Autor Thema: Warum soll man als Leiharbeiter in einer DGB Gewerkschaft sein?  (Gelesen 6885 mal)

rebelflori

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Re:Warum soll man als Leiharbeiter in einer DGB Gewerkschaft sein?
« Antwort #15 am: 13:13:14 Fr. 01.Juni 2018 »
Also soweit ich weiß, hat das nichts mit der Mitgliedsdauer zu tun.
Aber bei denn Freunden die ich dahin vermittelt habe, wahr es auch fast 100 Prozent klar, das sie vor Gericht gewinnen.

hühnergott

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Re:Warum soll man als Leiharbeiter in einer DGB Gewerkschaft sein?
« Antwort #16 am: 14:12:06 So. 03.Juni 2018 »
Der einzige Vorteil ist der Rechtschutz.
Den bekommt man glaube ich aber erst nach einem vollen Jahr der Mitgliedschaft, oder?
Nein. Der Rechtschutz greift schon nach drei Monaten. Innerhalb der ersten drei Monate
hat man aber Anspruch auf Rechtberatung.
Trotz aller Steine, die die Gewerkschaften mit Ihrer unqualifizierten Tarifpolitik den Leihar-
beitern in den Weg gelegt haben, ist eine Mitgliedschaft dennoch empfehlenswert.

Fritz Linow

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Re:Warum soll man als Leiharbeiter in einer DGB Gewerkschaft sein?
« Antwort #17 am: 21:44:08 So. 03.Juni 2018 »
Nein. Der Rechtschutz greift schon nach drei Monaten. Innerhalb der ersten drei Monate
hat man aber Anspruch auf Rechtberatung.
Trotz aller Steine, die die Gewerkschaften mit Ihrer unqualifizierten Tarifpolitik den Leihar-
beitern in den Weg gelegt haben, ist eine Mitgliedschaft dennoch empfehlenswert.
Genau dieser Dienstleistungscharakter und diese Dienstleistungserwartung hat den DGB zu dem gemacht, was er eigentlich schon immer war. Erbärmlich.

Fritz Linow

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Re: Warum soll man als Leiharbeiter in einer DGB Gewerkschaft sein?
« Antwort #18 am: 13:44:31 Mi. 04.September 2019 »
Aus dem Zoom Forum:

Zitat
"IG Metall fordert 8,5 Prozent mehr für Leiharbeiter
8,5 Prozent mehr Geld für Leiharbeiter. Diese Forderung hat der IG Metall-Vorstand auf Empfehlung der Tarifkommission beschlossen. Die Tarifverhandlungen zwischen den DGB-Gewerkschaften und den Arbeitgeberverbänden in der Leiharbeit iGZ und BAP starten am 17. September.
Die IG Metall fordert 8,5 Prozent mehr Geld für die Beschäftigten in der Leiharbeit, für eine Laufzeit von 12 Monaten. Das hat der IG Metall-Vorstand auf Empfehlung der gewählten Tarifkommission beschlossen. Die Forderung ist innerhalb der DGB-Gewerkschaften abgestimmt. Am 17. September starten dann die Tarifverhandlungen zwischen der DGB-Tarifgemeinschaft Leiharbeit und den Arbeitgeberverbänden in der Leiharbeit iGZ und BAP.

Mit der überdurchschnittlichen Entgelterhöhung will die IG Metall einen deutlichen Abstand zum Mindestlohn erreichen.

Hinweis: Weitere Details zu den Forderungen folgen."

Der Link dazu: https://extranet.igmetall.de/view_103688.htm
http://www.igmetall-zoom.de/Forum/viewtopic.php?f=30&t=5652#p42739

Die Details:
https://www.igmetall.de/tarif/tarifrunden/leiharbeit/ig-metall-fordert-85-prozent-mehr-fuer-leiharbeiter

Ohne Tarifverträge könnte man den 17. September auch angenehmer verbringen.
Am besten ist der hier:
Zitat
Die aktuellen Entgelttarifverträge mit iGZ und BAP laufen noch bis zum 31. Dezember 2019. Dann endet auch die Friedenspflicht.
Falls es zu keiner Einigung kommt, ruft die IGM ihre Leiharbeiter zum Streik auf, oder was?


tleary

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Re: Warum soll man als Leiharbeiter in einer DGB Gewerkschaft sein?
« Antwort #19 am: 19:19:07 Mi. 04.September 2019 »
Wieso fordert der DGB nicht einmal endlich FESTbeträge bei seinen Lohnerhöhungen. Gerade für den Niedriglohnbereich Leiharbeit wäre so etwas sehr sinnvoll. Denn was bleibt von 8,5 % (die sowieso nie erreicht werden) netto übrig bei 1.600 brutto?
Bei uns in der Firma war es auch immer so: Die nicht-organisierten Abteilungsleiter und leitenden Angestellten, die immer gegen uns Arbeiter waren und uns unterdrückten, hatten von dem was wir erkämpften immer die größten Lohnerhöhungen (in Euro), die wir erkämpften. Das nur, weil es eben prozentuale Erhöhungen gab.

Wenig Verdienst => geringe Erhöhung in Euro, hoher Verdienst => große Erhöhung in Euro.

Und bei der Geschäftsleitung standen diese Nach-unten-Treter immer besonders gut da, weil sie sich auf deren Seite stellten.
»Wir wissen, so wie es ist, kann es nicht weiter gehen. Aber es geht weiter.«
(Autor unbekannt)

Fritz Linow

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Re: Warum soll man als Leiharbeiter in einer DGB Gewerkschaft sein?
« Antwort #20 am: 23:28:15 Mi. 04.September 2019 »
Wieso fordert der DGB nicht einmal endlich FESTbeträge bei seinen Lohnerhöhungen. Gerade für den Niedriglohnbereich Leiharbeit wäre so etwas sehr sinnvoll. Denn was bleibt von 8,5 % (die sowieso nie erreicht werden) netto übrig bei 1.600 brutto?
(...)

Wieso sollte man überhaupt etwas fordern, wenn man auch keinen Tarifvertrag abschließen könnte und somit Equal Pay gelten würde? Leiharbeit soll billig bleiben, Unternehmen wollen "atmen" und der DGB spielt mit.

In anderen Bereichen gibt es tatsächlich eine zaghafte Tendenz dahin, für die unteren Lohngruppen entweder Festbeträge oder mehr Prozente zu fordern.

Rappelkistenrebell

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Re: Warum soll man als Leiharbeiter in einer DGB Gewerkschaft sein?
« Antwort #21 am: 10:58:05 Fr. 06.September 2019 »
ONLINE EXTRA
05.09.2019, 19:22:05 / INLAND
Leiharbeit: Unternehmer weisen DGB-Tarifforderung zurück


Berlin. Die Unternehmen der Leiharbeitsbranche haben Gewerkschaftsforderungen nach einer Lohnerhöhung um 8,5 Prozent für die rund 900.000 Beschäftigten als »vollkommen überzogen« zurückgewiesen. Die Branche sei bereits erheblich von der wirtschaftlichen Eintrübung betroffen, erklärte die Verhandlungsgemeinschaft Zeitarbeit am Donnerstag. »In der aktuellen Phase würden durch derartige Forderungen weitere Arbeitsplätze gefährdet und Integrationschancen von Menschen in den Arbeitsmarkt behindert.«

Die Tarifgemeinschaft des Deutschen Gewerkschaftsbundes hatte den Unternehmern zuvor ihre Lohnforderung für die am 17. September beginnenden Tarifverhandlungen übermittelt. Mit einer überdurchschnittlichen Entgelterhöhung solle ein deutlicher Abstand der unteren Tarifentgelte in der Zeitarbeit zum gesetzlichen Mindestlohn geschaffen werden, erklärte die DGB-Tarifgemeinschaft. In der untersten Lohngruppe würden derzeit 9,79 Euro pro Stunde im Westen und 9,49 Euro im Osten gezahlt. Zudem fordern die Gewerkschaften ein höheres Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie mehr Urlaubstage. (Reuters/jW)

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/362481.leiharbeit-unternehmer-weisen-dgb-tarifforderung-zurück.html

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counselor

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Re: Warum soll man als Leiharbeiter in einer DGB Gewerkschaft sein?
« Antwort #22 am: 14:57:54 Fr. 06.September 2019 »
Die Kapitalisten jammern wieder mal über sinkende Gewinne.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Rappelkistenrebell

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Re: Warum soll man als Leiharbeiter in einer DGB Gewerkschaft sein?
« Antwort #23 am: 21:47:21 Mi. 25.September 2019 »
25.09.2019, 18:46:51 / KAPITAL & ARBEIT
Verdi fordert Verbot von Leiharbeit

Leipzig. Die Delegierten des Verdi-Bundeskongresses haben am Mittwoch abend mit großer Mehrheit ein gesetzliches Verbot der Leiharbeit gefordert. 526 Delegierte – 85,75 Prozent – stimmten einer entsprechenden Änderung des Leitantrags zu, nur 274 votierten dagegen. In der Ursprungsfassung waren lediglich gleiche Bezahlung und gleiche Arbeitsbedingungen für Leiharbeiter verlangt worden, nun soll »langfristig (…) auf eine Gesetzesänderung hingewirkt werden, die Leiharbeit abzuschaffen«. (jW)


https://www.jungewelt.de/artikel/363898.verdi-fordert-verbot-von-leiharbeit.html?fbclid=IwAR0HRjFhNWiUfmzFoWztxWnIHrX8mZ4J0pPN2GXgVFdcq7zNTMqM40O_BTA
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Fritz Linow

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Re: Warum soll man als Leiharbeiter in einer DGB Gewerkschaft sein?
« Antwort #24 am: 22:58:48 Mi. 25.September 2019 »
War es nicht ein Antrag der verdi-Jugend, dass Leiharbeit langfristig abgeschafft werden soll? Kurzfristig kann verdi ja dann mal wieder die Tarifverträge mit den Sklavenhändlern gleich als erste Gewerkschaft verlängern. Was für eine realpolitische Jugend...Hut ab.

Wernichtsweissmussallesgl

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Re: Warum soll man als Leiharbeiter in einer DGB Gewerkschaft sein?
« Antwort #25 am: 22:13:13 Do. 26.September 2019 »
Die Gewerkschaften sind so gut wie tot. Kanzler Schröder hat den Tot der Gewerkschaften eingeführt. In meinem Beruf wurden 15 Jahre keine neuen Tarifverträge ausgehandelt, das führte zu massivsten Einkommensverslusten und kein Holzarbeiter konnte mehr für schwerste Arbeit von seinem Geld leben. Mir wurden Löhne von 7 Euro15 angeboten. Das Versagen der Gewerkschaften ist unglaublich. Die Gier der Unternehmen unverschämt. Davon kann man nur Krank werden.Kapitalismus tötet.
Die Arbeitsämter tun ihr übriges, jeden! arbeitslos gewordenen in den Niedrigstlohnsektor zu vermitteln, das ist keine Vermittlung sondern Nötigung und Erpressung.und für so ein Drecksarbeitsamt hat man auch noch Jahrzehntelang einbezahlt.
Nein Danke

Rappelkistenrebell

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Re: Warum soll man als Leiharbeiter in einer DGB Gewerkschaft sein?
« Antwort #26 am: 20:29:47 Fr. 27.September 2019 »
Aus: Ausgabe vom 28.09.2019, Seite 2 / Kapital & Arbeit
VERDI-BUNDESKONGRESS IN LEIPZIG
»Das ist ein starkes politisches Zeichen«
Für die Abschaffung der Leiharbeit: Verdi-Jugend bringt auf Leipziger Bundeskongress Anträge durch. Gespräch mit Miriam Hagelstein und Kai Reinartz
Interview: Susanne Knütter


Die Verdi-Jugend konnte beim derzeitigen Bundeskongress in Leipzig Erfolge bei einigen wichtigen Anträgen verbuchen. Wie kam es dazu?

Kai Reinartz: Einer der Gründe dafür, warum die Änderungsanträge für den Bundeskongress so hoch im Kurs stehen, ist der von uns gestaltete Diskussionsprozess im Vorfeld. Es hat eine Schreibwerkstatt mit dem damaligen Bundesjugendvorstand gegeben und in der Folge sind die Anträge gemeinsam entwickelt und auf allen Landesjugendkonferenzen diskutiert worden. So haben wir die politischen Meinungen der Jugend zusammengeführt.

Worüber wurde bei den Vorbereitungstreffen besonders debattiert?

Miriam Hagelstein: Wir haben zum Beispiel lange über das Thema Arbeitszeit diskutiert und darüber, ob wir eine klare Stundenanzahl formulieren wollen. Es gibt unterschiedliche Formen der Arbeit, da muss zum Teil sehr individuell geschaut werden, wie man Arbeitszeit gestalten kann.

Was ist das Hauptargument für die Verkürzung der Arbeitszeit gewesen?

M. H.: Wir leben in einer Welt, die immer digitaler wird. Weil immer mehr Prozesse automatisiert werden, kommt es zu Stellenstreichungen. Angesichts dieser Veränderungen braucht es eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich. Das ist die logische Konsequenz daraus, wenn es weniger Jobs gibt.

K. R.: Digitalisierung und Automatisierung steigern die Produktion durch die Beschäftigten. Arbeitszeitverkürzung ist hier ein kollektives Mittel, um als Beschäftigter an der Produktionssteigerung des Betriebes teilzuhaben – damit am Ende nicht nur die Unternehmer von den Produktivitätsfortschritten profitieren.

Ihr Antrag auf Abschaffung der Leiharbeit wurde nun angenommen. Für diese Entscheidung hat es drei Verdi-Bundeskongresse gebraucht. Warum hat sich die Gewerkschaft so lange dagegen gesträubt?

K. R.: Dass unser Änderungsantrag für die langfristige Abschaffung der Leiharbeit angenommen wurde und damit in den Leitantrag übergegangen ist, ist ein starkes politisches Zeichen aus der Jugend heraus. Ein Grund dafür ist, dass es Bereiche gibt, in denen Leiharbeit unter sehr guten Bedingungen stattfindet; in denen Unternehmen den Leiharbeitern etwas bieten, damit sie das Modell weiterführen können. Aber solange wir Beschäftigungsverhältnisse in Leiharbeit haben, werden wir nie zu identischen Bedingungen kommen – weder für die Leiharbeiter noch für die Stammbelegschaft.

Können Sie ein Beispiel nennen, wo Leiharbeiter und Leiharbeiterinnen bessere Bedingungen haben als die festangestellten Beschäftigten?

K. R.: Zum Beispiel in den sozialen Bereichen wie im Krankenhaus, in der Pflege oder auch im Sozial- und Erziehungsdienst. Auch bei Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeitern. Ob hier unter dem Strich wirklich alle Bedingungen, wie zum Beispiel Sicherheit und Zukunftsperspektive, besser sind, kann ich nicht beurteilen. Bisher habe ich nicht in einem solchen Bereich gearbeitet.

Welche Anträge, die Sie eingebracht haben, sind Ihnen noch wichtig?

M. H.: Wir haben einen Antrag mit dem Titel »Mitbestimmung 4.0« formuliert. Da geht es darum, dass die Mitbestimmungsrechte von Auszubildendenvertretungen gestärkt werden, so dass sie nicht mehr so sehr auf den Personal- oder Betriebsrat angewiesen sind. Denn man sieht: Sind Personal- oder Betriebsräte nicht so forsch in ihren Forderungen, hat die Auszubildendenvertretung einen schweren Stand.

K. R.: Ein weiterer wichtiger Antrag heißt »Verdi-Jugend aktiv gegen rechts«. Wir möchten uns mit dem Thema auseinandersetzen und aufklären. Verdi-Mitglieder, aber auch die Bevölkerung insgesamt, müssen dahingehend sensibilisiert werden, dass sie rechte Machenschaften erkennen und auch dagegen vorgehen können.

M. H.: Wir sehen, dass in einigen Betrieben schon jetzt rechte »Alternativgewerkschaften« gegründet werden. Das macht unsere Arbeit in den Betrieben unglaublich schwer. Da müssen wir auch unsere Jugendauszubildendenvertretungen mit Argumenten versehen.

Was halten Sie von den Anträgen für einen Unvereinbarkeitsbeschluss mit rechten Organisationen und der AfD?

M. H.: Das ist in der Gewerkschaft ein schwieriges Thema, weil wir alle Beschäftigten vertreten. Diese Unvereinbarkeitsanträge formulieren das Ziel, dass Menschen, die eine Position innerhalb einer rechten Organisation haben, nicht zu den Inhalten unserer Satzung passen. Wir stehen für Solidarität und sind gegen Diskriminierung. Uns erwartet eine heikle Debatte. Wir können bei Eintritt in die Gewerkschaft nicht die Parteimitgliedschaft abfragen. Das geht auf keinen Fall. Die Verdi-Jugend hat als Kriterium vorgeschlagen: Wer ein Amt in einer rechten Organisation bekleidet, kann nicht gleichzeitig Verdi-Mitglied sein.

K. R.: Man sollte sich mit den Kollegen über ihre Motive, rechten Parteien beizutreten, auseinandersetzen. Aus meiner Sicht ist aber die Mitgliedschaft in der AfD unvereinbar mit der in einer Gewerkschaft. Die AfD ist gewerkschaftsfeindlich.

Wie begründen Sie das?

M. H.: Gewerkschaften stehen für Solidarität. Wir vertreten Auszubildende, Angestellte und Beschäftigte, unabhängig von Hautfarbe, Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung oder anderen Merkmalen. Die AfD tut so, als ob sie auf der Seite der »kleinen Leute« stünde und verbreitet dabei Hetze gegen Menschen mit Migrationshintergrund oder muslimischem Glauben. Zudem will die Partei homosexuelle Paare oder Alleinerziehende benachteiligen. Das ist per Definition Diskriminierung, das können und dürfen wir nicht unterstützen. Verdi kann und wird als Gewerkschaft nicht mit Parteien zusammenarbeiten, in der sich waschechte Neonazis aktiv beteiligen. Wir bekennen uns klar zum Antifaschismus.

Bei der Aussprache zu den Geschäftsberichten gab es einen Redebeitrag, in dem mehr Jugendsekretäre gefordert wurden. Frank Bsirske antwortete darauf, das Problem der unzureichenden Betreuung von Auszubildenden werde dadurch nicht gelöst. Es käme auf die Kollegen, die schon lange im Betrieb sind, an, die Auszubildenden zu unterstützen. Wie steht die Verdi-Jugend dazu?

K. R.: Auch zu dieser Fragen haben wir einen Antrag der Bundesjugendkonferenz. Der nennt sich »Jugend im Fokus 2.0«. Auf dem Bundeskongress vor vier Jahren hatten wir bereits den Antrag »Jugend im Fokus« beschlossen. Der sah sinngemäß vor, dass Jugendarbeit in der Gewinnung, aber auch in der Betreuung von Mitgliedern nicht allein der Auftrag der Jugendsekretäre sein kann, sondern dass das eine Aufgabe der gesamten Organisation sein muss. Alle Mitglieder, Personal- und Betriebsräte müssen sich damit auseinandersetzen, junge Kollegen gesellschafts- und betriebspolitisch zu begleiten. Wir können noch so viele Jugendsekretäre und -sekretärinnen einstellen und tolle Konzepte schreiben: Das muss von allen gemacht und gelebt werden.

Miriam Hagelstein und Kai Reinartz sind Mitglieder der Verdi-Jugend

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/363727.verdi-bundeskongress-in-leipzig-das-ist-ein-starkes-politisches-zeichen.html
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Re: Warum soll man als Leiharbeiter in einer DGB Gewerkschaft sein?
« Antwort #27 am: 09:17:17 Fr. 04.Oktober 2019 »
+++ Das System MENSCHENHANDEL  gerechter machen? +++
Die Leihseuche gerechter machen, Hallo??
Das ist ein schlechter Scherz, das geht nicht!
Dieses System der Agenda 2010,
"Menschen vermieten Menschen, damit Menschen mit Menschenvermieten, ohne reelle Gegenleistung, stinkend reich werden ganze Menschenvermietungskonzerne gründen können", kann man nicht reformieren, das muss weg!
Das Agenda 2010 System der Leiharbeit, temporäre Beschäftigung, ständige Arbeitslosigkeit, bis tief in Hartz IV und anschließende Hungerrente, kann man nicht einfach ein bisschen reformieren, es muss schlicht und ergreifend WEG, einen neuem, auf die Bedürfnisse der Menschen zugeschnitten platz machen! https://www.n-tv.de/politik/Verdi-Chef-will-Leiharbeit-gerechter-machen-article21310706.html?fbclid=IwAR3GGa63NHY3pcP-KtmM9mqx6ieJ0XtT9SNXisP4g99-VzGCRproumDtWB8
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Re: Warum soll man als Leiharbeiter in einer DGB Gewerkschaft sein?
« Antwort #28 am: 19:42:23 Fr. 04.Oktober 2019 »
Zitat
“Wir wollen, dass jemand, der Leiharbeit in einem Betrieb macht, ab dem ersten Tag genauso viel bekommt wie die Stammbeschäftigten”, sagte Werneke in der Sendung “Frühstart” der RTL/n-tv-Redaktion.
Es würde reichen, keine Verträge zu unterzeichnen. Das Argument mit der Nachwirkung und dann nur Mindestlohn ist absurd, da die durchschnittliche Beschäftigungsdauer eh für'n Arsch ist. Auch der neue verdi-Chef schlägt mit solchen Aussagen allen Leiharbeitern in die Fresse, also nichts neues.

tleary

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Re: Warum soll man als Leiharbeiter in einer DGB Gewerkschaft sein?
« Antwort #29 am: 17:51:40 Do. 10.Oktober 2019 »
Die Delegierten des Verdi-Bundeskongresses haben am Mittwoch abend mit großer Mehrheit ein gesetzliches Verbot der Leiharbeit gefordert. 526 Delegierte – 85,75 Prozent – stimmten einer entsprechenden Änderung des Leitantrags zu, nur 274 votierten dagegen. In der Ursprungsfassung waren lediglich gleiche Bezahlung und gleiche Arbeitsbedingungen für Leiharbeiter verlangt worden, nun soll »langfristig (…) auf eine Gesetzesänderung hingewirkt werden, die Leiharbeit abzuschaffen«. (jW)
Seit wann sind 526 Delegierte von 800 (526+274) denn 85,75 Prozent? - Nach Adam Riese sind das bei mir gerade einmal 65,75 %.

»Wir wissen, so wie es ist, kann es nicht weiter gehen. Aber es geht weiter.«
(Autor unbekannt)