Autor Thema: Osteuropa  (Gelesen 5677 mal)

Kuddel

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Re: Osteuropa
« Antwort #30 am: 09:08:34 Mo. 31.Dezember 2018 »
Zitat
Proteste in Serbien
Zehntausende gegen den Präsidenten

Die Demonstrationen gegen den serbischen Präsidenten Vucic weiten sich aus. Mindestens 20.000 Menschen protestierten in Belgrad gegen seinen Führungsstil. Kritiker werfen ihm vor, autoritär zu regieren.


Erneut haben Tausende Menschen in Belgrad gegen die Regierung des serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic demonstriert. Nach Schätzungen von Augenzeugen liefen mehr als 20.000 Menschen durch das Zentrum der Hauptstadt. Teilnehmer der Kundgebung trugen Transparente mit Aufschriften wie "Ich werde nicht schweigen", "Ich bin nicht dumm" und "Warum kämpfen wir gegen alle benachbarten Länder".

Es war der vierte Samstag in Folge, an dem Demonstranten in Belgrad auf die Straße gingen. Sie protestieren gegen die aus ihrer Sicht von der Regierung tolerierte Gewaltanwendung gegen Kritiker.
https://www.tagesschau.de/ausland/serbien-143.html

ManOfConstantSorrow

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Re: Osteuropa
« Antwort #31 am: 15:05:49 Di. 01.Januar 2019 »
Rumänien

(in Googleübersetzung)

Zitat
Gewerkschafter von Cartel Alfa kritisieren die Regierung und halten sie für verantwortlich für die sozialen Konflikte, die sich nach der Verabschiedung der Notverordnung über neue steuerpolitische Maßnahmen ergeben, ein normativer Akt, der auch die umstrittene "Gier-Steuer" enthält. Sie treten den anderen Gewerkschaften und Verbänden bei und drohen Anfang nächsten Jahres mit Protesten.
https://www.libertatea.ro/stiri/sindicalistii-de-la-cartel-alfa-anunta-si-ei-proteste-la-inceputul-anului-viitor-urma-adoparii-oug-privind-noile-masuri-fiscal-bugetare-2501144
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Re: Osteuropa
« Antwort #32 am: 21:51:11 Sa. 05.Januar 2019 »
Zitat
Gegen Ungarns Regierung
Tausende bei ersten Protesten im neuen Jahr




In Budapest haben am Samstag an die 10.000 Menschen gegen die ungarische Regierung des rechtspopulistischen Ministerpräsidenten Viktor Orban demonstriert. Nach einem Marsch durch die Innenstadt zogen sie bei nasskaltem Wetter vor das Budapester Parlament. Der Protest knüpfte an eine Serie von Demonstrationen vor der Jahreswende an, bei denen die Rücknahme eines neuen Überstundengesetzes gefordert wurde.

Die Menge skandierte beispielsweise „Wir werden keine Sklaven sein“ und „Dreckige FIDESZ“. Mit den Stimmen der Regierungspartei FIDESZ hatte das Parlament Mitte des Vormonats ein neues Gesetz gebilligt, das es den Arbeitgebern ermöglicht, von ihren Mitarbeitern bis zu 400 Überstunden im Jahr zu verlangen.

Die dadurch ausgelösten Proteste werden von linken wie rechten Oppositionsparteien, Gewerkschaften und Zivilorganisationen unterstützt. „Heute wurde die neue Opposition geboren gegen diesen einen Menschen“, verkündete einer der Redner am Samstag in Anspielung auf Orban, bei dem alle Macht im Lande zusammenläuft.

Erste große Aktion nach Feiertagen


Die Kundgebungen richten sich auch gegen andere Missstände unter der Orban-Regierung, darunter die als einseitig und regierungsfreundlich kritisierte Berichterstattung des staatlichen Rundfunks, die Einschränkung der Wissenschaftsfreiheit und die Korruption rund um hochrangige Regierungsvertreter und ihre Familien.


Erneut wurde auf der Straße die Rücknahme des neuen Überstundengesetzes gefordert

Es war die erste große Aktion nach den Feiertagen und den Demonstrationen im Dezember. Dabei war es zu Ausschreitungen und Tätlichkeiten auf dem Kossuth-Platz gekommen. Demonstrantinnen und Demonstranten hatten Rauchgranaten und Flaschen auf die Polizei geworfen. Diese wiederum ging mit Tränengas gegen die Menschen vor. Die Polizei warnte vor gesetzwidrigen Handlungen und forderte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf, die Gesichter nicht zu maskieren. Erst die letzten Protestaktionen, wo auch alle Oppositionsparteien vertreten waren, verliefen friedlich.

„Jahr des Widerstands“ in Ungarn angekündigt

Opposition, Gewerkschaft und zivilgesellschaftliche Organisationen wollen den Schwung aus dem alten Jahr mitnehmen, um den Druck auf die rechtskonservative Regierung zu erhöhen. Nach den ersten Demonstrationen wittern sie ihre Chance gegen Orban. Immerhin hatte die Reform des Arbeitsgesetzes, die eine Ausdehnung der Überstunden von 250 auf 400 im Jahr sowie die Erweiterung des Zahlungsrahmens auf bis zu drei Jahre erlaubt, die größte Protestwelle seit Orbans Amtsantritt im Jahr 2010 ausgelöst.


Tausende bei der Abschlusskundgebung auf dem Kossuth-Platz vor dem Parlament

Am Donnerstag hatten Oppositionspolitiker und -politikerinnen vor dem Parlamentsgebäude in Budapest schon einmal angekündigt, das Jahr 2019 zu einem „Jahr des Widerstands“ zu machen. „Das werden wir mit der Einheit und Zusammenarbeit aller Oppositionsparteien tun“, hieß es. Die Parteien – von den Sozialdemokraten auf der einen Seite bis zur rechtsradikalen Jobbik-Partei auf der anderen – betonten dabei die Wichtigkeit ihrer Kooperation und legten einen „Schwur“ zum Kampf für die Realisierung ihrer Fünf-Punkte-Petition ab.

Neben der Rücknahme der Arbeitsgesetzreform forderten sie die Verringerung von Überstunden der Polizei, eine unabhängige Justiz, den Beitritt Ungarns zur Europäischen Staatsanwaltschaft sowie unabhängige öffentlich-rechtliche Medien. „Wenn die Regierung eines Landes ihr eigenes Volk verrät, dann ist die Zeit reif für Meuterei“, formulierten die verschiedenen politischen Couleurs Richtung Regierungspartei FIDESZ. Orban selbst bezeichnete die Protestwelle als „hysterisches Geschrei“, das Ungarn ruiniere.

„Befinden uns in einer demokratischen Diktatur“

In einem Interview mit dem Linzer „Volksblatt“ (Donnerstag-Ausgabe) sagte der ehemalige Weggefährte und heutige Kritiker von Orban, der Pastor Gabor Roszik, dass er sich manchmal denke, Ungarn sei „schlimmer als vor 30 Jahren. Wir befinden uns in einer demokratischen Diktatur. Vor 30 Jahren wussten wir genau, wer der Feind ist. Heute haben wir eine Regierung, die sich konservativ und christlich-demokratisch nennt, aber gegen alle diese Prinzipien verstößt“, sagte Roszik, der 1989 als erster unabhängiger Kandidat ins ungarische Parlament einzog.


Während der Demonstrationen im Dezember kam es zu Ausschreitungen und Tränengaseinsatz

Damals wurde Roszik von der neue gegründeten FIDESZ unterstützt, die von Orban angeführt wurde. Der Premier sei damals „klar ein Liberaler“ gewesen, so der evangelische Pastor. Orban habe sich aber geändert, „vom Demokraten zu einem neuen kommunistischen Diktator“. Die ganze Gesellschaft sei derart manipuliert, dass viele Menschen glauben würden, alles sei in Ordnung in Ungarn. Roszik hofft, dass die Demonstrationen heuer weitergehen. Dass die Parteien der Opposition nun zusammenarbeiten, begrüßt er.

Gegenüber CNN sagte der ungarische Politikwissenschaftler Bulcsu Hunyadi, der als Analyst im Budapester Thinktank Political Capital tätig ist, es sei überhaupt das erste Mal, dass die Opposition geschlossen gegen Gesetze der Orban-Regierung vorgehe – auch außerhalb des Parlaments. Neu sei auch, so schreiben jedenfalls BBC und CNN, dass sich auch Personen an den Demonstrationen beteiligen, die für gewöhnlich nicht daran teilnehmen.
https://orf.at/stories/3106623/
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Re: Osteuropa
« Antwort #33 am: 09:42:59 So. 06.Januar 2019 »
Zitat
Belgrad
Tausende Serben demonstrieren gegen Präsident Vucic

Trotz Schneesturm: In der serbischen Hauptstadt Belgrad sind am fünften Samstag in Folge Tausende auf die Straße gegangen. Sie wollen ein Zeichen gegen die autoritäre Politik von Präsident Vucic setzen.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/belgrad-etwa-15-000-serben-protestieren-gegen-praesident-aleksandar-vucic-a-1246609.html
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Kuddel

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Re: Osteuropa
« Antwort #34 am: 12:43:20 So. 06.Januar 2019 »
Osteuropa ist wirklich spannend.

Nach dem "Zusammenbruch" der Sowjetunion und des Ostblocks suchten die Menschen ihren Halt in Nationalismus und Religion. Das tritt heute zunehmend in den Hintergrund und man wendet sich gemeinsam realen Problemen zu: Soziale Themen, wie miese Löhne, lächerliche Sozialleistungung und die Wohnungsfrage. Politsche Themen wie Unfreiheit, Arroganz und Selbstbedienungsmentalität der Eliten, Korruption oder Zensur.

Kuddel

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Re: Osteuropa
« Antwort #35 am: 11:27:27 Di. 08.Januar 2019 »
Zitat
Proteste gegen die Regierung - Albaniens Jugend verliert die Hoffnung

Sie demonstrieren für bessere Unterkünfte, Bibliotheken, Professoren: Albaniens Studenten gehen weiter auf die Straße - sie kämpfen für eine Zukunft.


Lange hat sie niemand ernst genommen, aber Albaniens Studenten geben nicht auf. Auch am Montag gingen wieder Hunderte auf die Straße, um gegen katastrophale Studienbedingungen zu protestieren. Und gegen fehlende Perspektiven.

Vier von fünf jungen Albanern wollen Land verlassen


"Nach Syrien ist Albanien das Land mit den höchsten Auswanderungszahlen, weil wir Jungen die Hoffnung verloren haben", sagt der Student Igli Tola dem ZDF. Vier von fünf jungen Albanern wollen ihr Land verlassen. "Kein Wunder", sagt Tola, "den Menschen fehlt es am Nötigsten."

Die albanische Regierung versucht unterdessen, die Demonstranten zu beschwichtigen und hat sie eingeladen, um eine Lösung zu suchen. Doch die Studenten wollen sich nicht darauf einlassen - sie haben das Vertrauen in die politische Elite verloren.

Minister mit gefälschten Doktortiteln

"Viele Professoren haben gefälschte Doktortitel, darunter auch zwei Minister", berichtet Afrim Krasniqi vom Albanischen Institut für politische Studien. "Die Studenten fordern vom Regierungschef, dass er diese Leute entlassen soll, aber er macht das nicht, weil das seine wichtigsten Mitarbeiter sind."

Um diese Misstände anzuprangern gehen sie weiter auf die Straße, mal sind es Hunderte, mal Tausende. Sie kämpfen für eine Zukunft.
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/studentenproteste-albaniens-jugend-verliert-die-hoffnung-100.html

Kuddel

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Re: Osteuropa
« Antwort #36 am: 13:15:13 Mo. 14.Januar 2019 »
Zitat
Proteste gegen Präsident Vucic in Serbien

Tausende Serben haben in Belgrad und anderen Städten gegen die Regierung des serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic demonstriert. Es war der sechste Samstag in Folge, dass Regierungsgegner auf die Straße gingen.



Serbien Proteste gegen die Regierung in Belgrad

Die Demonstranten riefen Parolen wie "Verrat, Verrat!" und "Vucic ist ein Dieb", berichtete die Internetausgabe der oppositionellen Tageszeitung "Danas". Neben den Protesten in Belgrad, gab es auch Kundgebungen in den Städten Novi Sad, Kraguejevac, Kursumlija, Krusevac, Uzice und Pozega, berichtete das staatliche Fernsehen RTS.

Ursprünglicher Anlass der Protestwelle war der Angriff auf den Vorsitzenden der Serbischen Linken, Borko Stefanovic, Ende November in der südserbischen Stadt Krusevac. Er wurde von drei Männern verprügelt. Die Täter sind bis heute unbekannt.

Für den kommenden Mittwoch riefen die Initiatoren der Proteste zu einer Gedenkkundgebung für den ermordeten kosovo-serbischen Politiker Oliver Ivanovic auf. Ivanovic war am 16. Januar 2018 in der serbischen Enklave Kosovska Mitrovica am helllichten Tag auf offener Straße erschossen worden. Vom Täter fehlt bis heute jede Spur. Ivanovic war ein Gegner der Kosovo-Politik von Vucic.
https://www.dw.com/de/proteste-gegen-pr%C3%A4sident-vucic-in-serbien/a-47061698

Eine ganz besondere Geschichte ist folgende:
Zitat


In Brüssel haben Fernfahrer aus Osteuropa gegen ihre Arbeitsbedingungen demonstriert.

Stein des Anstosses ist eine geplante Reform, die unter anderem monatliche Pausen in den Herkunftsländern der Fahrer vorsieht.

Zugleich sollen Lohnerhöhungen an die Gehaltsentwicklung der Staaten der Unternehmen gekoppelt werden.
https://de.euronews.com/2019/01/10/proteste-osteuropaischer-fernfahrer-in-brussel

Seit Jahren arbeiten osteuropäische Fahrer in Westeuropa unter erbärmlichen Bedingungen. Die westeuropäische Wirtschaft machte das Billigpersonal zu einer tragenden Säule der Transportbranche. Doch nun beginnen die Arbeitssklaven zu rebellieren. In Osteuropa gab es zahlreiche Proteste von Berufskraftfahrern, doch die Aktion in Brüssel war meines Wissens nach die erste Protestaktion osteuropäischer Fahrer in Westeuropa. Dieser Schritt voran sollte optimistisch stimmen. Es herrscht ein enormer Druck in der Branche.

Kuddel

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Re: Osteuropa
« Antwort #37 am: 14:55:25 Mi. 16.Januar 2019 »
Film über den Kampf von Frauen, die in kommunalen Kinderkrippen und -gärten in Poznań (Polen) arbeiten, um existenzsichernde Löhne und bessere Bedingungen für sich und die Kinder. Die Kindergärtnerinnen nahmen auch an den landesweiten Demonstrationen gegen die Verschärfung des Abtreibungsverbots im Herbst 2016 ("Schwarzer Protest") teil. Der Film und erläutert die innere Verbindung zwischen diesen beiden Kämpfen,- den Zusammenhang zwischen Lohnarbeit und Reproduktionsarbeit.

Zum Clip: https://de.labournet.tv/der-frauenstreik-geht-weiter-trailer

Tabaluga

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Re: Osteuropa
« Antwort #38 am: 21:04:40 Mi. 16.Januar 2019 »
Ich bin Osteuropa geboren. Ich hasse den Kommunismus, die roten Faschisten haben mein Polen vernichtet - es waren Stalins Soldaten die in Katyn meine Landsleute erschossen haben

Heute profitiere Konzerne des Westens aus den hinterlassenschaften der Kommunisten - das widert mich genauso an !!!

Kuddel

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Re: Osteuropa
« Antwort #39 am: 22:07:44 Mi. 16.Januar 2019 »
Ich bin Osteuropa geboren. Ich hasse den Kommunismus...

In Osteuropa herrschte nie Kommunismus. Bestenfalls Parteien, die sich "kommunistisch" nannten.
Auch sie zogen es vor, die einfachen Menschen zu entmündigen.

Kuddel

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Re: Osteuropa
« Antwort #40 am: 09:54:58 Sa. 19.Januar 2019 »
Zitat
Nach dem Angriff auf den serbischen Oppositionellen Borko Stefanovic Ende November 2018 dauern die Proteste in Serbien an, die durch die brutale Tat ausgelöst wurden. Tausende Menschen gehen seit sechs Wochen immer samstags auf die Straße. Sie wollen Medienfreiheit, faire Wahlen und eine Ende des autoritären Führungsstils des serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic. Dieser habe aus Serbien einen  korrupten Parteienstaat gemacht und führe das Land in Richtung Diktatur.

Zitat
Drohungen sind wir gewohnt, über soziale Netze. Aber das interessiert mich nicht.
Branislav Trifunovic, 38, Schauspieler und Gesicht der jüngsten Proteste in Serbien

Zitat
Aktionen wie unsere gibt es, weil der Staat die klassische Oposition sinnlos gemacht hat. Wir wollen den Staat nicht verändern, sondern den Menschen zeigen, dass sie den Staat verändern können."
Predrag Vostinic, 44, selbstständig, von der "Lokalen Front" in Krajlevo

Zitat
Das Vucic-Regime herrscht vor allem mit Hilfe von Angst. Seine Fortschrittspartei hat über 700.000 Mitglieder, was unglaublich ist. Sie haben alle Medien unter Kontrolle und damit die Menschen in der Hand.
Branislav Trifunovic, Schauspieler und Vucicgegner
https://www.ard-wien.de/2019/01/19/proteste-fuer-und-gegen-vucic-januar-2019/

Kuddel

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Re: Osteuropa
« Antwort #41 am: 17:40:14 Sa. 19.Januar 2019 »
Zitat
Ungarn-Proteste - Landesweite Demonstrationen gegen Orban-Regierung

Landesweit kam es am heutigen Samstag in Ungarn zu Demonstrationen und Straßensperren gegen die rechtskonservative Regierung von Premier Viktor Orban. Die Forderungen der von Gewerkschaften organisierten Protestaktionen richteten sich vorrangig auf die Rücknahme des sogenannten „Sklavengesetzes“, das eine massive Ausweitung der Überstunden vorsieht, sowie auf anständige Löhne für anständige Arbeit.

Laut Medienberichten fanden Demonstrationen in 60 Ortschaften statt, auch in der Stadt Esztergom. Hier deklarierte der Parlamentsabgeordnete Zsolt Greczy von der Demokratischen Koalition (DK) das Jahr 2019 als das „Jahr des Widerstandes und der Meuterei“, und bezeichnete es zugleich als beispiellos, dass zur gleichen Zeit eine solche Demonstrationswelle durch Ungarn rollte
https://www.tt.com/ticker/15237597/ungarn-proteste-landesweite-demonstrationen-gegen-orban-regierung

ManOfConstantSorrow

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Re: Osteuropa
« Antwort #42 am: 13:05:36 Mo. 04.Februar 2019 »
Es brodelt in Osteuropa...

Zitat
Macht und Medien in der bulgarischen Demokratie

Von der Staatsanwaltschaft angeklagte TV-Journalistin enthüllt korrupte Machenschaften des Kabinetts von Premier Boiko Borissov


In der Nacht vom 16. auf den 17. Dezember 2018 gingen in der nordostbulgarischen Kleinstadt Dobritsch zwei PKW in Flammen auf. Sie waren Eigentum von Zeugen der Anklage in einem als "Sudzhukgate" bekannten Ermittlungsverfahren. Sudzhuk ist eine traditionell bulgarische Hartwurst. Der Abgeordnete der Regierungspartei "Bürger für eine Europäische Entwicklung Bulgariens" (GERB) Zhivko Martinov soll 2012/2013 im Namen von Ministerpräsident Boiko Borissov in vier Anläufen insgesamt vier Tonnen Sudzhuk von einem lokalen Wurstproduzenten erpresst haben.

"Alle die mir nahe stehen, wissen, dass ich wegen meines hohen Blutdrucks keine Sudzhuk mehr esse", kommentierte Borissov den Ausbruch der skurrilen Affäre. Es ist genau diese Lakonie, auch unangenehmste Vorwürfe schlagfertig zu parieren, die seine Gegner zur Weißglut bringt und für die ihn seine Anhänger lieben.

Im Sommer 2009 hat der ehemalige Leibwächter Todor Zhivkovs das Amt des bulgarischen Regierungschefs angetreten und versprochen, die Korruption im Lande zu beseitigen. Nach seiner mit Unterbrechungen zehn Jahre währenden Regierungszeit ist das Balkanland beim Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International mit Position 77 unter 180 Staaten noch immer am schlechtesten platziert von allen EU-Mitgliedern. Einem von den Grünen im Europäischen Parlament vorgelegten Bericht zufolge schädigt Korruption die bulgarische Volkswirtschaft jährlich um 11 Mrd. €. Dies entspricht 14% des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

"Alo, Banov sam"

Tag für Tag erregen mehr als genug Affären und Skandale die Bulgaren, als dass sie daran zweifeln könnten, ob ihr Land in der EU-Korruptionstabelle zu Recht auf die Rote Laterne abonniert ist. Sudzhukgate hat im Sommer 2017 seinen Ausgang genommen, dieser Tage beginnt der Prozess gegen Zhivko Martinov, inzwischen meist "Sudzhuka" genannt. Seit vergangenem Mittwoch gibt es ein neues "Gate". Es spielt in seinem Titel "Alo, Banov sam" (Hallo, ich bin's, Banov) auf die historische "Alo, Vanjo"-Affäre vom Januar 2011 an.

Damals veröffentlichte das radikaloppositionelle Boulevard-Blatt Galeria Abhöraufnahmen eines Telefonats zwischen Ministerpräsident Borissov und dem Chef der nationalen Zollbehörde Vanjo Tanov. Zur Sprache kam in ihm eine Aktion von Tanevs Beamten in der Brauerei des Bierfabrikanten Michail Michov wegen des Verdachts auf Akzise-Vergehen. "Hallo Vanjo, der Mischo Birata hat mich wieder angerufen", informierte Borissov Tanov, "In seiner Fabrik sollen Polizisten oder Zöllner Telefone beschlagnahmen und irgendeine Aktion durchführen. Zieh die Leute ab, ich habe ihm versprochen, ihn nicht anzutasten."

Das abgehörte Telefonat schien zu belegen, dass Bulgariens Regierungschef Unternehmer vor der Durchführung gesetzlicher Maßnahmen schützte, wenn er es ihnen versprochen hatte. Borissov erklärte die Abhöraufnahmen für manipuliert. Nur zwei Monate nach Ausbruch des Skandals erlag der 47-jährige Bierfabrikant und Vorsitzende des Bulgarischen Basketball-Verbandes Michail Michov aka Misho Birata einem Herzinfarkt. An einem solchen starb fünf Jahre später auch der 57-jährige Zollbeamte Vanjo Tanov.
https://www.heise.de/tp/features/Macht-und-Medien-in-der-bulgarischen-Demokratie-4296601.html
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Kuddel

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Re: Osteuropa
« Antwort #43 am: 13:06:34 So. 10.Februar 2019 »
Zitat
Zehntausende Serben gehen gegen Präsident auf die Straße

Zehntausende Menschen haben in Belgrad und anderen serbischen Städten den zehnten Samstag in Folge gegen den Präsidenten Aleksandar Vucic demonstriert. Unter dem Motto "Einer von fünf Millionen" forderten sie freie Medien und faire Rahmenbedingungen für Wahlen.
https://www.lahrer-zeitung.de/inhalt.proteste-gegen-vucic-zehntausende-serben-gehen-gegen-praesident-auf-die-strasse.a519495f-e534-4b0d-b888-565c08240edf.html

Kuddel

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Re: Osteuropa
« Antwort #44 am: 18:34:49 Sa. 16.Februar 2019 »
Zitat
Proteste vor Regierungssitz in Albanien



Tausende Menschen haben am Samstag in der albanischen Hauptstadt Tirana teils gewaltsam gegen den sozialistischen Ministerpräsidenten Edi Rama protestiert.

Die Polizei ging mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Demonstranten vor, als diese die weiträumig vor dem Regierungssitz aufgestellten Absperrungen durchbrachen. Einer kleinen Gruppe gelang es, in das Gebäude einzudringen, in dem sich Rama allerdings nicht aufhielt.

Rund hundert Demonstranten bewarfen den Regierungssitz mit Rauchbomben und Steinen, mehrere Fensterscheiben gingen dabei zu Bruch. Mehrere Demonstranten rückten auf die Haupteingänge vor und versuchten, das Gebäude zu stürmen, wurden aber von der Polizei daran gehindert. Zwei Polizisten mussten laut Gesundheitsministerium mit Verletzungen ins Spital, vier Demonstranten wurden wegen Atembeschwerden behandelt.

Korruptionsvorwurf

Zu der Kundgebung aufgerufen hatten rechte und linke Oppositionsparteien. Sie werfen Ramas Regierung Korruption und Verbindungen zum organisierten Verbrechen vor und verlangen die Bildung einer Experten-Regierung, die dann Neuwahlen organisieren soll.

«Die Lage ist ausser Kontrolle», sagte Oppositionsführer Lulzim Basha von der Demokratischen Partei, der an der Kundgebung teilnahm. Er warf der Polizei vor, sie habe Gewalt provozieren wollen.

Rama ist seit 2013 im Amt, im Juni 2017 errang er ein zweites Mandat. Beide Lager werfen sich abwechselnd Korruption und Verbindungen zum organisierten Verbrechen vor. Das 2,9-Millionen-Einwohner-Land zählt zu den ärmsten in Europa.
https://www.bluewin.ch/de/news/international/proteste-vor-regierungssitz-in-albanien-215148.html