Autor Thema: Patienten sollen in der Notaufnahme 50 Euro Gebühr bezahlen  (Gelesen 1023 mal)

counselor

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Zitat
Forderung der Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen : Patienten sollen in der Notaufnahme 50 Euro Gebühr bezahlen

Hannover/Düsseldorf Die Notaufnahmen sind vollkommen überfüllt, weil viele Patienten mit Kleinigkeiten in die Klinik gehen. Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen fordert deshalb eine Gebühr.

Quelle: https://rp-online.de/leben/gesundheit/patienten-sollen-in-der-notaufnahme-50-euro-gebuehr-bezahlen_aid-23920345
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Tiefrot

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Re:Patienten sollen in der Notaufnahme 50 Euro Gebühr bezahlen
« Antwort #1 am: 16:54:56 So. 15.Juli 2018 »
Ja, und wenn ein schwerer Fall die 50 Tacken nicht hat, darf der krepieren, oder wie ?  X(
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Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
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Troll

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Re:Patienten sollen in der Notaufnahme 50 Euro Gebühr bezahlen
« Antwort #2 am: 17:55:58 So. 15.Juli 2018 »
Warum sollte ein Notfall für die Dummheit anderer bezahlen und wer stellt die Diagnose des "MIßbrauchs"?
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tleary

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Re:Patienten sollen in der Notaufnahme 50 Euro Gebühr bezahlen
« Antwort #3 am: 07:59:25 Mo. 16.Juli 2018 »
Es ist nicht unbedingt "Dummheit", die die Leute in die Notaufnahmen treibt. Versuche einmal einen Termin bei einem Facharzt (oder Klinik) wegen einer Röntgenuntersuchung zu bekommen - evtl. auch über den Hausarzt. Selbst wenn der Hausarzt das "dringend" macht, dauert es noch 8 bis 10 Tage, bis man drankommt. So lange kann meines Erachtens niemandem zugemutet werden, Schmerzen zu ertragen. Außerdem vergeht bis dahin wertvolle Zeit, die das Leiden auch irreparabel machen können.

Die Notfallrufnummer 116 117 anzurufen, bringt übrigens auch nichts. Während der normalen Tageszeit wird man da auch nur an den Allgemeinarzt verwiesen - oder eben an die Notaufnahme. :)
=> Was bleibt, ist in die Notaufnahme zu gehen, und dann den Fall halt als "dringend" hinstellen. Dann kommt man wenigstens noch am gleichen Tag dran. Außerdem haben die die nötigen Röntengeräte gleich greifbar, sodaß die Ursachenforschung viel zügiger vonstatten geht, wie wenn man das ganze über einen Hausarzt abwickelt.

Viel sinnvoller als die Notaufnahmegebühr wäre es, sogenannte "Notaufnahmepraxen" einzurichten, die sich im gleichen Gebäude wie die Notaufnahmen befinden, und an die die weniger dringenden Fälle unbürokratisch abgegeben werden könnten (wäre auch billiger). Ein wichtiger Nebeneffekt wäre außerdem, daß die Praxen das von der Notaufnahme vorgehaltene technische Gerät zugleich mitbenutzen könnten.
»Wir wissen, so wie es ist, kann es nicht weiter gehen. Aber es geht weiter.«
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Troll

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Re:Patienten sollen in der Notaufnahme 50 Euro Gebühr bezahlen
« Antwort #4 am: 10:34:56 Mo. 16.Juli 2018 »
Mit diesem Problem schlagen sich die Notaufnahmen nun auch schon seit längerer Zeit herum, die Notaufnahmepraxen waren dabei auch regelmäßig im Gespräch, aber das müsste aufgebaut, verwaltet, und vor allen Dingen, bezahlt werden. Ein Knöllchen, Klaps auf den Geldbeutel ist schneller/günstiger umzusetzen.
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counselor

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Re:Patienten sollen in der Notaufnahme 50 Euro Gebühr bezahlen
« Antwort #5 am: 15:50:30 Mo. 16.Juli 2018 »
In Nürnberg gibt es eine Notaufnahmepraxis, die der Notaufnahme am Klinikum Nord angeschlossen ist.
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tleary

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Re:Patienten sollen in der Notaufnahme 50 Euro Gebühr bezahlen
« Antwort #6 am: 02:54:22 Mi. 18.Juli 2018 »
[.....] die Notaufnahmepraxen waren dabei auch regelmäßig im Gespräch, aber das müsste aufgebaut, verwaltet, und vor allen Dingen, bezahlt werden. Ein Knöllchen, Klaps auf den Geldbeutel ist schneller/günstiger umzusetzen.
Die Krankenkassen (und Politiker) müssen sich schon irgendwann entscheiden: Wollen sie weiter herumjammern, daß die teueren Notaufnahmen regelmäßig überlaufen werden, in denen die Behandlung scheinbar besonders teuer ist. Oder will man etwas Geld in die Hand nehmen, und den einen oder anderen Allgemeinarzt zum Umziehen in ein Gebäude der Notaufnahme bewegen. Es stehen doch sowieso viele Praxisübernahmen bzw. sogar -schließungen wegen Erreichen der Altersgrenze des Arztes an. Da würde sich dann doch ein Angebot an niederlassungswillige Jungärzte anbieten. Der neue Arzt könnte dann evtl. günstig die Praxiseinrichtung einer zur Schließung anstehenden Praxis übernehmen, und in die neuen Räumlichkeiten bei der Notaufnahme ziehen.
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