Autor Thema: Mindestlohn  (Gelesen 3313 mal)

Gino

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 20
Re:Mindestlohn
« Antwort #15 am: 03:14:46 Mi. 27.Juni 2018 »
Politiker sind Marketing Studenten. man muss nur die positiven Seiten ordentlich verstärkt ausdrücken
damit viele die negativen Seiten gar nicht erst wahrnehmen. Marketing eben.  

counselor

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4520
  • Sapere aude!
Re:Mindestlohn
« Antwort #16 am: 03:37:09 Mi. 27.Juni 2018 »
Es müsste doch eher darum gehen, daß die Werte in die Hände derer fällt, die sie durch ihre Arbeit schaffen.
Letztlich geht es sicher darum. Mir ging es um den Wert der Arbeitskraft (ihren Tauschwert). Der ist beim Mindestlohn unterschritten.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Bowie

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 164
Re:Mindestlohn
« Antwort #17 am: 10:02:29 Mi. 27.Juni 2018 »
Wer 12€ will, muß 15 fordern!

tleary

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 826
  • Yellow Submarine
Re:Mindestlohn
« Antwort #18 am: 16:27:44 Do. 28.Juni 2018 »
.... und wer 15 € will, muß 20 fordern! - Also, fordern wir doch gleich 20 €. Runde Summe, mit der auch ein zahlentechnisch "unaffiner" leicht rechnen kann.
Ich weiß nicht, was mit der Arbeiterklasse in den USA los ist. Die ersetzen einen hohen Lohn durch Stolz auf ihre Nation ("Proud to be american"). Und überall auf den Baustellen und Trucks wehen irgendwelche Nationalflaggen. Denn man will ja dazugehören, auch wenn man nur ein armer, ausgebeuteter Hund ist, den der Chef jederzeit bereit ist zu feuern, wenn der Profit nicht mehr stimmt.

Letztlich geht es sicher darum. Mir ging es um den Wert der Arbeitskraft (ihren Tauschwert). Der ist beim Mindestlohn unterschritten.
Der Wert der Arbeitskraft ist immer ihr Produktivwert. - Daß das im Kapitalismus zwangsläufig (wegen dem abgezogenen Unternehmergewinn) nicht so ist, wird leider als Normalität und meist sogar "Notwendigkeit" um die Produktivkräfte zu entfalten, zugestanden. Aber da sind wir dann auch schnell bei Marx' "Lohnfetisch". Daß der Arbeiter nämlich immer seinen Lohn als zu niedrig ansieht. Ganz einfach, weil er instinktiv merkt, daß da "etwas fehlt". Wenn jeder an den Produktionsmitteln einen Anteil hätte (Vergesellschaftung) würde aber automatisch auch die ganze Wertschöpfung an diejenigen, die sie schaffen (= die Arbeiter) ausgeschüttet. Den Unternehmergewinn, und somit das Schmarotzen der Produktionsmittelbesitzer durch Nichtstun, gibt es im Kommunismus nicht.
»Wir wissen, so wie es ist, kann es nicht weiter gehen. Aber es geht weiter.«
(Autor unbekannt)

counselor

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4520
  • Sapere aude!
Re:Mindestlohn
« Antwort #19 am: 17:55:55 Do. 28.Juni 2018 »
Ich weiß nicht, was mit der Arbeiterklasse in den USA los ist.
Die Amerikaner waren schon immer patriotisch. Die Kinder singen in der Schule jeden Tag vor Unterrichtsbeginn die Nationalhymne
Der Wert der Arbeitskraft ist immer ihr Produktivwert.
Ich will jetzt nicht abschweifen. Aber Marx hat es so gesehen, dass der Wert der Arbeitskraft ihr Tauschwert (also der Wert der notwendigen Güter, die man braucht, um die Arbeitskraft zu erhalten und zu erneuern)  ist. Marx unterscheidet zwischen Wert einer Ware und ihrem Preis, also Tauschwert der Ware Arbeitskraft und Lohn. Darüber hinaus kennt Marx noch den Mehrwert (das ist der Teil der Arbeit, den der Kapitalist sich unentgeltlich aneignet). (-> Karl Marx: Lohn, Preis und Profit, http://www.mlwerke.de/me/me16/me16_101.htm)
Übrigens ist dieser Tauschwert auch die Maximalgrenze des Arbeitslohns im Kapitalismus (vgl. Lehrbuch Politische Ökonomie I, Band 2, Die bürgerliche Produktionsweise, 2. Aufl., 1983, DVVK, S. 154)
Aber da sind wir dann auch schnell bei Marx' "Lohnfetisch".
Der Lohnfetisch besteht darin, dass der Lohn als Wert der Arbeit, nicht als Wert der Arbeitskraft erscheint. Es entsteht die Illusion, die Arbeit werde bezahlt (und nicht die Arbeitskraft verkauft). Das gilt insbesondere für den Akkordlohn.
Daß der Arbeiter nämlich immer seinen Lohn als zu niedrig ansieht. Ganz einfach, weil er instinktiv merkt, daß da "etwas fehlt".
Tut er dies wirklich? Oder will er nur einen Inflationsausgleich? Viel mehr kommt ja bei den Tarifabschlüssen nicht rum.
Wenn jeder aber an den Produktionsmitteln einen Anteil hätte (Vergesellschaftung) würde aber automatisch auch die ganze Wertschöpfung an diejenigen ausgeschüttet.
Klar geht es um das Ziel der Vergesellschaftung der Produktionsmittel. Das ist das strategische Fernziel. Andererseits geht es aber auch darum, Forderungen aufzustellen, die geeignet sind, auch rückständige Arbeiter und Angestellte in einen Arbeitskampf miteinzubeziehen.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 13932
  • Fischkopp
Re: Mindestlohn
« Antwort #20 am: 19:13:39 So. 14.Juli 2019 »
Zitat
Firmen halten sich nicht an Gesetze
1,8 Millionen Beschäftigte verdienen weniger als den Mindestlohn

Unternehmen in Deutschland dürfen ihren Arbeitnehmern nicht weniger 9,19 Euro pro Stunde zahlen. Doch nicht alle halten sich daran.
https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/firmen-halten-sich-nicht-an-gesetze-1-8-millionen-beschaeftigte-verdienen-weniger-als-den-mindestlohn/24578038.html

tleary

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 826
  • Yellow Submarine
Re:Mindestlohn
« Antwort #21 am: 18:02:47 Sa. 20.Juli 2019 »
Wenn jeder aber an den Produktionsmitteln einen Anteil hätte (Vergesellschaftung) würde aber automatisch auch die ganze Wertschöpfung an diejenigen ausgeschüttet.
Klar geht es um das Ziel der Vergesellschaftung der Produktionsmittel. Das ist das strategische Fernziel. Andererseits geht es aber auch darum, Forderungen aufzustellen, die geeignet sind, auch rückständige Arbeiter und Angestellte in einen Arbeitskampf miteinzubeziehen.
Wollte man die rückständigsten der Arbeiter einbeziehen, gäbe es nie irgendeinen sozialen Fortschritt, geschweige denn eine Revolution. Denn für diesen Teil der Arbeiterschaft (und es ist mittlerweile ein sehr großer) ist die normalste Sache der Welt, daß ein Unternehmer "Gewinn machen muß". Dafür wird er von solch einem Arbeiter auch geehrt und bewundert. Die Arbeiter, die so denken, sind gerne (eventuell etwas besser gestellte) Lohnsklaven. Besser bezahlt nicht weil ihr Kapitlist so ein sozialer Mensch ist, sondern einfach weil deren Fachwissen am Arbeitsmarkt ein knapperes Gut ist, und daher einen höheren Marktpreis hat. => Kapitalistische Logik.
»Wir wissen, so wie es ist, kann es nicht weiter gehen. Aber es geht weiter.«
(Autor unbekannt)