Wat Noch > Theoriebereich

Zahlen, Interpretationen und Stragegien rund um Arbeit und Erwerbslosgkeit

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BGS:
Völlig richtig. Mehr  Leben, statt immer nur Arbeit, es ist höchste Zeit. Umverteilung ist schon lange ueberfällig.

Andererseits trifft man auch hier gehirngewaschene Menschen (auch mal aus D.), die fuer jeden Lohn und unter allen Bedingungen nur sich abrackern, ohne Sinn und Verstand, "hauptsache Arbeit" - egal welche.

Sprach neulich mit einer Einwanderin, Studienabschluss in Berlin, zweiter in Oxford. Die erklärt ihre Arbeitsbesessenheit um jeden Preis flugs zur "Arbeitsethik". Peinlich.

Obwohl sie es besser wissen muesste, verklärte sie die letzten unterirdischen Scheissjobs - immun gegen Argumente.

MfG

BGS

Kuddel:
Ach, die Leute labern viel. Wollen nicht ausgegrenzt werden in diesem beschissenen Hamsterrad, aber wenn sie genug Kohle haben, um so klarzukommen, dann sind sie weg von ihren Hauptsache-Arbeit-Jobs und zwar schneller, als man gucken kann.

Kuddel:
Ein paar Gedanken zur Diskussion über Arbeit und Erwerbslosigkeit.

Ich halte nicht "Erwerbslosigkeit" für ein Problem, sondern die Verarmung, die damit zusammenhängt. Auch die soziale Ausgrenzung, die es oftmals nach sich zieht.

Arbeit sollte kein Selbstzweck sein. Arbeit ist oftmals eher ein Problem. Man tut Dinge, die man nicht tun möchte, man opfert dafür nicht nur Lebenszeit, sondern oft auch die Gesundheit.

In Frankreich entwickelt sich die Diskussion in eine bessere Richtung. Man kämpft gegen die Erniedrigung durch Arbeit, man will die Verlängerung der Lebensarbeitszeit verhindern.

--- Zitat ---Arbeiten bis zur Verzweiflung
Die Hälfte von Emmanuel Macrons Amtszeit ist um. Der Druck auf die Menschen ist nur größer geworden

...Steigende Arbeitsbelastung bis zur Verzweiflung (...). Wenn Angestellte des öffentlichen Dienstes sich das Leben nehmen, ob Lehrer, Pfleger in Krankenhäusern oder – allein in diesem Jahr 54 – Polizisten, dann geht ein kurzer Aufschrei durch das Land. Ein Land, das unter Dauerstress steht...
--- Ende Zitat ---
https://www.freitag.de/autoren/linkerhand/arbeiten-bis-zur-verzweiflung

Troll:
Ich komme mir immer ein bißchen blöd vor, mit Erwerbsarbeit hab ich nichts (mehr) zu tun und quassel (schreibe) darüber vor mich hin.  ;)

Die Gesellschaft in Deutschland ist tief gespalten, scheinbar schaffen es nur noch beschissene Nationalisten eine Art Einigkeit herzustellen, jedes Grüppchen kämpft ggf. für sich gegen Presse, Politik, Arbeitgeber, und trauriger Weise gegen viele andere Grüppchen die sich sicher sind mehr Beachtung zu verdienen als der/die die gerade kämpfen, oder berechtigter zu sein. Solidarität, kann man das Essen?

Geändert: Schreiben statt schreien   :-\

Kuddel:
Ich kann mit Sybillas Thread "Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität" herzlich wenig anfangen, weil ich nicht verstehe, worauf sie hinaus möchte.

Haben "wir" nun zu viele Arbeitslose?
Wollen "wir" mehr Arbeit?

Wenn ich mir die Pressemeldungen und die dazugehörigen Daten ansehe, stelle ich fest, daß der Kapitalismus scheinbar nicht so viele Arbeitskrafte kriegt, wie er eigentlich braucht. Das ist in Deutschland, USA oder China ähnlich.

Gleichzeitig gibt es ne Menge Erwerbsloser.

Wie paßt das zusammen?

Ich denke, die einen passen den Unternehmern nicht und die anderen wollen nicht.

Der heutige Kapitalismus braucht nen Haufen gut ausgebildeter Fachkräfte. Viele haben nicht die Kenntnisse und Fähigkeiten, die benötigt werden. Die Vorstellung vom "lebenslangen Lernen" ist für mich der absolute Horror. Natürlich lerne ich mit jedem Tag meines Lebens etwas, aber nicht unbedingt das, was man von mir erwartet. Warum soll ich mir den Kopf vollstopfen mit Dingen, die für die Produktion notwendig, aber bereits morgen wieder überholt sind?

Ein großer Teil der Bevölkerung ist auch bereits zu kaputt, um noch wirtschaftlich verwertet zu werden. Die einen haben sich kaputtgearbeit, die anderen sind psychisch am Boden, zerrieben von Armut, sozialem Mobbing und den Jobcentern.

Und wir sollten nicht vergessen, daß viele nicht wollen. Sie sind nicht bereit, sich für die paar Euro krumm zu machen, dafür zu nachtschafender Zeit aus dem Bett gerissen zu werden, den ständig wechselnden Arbeitstellen kilometerweit hinterhezufahren, mit Schichtarbeit seine Gesundheit und sein Wohlbefinden zu opfern. Man fragt sich sowieso bei der Maloche ständig, was man da macht und warum. Diese Fragen sind absolut berechtig.

"Tang Ping", "flach liegen" oder "liegenbleiben" ist ein Trend unter Chinas Jugend, der die Herrschenden nervös macht. Man propagiert die Verweigerung des Hamsterrads aus Arbeit, Karriere und Konsum. Und diese Haltung wird nicht nur in China populärer.
--- Zitat ---    Nicht nur chinesische Millennials stellen fest, dass Arbeit ein falsches Idol ist. Ich muss es wissen, denn auch ich liege flach und verkrieche mich im Haus meiner Eltern in West Virginia. Anfang des Jahres habe ich meinen Job als Produzentin eines NPR-Programms in Boston gekündigt, und ich konnte es nicht ertragen, mich wieder in die Kakophonie des 24-Stunden-Nachrichtenzyklus zu begeben. Da bin ich bei weitem nicht die Einzige: Ein kürzlich veröffentlichter Tweet mit der Aussage "Ich will keine Karriere machen" hat über 400.000 Likes erhalten. Stattdessen verkündete die Twitterin, @hollabekgrl, "ich will auf der Veranda sitzen".

    Hier in den Hügeln hat mir die neue Stille meiner Tage, die durch die Einsamkeit der Pandemie noch vertieft wurde, erlaubt, den Zustand unseres Planeten im Jahr 2021 zu beobachten - und es sieht so aus, als ob er in Flammen steht, da unsere Oligarchen ins All fliegen. Aus meiner Sicht hier unten auf dem Teppich sehe ich ein System, das, selbst wenn es wieder zur "Normalität" zurückkehren sollte, kein Interesse daran hat, wieder mitzumachen, ein System, das sich aufzulösen beginnt.

    Die Bewegung des Flachliegens, oder Tangping, wie sie in Mandarin genannt wird, ist nur ein Ausdruck dieses globalen Auflösungsprozesses. Ein anderer ist der derzeitige Arbeitskräftemangel in den Vereinigten Staaten. Im Juni gab es in den Vereinigten Staaten mehr als 10 Millionen offene Stellen, wie aus den jüngsten Zahlen des Arbeitsministeriums hervorgeht - die höchste Zahl, seit die Regierung vor zwei Jahrzehnten mit der Erfassung dieser Daten begann. Während die Konservativen die Schuld auf die durch die Pandemie aufgestockte Arbeitslosenunterstützung schieben, entgegnen die Liberalen, dass die Menschen zwar arbeiten wollen, aber nicht für die mickrigen Löhne, die sie vor der Pandemie erhielten.

    Beides mag wahr sein. Aber wenn es nur um niedrige Löhne ginge, würde man erwarten, dass die Arbeitnehmer am unteren Ende der sozioökonomischen Leiter unwillig und die an der Spitze zufrieden sind. Stattdessen gibt es auf jeder Sprosse ein Raunen der Unzufriedenheit, auch in den heiligen Hallen von Goldman Sachs, wo die Gehälter für Investmentbanker bei 150.000 Dollar beginnen...
--- Ende Zitat ---
https://www.nytimes.com/2021/08/22/opinion/lying-flat-work-rest.html?referringSource=articleShare

Ich sehe ich auch die Meldung in diesem Zusammenhang:
--- Zitat ---BA-Chef zu Fachkräftemangel
"Wir brauchen 400.000 Zuwanderer pro Jahr"

Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit hat die Bundesregierung aufgerufen, mehr Zuwanderer ins Land zu holen. Deutschland brauche rund 400.000 Zuwanderer pro Jahr. Wichtig sei jedoch eine gezielte Migration.
--- Ende Zitat ---
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/migranten-scheele-arbeitsagentur-mangel-arbeitskraefte-101.html

Man sucht williges, junges, gesundes Menschenmaterial zum Verheizen.


--- Zitat ---"Aber mir geht es hier nicht um Asyl, sondern um gezielte Zuwanderung für die Lücken am Arbeitsmarkt", sagte Scheele weiter.
--- Ende Zitat ---
s.o.

Bei dem Aussortieren von Menschen nach der kapitalistischen Verwertbarkeit sehe ich immer die KZ Rampe vor mir, an der entschieden wurde, wer arbeitstauglich ist und wer in die Gaskammer geht.

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