Autor Thema: Religion & Politik  (Gelesen 1638 mal)

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 6645
Religion & Politik
« am: 10:43:52 Do. 26.Juli 2018 »
Fritz Linow hat den Palästinakonflikt-Diskussionsstrang ein wenig mit-zerschossen mit dem Gedankenausflug in die Rolle der Religion.
Doch die Gedanken waren durchaus inspirierend.

Diese Wunsch nach Trennung von Politik und Religion ist meiner Meinung ein Fehler und geboren aus dem verständlichen Willen in der Zeit der Aufklärung, die Fesseln der Macht zu sprengen. Dabei ging man aber damals davon aus, dass sich der Mensch entsprechend entlang eines Idealtypus entwickelt und er irgendwann einmal schon alleine aufgrund seiner Vernunftbegabung Religion als Mumpitz betrachtet. Seitdem sind 300 Jahre vergangen und die Aufklärung ist für’n Arsch.

Das Bedürfnis nach Religion/Glauben hat sich immer in den bestehenden Machstrukturen eingenistet und wurde dementsprechend missbraucht, egal ob es jetzt als Staatsreligion, als geduldete Religion oder ausdrücklich als entscheidungsferne und somit absolut private Religion behandelt wurde. Selbst bei größtem Widerstand ist Religion auf einmal integrierender Bestandteil der Herrschaftsstrukturen geworden. Gerade beim Christentum gibt es da die dollsten Geschichten. Und ansonsten enstehen halt Strukturen, die trotz aller Religionsferne auch nicht unbedingt geil sind.

Eine bloße Trennung von Politik und Religion hilft da also nicht weiter, weil damit lediglich eine Politik, die nichts anderes als Gier im Sinn hat, die Entscheidungen trifft, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme der Religion. Da aber Religion trotz aller strikten Trennungswünsche immer auch Einfluss auf die Politik hat, macht es Sinn, die Leute mit ihrem Religionsbedürfnis ernstzunehmen. Zumindest in Bezug auf das Christentum wurde da irgendwie ziemlich viel Potential gleich zu Anfang und immer wieder zwischendurch bis hin zu einem marxistisch-leninistischen Vulgäratheismus vergeudet.

Im Forum wurde oft die negative Rolle von Religionen in der Gesellschaft erwähnt. Fritz regt an, auch über das positive Potential von Religionen zu diskutieren. Dafür habe ich nun diesen Thread eröffnet. Passend zum Thema lief dieser Tage ein Radiobeitrag im DLF, aus dem ich hier zitieren möchte:
Zitat
Don Andrea Gallo nahm nie ein Blatt vor dem Mund. Er starb 2013 im Alter von 84 Jahren. Er war katholischer Geistlicher und überzeugter Kommunist. Ein Mann, der unbequem war:

"Das ist doch ein Geschenk Gottes, die Homosexualität! Es ist doch Gottes Wille, wenn wir unsere eigene Sexualität ausleben. Dass Homosexuelle ausgegrenzt werden - wieso? Jesus spricht nie über Homosexualität."

Don Andrea Gallo bezeichnete sich auch als anarcho-christlich und als Radikalpazifist. Don Gallo war ständig Gast im Fernsehen und im Rundfunk. Seine Kirche versuchte immer wieder, ihn auf den ihrer Meinung nach rechten Weg zu bringen und sich nicht mehr für Homosexuelle, illegale Einwanderer, für Prostituierte, Transsexuelle und Streikende in Fabriken einzusetzen. Ohne Erfolg. Er ließ sich nicht bändigen.

Don Gallo war so berühmt in Italien, dass der ehemalige Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Kardinal Angelo Bagnasco, nach Genua fuhr, um die Predigt zu halten bei der Trauerzeremonie für den verstorben Quergeist. Bagnasco als Repräsentant einer Kirche, die Don Gallo Zeit seines Lebens Steine in den Weg legte, wurde ausgepfiffen.

Der Kardinal musste seine Predigt abbrechen. Die Anhänger Don Gallos sangen in der Kirche lautstark das italienische Partisanenlied "Bella Ciao".

Der Bericht erwähnte weitere Freigeister in der Kirche:
Zitat
Don Antonio Belli etwa, dem 1993 verstorbenen radikal-kommunistischen Arbeiterpriester im apulischen Alessano. Oder Don Puglisi, der in Palermo gegen die Mafia kämpfte und dafür sein Leben ließ. Oder auch Don Oreste Benzi, der bis zu seinem Tod 2007 in offenem Widerspruch zu seinen kirchlichen Vorgesetzten nachts jene Straßen in Rimini aufsuchte, auf denen illegale Einwanderinnen, von Menschenschmugglern dazu gezwungen wurden, als Prostituierte zu arbeiten.
oder
Zitat
Italiens unbestritten radikalster Gottesnarr heißt Biagio Conte, Bruder Biagio genannt, und ist kein geweihter Priester und auch kein Ordensmann. Er ist ein selbsternannter Straßengeistlicher in Palermo, der sich wie ein mittelalterlicher Franziskaner kleidet. Mit seinen medial perfekt in Szene gesetzten Hungerstreiks gelingt es dem 54jährigen immer wieder, dass Stadt und Diözese Palermo ihm und seiner Gemeinschaft Wohnungen und ganze Gebäude gratis zur Verfügung stellen. Dort kümmert sich der auf Sizilien bereits wie ein Heiliger verehrte Pseudo-Mönch um Obdachlose, Arme, Prostituierte und andere sozial Ausgegrenzte. Seit kurzem auch mit dem Segen des Erzbischofs von Palermo und – wie es aus der Diözese heißt, auch inoffiziell mit dem Segen von Papst Franziskus.
https://www.deutschlandfunk.de/papst-wertet-kirchliche-quergeister-auf-franziskus-und-die.886.de.html?dram:article_id=423614
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 13094
  • Fischkopp
Re:Religion & Politik
« Antwort #1 am: 18:53:56 Fr. 12.Oktober 2018 »
Zitat
Sozialpfarrer:
Kirche schweigt zu Ausbeutung
Hat die Kirche Angst?


Welche Rolle hat die Kirche im Arbeitsleben der Gläubigen? Sozialpfarrer Peter Kossen meint, sie halte sich zu sehr raus und setze sich nicht ausreichend gegen menschenunwürdige Arbeitsverhältnisse ein. Für ihn ist das eine Frage der Glaubwürdigkeit.

weiter: https://www.domradio.de/themen/bist%C3%BCmer/2018-10-11/sozialpfarrer-kirche-schweigt-zu-ausbeutung

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 13094
  • Fischkopp
Re:Religion & Politik
« Antwort #2 am: 08:50:35 Do. 18.Oktober 2018 »
Zitat
Kirchen halfen Kriegsverbrechern
Barmherzigkeit für Massenmörder

Sie trugen Schuld an Massakern und Deportationen - und fanden Beistand bei Bischöfen. Irritierend energisch verlangten christliche Würdenträger die Freilassung von Nazitätern.
http://www.spiegel.de/einestages/ns-verbrecher-die-barmherzige-hilfe-der-kirchen-a-1233489.html

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 13094
  • Fischkopp
Re:Religion & Politik
« Antwort #3 am: 09:27:08 Sa. 27.Oktober 2018 »
Zitat
Argentinien
Öffentliche Kirchenaustritte als Protestaktion

Im Heimatland des Papstes werben Laizisten für den kollektiven Kirchenaustritt: Sie werfen der Institution eine unzulässige Einmischung in die politische Debatte vor. Mehrere Tausend Katholiken sind dem Aufruf schon gefolgt – auch aus Protest gegen die Vertuschung von Missbrauch durch die Kirche.
https://www.deutschlandfunk.de/argentinien-oeffentliche-kirchenaustritte-als-protestaktion.886.de.html?dram:article_id=429078

Fritz Linow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1567
Re:Religion & Politik
« Antwort #4 am: 15:01:49 Do. 01.November 2018 »
Zitat
Religiöse Linke in den USA

Mit Marx und Bibel gegen Trump

Die 70-jährige Maxine Phillips gehört den religiösen Sozialisten an. Seit Trumps Präsidentschaft haben auch sie deutlichen Zulauf.
(...)
http://taz.de/Religioese-Linke-in-den-USA/!5543961/

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 6645
Re:Religion & Politik
« Antwort #5 am: 09:40:06 So. 02.Dezember 2018 »
Wie sich christliche FundamentalistInnen, radikale AbtreibungsgegnerInnen und rechte Parteien verbünden, um an die Macht in Europa zu gelangen

taz
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 6645
Re: Religion & Politik
« Antwort #6 am: 17:53:47 Sa. 12.Januar 2019 »
Gegen die Ausbeutung osteuropäischer Arbeiter in der Deutschen Pampa (fern der Großstädte) engieren sich eher Kirchenleute, als die Gewerkschaften.

Zitat
Am Ende der Kräfte
Prälat Peter Kossen klagt Ausbeutung von Arbeitsmigranten an

Sie erhalten Mini-Löhne, leben in schlimmen Unterkünften. Kinder erleben Alkohol- und Drogenmissbrauch. Frauen werden zur Prostitution gezwungen. Prälat Peter Kossen klagt das Schicksal von Arbeitsmigranten an. Auch die Verhältnisse in Lengerich.



Prälat Peter Kossen kennt die Schicksale von Leiharbeitern aus osteuropäischen Ländern. Wenn er von ihnen spricht, wird der sonst stille katholische Geistliche zum engagierten Kämpfer.

Peter Kossen (50) ist seit zwei Jahren leitender Pfarrer in der katholischen Pfarrgemeinde Seliger Niels Stensen in Lengerich. Er setzt sich für eine gerechte Behandlung von Leiharbeitern aus dem ehemaligen Ostblock ein, die vor allem in der Fleischindustrie beschäftigt werden. Unser Redaktionsmitglied Günter Benning sprach mit ihm am Rand einer Veranstaltung des katholischen Bundes ND in Cloppenburg. In dieser Woche gründet er in Lengerich die „Aktion Würde und Gerechtigkeit”, die Arbeitsmigranten zu Rechtsschutz verhelfen will.

 Peter Kossen:
Ich war und bin konfrontiert mit Menschen und ihren Biografien, die ich im Erstkontakt nicht für möglich gehalten habe in unserem Rechtsstaat und unserer sozialen Marktwirtschaft. Nehmen wir als Beispiel: Das Schlafen im Drei-Schicht-System im gleichen Bett. Ich dachte, so etwas gibt es in unserer Zeit nicht mehr. Oder dass Menschen ständig über die Grenzen ihre körperlichen und psychischen Kräfte arbeiten müssen. Das hat mich aufgebracht und ich habe die Systemfrage gestellt.

Sie haben das erlebt in der Fleischindustrie. Sie kommen aus einer ländlichen Gegend, ihr Bruder ist Arzt im Landkreis Vechta. Wie sieht das konkret aus?

Peter Kossen:
Es ist so, dass in vielen Betrieben ein Großteil der Stammbelegschaft seit den 90er Jahren ersetzt wurde durch irreguläre Beschäftigung. Oft heißt das: prekäre Beschäftigung in Werks- oder Leiharbeitsverträgen. Da ist Unternehmerverantwortung verloren gegangen. Diese Leute sind ihren Arbeitgebern, die als Subunternehmer auftreten, völlig ausgeliefert. Das sieht dann so aus, dass die Leute jenseits unserer Bestimmungen arbeiten. Deutlich über die erlaubte Arbeitszeit hinaus. Wenn sie einen rumänischen Subunternehmer haben, dann stehen ihnen nicht mehr als fünf Tage Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu. Und sie haben keinen einzigen Tag regulären Urlaub im Jahr. Dadurch wird unser System ausgehöhlt. Dazu kommt häufig eine äußerst problematische Unterbringung, wo die Leute dann noch mal mit Wuchermieten für Rattenlöcher abgezockt werden.

Sie sprechen über die fleischverarbeitende Industrie. Aber auch als Pfarrer in Lengerich haben Sie mit dem Los von rumänischen und bulgarischen Leiharbeitern zu tun?

Peter Kossen:
Sogar in großer Zahl. Es gibt eine ganze Reihe von ihnen, die nicht nur in Lengerich arbeiten, sondern auch zu Schlachthöfen im Münsterland transportiert werden, aber auch zu anderen Unternehmen. Es gibt Kindergartenkinder aus problematischen Wohnverhältnissen. Da leben Eltern mit ihren Kindern in Verhältnissen, wo es Alkohol- und Drogenmissbrauch gibt, aber auch Prostitution. Ich weiß, dass eine Reihe von EU-Bürgern in diese Falle geraten: Ohne eine Arbeit erhalten sie dauerhaft kein Aufenthaltsrecht bei uns. Deshalb sind sie bereit, auch in der Logistik oder anderen Bereichen äußerst problematische Arbeitsverhältnisse in Kauf zu nehmen, um einen Fuß in der Tür zu behalten.

Wir glauben ja, in Deutschland gebe es klare Regeln für Arbeits- und Urlaubszeiten und Mindestlöhne. Wird das ausgehebelt?

Peter Kossen:
Das deutsche Arbeitsrecht unterstellt, dass der Arbeitnehmer sein Recht selbst geltend macht. Mit der Hilfe von Betriebsräten, Gewerkschaften oder auf dem Klageweg. Alles drei scheidet faktisch bei diesen Arbeitsmigranten aus. Sie sprechen die Sprache nicht, sie finden keinen Zugang zu einem Anwalt oder einer Rechtsberatung. Die Betriebsräte sind für sie nicht zuständig. So entsteht ein Vakuum, das von anderer Seite brutal ausgenutzt wird. Da ist Kriminalität im Spiel, das hat was mit Menschenhandel, mit konkreter Ausbeutung zu tun, auch mit Frauenhandel. Es gibt da fließende Grenzen zur Zwangsprostitution.

Auch in Lengerich?

Peter Kossen:
Ja. Mir berichten Erzieherinnen: Kindergartenmütter vertrauen ihnen an, dass sie, obwohl sie Kinder haben und es sicher nicht freiwillig tun, auf den Strich gehen müssen, um ihre Familie durchzubringen.

Was kann man als Konsument eigentlich tun?

Peter Kossen:
Die Gewerkschaft NGG (Nahrung, Genuss, Gaststätten) hat ausgerechnet, dass das Kilo Fleisch im Handel etwa sechs Cent teurer würde, wenn jeder in der Produktionskette zumindest den Mindestlohn bekommen würde. Das ist verschwindend gering. Mir scheint wichtig, durch unser Einkaufsverhalten deutlich zu machen: Der Konsument nimmt nicht einfach alles, nur, weil es billig ist. Letztlich hat alles seinen Preis. Wenn wir sie nicht bezahlen, zahlt ein anderer die Rechnung. Wollen wir das billige Fleisch um jeden Preis, dann lassen wir Menschen leiden, die mit ihrer Gesundheit zahlen.

Sie sprechen von der Fleischindustrie. Viele kennen den privaten Fall von Pflegekräften aus dem Osten, die für wenig Geld 24-Stunden-Betreuung ermöglichen. Das wird selten thematisiert. Gibt es eine Schamgrenze, die uns hindert, darüber offen zu sprechen?

Peter Kossen: Sicher auch, weil man nicht weiß, wie es alternativ aussehen kann. Aber es kann kein Grund dafür sein, zu sagen, ich nehme die billigste, nämlich die Polin, weil ich es sonst nicht bezahlen kann. Wir müssen die Probleme benennen, damit die Gesellschaft klärt, was uns zum Beispiel eine gute Altenpflege wert ist. Es darf nicht nur darum gehen: Das Billigste ist das beste.

Sie gründen demnächst in Lengerich einen Verein. Was soll der tun?

Peter Kossen:
Der Verein heißt „Aktion Würde und Gerechtigkeit”. Wir wollen zum Beispiel Menschen aus Rumänien und Bulgarien helfen, dass sie trotz ihrer Sprachschwierigkeiten ihre Rechte als Arbeitnehmer kennenlernen und auch geltend machen können. Da kann es um Unterstützung bei der Beantragung von Prozesskostenhilfe oder einen niederschwelligen Zugang zu Juristen gehen. Wir realisieren das mit der Hilfe von Rechtsanwälten, Ehrenamtlichen und auch mit öffentlichen Mitteln.

Kann man da eintreten, egal wo man wohnt?

Peter Kossen: Wir werden dazu einladen, den Verein ideell und finanziell zu unterstützen. Man kann etwas verändern!

Sind Sie zuversichtlich, dass unsere Gesellschaft den Vorteil aufgibt, den sie durch die Leiharbeiter genießt?

Peter Kossen: Es geht nicht ohne Verzicht. Verzicht ist ein Privileg der Habenden. Man kann aber aus guten Gründen verzichten oder sich etwas zurücknehmen, wenn man weiß, dass man etwas Größeres dadurch gewinnt. Das Größere, das wir gewinnen, ist die Solidarität, der Zusammenhalt der Gesellschaft. So wie es jetzt läuft, wird die Gesellschaft entsolidarisiert, sie driftet auseinander.
https://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Steinfurt/Lengerich/3602846-Am-Ende-der-Kraefte-Praelat-Peter-Kossen-klagt-Ausbeutung-von-Arbeitsmigranten-an


Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 13094
  • Fischkopp
Re: Religion & Politik
« Antwort #7 am: 13:20:37 Mi. 23.Januar 2019 »
Zitat
Ukraines Präsident Poroschenko im Wahlkampf
Jetzt hilft nur der liebe Gott

Petro Poroschenko hat kaum Aussichten, als Präsident der Ukraine wiedergewählt zu werden. Seine letzte Chance: Stimmenfang in den Kirchen des Landes.
http://www.spiegel.de/plus/petro-poroschenko-im-ukraine-wahlkampf-jetzt-hilft-nur-der-liebe-gott-a-00000000-0002-0001-0000-000161911810

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 13094
  • Fischkopp
Re: Religion & Politik
« Antwort #8 am: 13:43:27 Mi. 20.Februar 2019 »
Ein Held.
Im Ernst. Gäbe es nur mehr solcher Menschen...

Zitat
Ehrung
„Werde auch zukünftig nicht schweigen“



Prälat Peter Kossen (links) mit dem Autor der Vikar-Henn-Biografie, Werner Nilles.

Werkvertragsarbeiter würden wie „Wegwerfmenschen“ behandelt, so der 50-jährige Kossen. Er beklagte Sklaverei und Arbeitsausbeutung in der Region.

Cloppenburg. „Ich kann Ihnen versprechen, dass ich auch zukünftig nicht schweigen werde.“ Das sagte Pfarrer Peter Kossen in seiner Dankesrede. Zuvor hatten die Bürgerstiftung und die katholische Kirchengemeinde St. Andreas dem furchtlosen Kritiker der Fleischindustrie im Kreishaus den „Vikar-Henn-Preis“ für Zivilcourage verliehen (NWZ berichtete). Benannt ist der Preis nach dem Nazi-Widerstandskämpfer Ernst Henn (1909 bis 1945).

 Der 50-jährige Kossen beklagte Sklaverei und Arbeitsausbeutung in der Region und bezeichnete den Missbrauch der Werkvertrags- und Leiharbeit zum Zwecke von Lohn- und Sozialdumping als Krebsgeschwür, das seinen Ausgang in der Fleischindustrie gehabt und mittlerweile die Metallindustrie, die Logistik und weitere Branchen befallen habe. Selbstverpflichtungserklärungen sollten den Eindruck erwecken, als ob bereits Fortschritte erzielt worden seien, so Kossen. Doch die Realität zeige, dass Ausbeutung, Menschenschinderei und Lohndrückerei unvermindert fortgeführt würden.

Menschen würden benutzt, verschlissen und dann entsorgt – wie Maschinenschrott: „Wegwerfmenschen“ sagte er wörtlich. Zur Ausbeutung käme die Unterbringung in gesundheitsgefährdenden Wohnungen, fuhr Kossen fort. Die Tuberkulose-Fälle unter den Werkvertragsarbeitern führte er auf die zum Teil erbärmlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen zurück.

„Wer diese Wirklichkeit in unserer Heimat hinnimmt, verrät die Ideale eines Vikar Henn“, mahnte er. „Wenn einer Region die Solidarität und das Bewusstsein für die unveräußerliche Würde eines jeden Menschen verloren gegangen sind, verliert sie ihre Kultur, die Wurzeln aus denen sie lebt.“

Im Januar dieses Jahres hatte Kossen den Verein „Aktion Würde und Gerechtigkeit“ gegründet. Diesem käme das Preisgeld in Höhe von 2500 Euro zugute, versprach er. Ziel des Vereins sei es, Arbeitsmigranten aus Ost- und Südosteuropa stark zu machen und so dazu beizutragen, dass deren Integration gelinge.

Die Landesregierung habe kürzlich beim Besuch einer fleischverarbeitenden Firma in Garrel ein Zeichen gesetzt. „Diese Unternehmen müssen wir stark machen“, warb er. Auch die Verbraucher könnten ein Zeichen setzen, wenn sie Produkte der „Sklaventreiber“ in den Regalen liegenließen und durch ihre Kaufentscheidung faire Arbeitsbedingungen belohnten.

„Wir sollten Ernst Henn und Clemens August Graf von Galen nicht ins Museum stellen und wie eine Monstranz vor uns hertragen, sondern den Mut haben, heute für das Leben, für die Schöpfung und für Menschenwürde einzutreten“, schloss Kossen seine mit langanhaltendem Applaus bedachte Dankesrede.

Im Anschluss warb Dechant Bernd Strickmann für das von Werner Nilles verfasste Buch über Vikar Ernst Henn „Ich kann mich nicht vor der Wahrheit drücken“. Er dankte dem Autor für die „akribische und tolle Arbeit“. Er bezeichnete das Buch als Seh- und Denkschule, welches im Pfarrbüro „Forum“ (Sevelter Straße) und in der Buchhandlung Terwelp erhältlich ist.
https://www.nwzonline.de/cloppenburg/kultur/cloppenburg-ehrung-werde-auch-zukuenftig-nicht-schweigen_a_50,3,4275321573.html

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 13094
  • Fischkopp
Re: Religion & Politik
« Antwort #9 am: 12:37:33 Di. 12.März 2019 »
Zitat
Stimmen: Proteste in Lingen

Nach dem Eröffnungsgottesdienst der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Lingen demonstrierten rund 300 Frauen der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) für eine entschiedene Missbrauchs-Aufklärung und Reformen in der Kirche. Sie skandierten die Parole "Licht an" und leuchteten mit ihren Taschenlampen symbolisch die Kirchenfassade an. Auf Transparenten standen Slogans wie: "Kein Amt für Täter", "Vollständige juristische Aufklärung und Strafverfolgung", "Frauen in alle Weihe-Ämter" oder "Opferschutz und Entschädigung der Opfer".
https://www.domradio.de/video/proteste-lingen

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 13094
  • Fischkopp
Re: Religion & Politik
« Antwort #10 am: 18:20:04 Mo. 15.April 2019 »
 
Zitat
Auch Frauen im Bistum Essen rufen zum Streik auf
"Die Kirche als solches umarmen wir trotzdem"

Für eine Woche im Mai treten Frauen unter der Aktion "Maria 2.0" in Münster in Kirchenstreik. Sie legen ihre Arbeit nieder und protestieren damit gegen die Strukturen in der Amtskirche. Im Bistum Essen schließen sich nun weitere Frauen an.
https://www.domradio.de/themen/bischofskonferenz/2019-04-15/die-kirche-als-solches-umarmen-wir-trotzdem-auch-frauen-im-bistum-essen-rufen-zum-streik-auf

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 13094
  • Fischkopp
Re: Religion & Politik
« Antwort #11 am: 19:37:17 Di. 14.Mai 2019 »
Zitat
Kardinal hilft Obdachlosen
Und es ward Licht

450 Menschen ohne Strom? "Geht nicht", sagte ein Kardinal, der früher mal Elektriker war, und löste das Problem auf eigene Faust. Nun demonstriert Italiens Rechte gegen ihn.




Er kam am Sonntagnachmittag in seinem Lieferwagen, Arbeitsschuhe an den Füßen, Arbeitsjacke über der Soutane, nur der weiße Römerkragen wies ihn als Priester aus. Er brachte Geschenke für die 98 Kinder, die in dem großen Haus in der Via di Santa Croce in Gerusalemme, mitten in Rom, wohnen. Außer denen leben auch 352 Erwachsene dort: Roma und Migranten, arbeitslose Italiener; Christen, Moslems und Menschen, die an gar nichts glauben.

Sie alle hatten plötzlich eines gemeinsam: keinen Strom. Seit einer Woche hausten sie im Dunkeln. "Das geht nicht", sagte Kardinal Konrad Krajewski, 55 Jahre alt, der Almosen-Beauftragte des Papstes. Deshalb war er da.

Das riesengroße Gebäude war bis 2012 Sitz der Sozialfürsorge für die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst. Dann wurde die Behörde in eine größere Institution eingegliedert und das Haus geräumt. Dort zogen bald Leute ein, die dringend ein Dach über dem Kopf suchten. Ohne Vertrag, ohne zu bezahlen, juristisch gesehen: Hausbesetzer. Andererseits stehen in Rom Tausende Menschen auf einer Warteliste für Sozialwohnungen, auf die sie ebenso juristisch einen Anspruch haben. Eine erschwingliche Wohnung bekommen sie dennoch nicht.

Das Zusammenleben in dem ehemaligen Amtsgebäude lief ganz gut, nahezu problemfrei. Bis vorigen Montag.

Da ließ der Hausbesitzer den Strom abstellen. Die Menschen dort hätten seit sechs Jahren keine Rechnung bezahlt, die Außenstände summierten sich auf 300.000 Euro. Der Energielieferant kappte die Hauptleitung und versiegelte den Zugang, die Bewohner saßen im Dustern. Ohne Strom läuft kein warmes Wasser, kühlt kein Kühlschrank, kocht kein E-Herd, fährt kein Fahrstuhl.

Kenntnisse aus der Zeit vor dem Theologiestudium


So ginge man nicht mit Menschen um, sagte der Kardinal, und als er die kleinen Geschenke verteilt hatte, sagte er es auch dem Hausbesitzer und der Stromfirma. Bis abends um acht möge man bitte wieder Strom ins Haus schicken. Ansonsten würde er das Problem selber lösen.

Die Stunden vergingen, der Strom blieb weg. Da stieg der Kirchenmann in den Schacht, in dem die Energiezuleitungen sich mit dem Hausanschluss treffen, scherte sich nicht um die Siegel, sondern verband, was vor einer Woche getrennt worden war. Und das Haus hatte wieder Strom.

Die Bewohner jubelten über den Mut des Priesters und staunten über seine Fähigkeiten. Ach, sagte der nur, dieser "Akt von Menschlichkeit" sei einfach nötig, "angesichts der Verzweiflung dieser Menschen". Falls es nun eine Strafe gebe, dann nehme er die auf sich. Und seine technischen Fähigkeiten habe er vor dem Theologiestudium erworben: Der Mann ist gelernter Elektriker.

"Der Robin Hood des Papstes"

Halb Rom, halb Italien ist nun begeistert über diesen Priester, der an den berühmten Don Camillo erinnert. Die römische Tageszeitung "La Repubblica" schlagzeilte am Montag: "Der Robin Hood des Papstes".

Und gewiss ist auch das Katholikenoberhaupt begeistert von seinem Almosen-Beauftragten. So hatte sich Papst Franziskus das wohl vorgestellt, als er den Polen 2013 ins Amt berief. "Den Schreibtisch kannst Du verkaufen", hatte er ihm gesagt, "Du sollst nicht im Büro hocken". Und seitdem fährt "Don Corrado" - wie ihn die Römer nennen, weil "Konrad" zu schwierig ist - nächtens mit seinem Lieferwagen durch Rom, beladen mit Lebensmitteln, Decken und Schlafsäcken, und sucht die, die ihn brauchen. Obdachlose vor allem - und davon gibt es viele in der italienischen Hauptstadt.

Das sind nicht nur Tippelbrüder oder Rauschgiftopfer, es sind viele, die sich einfach keine noch so kleine Bleibe in der wunderschönen, aber teuren Stadt leisten können. Deshalb sind etwa 100 große Gebäude von insgesamt etwa 10.000 Menschen besetzt. Und deshalb gibt es die lange Warteliste für preiswerte Sozialwohnungen, auf der inzwischen über 12.000 Menschen stehen, die die Voraussetzungen für so eine Wohnung erfüllen.

Wohl auch deshalb findet der mutige, vermutlich gesetzwidrige Akt des Priesters so viel Zuspruch. Aber keineswegs überall.

Anti-Papst-Demo: "Bergoglio ist wie Badoglio"


Italiens rechte Parteien und Gruppierungen reagieren empört auf Don Corrados Aktion: Statt Roma und Migranten zu helfen, müssten die Kirche und der Papst - mit bürgerlichem Namen: Jorge Mario Bergoglio - sich um die guten, fleißigen Bürger im Lande kümmern. Unter dem Transparent "Bergoglio ist wie Badoglio" zogen am Montag Anhänger der rechtsradikalen Forza-Nuova-Bewegung vor dem Vatikan auf.

Pietro Badoglio, General unter Italiens faschistischem Duce Mussolini, hatte 1943 den Friedensvertrag mit den Alliierten unterschrieben. Rechten Gesinnungsträgern gilt er seither als Verräter. So wie eben jetzt der Papst, der sich nicht an den Ruf der Rechten hält: "Schluss mit der Einwanderung". Sondern den Einwanderern hilft wo er kann - und zur Not auch mal einen Kardinal schickt.

Zurecht habe man "denen, die das Haus besetzt" und "die Stromrechnungen nicht bezahlt haben", den Strom abgeschaltet, erregt sich Matteo Salvini, Chef der rechten Regierungspartei Lega, Innenminister und Vizepremier. In einem Interview sagte er, wenn der Almosen-Beauftragte des Papstes den Strom nun wieder angeschaltet habe, "gehe ich davon aus, dass er auch die offenen Rechnungen bezahlt".

Aber das muss der wohl nicht.

Es haben sich viele Künstler gefunden, die singen und Theater spielen wollen, um Geld für die Stromrechnungen zu sammeln. Und die Stadt Rom hat wissen lassen, man werde gemeinsam mit den Betroffenen eine Lösung suchen. Aber in der Stadtverwaltung regiert ja die Lega auch - noch - nicht
https://www.spiegel.de/panorama/rom-kardinal-hilft-obdachlosen-rechte-demonstrieren-gegen-papst-a-1267346.html

Fritz Linow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1567
Re: Religion & Politik
« Antwort #12 am: 11:26:24 Fr. 05.Juli 2019 »
Kleiner Überblick über die evangelikalen Spinner und ihren Einfluß auf die Politik:

Zitat
Donalds wirklich beste Freunde
(...)
Und auch Donald wusste nun, nach den vielen Enttäuschungen mit Ministern und Beratern: Das sind meine wirklich besten Freunde, die Menschen aus dem evangelikalen Milieu. Nur mit ihrer Unterstützung ist die Wiederwahl 2020 möglich, »mehr als 40 Prozent der US-Amerikaner [bezeichnen] sich selbst als ›evangelikal‹« (Paul Simon in Zeit-Online, 7.7.2018) und wollen ihren Glauben als »born-again Christians« in der politischen Wirklichkeit verwirklicht sehen.
(...)
http://www.ossietzky.net/8-2019&textfile=4746

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 13094
  • Fischkopp
Re: Religion & Politik
« Antwort #13 am: 12:11:40 Di. 09.Juli 2019 »
Zitat
Eklat wegen Feminismus-Protest
Vatikan pfeift Frauen-Team bei Debüt zurück

Es soll das erste internationale Fußballspiel des neuen Vatikan-Frauenteams werden. Doch während in Wien die Hymne des Kirchenstaats läuft, protestieren Spielerinnen des Gegners FC Mariahilf gegen die Haltung der Kirche zu Abtreibung und Homosexualität. Der Vatikan bricht die Partie kurzerhand ab.


Fast 30 Jahre nach seiner Fußball-Männermannschaft gründet der Vatikan Anfang 2019 auch ein Frauenteam, das am Samstag in Wien sein internationales Debüt feiern sollte. Dazu kam es aber nicht. Weil vor Beginn des Freundschaftsspiels gegen den in Wien ansässigen Verein FC Mariahilf mehrere österreichische Spielerinnen gegen die Haltung der Kirche zur Abtreibung protestierten, wurde die Partie gar nicht erst angepfiffen.

Während des Abspielens der Hymnen hatten drei Mariahilf-Spielerinnen ihre Trikots angehoben und Botschaften auf Bauch und Rücken enthüllt. "Mein Körper, meine Regeln", war beispielsweise zu lesen. Auf den Bäuchen war ein Uterus aufgemalt. Daraufhin verfügte die sportliche Führung des Vatikan-Teams, dass ihre Spielerinnen nicht antreten durften und beorderte das Team umgehend zurück in die Kabine.

"Das Spiel wurde abgebrochen, weil wir wegen des Sports hier sind und nicht wegen politischer oder anderer Botschaften", sagte Danilo Zennaro, Vertreter des vatikanischen Sportverbandes, im österreichischen Sender ORF. Am Rande des Spielfelds kam es nach dem Spielabbruch zu homophoben Aussagen. "Wir distanzieren uns von diesen Aussagen und möchten uns bei den betroffenen Personen entschuldige", teilte der FC Mariahilf mit.

Die Spielerinnen des FC Mariahilf reagierten der österreichischen Tageszeitung "Kurier" zufolge mit Unverständnis auf den Abbruch, der offenbar über das Vatikan-Team hinweg entschieden wurde. "Die Spielerinnen wollten gegen uns spielen. Doch es wurde hier über ihre Köpfe hinweg entschieden", wird Torhüterin Anna Ressmann zitiert, die ihren drei Mitspielerinnen keinen Vorwurf wegen des Abbruchs machen wollte: "Wenn so ein leiser Protest zum Abbruch aller Beziehungen führt, dann ist das auch ein Statement. Aber kein Statement von uns."

Auflösung des Vatikan-Teams stand im Raum

Das Spiel gegen den Vatikan war zur Feier des 20-jährigen Bestehens des FC Mariahilf angesetzt worden. Vor dem geplanten Spiel wurde in Wien eine Feldmesse mit gut 500 Zuschauern gefeiert. Der Verein selbst schreibt bei Facebook: "Trotz ambivalenter Haltungen innerhalb des Vereins zum Vatikan, haben wir uns für das Match ausgesprochen, weil Fußball keine Grenzen kennt."

Man stehe der Gründung eines Frauenteams im Vatikan positiv gegenüber, da es ein Zeichen für die Gleichstellung sei - wenn auch nur ein kleines. Die Aktion der drei Spielerinnen sei selbständig organisiert gewesen. Sie hätten damit "auf die Einstellung der Kirche zum Thema reproduktive Selbstbestimmung und LGBTIQ-Rechte hinweisen" wollen. Der Protest sei verständlich, aber zu einem "unpassenden" Zeitpunkt erfolgt. Der Verein entschuldigte sich beim Team des Vatikans, aber stellte auch klar: "Wir sehen uns als FC Mariahilf Familie: Bei uns sind alle willkommen, die gerne Fußball spielen. Weder Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung, religiöses Bekenntnis, Hautfarbe noch sonstige Merkmale sind bei uns ausschlaggebend, ob jemand zu unserem Verein dazugehört.
Uns alle verbindet der Fußball."

Vatikan-Mann Zennaro verteidigte die Entscheidung zum Nichtantreten als alternativlos - im Sinne seines Frauenteams, für das er mit großem Einsatz 25 Spielerinnen hatte gewinnen können. Der "Kurier" zitiert Zennaro mit den Worten: "Wären wir angetreten und wären anschließend die Fotos der drei Spielerinnen in den sozialen Medien aufgetaucht, müssten wir damit rechnen, dass unser Frauen-Team aufgelöst wird."
https://www.n-tv.de/sport/fussball/Vatikan-pfeift-Frauen-Team-bei-Debuet-zurueck-article21103058.html