Autor Thema: Streikergebnisse heute  (Gelesen 133 mal)

ManOfConstantSorrow

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Streikergebnisse heute
« am: 20:17:42 Fr. 04.Januar 2019 »
Warum wird so wenig daüber diskutiert, daß Gewerkschaften heutzutage bei Tarifauseinandersetzungen Verträge über mindestens 24 Monate unterschreiben. Ein Unding!

Es gibt 1000 Dinge an der Normalität von Tarifauseinandersetzungen, die nicht undiskutiert bleiben sollten. Immer heißt es, ein Streik sei das "letzte Mittel" in der Auseinandersetzung. Warum?

Das letzte, ja das allerletzte ist doch, daß man es für normal hält, jeden Tag brav zur Arbeit zu trotten, um sich ausbeuten zu lassen. Die Arbeitsniederlegung wäre ein Schritt zur Normalität, wie ein frischer Atemzug und nicht etwas schreckliches, das man ungern tut.

Die mindestens zweijährigen Laufzeiten sind völlig daneben, denn die Lohnerhöhung wird auf die Laufzeit aufgeteilt und ist nicht mehr so beeindruckend, wie es sich anhören mag. Sie wird zumeist komplett von der Mieterhöhung aufgefressen. Und dann bedeutet es, daß über den gesamten Zeitraum nicht gestreikt werden darf. Dabei können sich in der Zeit Betriebsabläufe so stark ändern, daß die Kollegen sie nicht für hinnehmbar halten. Doch die Gewerkschaft hat selbst ein zweijähriges Streikverbot unterschrieben und verwehrt der Belegschaft die Möglichkeit einer schlagkräftigen Antwort...
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Fritz Linow

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Re: Streikergebnisse heute
« Antwort #1 am: 21:05:58 Fr. 04.Januar 2019 »
In den 50ern gab es mal einen DGB-Gewerkschafter und Strategen, der hohe Forderungen und kurze Laufzeiten und somit auch Umverteilung gefordert hatte. Er setzte sich nicht durch und sein Leben war insgesamt dann fast tragisch:
https://de.wikipedia.org/wiki/Viktor_Agartz

Der DGB würdigt ihn mittlerweile, handelt aber gegenteilig. Seitdem ist der Ofen aus.

Abgesehen davon, dass man generell auf das herrschaftliche Streikrecht pfeifen sollte, haben sich diese langen Laufzeiten erst in den letzten Jahren ganz allmählich etabliert, so dass es niemand richtig hinterfragt. Was dann erstmal in den Köpfen drin ist, geht schwer wieder raus, so wie der tägliche und gehorsame Trott zur Arbeit.