Wat Noch > Theoriebereich

Kritik an linken Projekten

(1/5) > >>

Kuddel:
Es gibt wohl einen Hang zu einem geschlossenen Weltbild.
Menschen suchen etwas, was ihnen einen inneren Halt gibt.
Manchmal funktionieren linke Weltbilder auch wie Religionen.

Würde man sich kritischer mit linken Projekten auseinandersetzen, wüde man es den Reaktionären nicht so leicht machen.
Das große Projekt "Kommunismus" wurde in der Sowjetunion und China und im gesamten Ostblock nicht umgesetzt. Es wurde die Arbeiterklasse entmachtet, eine Parteiclique übernahm die Macht.

Auch in Spanien lief es bei der anarchistischen Verwaltung nicht immer so toll, wie es in der anarchistischen Geschichtsschreibung geschildert wird.

...Von absurd dadaistischen Herrschaftsformen, wie in Nord Korea und von den Roten Khmer in Kambodscha, mal ganz abgesehen...

Wenn man die Scheiße nicht kritisch aufarbeitet, gibt man den Reaktionären Recht mit ihren propangandistischen Angirffen gegen die brutale Realität von Stalinismus und Maoismus. Vieles, was unter den Vorzeichern eines Weges in eine bessere Welt gemacht wurde, war nicht akzeptabel und hatte nichts mit den ursprünglichen Ideen einer besseren und solidarischen Welt zu tun.

Es ist auch jetzt notwendig, kritisch auf das zu blicken, was sich in Lateinanmerika abspielt. Nicaragua war ein Land der Hoffnung mit seiner sandinistischen Revolution.
! No longer available
Venezuela unter Chaves fand man hierzlande toll. Das, was sich dort entwickelt hat, kann man aber heute keinesfalls gut finden. Ich vermisse eine linke Kritik an diesen Entwicklungen.

Ich denke mal, wenn wir die Entwicklungen in Kobane nicht kritisch untersuchen, werden wir auch bald mit einem großen Katzenjammer erwachen.

DKP und Junge Welt, versuchen den letzten Scheiß schönzulügen.
Deshalb habe ich diesen Thread eröffnet: Für eine (selbst-)kritische Auseinandersetzung mit linken Projekten.

Kuddel:

--- Zitat ---„Für mich“, heißt es im Brief eines Freundes aus dem Jahr 1980, „erfüllt sich mit Nicaragua auch eine Utopie. Und es gibt mir die Hoffnung, dass sich irgendwann auch hier noch einmal etwas bewegt.“ Knapper war kaum zu formulieren, was mit dem revolutionären Nicaragua einmal verbunden wurde.
(...)
Nicaragua war bedroht. Und wir eilten zu Hilfe!

300 Solidaritätskomitees allein in der Bundesrepublik waren die Antwort auf den Sieg der Sandinisten und die drohende US-Invasion. Ihre Mitglieder kamen von überall her, aus den Gewerkschaften, den Schulen und Unis, den Kirchen, natürlich auch aus der Linken.
(...)
Doch sie war zu schön, diese Revolution, als dass sie hätte verraten werden dürfen, selbst wenn die reale Erfahrung vor Ort dem eigenen Idealbild nicht immer standhielt. Nicaragua brachte die längste und breiteste politische Solidaritätsbewegung (gut 15.000 Brigadisten reisten dorthin) in der Bundesrepublik hervor, und die meisten Aktiven von damals dürften auch heute noch von Nachrichten aus diesem Land berührt sein.
--- Ende Zitat ---
https://www.freitag.de/autoren/ulrike-baureithel/subbotnik-im-sueden

counselor:
Zum Thema "Rote Khmer" kann ich das Buch "Das Kambodscha-Drama" von Alexander Goeb aus dem linken Laika-Verlag empfehlen:
https://shop.laika-verlag.de/shop/allgemein/das-kambodscha-drama

ManOfConstantSorrow:
Es ist gut, richtig und wichtig, daß es die Revolution in Nicaragua gegeben hat.
Es war auch positiv, daß in Venezuela Hugo Chávez 1989 zum Präsidenten gewählt worden ist.  Seine erklärten Ziele waren der Kampf gegen Korruption, die Schaffung und Stärkung direkt-demokratischer Partizipationsmöglichkeiten im politischen System sowie die Gewährleistung und Verteidigung der nationalen und ökonomischen Unabhängigkeit.

Länder, die versuchen aus der kapitalistischen Logik auszuscheren, stehen unter starkem internationalen Druck. Insbesondere die USA sind interessiert daran, daß solche Projekte scheitern. Doch nicht alles, was zum Niedergang dieser hoffnungsvollen Ansätze geführt hat, ist mit internationalem Druck, Wirtschaftsboykotten und Einflußnahmen ausländischer Geheimdienste zu erklären. Vieles verlief an Anfang an nicht so positiv, wie die Solidaritäsgruppen berichtet haben und die Linken hierzulande nur zu gern glaubten.

Was wir heute in Nicaragua und Venezuela erleben, ist ein echtes Desaster. Wir müssen uns intensiv damit auseinandersetzen, um es zu verstehen. Sonst werden wir ähnliches wieder und wieder erleben.

Die Negativnachrichten von dort sind keine Erfindung westlicher Propagandamedien.

Troll:
Zu Venezuela ein passender Artikel:

--- Zitat ---Der Ruin Venezuelas hat nichts mit einem "Sozialismus" oder einer "Revolution" zu tun

Die Analyse der bolivarischen Wirtschaftspolitik zeigt, wie weit entfernt diese von einer auf "Entwicklung" ausgerichteten oder gar sozialistischen Politik ist
...


Quelle: amerika21
--- Ende Zitat ---

Noch ein grundsätzlicher zum Thema:

--- Zitat ---Lateinamerika ist von Rückschritt bedroht

Die progressiven Regierungen in Lateinamerika laufen Gefahr, dem Widerspruch zwischen einer linken Politik und einer rechten Ökonomie zu erliegen
...

Quelle: amerika21
--- Ende Zitat ---

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

Zur normalen Ansicht wechseln