lieber alles bieten, als in Niedriglohn, Ämterschikanen und Hartz IV abzurutschen. Stagnierende Einkommen sind die Folge. Auf der anderen Seite explodieren die Mietpreise. Wohnen ist Ware und spätestens seit der Krise, in der Kredite billig und unser Wohnraum zur sicheren Anlage wurde, scheint es keine Grenze für den Profit mit Wohnraum zu geben.
--- Ende Zitat ---

counselor:
In Nürnberg sind die Mieten in den letzten 10 Jahren um 45% gestiegen.

Onkel Tom:
Neben Berlin ist in Hamburg die Sehne des Bogen kurz vor dem Reißen. Bis vor kurzem ?
Die Stadtpolitik im Bezug "Bezahlbaren Wohnraum" zu schaffen fleißig und man sieht viele
Baukräne in der Stradt.
Doch es gibt dem Mieter keine Beruhigung. Einige Baustellen entpuppen sich nach deren
Fertigstellung als Bauprojekte, die nicht gefördert wurden und dementsprechend teuer
vermietet werden.
Die Stadt ist momentan auf Bauprojekte gut "ansprechbar" und so nutzen private Bauherren
ihre Chance.. Anbei immer mehr Grünflächen in Gefahr und nach der teuren Elfi, wird nun an
den Hanseturm geplant, der Baukosten um die Milliardengrenze haben soll..

Das Misstrauen des Mieters sitzt anbei tief, da sich viele "gut gemeinten Verbesserungen"
der Stadtpolitik als wirkungslos oder zu schleppend erweisen. Ein Mietenspiegel mit
Hintertürchien "Teuerungsrate auf Zeit vorprogrammiert" und anderen Möglichkeiten vom
Mieterhöhungen zu begründen, steht dem viele Gruppen entgegen, die man unter dem
Suchbegriff "RSA Hamburg" finden kann.. RSA-Demos etc.. sind m.E. sehr lebendig.

Anbei ist der Begriff "Hausbesetzung" auch in vieler Munde, doch es gelten die gleichen
Regeln, wie in Berlin (in 24h muss geräumt sein etc..). Von daher kommt es hin und
wieder zu kurzen symbolischen Besetzungen. Schön zu sehen, aber schade, das es
nur kurzweilig ist.. Die Hoffnung von kurzweilig zu längerfristig stirbt anbei zuletzt..

Die lebt noch und Hausbesetzung ist wieder "populär"..
Wohnungssuchende und Obdachlose gibt es reichlich. Wenn sie zusammen kommen
und sich zum "Gruppenleben" probieren ? Ich würde mir genüßlich die Hände reiben
und Daumen drücken etc..

Ach ja, zum "Bis vor kurzem ?" zurück.
Die schon länger gültigen Regelungen bezüglich Mietpreisbremse erlangte erst letzte
Woche durch Änderungen Wirksamkeit. Mal sehen, ob das nicht auch wieder eine
Finte ist..

Willkommen in Betongold  ::)

Kuddel:
Die Wohnungssituation und explodierende Mieten sind ein so gravierendes Problem, daß sich daran Kämpfe entzünden werden.
Es gibt da aber verschiedene Interessen und Strömungen, die wenig Berührung zueinander haben.
1. Es gibt einmal die Autonome Szene, die ihre Wurzeln zu einem großen Teil in der Hausbesetzerbewegung der frühen 80er Jahre hat.
2. Es gibt "normale" Mieter ohne Verbindungen zur linken Szene oder politischen Organisationen, die mit der Übernahme ihrer Wohnungen durch Heuschrecken der Wohnungswirtschaft und explodierenden Mieten konfrontiert sind.
3. Es gibt extreme Armut unter Migranten (insbesondere aus Osteuropa). Sie wählen oftmals die heimliche Übernahme leerstehender Häuser und Wohnungen oder bauen Hütten auf brachliegenden Grundstücken als Ausweg aus der Obdachlosigkeit.

Die erste Gruppe interessiert sich sehr für "Freiräume" in denen sie ihrem subkulturellen Lebensstil nachgehen wollen. Das ist auch ok und berechtigt, doch halten sie sich oftmals für die einzig politisch motivierten Kämpfer, die Normalomieter sind ihnen zu spießig und die Osteuropäer zu unpolitisch.

Jeder sieht da die eigenen Interessen und will mit der jeweils anderen Gruppe nichts zu tun haben. Gerade die Osteuropäer sind am meisten ausgegrenzt. Es gibt das Sprachproblem, Vorurteile und von großem sozialen Elend wenden sich alle schnell ab, auch politische Aktivisten, die bestenfalls eine sozialarbeiterische Annährung für vorstellbar halten. Die Osteuropäer haben wiederum Angst vor zu viel Öffenlichkeit, denn sie halten ihre relative Unsichtbarkeit für einen gewissen Schutz.

Die zweite und dritte Gruppe sind ja Ausdruck sozialer Konflikte und die halte ich für wesentlich politischer, als die klassischen besetzten Häuser mit ihrem politischen Parolen, Transparenten und Flugblättern.

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