Autor Thema: Wo in der Welt wurden Heimkinder entschädigt? - Umfang der Entschädigung?  (Gelesen 4090 mal)

Martin Mitchell

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Wo in der Welt wurden Heimkinder entschädigt? - Umfang der Entschädigung?
« Antwort #30 am: 20:23:49 Fr. 02.November 2018 »
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»Wo in der Welt wurden Heimkinder entschädigt? - Umfang der Entschädigung?« --- Entschuldigung geht Hand in Hand mit Entschädigung!

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Entschädigung geht Hand in Hand mit Entschuldigung!


Was halten ehemalige Heimkinder, Heimopfer – Victims of institutional child abuse of yesteryear – Kinder und Jugendliche, die damals als „Schutzbefohlene“, ununterbrochen über Jahre hinweg, in 'Heimen' und 'Anstalten' der christlichen Kirchen und des angeblichen Rechtsstates "Bundesrepublik Deutschland" Opfer von physischer Gewalt und psychischer Gewalt sowohl wie auch sexualisierter Gewalt und jeglicher Form von Arbeitsausbeutung geworden sind, davon, wenn führende Leute in der heutigen bürgerlichen Gesellschaft, junge Leute sowohl wie auch ältere Leute, die heute im gleichen Alter wie die damaligen Opfer oder sogar noch älter als diese sind, diesen Heimopfern raten:

Zitat
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Ihr befindet Euch seit Jahren (Jahrzehnten) auf einem Kreuzzug, um wegen eines schlimmen Unrechts, was Euch geschehen ist, Kompensation zu erlangen. Bisher erfolglos und nach dem, was wir von Euch gelesen haben (bei weitem nicht alles), werdet Ihr auch in Zukunft keinen Erfolg haben. Wir würden Euch raten, den Kampf aufzugeben; Ihr verschwendet nur Energie und Lebenszeit; lasst die Vergangenheit hinter Euch; versucht das Hier und Jetzt zu genießen.
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Genau solche Zeilen habe ich persönlich kürzlich an mich persönlich adressiert erhalten, nicht von jemandem unter einem Realnamen, sondern von jemandem, der diese Zeilen unter einem Sydonym schrieb.

Ist das die allgemeine Denkweise der heutigen bürgerlichen Gesellschaft in Deutschland (dem „christlichen Abendland“) ? – Denn damals, als diese Verbrechen begangen wurden, hat die bürgerliche Gesellschaft in Deutschland (dem „christlichen Abendland“) ja einfach weggeschaut und die schutzlosen Opfer DAMIT zum fortdauernden Schweigen verdammt !


#compensationnow (MM - Heimopfer-WEST)
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Not only must justice be done; it must also be seen to be done.
Recht muss nicht nur gesprochen werden, es muss auch wahrnehmbar sein, dass Recht gesprochen wird.
IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND GESCHIEHT VIELFACH BEIDES NICHT.

Martin Mitchell

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Wo in der Welt wurden Heimkinder entschädigt? - Umfang der Entschädigung?
« Antwort #31 am: 10:00:40 Sa. 02.Februar 2019 »
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»Wo in der Welt wurden Heimkinder entschädigt? - Umfang der Entschädigung?« --- Entschuldigung geht Hand in Hand mit Entschädigung!

Entschädigung geht Hand in Hand mit Entschuldigung!


Zitat
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https://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/videos/sendung-vom-28-03-2018-umgang-mit-opfern-der-video-100.html
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Dieses Video ist in der Mediathek nur noch bis zum 28.03.2019 verfügbar !

Der diesbezügliche Text jedoch bleibt weiterhin – für immer – im Internet bestehen:

Zitat
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ARD - Das Erste - plusminus

vom Mi. 28.03.2018

Fragwürdiger Umgang mit Opfern der Heimerziehung

[ QUELLE: https://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung-vom-28-03-2018-umgang-mit-opfern-der-heimerziehung100.html :

▬ Rund 470 Millionen Euro Schadensersatz für 800.000 misshandelte Heimkinder in West und Ost zwischen 1945-1975 [ sic = 800.000 waren es im Westen allein; hinzu kommen dann noch einmal 450.000 im Osten - MM ]
▬ Hilfsfonds läuft aus
▬ Fast 40 Millionen Euro verschlang Verwaltung
▬ Opfer bekamen statt Geld nur Sachleistungen, viel Bürokratie und Retraumatisierung
▬ Viele verzichteten deshalb auf [
diese]Entschädigung


Ellen K. auf den Spuren ihrer Kindheit. Eine harte, freudlose Zeit, die sie vorwiegend in Heimen verbrachte. Als Kind hier im katholischen Theresienheim in Saarbrücken, als Heranwachsende in einer Einrichtung in Köln. Sie erzählt: "Positives? Kann ich mich gar nicht erinnern. Liebevolles gab‘s da gar nicht. Nur halt immer Stress … Die hatten Stöcke, so Rohrstöcke. Das war auch schlimm. Die Kinder waren hilflos, wehrlos. Sie waren nichts. Sie waren ja wie eingesperrt in den Heimen."

Die schlimmste Erinnerung verbindet sie mit einem grapschenden Kaplan in der Saarbrücker Eligius-Kirche. Sie erzählt: "Ich habe dem ne Ohrfeige gegeben, weil er immer an einem rumgefummelt hat. Das habe ich mir nicht gefallen lassen. Und da hat er mich am Ohr aus der Kirche rausgezerrt und hat mich den Nonnen übergeben. Die Nonnen haben mich ins Zimmer gesperrt, es gab nichts zu essen."

Der Schein der Wiedergutmachung für 800.000 Heimkinder

Etwa 800.000 Kinder und Jugendliche lebten zwischen 1945 und 1975 in westdeutschen Heimen. Auch in der DDR waren Hunderttausende Kinder betroffen. Viele sind bis heute traumatisiert. Sie wurden Opfer körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt und mussten oft noch unbezahlte Zwangsarbeit leisten: in Heimen, in der Landwirtschaft und in Firmen.

Umso mehr freute sich Ellen K., als sie erfuhr, dass es materielle Hilfe für ehemalige Heimkinder gibt, denen übel mitgespielt wurde. Bis zu 10.000 Euro Sachleistungen pro Person. Plus Nachzahlungen in die Rentenkasse. Finanziert von Bund, Ländern und Kirchen. Die Initiative dazu kam vom Runden Tisch Heimerziehung. Der stellte 2010 in seinem Abschlussbericht gravierendes Unrecht in kirchlichen und staatlichen Heimen fest. Antje Vollmer, Moderatorin Runder Tisch Heimerziehung: "In der Heimerziehung der frühen Bundesrepublik gab es sehr viele Orte des Bösen."

Statt finanzieller Entschädigung nur Sachleistungen und Bürokratie

Zwei Hilfsfonds zahlten für 800.000 Fälle in West und Ost etwa 472 Millionen Euro aus, allerdings fast 40 Millionen für die eigene Verwaltung. Rund 6000 Euro bekamen die Opfer im Durchschnitt – als Sachleistungen auf Antrag.

Damals hieß es auf einer Pressekonferenz mit Antje Vollmer:

▪ "Es wird sehr unbürokratisch sein."

▪ "Die Betroffenen müssten (...) gar keine Details und keine peinlichen Verhöre hinter sich bringen…"

Doch es gibt nicht einfach Geld aufs Konto, nur Sachleistungen. Jede Ausgabe wird akribisch geprüft. Eine aufwühlende Prozedur. Ellen K., ehemaliges Heimkind: "Seit dem Fonds, wo die mich so viele Sachen gefragt haben, macht mich das auch krank. Weil ich mich an so viel erinnern muss, was ich schon lange verdrängt habe."

Staatliche Bevormundung wie damals

Laut Fonds-Handbuch muss die Hilfe den ehemaligen Heimkindern persönlich zugutekommen. Ein neuer Kühlschrank oder eine Gebisssanierung. Auch Beerdigungskosten werden übernommen – aber nur dann, wenn sie gegenüber der Fondsverwaltung "zu Lebzeiten den ausdrücklichen Wunsch nach einem würdigen Begräbnis und Kostenübernahme" geäußert haben.

Ellen K. durfte zwar Möbel anschaffen und die Wohnung renovieren, der Fonds zahlte auch rund 3000 Euro Rentenbeiträge nach. Viel lieber aber wäre ihr ein bisschen Bargeld gewesen, für Notfälle oder um ihrem Enkel eine Freude zu machen. Aber das ist im Fonds nicht vorgesehen. Sie erzählt: "Ich wollte halt mit meinem Enkel Nico ins Disneyland Paris fahren. Und da gab es natürlich Schwierigkeiten mit der Buchungsbestätigung und dass die das nicht anerkannt haben. Das Kind halt nicht. Damit haben sie ja wieder mich bevormundet. Wie im Heim so ungefähr. Haben sie auch wieder bestimmt. Entweder du gibst das dafür aus oder du kriegst es nicht."

Das Bundesfamilienministerium begründet diese Praxis mit der Empfehlung des Runden Tisches. Schriftlich lässt man uns wissen: "Barleistungen waren in den Empfehlungen nicht enthalten". Das für die Fondsverwaltung zuständige Bundesamt für Familie wollte kein Interview vor der Kamera geben.

Enttäuscht verzichten viele Opfer auf Entschädigung

Der Berliner Sozialpädagoge Prof. Dr. Manfred Kappeler befasst sich seit Jahrzehnten mit dem Thema. Er ist einer der schärfsten Kritiker des Hilfsfonds. Der Sozialpädagoge und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut erklärt: "Die ehemaligen Heimkinder haben wieder Gewalt erfahren in der Art und Weise, wie da bürokratisch mit ihnen umgegangen wurde bei dem Versuch, diese 10.000 Euro, die ihnen zugebilligt worden sind, auch für sich nutzen zu können. Es hat für ganz viele bedeutet, sich überhaupt nicht an diesen Fonds zu wenden, weil sie gesagt haben, diese Prozedur, die tun wir uns nicht an."

Wie Dirk Friedrich. Er verbrachte 14 Jahre in katholischen Heimen und erlebte Schläge und Psychoterror. Er lehnt die Fondslösung als viel zu niedrig ab und engagiert sich auch für andere Opfer. Der Vorstand des Vereins Ehemaliger Heimkinder legt dar: "Ich wollte nichts, weil das für mich eine Frage der Ehre ist, der Menschenwürde, und ich lasse mich nicht mit Almosen abspeisen. Ich wollte eine, dafür bin ich angetreten vor Jahren, ich wollte eine wahrhaftige Entschädigung bekommen. Wir müssen das mal beim Namen nennen. Es waren Verbrechen gegen die Menschenwürde und gegen Menschenrechte."

Runder Tisch Heimerziehung: Imagewahrung vor Kinderschutz

Die Mehrzahl der Betroffenen hielt das materielle Angebot für jahrelange Qualen schon damals für viel zu gering. In Irland etwa erhielten gepeinigte Heimkinder durchschnittlich über 75.000 Euro. In Deutschland kommen die Betreiber durch die Fondslösung sehr glimpflich davon.

Professor Dr. Manfred Kappeler, Sozialpädagoge, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut: "Es ging immer um zwei Punkte: Schutz der Kirche, Schutz der Wohlfahrtsverbände, Schutz der Jugendbürokratie, Schutz des demokratischen sozialen Rechtsstaates Bundesrepublik. Das ist die erste Reaktion, die zweite Reaktion ist, es darf nichts kosten. Also es geht um Imagewahrung und es geht um Kostenabwehr. Das ist ein billiger und schäbiger Akt des Abspeisens gewesen, was beim Runden Tisch zum Schluss dabei rausgekommen ist."

Hoffnung auf mehr Entschädigung durch Europäischen Gerichtshof

In diesem Jahr läuft der Hilfsfonds aus. Dirk Friedrich und seine Mitstreiter setzen auf Eingaben beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Sie wollen erreichen, dass die Auswüchse von damals als Menschenrechtsverletzung anerkannt werden. Das würde eventuell doch noch Chancen auf höhere Entschädigungen eröffnen. Ellen K. hat die Traumata der Kindheit nie ganz verwunden. Sie bekommt gerade mal 424 Euro Rente. Da sind die neuen Möbel nur ein schwacher Trost.

Neue Vereinbarungen über materielle Hilfen sind grundsätzlich nicht mehr möglich, die laufenden Anträge sollen in diesem Jahr bearbeitet sein.

Ein Beitrag von Wilfried Voigt

Stand: 29.03.2018 12:24 Uhr )

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Einer der wenigen dort aufgezeichneten Leserkommentare zu diesem Text, erst dieses Jahr dort abgegeben, lautet dann zutreffend wie folgt:

Zitat
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Elvira am 03.01.2019 um 3:52 Uhr

Heimfonds-Entschädigung

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich lebte 11 Jahre im Kinderheim ( DDR ). Aber
die Entschädigung wurde durch Sachleistungen verrechnet und der Staat hat sich 19 % über die Mehrwertsteuer zurück geholt. Dieses Kriterium hat noch niemand erwähnt. Ich sehe es als Armutszeugnis wie wir in einen Rechtsstaat behandelt werden.

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#compensationnow (MM - Heimopfer-WEST)
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Not only must justice be done; it must also be seen to be done.
Recht muss nicht nur gesprochen werden, es muss auch wahrnehmbar sein, dass Recht gesprochen wird.
IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND GESCHIEHT VIELFACH BEIDES NICHT.