Autor Thema: Begleitung zum Amt  (Gelesen 2244 mal)

spastihh

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Begleitung zum Amt
« am: 18:25:44 So. 20.Januar 2019 »
Wenn ich es rechtzeitig lese und Zeit habe, begleite ich (RaumHamburg)

Wernichtsweissmussallesgl

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Re: Begleitung zum Amt
« Antwort #1 am: 09:09:46 Sa. 09.Februar 2019 »
Ich suche für den 21.02. 2019 10-11- Uhr Beistand in Aachen. Arbeitsagentur Roermonderstrasse.

tleary

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Re: Begleitung zum Amt
« Antwort #2 am: 15:16:52 So. 24.Februar 2019 »
Das mit den Beiständen ist in ländlichen, konservativen Regionen illusorisch. Erwerbslose haben gesellschaftlich und ansehensmäßig einfach einen schweren Stand. Ich kenne z.B. keinen einzigen aus meinem (zugegeben kleinen) Bekanntenkreis, den ich mich trauen würde zu fragen, ob er als Beistand mitgeht. Zeit hätten davon sicherlich etliche. Aber gerade die Verwandten (viele Rentner mittlerweile), würde ich mich gar nicht zu fragen trauen, weil die Mehrheit von denen sowieso gegen mich sind. Das geht dann nach dem Motto "Such' dir doch eine Arbeit (irgendeine, alles ist aus deren Sicht ja zumutbar!), als vom Staat zu leben".
»Wir wissen, so wie es ist, kann es nicht weiter gehen. Aber es geht weiter.«
(Autor unbekannt)

Onkel Tom

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Re: Begleitung zum Amt
« Antwort #3 am: 12:26:42 Mo. 25.Februar 2019 »
Naja, das es in ländlicher Gegenden schwirig ist, Beistand zu finden, verstehe ich, halte dieses
Problem jedoch als lösbar..

Wenn man schon ein Termin beim JC/AfA hat, warum sollte man sich nicht dazu auch noch Zeit
darin nehmen, mit Leidensgenossen in Kontakt zu kommen ? Hat man somit 3-4 Gleichgesinnte
in seinem Adressbuch und Klarheit darüber, das Begleitung auf Gegenseitigkeit zu funktionieren
hat, sieht das schon besser aus.. Versuch ist es auf jeden Fall wert..

Die allgemeinen Erfahrungen in der Gesellschaft zu Erwerbslosigkeit in den Vordergrund zu stellen,
das Begleitung nicht funktioniert, komme ich nicht mit klar..

Gerade im JC/AfA auf dem Lande, sind Erwerbslose nicht nur froh, Kontakte zu Leidensgenossen zu
haben, die sich gegenseitig unterstützen und sich untereinander zur H4-Problematik verstehen..

Nur Mut  ;)
Lass Dich nicht verhartzen !

tleary

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Re: Begleitung zum Amt
« Antwort #4 am: 19:26:50 Mo. 18.März 2019 »
Gerade im JC/AfA auf dem Lande, sind Erwerbslose nicht nur froh, Kontakte zu Leidensgenossen zu
haben, die sich gegenseitig unterstützen und sich untereinander zur H4-Problematik verstehen..
Das Problem ist: Du findest gar keine, weil es so wenige sind. Noch dazu ist man voneinander absolut isoliert. Jeder wird einzeln zum Amt vorgeladen, so daß damit verhindert wird, daß man sich zufällig trifft.
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Onkel Tom

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Re: Begleitung zum Amt
« Antwort #5 am: 17:41:20 Di. 19.März 2019 »
Naja, da fehlt Kreativität.. JC/AfA hat einen Eingang und mit Miniflugis draußen vor der Tür könnte
das Problem abmildern.. Aber oki, die meisten, die ein Termin wahrnehmen müssem danach so
schnell wie möglich wieder verduften.. Damit ist die Chance auf Kontakte dahin.

Sorry, mit "geht nicht" und "bringt nix" kann ich kaum was anfangen.. Andersrum hätte ich das nie
hinbekommen Begleitkontackte zu knüpfen oder der Erwerbslosenindustrie und dubioser
Jobmessen auf dem Keks zu gehen..

Im Prinzip ist es in der Großstadt genau so schwer, wenn man es vor Ort nicht versucht..
Erwerbslose in D sind überall ausgegrenzt, vereinzelt und diffamiert.
Lass Dich nicht verhartzen !

Nicht_verzweifeln!

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Re: Begleitung zum Amt
« Antwort #6 am: 18:14:36 So. 07.April 2019 »
Das mit den Beiständen ist in ländlichen, konservativen Regionen illusorisch. [...] Ich kenne z.B. keinen einzigen aus meinem (zugegeben kleinen) Bekanntenkreis, den ich mich trauen würde zu fragen, ob er als Beistand mitgeht. [...] Aber gerade die Verwandten (viele Rentner mittlerweile), würde ich mich gar nicht zu fragen trauen, weil die Mehrheit von denen sowieso gegen mich sind. Das geht dann nach dem Motto "Such' dir doch eine Arbeit (irgendeine, alles ist aus deren Sicht ja zumutbar!), als vom Staat zu leben".
Traurig. Und zum Teil kenne ich das gut!

Doch warum traust Du Dich nicht "einfach mal" zu fragen?
Wenn Du Beschimpfungen von erzkonservativen Rentnern befürchtest, die aus ihrem Berufsleben meist nur Vollbeschäftigung kennen und teilweise mal eben locker 45 Jahre in EINER Firma arbeiten konnten ... - dann frag' sie eben erst gar nicht.
Doch wer weiß? Vllt überraschen sie Dich aber auch mit ihrer manchmal echt modernen Lebensauffassung.

Manche oder viele (?) Menschen möchten sich einfach "nur in nichts Unangenehmes verwickeln" lassen.
Andere haben selber Muffensausen, wenn sie zu einem Amt müssen.
Und wieder anderen ist einfach alles egal, hauptsache, sie sind selber nicht betroffen.

Es   k a n n   vorteilhaft sein, wenn Du Dir bis jetzt eher unbekannte Leute wegen einer Begleitung ansprichst.
Hast Du vllt eine Ortsgruppe der Partei "Die Linke" in der Umgebung? Die Linke macht wohl auch über soziale Netzwerke Alg-II-Beratungen und setzt sich ja sehr für soziale Belange ein. Hier könntest Du eine recht neutrale Begleitung finden, wenn Du Glück hast.
Oder versuche Dich zu überwinden und frage einmal in ein oder zwei Kirchengemeinden nach. Oder beim DRK, VdK oder einem Verein in Deiner Gegend.

Vergiss nie: Eine Begleitung zum Amt   k a n n   zwar ein Freundschafts- oder Liebesdienst sein, doch Du hast laut Sozialgesetzgebung ein RECHT darauf, dass Du jemanden mitnehmen darfst.

Mich hat das damals selbstbewusster bei meiner Suche nach einem Beistand auf dem Land gemacht.
Ich habe ihn seinerzeit sooo dringend als Zeugen für einen Termin gebraucht und schließlich habe ich auch einen Beistand durch die Vermittlung von Bekannten finden können.
Du siehst, neben dem Wie-doof-danach-suchen, kann auch etwas Glück hilfreich sein.
Doch zu allererst gehört Überwindung dazu, überhaupt erstmal einige Menschen darauf anzusprechen - gerade auf dem Land, wo "jeder jeden kennt".

Vllt kannst Du etwas "leichter" ;) über Deinen Schatten springen, um überhaupt erstmal jemanden bitten zu können, Deine Amts-Begleitung zu sein, wenn Du für Dich selber klarmachst, welcher Art die Begleitung sein soll.

  • Möchtest Du jemanden, der Deine moralische Stütze ist?
  • Soll er/sie sich bei Deinem nächsten Termin Notizen über den Verlauf des Termins machen?
  • Wäre es Dir am liebsten, wenn Deine Begleitung auch mal für Dich das Wort ergreift, wenn Du Dich während des Termins "überfahren" fühlst?

Wenn Du diese Fragen für Dich selber beantworten kannst, kannst Du dem Menschen, den Du nach einer Begleitung fragst, auch gleich besser sagen, was Du von ihm möchtest.
So wird das Fragen doch gleich leichter, finde ich.

Ich wünsche Dir, dass Du "das Amt" nicht mehr lange brauchst und vernünftige Arbeit findest.

Sollte das jedoch nicht der Fall sein:
Überwinde Dich, frage Leute, ob sie Dich dorthin begleiten würden!
Sage ihnen, was sie dabei zu tun hätten - oder auch nicht zu tun hätten.

Alleine kann der notwendige Besuch beim Amt sooo sch...iete sein!
Gib nicht auf, trau Dich, hol Dir Verstärkung! :D

tleary

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Re: Begleitung zum Amt
« Antwort #7 am: 08:11:03 So. 29.September 2019 »
Wenn man schon ein Termin beim JC/AfA hat, warum sollte man sich nicht dazu auch noch Zeit
darin nehmen, mit Leidensgenossen in Kontakt zu kommen ? Hat man somit 3-4 Gleichgesinnte
in seinem Adressbuch und Klarheit darüber, das Begleitung auf Gegenseitigkeit zu funktionieren
hat, sieht das schon besser aus.. Versuch ist es auf jeden Fall wert..
Gerade die, die beim gleichen Jobcenter gemeldet sind, haben meiner Erfahrung nach irre Schiss, als Beistand mitzugehen. Sie fürchten, dadurch auf eine "schwarze Liste" zu kommen, und dadurch bei der nächsten eigenen "Vorladung" Nachteile zu erleiden. Ich kenne 2 ELO's näher (mehr sind es leider gar nicht), und ich bin überzeugt, wenn ich diese 2 fragen würde, ob sie mich begleiten, würden sich beide herausreden.

Du hast keine Ahnung, wie eingeschüchtert die Masse der ELO's mittlerweile ist.
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Onkel Tom

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Re: Begleitung zum Amt
« Antwort #8 am: 14:03:34 Mi. 02.Oktober 2019 »
Jaja.. Immer nur diese Negativdenke, das man auf einer "schwarzen Liste" geraten könnte
oder mit der Voreinstellung ran geht, das alle nur noch Muffe vor dem JC schieben ?

Ich war selber gut 14 Jahre fast durchgehend erwerbslos und mir ist deutlich bewusst, wo die
Hemmschwellen liegen..

Du hast als erwerbsloser nur eine Wahl.. Entweder mal über seinen Schatten zu springen,
den Arsch hoch zu bekommen und etwas Mut aufbringen oder zuhause wegen Geldmangel
langsam aber sicher zu vereinsamen, sich regelmäßig dem Selbstmitleid an zu biedern und
rum zu jammern, wie fürchterlich schlecht und ungerecht die Welt so ist..

Die zweite Wahl ist der Anfang von Deppressionen, die schnell in den Tod führen können
und die erste Wahl entspricht den Kampf um sich selbst, was ganz natürlich ist.
Kommt dazu noch gegenseitiges Miteinander auf, hast Du auf jeden Fall schon was gewonnen.

Watn gejammer..  :-[
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tleary

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Re: Begleitung zum Amt
« Antwort #9 am: Heute um 02:55:05 »
Okay, ich habe nun doch noch Kontakt zu 3 weiteren ELO's bekommen. Wobei 2 von denen sich in die Krankheit "geflüchtet" haben und somit ihren Frieden mit dem JC geschlossen haben. Die sind dann auch nur noch schwer für irgendwelche Aktionen zu gewinnen. Die 3. (ist eine Frau) aus meiner Gegend werde ich jetzt 5 Monate (!) nach dem ersten Internetkontakt endlich mal treffen. Die hat Probleme mit den Geldleistungen vom JC. Sie hatte nicht die Kraft, sich gegen Sanktionen zu wehren, wie sie sagt, und "zahlt nun alles in Raten ab". Was das konkret bedeutet, werde ich beim Treffen nächste Woche erfahren. Außerdem: Wie will sie überhaupt was abbezahlen? - Von dem "Sterbegeld vom Amt" kann man absolut nichts abzwacken.
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BGS

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Re: Begleitung zum Amt
« Antwort #10 am: Heute um 05:24:36 »
"Sterbegeld" Hartz IV ist gut gesagt. Die Leute, die ich damals zum Amt begleitet hatte waren komplett verängstigt und eingeschuechtert, was durch den ständigen Mangel und die indirekte Bedrohung durch Sanktionen nicht besser wurde.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

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(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)