Autor Thema: Arbeit und linke Politik  (Gelesen 1920 mal)

Kuddel

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Re: Arbeit und linke Politik
« Antwort #15 am: 09:34:25 Fr. 17.September 2021 »
Ich möchte diesen Thread wieder nach oben holen.
Ich halte die Organisierung und den Kampf am Arbeitsplatz für weitaus wichtiger als Wahlen und Demonstrationen.

Seit ein paar Jahren quatscht man von "neuer Klassenpolitik" ohne Bezug zum eigenen Alltag. Ich habe wiederholt erlebt, daß Linksradikale, die sich am Wochenende Straßenschlachten mit den Bullen liefern, am Arbeitsplatz unsolidarischer sind als ihre "unpolitischen" Kollegen.

Die Mini-Gewerkschaft FAU hatte damit wohl auch jahrelang zu kämpfen, daß die Linke Szene in ihren prekären Jobs sich nicht wehrt. Die FAU hat in jüngerer Zeit einige Erfolge vorzuweisen, in denen es gelungen ist, Szenelinke in ihren Gastronomiejobs zu Gegenwehr zu organisieren. Ähnliches passiert jetzt in einigen Bioläden und bei Radkurieren.

Es ist unter Linken auch seit einiger Zeit angesagt, "die Logistik" für ein wichtiges Kampffeld zu halten. Daß hat wohl damit zu tun, daß einige Aktivisten bei Amazon in ihrem Betrieb Arbeitskämpfe entfacht haben und dabei den Kontakt zur linken Szene pflegten und nicht nur im gewerkschaftlichen Saft schmorten. Doch diese Linke Szene hat herzlich wenig begriffen, wie Kämpfe in "der Lagistik" geführt werden. Es gab vor ein paar Jahren Blockadeaktionen im Hamburger Hafen, ohne daß man versucht hätte, zu Hafenarbeitern Kontakt aufzunehmen. Dabei haben die hamburger Hafenarbeiter eine lange Kampfestradition.

Linke sind erst dann ernstzunehmen, wenn sie dort kämpfen wo sie sind und nicht nur dort, wo es linke Zusammenrottungen gibt. Das ist auch eine Frage der Glaubwürdigkeit.

Wenn man es mit einer gesellschaftlichen Umwälzung ernst meint, muß man sich mit den realen Machtverhältnissen herumschlagen und sich weg von den politischen Spielwiesen bewegen hin zu den Zentren der wirtschaftlichen Macht. Bisher gibt es aus der Linken nur Versuche, Kämpfe innerhalb der Dienstleistung und Logistik zu organisieren.

Der Bereich der größten Wertschöpfung, die Produktion, bleibt von linken Organiserungsversuchen völlig unberührt. Dieser zentrale Teil der Wirtschaft bleibt somit unter Kontrolle des DGB, der für eine betriebliche Friedhofsruhe sorgt. Eine kleine Ausnahme kommt von der MLPD, die sich auch der Autoindustrie annimmt. Die Faschos haben die Machtverhältnisse scheinbar besser verstanden als die Linken. Sie engagieren sich massiv in der Autoindustrie:
https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/zentrum-automobil-verfassungsschuetzer-warnt-vor-rechten-umtrieben-unter-betriebsraeten/24866528.html?ticket=ST-1966708-ryM7IMtArWsVdKo7kJ9U-ap6

https://www.spiegel.de/panorama/daimler-werk-untertuerkheim-wie-die-rechte-gewerkschaft-zentrum-automobil-das-unternehmen-terrorisiert-a-9f1e3325-508e-4768-83ee-17f2fd666a2d

https://www.labournet.de/?p=125064

Kuddel

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Re: Arbeit und linke Politik
« Antwort #16 am: 18:42:00 So. 26.September 2021 »
Zitat
...die linken Gruppen und Organisationen, die mit ihrem Avantgarde-Anspruch und ihrer Insidersprache eine unsichtbare Mauer zwischen ihnen und der realen Welt der Lohnabhängigen errichtet haben...
https://www.untergrund-blättle.ch/buchrezensionen/sachliteratur/anita_friedetzky_rainer_thomas_aufstieg_und_fall_der_arbeitermacht_in_russland_4678.html

Kuddel

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Re: Arbeit und linke Politik
« Antwort #17 am: 21:28:16 Di. 09.November 2021 »
Das merkt man an Deinem Geschreibsel, dass Du keinen Kontakt zu Arbeitern hast. Wie wäre es, wenn Du einmal in eine Arbeiterkneipe gehst und ein Bier mit Arbeitern trinkst oder selbst als Leiharbeiter anheuerst. Dann hast Du schnell Kontakt zu Arbeitern. Also, das nächste mal nicht die Bewerbung so hinfrisieren, dass Du nicht genommen wirst, sondern ordentlich bewerben. Dann sind Deine Probleme gelöst.

Mir ist diese Aussage hängengeblieben und lange durch den Kopf gegangen.
Ich verstehe das nicht als persönliches Angegifte, sondern als ernstzunehmenden politischen Gedanken. Der hat mich nicht mehr verlassen und ich habe daran weitergestrickt.

Ich bin sicherlich kein Verteter der "Hauptsache Arbeit" Ideologie. Ich vertrete auch nicht die MLPD Forderung, man solle die wöchentliche Arbeitszeit auf 30 Stunden reduzieren. Ich bin der Meinung, daß niemand mehr als 20 Std. die Woche arbeiten sollte. Der Mensch sollte noch etwas vom Leben haben und nicht seine Lebenszeit der Maloche schenken. Das ist gar nicht so illusorisch. Man braucht so viel Konsummüll nicht. Produkte müßten so gebaut werden, daß sie lange halten und reparierbar sind. Sowas wie die Werbeindustrie ist überflüssiger als ein Kropf. Man muß anfangen zu diskutieren, wer was wie und warum produziert. Eine Demokratiesierung der Wirtschaft, der Arbeit, ist eine Grundvoraussetzung für jeglichen gesellschaftlichen Fortschritt.

Arbeit und Individuum. Gibt einem Arbeit etwas oder macht sie einen nur kaputt?
Wir hatten mal Flugblätter vor einem Betrieb verteilt, der zu frühen Lockdownzeiten weitergearbeitet hat. Wir hatten gefordert, den Laden vorerst dichtzuachen und 100% Kurzarbeitergeld zu zahlen. Die migrantischen Beschäftigten waren ganz unserer Meinung. Ein Deutscher sagte uns, er will auf jeden Fall weiterarbeiten, selbst wenn er sich einer Infizierung aussetzt. Ich habe oft daran denken müssen. Es ging ihm nicht ums Geld. Wir wollten ja, daß es volle Kohle gibt für's Zuhausbleiben.

Arbeit (Großbetrieb) war der einzige Ort, wo er sich gebraucht fühlte. Arbeit war der Ort seiner wichtigsten sozialen Kontakte. Ohne Arbeit fühlte er sich scheinbar als Nichts. Das muß man erstmal begreifen.

Jetzt komme ich mal wieder zur Welt der Langzeitarbeitslosen. Sie ist für mich genauso deprimierend, wie die derjenigen, die nichts anderes als Maloche kennen und nichts anderes wollen. Klar, es gibt coole Leute unter denjenigen, die sich eine Lebenskünstlerstrategie entwickelt haben und mit so wenig Lohnarbeit wie möglich klarkommen. Aber das Gros der Leute in den Fängen des Jobcenters nehmen Schaden an der Seele. Sie werden immer komischer. Sie bekommen einen völlig anderen Horizont. Sie sehen ihr Leben in Schach gehalten von irgendwelchen Sachbearbeitern, die einen piesacken oder das Minimalauskommen noch kürzen. Dann die kafkaesken Kämpfe mit Widersprüchen und juristischer Gegenwehr, alles bewegt sich in der kleinen Welt, die vom Jobcenter abgesteckt worden ist. Das macht mürbe und geht nicht spurlos an den Betroffenen vorbei.

Die Betroffenen führen oft ein recht freudloses Leben (Armut schränkt die Möglichkeiten ein) und werden immer kraftloser. Ihr soziales Umfeld schrumpft und die Gedanken bewegen sich in abgeschotteten Welten. In diesen Welten fangen viele an, sich für Chemtrails zu interessieren oder Impfungen zu fürchten.

Was soll ich sagen, ich sehe eine verdammt widersprüchliche Problematik. Eigentlich will ich niemanden in ein Ausbeutungnsverhältnis zwingen, aber jetzt schlage ich genau das vor. Leute, sucht euch einen Kack-Job! Ihr werdet sehen, die Leute, mit denen ihr abeitet, haben oftmals auch keinen Bock zu dem Scheiß.

Der Mensch ist eine Soziales Wesen und er braucht Soziale Kontakte und auch Reibereien. Mir haben sowohl die Kollegenkontakte in zweifelhaften Betrieben, aber sogar die Leute bei Zwangsmaßnahmen vom (damaligen) Arbeitsamt viel gegeben. Sie waren oftmals verrückt und auch lustig. Und auch Arschlöcher können unterhaltsam sein. Und man muß mit ihnen irgendwie klarkommen.

Letztendlich finde ich es OK, wenn Leute sich Gedanken darüber machen, woher ihre Lebensgrundlagen kommen. Das Dach überm Kopf ist von Bauarbeitern gebaut worden. Das Fressen, das man sich reinhaut, wurde von Landwirten und Landarbeitern (zu oftmals haarsträubenden Bedingungen) produziert, dann weiterverarbeitet, verpackt, LKW Fahrer haben sich um den Transport gekümmert. Mit diesen Gedanken kann man sich gern auseinandersetzen. Worum erwartet man, das alles mit einem Grundeinkommen lebenslang vorgesetzt zu kriegen. Sollen die Idioten sich doch krumm machen für meine Versorgung. Ich dödele lieber im Internet herum und finde unheimlich wichtig, was gerade bei facebook, twitter und instagram angesagt ist.

Das ist doch alles für'n Arsch. Diese Gesellschaft und auch das Leben eines jeden Einzelnen ist doch eher der Horror. Soll das ewig so weitergehen?

Hört auf, diesen Alltag zu akzeptieren. Verlaßt die kleinen Kreise und schmeißt euch ins Getümmel mit völlig fremden Menschen. Verliebt euch! Macht das Jobcenter platt! Macht die Betriebe platt! Wenn ihr die Welt aus den Angeln heben wollt, müßt ihr den die Betriebe gehen, um sie aufzumischen.


Kuddel

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Re: Arbeit und linke Politik
« Antwort #18 am: 11:40:46 Di. 21.Dezember 2021 »
Zitat


Leo Kofler kennt heute kaum jemand. Doch sein Werk ist so originell wie aktuell. Als früher Kritiker der Frankfurter Schule erkannte er: Eine Linke, die die arbeitende Mehrheit entfremdet, ist machtlos.
https://jacobin.de/artikel/leo-kofler-der-marxistische-grenzganger-christoph-junke-neue-linke-frankurter-schule-sozialistischer-humanismus-studentenbewegung-westlicher-marxismus/

Kuddel

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Re: Arbeit und linke Politik
« Antwort #19 am: 18:13:55 Fr. 11.März 2022 »
Erfahrungen des Angry Workers Kollektivs in UK:

Zitat
Seit 2014 lebt, arbeitet, organisiert und kämpft das kleine Kollektiv AngryWorkers in Greenford, London – einem wichtigen Knotenpunkt in der aktuellen Ökonomie der Großstadt. Von hier aus versorgen die zumeist prekär beschäftigten Arbeiter*innen der Fabriken und Logistikzentren des Stadtteils einen großen Teil der Metropole mit Lebensmitteln und anderen Waren.

Genau hier haben sich die AngryWorkers in Zeitarbeit und schlecht bezahlte Jobs begeben, in Logistik- und Warenlager, Fabriken für Fertigessen und 3D-Drucker, aber auch in Gewerkschaften und Freundschaften. Sie haben eine Zeitung herausgegeben, den ein oder anderen Streik angezettelt und ein Solidaritätsnetzwerk aufgebaut, das bei Ärger mit Bossen oder Vermieter*innen direkte Hilfe leistet. Und am Feierabend haben sie dann ihre Erfahrungen mit dieser revolutionären Organisierung niedergeschrieben.

Class Power! enthält dichte Schilderungen der Lebens- und Arbeitsbedingungen vor Ort und erzählt von den Versuchen politischer Organisierung. Darüber hinaus besticht es durch die kluge und scharfe Auseinandersetzung mit politischen und ökonomischen Hintergründen und aktuellen Themen wie migrantisierter Arbeit, Automatisierung oder Reproduktionsarbeit.

Das Buch ist alles andere als eine ›akademische‹ Arbeiteruntersuchung. Basierend auf mehreren Jahren direkter Erfahrung und Intervention haben die Autor*innen aus ihren Erlebnissen, Beobachtungen und Schlussfolgerungen Vorschläge für eine neue, revolutionäre Klassenpolitik entwickelt, die auf Zusammenarbeit und Kreativität im Alltag setzt.

Für all jene, die auf der Suche nach neuen Wegen in eine befreite Gesellschaft sind, ist die Lektüre ein Gewinn.

https://unrast-verlag.de/neuerscheinungen/class-power-detail

Kuddel

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Re: Arbeit und linke Politik
« Antwort #20 am: 09:04:22 Mo. 21.März 2022 »
Wir haben mehrere Jahrzente Entpolitisierung hinter uns.
Die Linke hat sich auf die ungefährlichen Spielwiesen moralischer und identitätspolitischer Debatten führen lassen, auf denen man sich trefflich an die Gurgel gehen kann, aber am gesellschaftlichen, bzw. kapitalistischen Geschehen nichts ändert.

Die gesellschaftliche Macht liegt in den Produktionverhältnissen von denen die Linke keine Ahnung hat und sich auch nicht dafür interessiert. Das Bewußtsein der Arbeiter, ihre Duskussionen und ihr Verhalten, entscheiden über die Zukunft der Verhältnisse. Das gilt für alle Bereiche der heugigen Arbeitswelt, für die Scheinselbständigen, die prekarisierten und atomisierten Malocher, genauso wie die Stammbelegschaften der großen Konzerne. Der DGB ist dazu da, die Unzufriedenheit in den Belegschaften aufzufangen und abzufedern, um so für Ruhe im Betrieb zu sorgen. Die Faschos haben die Macht der Belegschaften erkannt und preschen vor in die Betriebe und versuchen bei Betriebsratswahlen eigene Listen aufzustellen.

Willi Hajek berichtet von seinen Erfahrungen, als eine rebellierende Jugend, die die Welt verändern wollte, bewußt in die Betriebe ging.

Zitat
Willi Hajek spricht über seine Politisierung in den 1970er Jahren, dem "roten Jahrzehnt" in Frankreich und beschreibt seine jahrzehntelange Zusammenarbeit mit der "Gruppe oppositioneller Gewerkschafter" GoG bei Opel in Bochum.
Das Interview ist Teil des Films "Luft zum Atmen" über die 40jährige Geschichte der GoG.

Zum wilden Streik bei Opel in Bochum 2004 hat Willi Hajek zusammen mit Jochen Gester den lesenswerten Band  "Sechs Tage der Selbstermächtigung" herausgebracht.

Lehrreiche 52 Minuten: https://de.labournet.tv/willi-hajek-und-die-gog

Kuddel

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Re: Arbeit und linke Politik
« Antwort #21 am: 16:23:00 Mo. 11.April 2022 »
Aus dem Intervierw mit einem Amazonarbeiter:

Zitat
Wir hatten hier in sechs Jahren keine Lohnerhöhungen. Seit wir uns organisieren, gibt es jedes Jahr eine Lohnerhöhung. Als wir das erste Mal Weihnachtsgeld gefordert haben, hat der Arbeitgeber gesagt: Das wird es nie geben, wir sind ein amerikanisches Unternehmen! Das ist nicht vorstellbar, da steht ja keine Leistung hinter. Als aber die Mitgliederzahlen bei der Gewerkschaft nach oben gingen - wumms! -, gab es plötzlich Weihnachtsgeld. Und was man nicht messen kann, ist das neue Selbstbewusstsein in der Belegschaft. Ich kann von mir sagen: Mich hat dieser Arbeitskampf persönlich total verändert. Ich bin viel selbstbewusster geworden. Wenn ich mich vergleiche mit der Person, die ich vor 2008 war - da liegen Welten dazwischen. Sich nicht alles bieten zu lassen. So haben wir es auch geschafft, dass in Bad Hersfeld kein Feedback mehr gegeben wird. Früher gab es tagtäglich Feedback-Gespräche. Da hat dir der Vorgesetzte gesagt, was du am Vortag geleistet hast.
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1162862.arbeitskampf-amazon-will-die-weltherrschaft.html

Kuddel

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Re: Arbeit und linke Politik
« Antwort #22 am: 17:03:34 So. 24.April 2022 »
Die linke Szene beschäftigt sich mit interessanten und wichtigen Themen und sie nimmt in der Bewertung, meiner Meinung nach, eine recht gute Haltung ein. Aber bei aller fundamentalen Kritik an den kapitalistischen Verhältnissen, der Ausbeutung, der Umweltzerstörung und allen Spaltungen der Klasse entlang rassistischen, sexiststischen und anderen Linien, bleibt die Linke Szene irrelevant, ohne Druckmittel und gesellschaftlichen Einfluß.

Wenn ich mir die linke Szene der letzten 4 Jahrzehnte ansehe, fällt mir auf, daß es ein großes Bedürfnis nach  Gruppengefühl und Zusammenhalt gibt. Und man sucht und findet einander anhand kultureller Dinge, wie Musik, Mode und Sprache. Es ist ein subkultureller Zusammenhang.

Es ist kein Klassenzusammenhang. Man sieht sich nicht als Teil der Arbeiter:innenklasse, nicht als Teil der verarmenden Menschen. Im Gegenteil! Man grenzt sich von ihnen ab. Man beschimpft Arbeiter als reaktionär, man hält arme Menschen für rassistisch und sexistisch, weil sie nicht die Sprache der Linken sprechen, oder weil sie verwirrt von unseren schrecklichen Medien in ihrer Verzweiflung irgendwelchen Mist nachplappern. Auf Arbeiter und arme Menschen blickt man verächtlich herab, obwohl man oftmals selbst unter prekären Bedingungen arbeitet und finanziell nie Land in Sicht ist. Aber man hat mehr Bildung, fühlt sich in kulturellen Dingen stilsicherer und überhaupt, moralisch überlegen.

Das Verhältnis von Linken zur Arbeit sollte grundlegend und immer wieder diskutiert werden. Es wird einfach für normal gehalten, daß man sich in der Arbeit irgendwie ausdrücken oder seine eigenen Neigungen ausleben möchte, man möchte sich mit der Arbeit irgendwie "verwirklichen".

Ich glaube, diese Haltung ist Teil des Problems.

(Fortsetzung folgt)