Autor Thema: Arm durch Pflege - Hartz IV wegen Pflege von Angehörigen  (Gelesen 210 mal)

Kunta

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Arm durch Pflege - Hartz IV wegen Pflege von Angehörigen
« am: 16:49:40 So. 26.August 2018 »
Hallo zusammen jetzt ist es auch bei mir soweit. Unsere finanziellen Reserven - meine demenz- und parkinsonkranke Mutter betreffend - sind bald aufgebraucht. 6.000,-- Euro und wir sind Schachmatt gesetzt so meine ach so christliche Schwester, die Pfarrsekretärin ist, aber ganz offensichtlich keine christliche Einstellung hat >:D.

Die Pflegekosten sind von uns allen - neben dem Pflegegeld, wie ich jetzt weiß (ich dachte der sogenannte Elternunterhalt greift. Falsch gedacht, davon wollen meine Mitgeschwister, insbesondere die, die es sich finanziell leisten könnten, nichts wissen) vom Konto meines Vaters (der vor 12 Jahren verstorben ist) und der mickrigen Rente meiner Mutter finanziert worden - ja, auch ausländische Pflegehilfskräfte wurden daraus finanziert, da wir mit der Pflege allein  nur durch uns absolut überfordert sind. Wie es jetzt weitergehen soll ist uns schleierhaft, denn wie gesagt unsere finanziellen Reserven sind futsch. Grundstücke wären vorhanden, und sogar ein Eigentumswohnhaus, aber hier ist das Problem das uns die deutsche Bürokratie Fallstricke bereitet. Die besagte Schwester hat sich erkundigt ob ein Grunstücksverkauf möglich wäre (um damit die zukünftigen Pflegekosten abzudeckeln) - das Amtsgericht meine "nein" da  gesetzlich Erbengemeinschaft.

 Tja, jetzt soll ein Amtsvormund alles richten, da wir, wie bereits erwähnt mit der Pflege finanziell total überfordert sind.

 Für mich persönlich heißt das, dass ich vielleicht demnächst immobil bin (ich habe ein Auto, dass noch auf meine demente Mutter gemeldet ist, welches ich für Besorgungen für mich, und die Mutter und sie pflegende Personen, benutze - überwiegend für meine Mutter übrigens) und soll Miete bezahlen (wobei sich hier für mich das Problem ergibt wie die Mietnebenkosten abgerechnet werden denn wir haben eine zentrale Heizanlage - die ich warte, so nebenbei erwähnt - und auch sonst keinen Wasserzähler in meiner Wohnung, die mir einst mein Vater und meine Mutter umsonst zur Verfügung gestellt haben). Nur am Rande ich wohne in einem kleinen Dorf mit total miserablen Öffentlichen Verkehrsanbindungen. Dazu kommt, dass ich jetzt offiziell mit ADHS zu tun habe, und mir einen qualifizierten Verhaltenstherapeuten in diese Richtung suchen soll. Alles in allem totale Sch....aber das ist wohl derzeit mein Leben.

Teilhabe am Arbeitsleben habe ich übrigens auch schon vor längerem über die DRV beantragt aber die Sache läuft, trotz anwaltlicher Hilfte, total langsam. Derzeit weis ich weder ein "nein" noch ein "ja", aber einen Bildungsträger hätte ich schon, der mich, trotz meiner psychischen Probleme, nehmen würde.

Das wäre ein Thema übrigens auch für die neue Bewegung, hier gehört auch aufgewacht, denn es kann doch nicht sein, dass man durch die Pflege schwer kranker Angehöriger in Hartz IV abrutscht? Wo ist hier die Hilfe? Nur als Ergänzung ich schreibe von meinem Fall aber ich weis - aus meinem näheren Umfeld, um dem Internet, dass ich kein Einzelfall bin - hier sollte die Politik mal ansetzen (ich denke jetzt mal nicht alleine an mich, da die Fälle unterschiedlich sind aber alle zum selben Ergebnis führen - Angehöriger von Pflegebedürftigen geht Hartz IV und  alles Eigentum geht den Bach runter....)

Gruß
Kunta

PS: Die üblichen total ungerechtfertigten Vorurteile gegenüber Hartz IV - Empfänger machen Angehörigen von Pflegebedürftigen neben der psychischen Belastung durch die Pflege, die ich niemandem wünsche, auch das Leben schwer.