Wat Noch > Theoriebereich

Zahlen, Interpretationen und Stragegien rund um Arbeit und Erwerbslosgkeit

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BGS:
In der Tat, die Zahl der "Arbeitslosen" spielt wohl im Grunde doch keine Rolle, da die Definition von "erwerbslos" unterschiedlich ist und es, wie schon gesagt wurde, jede Menge nicht offiziell erfasster Arbeit in vielen Bereichen, gibt.

Es ist wichtig, dass jeder Mensch von seinem Lohn auch in Würde leben kann und für Deutschland wäre es zu wünschen, das sich endlich diejenigen, die (noch?) in Arbeit sind solidarisieren mit den "Arbeitslosen". Die Spaltung der Ausgebeuteten muss endlich wirksam beendet werden, s. a."Gelbwesten" Frankreich.

Jeder mit wenig Geld sollte das Recht auf kostenlose Anwaltsvertretung in z. B. Arbeits- und Mietrechssachen. Denn dort gibt es sowieso keine Chancengleichheit.

Die Gewerkschaften kann man meist vergessen, sie scheinen korrumpiert und stehen nicht auf unserer Seite.

Eine Gesetzgebung, die sich laufend gegen die Rechte der Arbeitslosen richtet, ist zutiefst inhuman und widerwärtig. und schwächt immer weiter die Position der Arbeitslosen und Arbeitenden. Schluss damit!

Alle Arten von Arbeit müssen wertgeschätzt werden und im Namen der Menschlichkeit dürfte Niemand dafür bestraft werden, das er arbeitslos ist.

MfG

BGS

Kuddel:

--- Zitat ---Auch bei der Rente mit 70 und einer höheren Geburtenrate kommt der deutsche Arbeitsmarkt nicht ohne Fachkräfte aus dem Ausland aus, ergibt eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Jährlich müssten deshalb 260.000 Menschen zuziehen.
--- Ende Zitat ---
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/arbeitsmarkt-studie-deutschland-braucht-260-000-zuwanderer-pro-jahr-a-1252801.html

Der Hunger der Wirtschaft an Arbeitskräften, die man auspressen kann, ist ungebremst.

BGS:

--- Zitat von: Kuddel am 13:07:21 Sa. 16.Februar 2019 ---... .
Der Hunger der Wirtschaft an Arbeitskräften, die man auspressen kann, ist ungebremst.

--- Ende Zitat ---

Es wird irgendwann nicht mehr gelingen, "Arbeitskräfte" nach Deutschland zu locken, denn es spricht sich herum, wie es dort zugeht.

Und nicht nur D. ist bestrebt, Fachkräfte zu degradieren und maximal auszunutzen.

Kann es eigentlich noch schlimmer kommen, als wenn z. B. auf den Phillippinen die Löhne und Arbeitsbedingungen derart unterirdisch und nicht zum Leben reichend sind, dass Männer Kredite aufnehmen, um eine Reise nach PL und "Gebuehren" zu bezahlen? Um dort einen "Arbeitsvertrag" bei einer polnischen Tochterfirma eines dänischen Fuhrbetriebes zu unterschreiben, der sie zwingt, in ihren LKW-Fahrerhäusern zu leben, bis zu 180 Tage am Stueck. Durch ganz Europa zu fahren, fuer einige hundert Euro, es wird gehungert, damit man noch etwas von dem Geld nach Hause, Frau und Kindern schicken kann.

MfG

BGS
 

Kuddel:
Wie gesagt, der Thread, der vorgibt die "Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität" zu betrachten, verweigert die Betrachtung von Realitäten.

Die Wirtschaft hat einen enormen Bedarf an Arbeitskräften, der nicht befriedigt werden kann. Aus dem ehemaligen Ostblock arbeiten inzwischen so viele Menschen im Westen, daß dem Arbeitsmarkt dort die Kräfte fehlen. Inzwischen werden dort Bauprojekte mit chinesischen oder vietnamesischen Arbeitskräften durchgeführt oder man holt sich Fahrer von den Philippinen für die Transportwirtschaft.

Die Erwerbslosen sind hier weiterhin am Abkotzen, weil es eben nicht einfach nur um "Arbeit" geht, sondern um etwas, was man zumindest für halbwegs erträglich hält. Man findet sofort einen Job, wenn es einem nur um "Arbeit" gehen würde. Aber jetzt mal im Ernst, wer will schon sein Leben fristen im Amzonlager, als Fahrradkurier für Essenslieferungen, in der Alten- oder Krankepflege ohne Zeit für die Patienten, als Callcenteragent, der Leuten irgendwelche Verträge aufschwatzen soll, zum Spargelstechen, als Leihabeiter, der auf Baustellen oder Produktionsstätten kreuz und quer durchs Land geschickt und in miesen Pensionen untergebracht wird? Es ist eine Frage des Erhalts der Würde, so daß die meisten Erwerbslosen Strategien entwickelt haben, solche Jobs nicht antreten zu müssen, wenn das Jobcenter diesen Dreck vorschlägt.

Es gibt genug Beispiele, wie verzweifelt die Wirtschaft Menschenmaterial zum Verheizen sucht.


--- Zitat ---BGL: Lkw-Fahrer aus Drittstaaten sollen leichter Visa erhalten

Der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung führt derzeit Gespräche mit verschiedenen Ministerien, um Lkw-Fahrern aus Nicht-EU-Ländern den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern.

Weil Fernfahrer immer mehr zur Mangelware auf dem Arbeitsmarkt werden, will der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) aktuell Lkw-Fahrern aus Nicht-EU-Ländern den Weg in den deutschen Arbeitsmarkt erleichtern. „Grundsätzlich begrüßen wir angesichts der sehr angespannten Personallage, dass unsere Mitglieder auch Fahrer aus Drittstaaten anwerben können.(...)

Der BGL schätzt den Fahrmangel in Deutschland auf 60.000 Berufskraftfahrer. Wegen der zahlreichen Renteneintritte bei geringen Nachwuchszahlen wachse das Minus jedes Jahr um weitere 15.000 Fahrer.
--- Ende Zitat ---
https://www.verkehrsrundschau.de/nachrichten/bgl-lkw-fahrer-aus-drittstaaten-sollen-leichter-visa-erhalten-2293542.html


--- Zitat ---Wo finden sich potenzielle Mitarbeiter mit den Kompetenzen, die gefragt sind? Wer zum Beispiel IT-Experten sucht, kann die Fühler nach Indien ausstrecken. Internationale Geschäftspartner und Kunden aus dem Ausland können dabei helfen, Zugang zu Talentnetzwerken vor Ort zu bekommen, erklärt KOFA-Leiter Werner. Auch viele Branchenverbände seien bereits im Ausland aktiv und könnten bei der Rekrutierung unterstützen. „Es kann sich auch lohnen, sich auf einer Jobmesse vor Ort zu präsentieren.“ Von Deutschland aus lassen sich über Online-Karriereportale wie Linkedin oder Jobbörsen wie Eures Stellenanzeigen aufgeben.
--- Ende Zitat ---
https://www.humanresourcesmanager.de/news/internationale-fachkraefte-erfolgreich-integrieren.html


--- Zitat ---Warum Kliniken verstärkt nach Personal im Ausland suchen   

In den Krankenhäusern der Region spitzt sich der Pflegekräftemangel weiter zu. Vermehrt werben die Kliniken ausländisches Personal an.
--- Ende Zitat ---
https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.fachkraeftemangel-in-stuttgarter-kliniken-verstaerkte-suche-nach-pflegekraeften-aus-dem-ausland.88873d8b-e522-4915-a5dc-97fa1f178ca3.html


--- Zitat ---Fachkräftemangel
Altenheime benötigen 183 Tage, um Stelle einer Pflegekraft zu besetzen

In der Altenpflege ist die Personalnot laut Bundesagentur für Arbeit weiter angespannt. Um das Problem zu lösen, schlägt die Behörde vor, dass Teilzeitkräfte mehr arbeiten.
--- Ende Zitat ---
https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/pflege-fachkraeftemangel-in-der-altenpflege-steigt-weiter-a-1266722.html

usw., usf..

Was heißt das für uns praktisch? Wie sollen wir damit umgehen?

Solidarität gegen Rassismus
Gleichzeitig mit der Arbeitsmigration wird der Rassismus gepusht. Damit versucht man die Ausgebeuteten auseinanderzudevidieren und gegeneinander auszuspielen. Da müssen wir gegenan arbeiten. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!

Jetzt fordern!
Zeiten des Arbeitskräftemangels sollten wir als Chance sehen, denn dann ist es einfacher, bessere Arbeitsbedingungen einzufordern! Das muß nicht nur mehr Kohle sein. Weniger Arbeitsdruck, Gesundheitsschutz und würdige Behandlung sind ebenso wichtige Themen.

Bei hoher Arbeitslosigkeit
In Krisenzeiten (,die uns bevorstehen), die zu Massenentlassungen führen, müssen wir eine radikale Reduzierung der Arbeitszeit fordern. "Mehr Lebenszeit durch weniger Arbeit" ist eine schöne und nachvollziehbare Forderung.

Kuddel:
Hier nochmal eine Meldung, die belegt, daß wir mit dem Argument "hauptsache Arbeit" nicht weiterkommen.
Es zieht auch das Argument nicht, daß die Automatisierung und Digitalisierung uns die Arbeit wegnehmen.


--- Zitat ---Arbeitsmarkt:
Erwerbstätigkeit auf höchstem Stand seit der Wiedervereinigung
In Deutschland sind so viele Menschen in Arbeit wie seit 1990 nicht mehr. Doch trotz des Rekordwertes hat sich der Beschäftigungszuwachs verlangsamt.
--- Ende Zitat ---
https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-11/arbeitsmarkt-erwerbstaetigkeit-zuwachs-beschaeftigte-wirtschaftswachstum

In anderen Worten: Der Druck auf die Menschen hat weiter zugenommen und man hat immer mehr in Ausbeutungsverhältnisse zwingen können. Wir sollten niemals "mehr Arbeit" fordern, wir brauchen mehr Zeit zum Leben und eine Umverteilung des Wohlstands.

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