Autor Thema: Verdrängung aus den Innenstädten  (Gelesen 1414 mal)

counselor

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Re: Verdrängung aus den Innenstädten
« Antwort #15 am: 16:37:20 Mi. 11.September 2019 »
Wir brauchen einen Kraftakt in Sachen sozialer Wohnungsbau. In den Städten haben ca 40% der Einwohner Anspruch auf eine Sozialwohnung, aber nur ca 5% der Wohnungen haben eine Sozialbindung.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

BGS

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Re: Verdrängung aus den Innenstädten
« Antwort #16 am: 19:54:51 Mi. 11.September 2019 »
Wir brauchen einen Kraftakt in Sachen sozialer Wohnungsbau. In den Städten haben ca 40% der Einwohner Anspruch auf eine Sozialwohnung, aber nur ca 5% der Wohnungen haben eine Sozialbindung.

Grotesk.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Einfachicke

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Re: Verdrängung aus den Innenstädten
« Antwort #17 am: 21:07:26 Mi. 11.September 2019 »
Ich habe heute beim Vorbeifahren aus dem Bus heraus ein dickes, fettes Werbeschild von Deutsche Wohnen mitten in Neukölln gesehen.

Günstige Kapitalanlagen zu verkaufen.

Ich musste (ohne jeden Zusammenhang natürlich) an die schönen Lagerfeuer im Ferienlager damals denken.

Ich weiß natürlich, dass das keine Lösung ist, aber manchmal kann ich diesen ganzen kranken Tanz ums Goldene Kalb einfach nicht mehr ertragen.

Kuddel

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Re: Verdrängung aus den Innenstädten
« Antwort #18 am: 18:33:42 So. 13.Oktober 2019 »
Zitat
Durchschnittsverdiener werden aus dem S-Bahn-Ring verdrängt

80.000 Berliner Wohnungsinserate hat „Mietenwatch“ ausgewertet. Nur ein Prozent der Durchschnittsverdiener findet demnach leistbare Wohnungen in der Innenstadt.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/neuer-wohnungsrechner-mietenwatch-durchschnittsverdiener-werden-aus-dem-s-bahn-ring-verdraengt/25095192.html?utm_source=pocket-newtab

Fritz Linow

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Re: Verdrängung aus den Innenstädten
« Antwort #19 am: 15:00:09 Do. 17.Oktober 2019 »
Zitat
17.10.19
Immobilienlobby: Mit Geo-Targeting gegen den Mietendeckel

Mit einer Social-Media-Kampagne will der GdW die öffentliche Meinung beeinflussen, und bittet um Spenden. Ein Großteil des Geldes dürfte an Facebook fließen
(...)
"Wir müssen dem süßen Gift eines Mietendeckels entgegenwirken"
(...)
https://www.heise.de/tp/features/Immobilienlobby-Mit-Geo-Targeting-gegen-den-Mietendeckel-4557668.html

Kuddel

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Re: Verdrängung aus den Innenstädten
« Antwort #20 am: 13:00:02 Do. 28.November 2019 »
Zitat
Deutschland-Studie:
Immer mehr Familien verlassen die Großstädte
Paare mit Kindern zieht es in Vorstädte oder ins gut angebundene Umland, zeigt eine neue Studie. Gründe sind die steigenden Mieten und die schlechtere Lebensqualität.
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-11/deutschland-studie-zdf-lebensverhaeltnisse-familien-mieten

Kuddel

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Re: Verdrängung aus den Innenstädten
« Antwort #21 am: 21:23:58 Sa. 14.Dezember 2019 »
Zitat
Tochter erhebt schwere Vorwürfe
„Zwangsräumung war sein Todesurteil“: Kranker Mann (73) wird vor die Tür gesetzt - im neuen Zuhause stirbt er




Er hing an seinem Baum, wollte ihn nicht fällen. Die GWG setzte einen Münchner nach 30 Jahren auf die Straße, obwohl er schwer krank war. Jetzt ist der 73-Jährige tot. Seine Tochter erhebt schwere Vorwürfe.
  • Ein Münchner (73) ist von der GWG nach 30 Jahren vor die Tür gesetzt worden. Nach kurzer Zeit in seiner neuen Wohnung starb er.
  • Der Mieter sollte einen Ahornbaum auf seinem Balkon in seiner Mietwohnung entfernen und weigerte sich.
  • Seine trauernde Tochter erhebt nun schwere Vorwürfe gegen die städtische Wohnungsgesellschaft.
   
Zwei Jahre ist es her, dass ein skurriles Wohnurteil für Schlagzeilen gesorgt hat. Damals entschied das Amtsgericht, dass man als Mieter keinen Ahornbaum auf seinem Balkon wachsen lassen darf. Genau das hatte Walter Huber (Name geändert) aber getan. Heute, zwei Jahre später, ist der Mann tot. Das Urteil ist der Anfang einer Geschichte, die ein ganz tragisches Ende nehmen sollte. Die Tochter des 73-Jährigen erhebt schwere Vorwürfe gegen die Stadt und ihre Wohnungsgesellschaft GWG. Diese hatte Hubers Wohnung nach dem Baumstreit zwangsgeräumt – obwohl er zu diesem Zeitpunkt schwer krank war.

Schwerer Vorwurf nach Zwangsräumung in München: „Hat meinen Vater zugrunde gerichtet“

„Die GWG hat meinen Vater zugrunde gerichtet“, sagt Tatjana Huber und kämpft mit den Tränen. In ihren Augen wurde ihr Vater in den Tod getrieben. Vergangene Woche erreichte die 49-Jährige die Horrornachricht ihres Lebens: Ihr Vater wurde tot in seiner neuen Wohnung gefunden. Er lag schon wochenlang auf dem Fußboden. Walter Huber hatte einen Herzstillstand erlitten.

Er konnte sich die teuren Medikamente für sein krankes Herz nicht leisten. „Er ist ja aus der Krankenversicherung geflogen“, sagt seine Tochter. Ihre Hilfe hat Huber nicht mehr angenommen, er war am Ende. Wie es dazu kommen konnte? Für seine Tochter ist das schwer nachvollziehbar, sie weiß auch nur das, was ihr Vater ihr erzählt hat.

München: Der Ahorn musste weg - eine Schock-Nachricht für den Rentner

Demnach bezog er kaum Rente. In so einem Fall zahlt die Stadt Grundsicherung und auch die Miete für die Wohnung der GWG an der Gabelsbergerstraße, in der Huber 30 Jahre lang gewohnt hat. Immer mit dabei: der Ahornbaum. Erst klein im Blumentopf, später groß auf dem Balkon. Der Baum war ihm wichtig, erzählt die Tochter. Ihr Vater hatte schwere Depressionen, fand im Ahorn Halt. Deshalb hat er ihn nach dem Gerichtsurteil von 2017 auch nicht gleich gefällt, sondern den Streit mit der GWG wohl vorangetrieben. So lange, bis es zur Zwangsräumung kommen sollte.

Es gab zwei Termine, die verschoben wurden. Huber hatte jeweils ärztliche Atteste vorgelegt. Genauso wie beim dritten Termin, der für Februar 2019 angesetzt wurde. Wieder warnte der Kardiologe eindringlich davor, den schwer kranken Mann der Belastung einer Zwangsräumung auszusetzen. „Andernfalls sind ernste, lebensbedrohliche Folgen zu erwarten“, heißt es im Attest. Diesmal blieb das Gericht hart. So stand Huber am 26. Februar mit einem kleinen Koffer auf der Straße. 
https://www.tz.de/muenchen/stadt/maxvorstadt-ort43329/muenchen-mann-zwangsraeumung-mieter-vorwuerfe-stadt-ahorn-gwg-tochter-todesurteil-maxvorstadt-13323019.html

Kuddel

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Re: Verdrängung aus den Innenstädten
« Antwort #22 am: 10:46:27 So. 15.Dezember 2019 »
Das Wort "Verdrängung" klingt irgendwie sehr harmlos für das, was sie wirklich ist: strukturelle Gewalt.
Gnadenlose Gewalt, die über Leichen geht.

"Verdrängt" werden zuerst die Armen, Alten, Kranken und Migranten. Als nächstes ist die sogenannte "Mittelschicht" dran.

Noch ein Zitat aus obigem Zeitungsbericht:
Zitat
„Er hat versucht, die Depression vor uns zu verbergen.“ Genauso wie das Ausmaß seiner Herzkrankheit. Huber schottet sich wieder von seiner Tochter ab, will alles allein regeln. Dass er es mit seinen Krankheiten nicht mehr schafft, die Anträge für eine Sozialwohnung und weitere finanzielle Unterstützung vollständig einzureichen, muss sich die Tochter zusammenreimen. „Er war ein lieber Kerl, aber auch ein schwieriger Typ“, sagt sie. Dass er vor dem Nichts stand, daran ist er zerbrochen, ist sie sich sicher.

All sein Besitz war in der alten Wohnung geblieben. Die GWG wollte zunächst vor der Herausgabe 17.500 Euro für die Gerichtsvollzieher-Kosten haben. Von einem Mann, der wohnungs- und mittellos war. Dazu erklärt eine Sprecherin: „Aus der Gleichbehandlung aller (....) Mieter folgt die Verpflichtung, offene Forderungen aus Abrechnungen in Rechnung zu stellen.“ Wird die nicht bezahlt, kommt es zur Versteigerung. Der Rest von Hubers Besitz wurde mit wenigen Ausnahmen vernichtet.

Die GWG beruft sich auf Nachfrage auf gesetzliche Vorgaben. Warum sie trotz Hubers Krankheit zwangsgeräumt hat? Dazu gibt es keine Stellungnahme – „aus Datenschutzgründen“. Darauf beruft sich auch das Sozialreferat. Es weist aber darauf hin, dass der Männerfürsorgeverein wohl vergeblich versucht habe, mit Huber vor der Zwangsräumung Kontakt aufzunehmen.

Der hatte sich per E-Mail schon im März an OB Dieter Reiter gewandt. Die Antwort kam von Amt für Wohnen und Migration, das auf fehlende Antragsunterlagen hinwies.
https://www.tz.de/muenchen/stadt/maxvorstadt-ort43329/muenchen-mann-zwangsraeumung-mieter-vorwuerfe-stadt-ahorn-gwg-tochter-todesurteil-maxvorstadt-13323019.html

Kuddel

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Re: Verdrängung aus den Innenstädten
« Antwort #23 am: 08:53:38 So. 22.Dezember 2019 »

Kuddel

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Re: Verdrängung aus den Innenstädten
« Antwort #24 am: 16:37:15 Sa. 28.Dezember 2019 »
Zitat
Stoppt die Zwangsräumungen in Durham, North Carolina, JETZT!

Von Workers World Durham, N.C., Büro, veröffentlicht am 20. Dezember 2019

Das Notfallkomitee zur Beendigung der Zwangsräumungen des DHA veranstaltete am 20. Dezember eine Pressekonferenz vor der Durham Housing Authority, um ein Moratorium für Zwangsräumungen im öffentlichen Wohnungsbau während der Winterferienmonate zu fordern. Laut den von der Rechtsberatung zusammengestellten Aufzeichnungen reichte die DHA im Jahr 2019 846 Zwangsräumungen von Sozialwohnungen ein, mehr als 30 Mal so viele wie in allen anderen größeren Städten in North Carolina.
20. Dezember Pressekonferenz

Dies kommt direkt nachdem die Wähler eine $95 Millionen Wohnungsanleihe, ein Rekordhoch im Staat, bewilligt haben, die an eine Institution übergeben werden soll, in die die Arbeiterklasse wenig Vertrauen hat. In nur wenigen Tagen wurden fast 1.000 Unterschriften gesammelt, und über 20 Organisationen, darunter die Durham City Workers Union (UE Local 150), die Durham Workers Assembly, NC Raise Up/Fight for $15, National Domestic Workers, We Dream in Black, Black Youth Project 100 Durham, NC AFL-CIO und andere haben unterschrieben, um die Vertreibungen zu stoppen. Wohnen ist ein Menschenrecht!
https://www.workers.org/2019/12/45028/