Autor Thema: Segregation: Trennung zwischen arm und reich  (Gelesen 9121 mal)

Troll

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Re: Segregation: Trennung zwischen arm und reich
« Antwort #15 am: 10:13:13 So. 29.März 2020 »
Zitat
Hierarchie der Not

Der Ausnahmezustand legt soziale Ungleichheiten gnadenlos offen und verschärft sie. Er ist Kontrastmittel und Gift zugleich. Die Schwächeren tragen die größere Last und das größere Risiko.
Das gilt für beide Bevölkerungsteile: für jene, die nicht mehr normal arbeiten können, und für jene, die jetzt erst recht arbeiten müssen. Je weniger die ungleiche Verteilung des Leids abgefedert wird durch Politik und private Solidarität und je länger der Ausnahmezustand dauert desto eher kann daraus gesellschaftlicher Sprengstoff werden.
Der Sozialwissenschaftler Stefan Sell spricht von einer “Hierarchie der Not”. Bei den nicht “Systemrelevanten” sieht diese Hierarchie so aus: Am oberen Ende richten sich die Denkarbeiter im Homeoffice ein und hadern mit der Qualität der Videokonferenzen. Und am unteren Ende wissen viele nicht, wie sie ihre Miete bezahlen sollen.
Selbst bei den Kurzarbeitern gibt es Unterschiede: Wer bei VW oder BMW beschäftigt ist, wo man eh schon besser verdient, bekommt bis zu 90 Prozent des Lohns, weil die IG Metall aufstockt. Andere in Unternehmen ohne Tarifbindung bekommen nur 60 bis 67 Prozent. “Wir haben allein 3,7 Millionen Vollzeitbeschäftigte, die weniger als 2.000 Euro Brutto verdienen”, sagt Sell. “Für die ist Kurzarbeit eine Bedrohung.” Noch darunter kommen die Soloselbstständigen, die von einem Tag auf den anderen kein Einkommen mehr haben. Künstler, Friseure, aber auch Messebauer.
Quelle: Zeit

Via NDS
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Kuddel

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Re: Segregation: Trennung zwischen arm und reich
« Antwort #16 am: 10:36:15 Do. 09.April 2020 »
Die USA machten schon immer eine Politik, der man in Deutschland nacheiferte.

Zitat
Corona-Krise in den USA
Amerika lässt seine Ärmsten sterben
In der Corona-Krise offenbart sich, wie segregiert die USA sind: Afroamerikaner sterben weit häufiger als Weiße.
https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-04/coronakrise-usa-donald-trump-afroamerikaner-weisse

Kuddel

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Re: Segregation: Trennung zwischen arm und reich
« Antwort #17 am: 09:20:07 Di. 13.Juli 2021 »
Zitat
Eine Hotelchefin, die Dealer verscheucht, Passanten, die Angst haben vor pöbelnden Junkies: Corona hat die Lage sozialer Randgruppen verschärft.
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-hauptbahnhof-dealer-prostitution-1.5349064

Angst, Wut, Ausgrenzung.
Die Sozialen Gräben vertiefen sich. Statt die sozialen Probleme zu lösen, will man damit nicht konfrontiert werden. Diejenigen, die nicht mithalten können im Hamsterrad, die arm, krank, drogensüchtig, gestört und kaputt sind, sollen aus dem Bild, aus dem Weg. Man will ihnen nicht helfen, man will sie nicht mehr sehen. Problem gelöst.

Frauenpower

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Re: Segregation: Trennung zwischen arm und reich
« Antwort #18 am: 17:35:09 Di. 21.Dezember 2021 »
Bin gerade ueber ein Buch gestolpert
"Aufstand der Unterschicht - Was auf uns zukommt"
https://www.perlentaucher.de/buch/inge-kloepfer/aufstand-der-unterschicht.html

Das Wort "Unterschicht gefaellt mir nicht da Schichtdenken sich ja nur an das einem zur Verfuegung stehende Geld bemisst und den damit verbundenen Moeglichkeiten, so sie genutzt werden (koennen), und nicht daran, was einen als Menschen ausmacht oder was sie sein koennte, wenn Zugang zu Bidung und dem Arbeitsmarkt gewaehrleistet ist oder" wenn alles allen gehoeren"wuerde.

Kuddel

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Re: Segregation: Trennung zwischen arm und reich
« Antwort #19 am: 17:44:37 Di. 21.Dezember 2021 »
Naja, die Schichten gibt es sehr real. Sie sagen ja wenig darüber, wieviel ein Menscht taugt, aber die Trennung der sozialen Schrichten bedeutet ein Leben in Schubläden oder einem Ghetto, das man kaum verlassen kann. Gerade in Deutschland ist diese Trennung krass, und es gelingt nur wenig Kindern aus armen Familien, eine bessere Bildung zu ergattern.

Frauenpower

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Re: Segregation: Trennung zwischen arm und reich
« Antwort #20 am: 17:55:42 Di. 21.Dezember 2021 »
Ja, stimmt. Tragisch ist aber auch, wenn die wenigen Moeglichkeiten nicht genutzt werden. Schulbildung oder Berufssusbildung wird in vielen Familien zu oft unterschaetzt oder gar nicht ernst genommen oder ist schlichtweg nicht leistbar,  vor allem wenn noch andere Problemlagen dazu kommen, wie Suechte oder andere Krankheiten.