Autor Thema: Verdrängung aus den Innenstädten  (Gelesen 410 mal)

Kuddel

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Verdrängung aus den Innenstädten
« am: 19:47:59 Mi. 06.März 2019 »
Die Geldsäcke greifen sich die schönsten Immobilien in den coolsten Stadtteilen. Erst werden angesagte Viertel gentrifiziert und für den Normalsterbekuchen unerschwinglich. Dann werden die Innenstädte unbezahlbar.

Die Krawallbrüder des neoliberalen Propagandablatts ZEIT bereiten uns auf den nächsten Schritt dieser Entwicklung vor:

Zitat
Wohnungsmarkt:
Wir können nicht alle in Großstädten wohnen

https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-03/wohnungsmarkt-wohnraummangel-enteignungen-boris-palmer

Wer nicht genug Geld hat, soll sich aus der Stadt verpissen. Man soll sich schonmal darauf vorbereiten in der Pampa wohnen zu müssen.

Unser geschätzter Strombolli hat ja prophezeiht, daß die Fortführung dieser Politik zu sehr gewalttätigen Konflikten führen wird. Ich kann ihm nur beipflichten.

Troll

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Re: Verdrängung aus den Innenstädten
« Antwort #1 am: 20:28:22 Mi. 06.März 2019 »
Wäre noch ein bißchen vertretbar wenn der ländliche Raum nicht vollständig vernachlässigt worden wäre, kommt alle in die Stadt war jahrelanges Motto, auf dem Land wurde übelst gespart, eh schon mäßige Infrastruktur wurde sehr schlecht/gammelig bis zerstört, es fließen so gut wie keine Gelder mehr aufs Land. Und wie überall wo an der Infrastruktur totgespart wurde wird es nicht nur viel Geld kosten sondern auch sehr viel Zeit brauchen bis sich wieder ordentliche Gesellschaftliche Strukturen aufbauen können.
Ich sehe es nicht grundsätzlich als Fehler an, also Vertreibung als Grund schon, nicht aber mehr Bewegung im ländlichen Raum, mit Bewegung meine ich nicht pendeln zum Job in der Stadt.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
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Re: Verdrängung aus den Innenstädten
« Antwort #2 am: 13:58:15 Fr. 22.März 2019 »
Süddeutschland ist super, also superer als der nördlichere Superteil Deutschlands, München Platz 1, Stuttgart Platz 2, die höchsten Immobilienpreise Deutschlands, mit anderem Wort "Attraktiver, praktischer/gewünschter Nebeneffekt, hält das Prekariat vom Zuwandern ab.
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Onkel Tom

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Re: Verdrängung aus den Innenstädten
« Antwort #3 am: 15:33:32 Fr. 22.März 2019 »
Norddeutschland, hier mal das Ballungsgebiet Hamburg, steht München und Berlin nicht viel nach..

Hamburg hat zwar eine Offensive zum Bau neuen Wohnraums, anbei einen Anteil von Sozialwohnungen
gestartet, jedoch werden die Mietpreise für Sozialwohnungen soweit kalkuliert, das sie das maximum an
"angemessener KDU laut H4-KDU-Höchstsatz" kosten.. Der Rest richtet sich nach Mietenspiegel zuzüglich
automatisierter Erhöhung nach Aktuallisierung des Mietenspiegel alle 2 Jahre.

Zum "Bauboom"  fudeln sich einige private Bauherren durch die Baubehörde, erhalten Baugenehmigungen,
die es in sich haben.. Hatte dazu in der Glotze mal eine Doku gesehen, das ein Bauherr in einem
Häuserblock auf St.Pauli ein weiteres Haus mitten im Hinterhof hochgezogen hat, wo die Wohnung von
ca. 70 Quadratmetern zum Erwerb als Eigentumswohnung angeboten wurde. Kaufpreis ca. 500 Tausend
Euro.

Diese Spekkulanntengier hat ihre Grenzen in St.Pauli und St.Georg und vom Hamburger Speckgürtel
mal abgesehen auch mein Wohnumfeld erreicht. Hier wird auch gebaut wie bekloppt..

Mietpreismäßig bleibt es in HH wohl auch so, das sich alles auf der Schmerzgrenze und daüber bewegt.
Es ist durchaus möglich, das mir in nächster Zeit auch eine Miterhöhung ins Haus flattert..
 :-\

Ach, ich wünsche mir manchmal die 80ziger zurück, wie Häuser besetzt wurden und Betongoldfetischisten
in Kompromisse gezwungen wurden, Wohnraum "sozialverträglich" zu Verfügung zu stellen..
Problematisch daran heute, das Besetzungen innerhalb der nächsten 48 h kosequent geräumt werden..

Heutzutage muss Hausbesetzer viel massiver Risiken und Häuserk(r)ampf auftbringen..
Gerade was Robocops angeht..

Ob Häuserkampf wieder populär wird ?.. Schön wäre es  ;)
Lass Dich nicht verhartzen !

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Re: Verdrängung aus den Innenstädten
« Antwort #4 am: 16:17:41 Fr. 22.März 2019 »
Der erschwingliche Wohnraum ist in Sonntagsreden eines der dringenden politischen Anliegen, ABER, vom Immobilienmarkt soll sich die Politik gefälligst fernhalten und wie gewünscht passiert es, die Mieten explodieren weiterhin.
Diese Meldung über die Höchstpreisgewinner ist nicht verwunderlich, hinter verschlossenen Türen knallen Sektkorken angesichts solcher "Rekorde".

Und Widerstand jeder Form wird nur noch sehr oberflächlich gedultet, es hat schon etwas von demokratischen Alibi, da wo Eigentumsverhältnisse in Frage gestellt werden ist schnell Schluß mit der geliebten Vernunft, daß bedeutet Krieg, da gibt es nichts zu besprechen und keinen Kompromiss.
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Kuddel

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Re: Verdrängung aus den Innenstädten
« Antwort #5 am: 18:27:17 So. 14.April 2019 »
"Wem gehört die Stadt?" stand bereits in den 80er Jahren auf so manche Hauswand gesprüht.

Die Frage müssen wir uns immer häuftiger stellen. Es wird langsam die Frage, ob man eine Stadt, bzw. Teile davon, überhaupt noch betreten kann. "Gated Cities" sind umzäunte Stadtteile der Reichen, die durch private Wachleute geschützt werden. Es gibt bereits heute in zahlreichen Städten "Platzverweise", mit denen man gegen Punks, Obdachlose, Drogensüchtige, Bettler und Trinker vorgeht.

Kameras, Wachleute, Zäune, Bullen, Sondergesetze, Mauern, Kontrollen. Arm und Reich sollen auseinandergehalten werdern. Kiel gilt als die Stadt in Deutschland mit der stärksten Trennung zwischen Arm und Reich.

Stadtteile, die einst arm waren und gegen Straßenbauprojekte und Bauspekulation militant verteidigt worden sind, wurden inzwischen schrittweise übernommen von Leuten mit Kohle, die aber den Charme der Rebellenviertel lieben. TAZ-Leser. Gentrifiziert mit hippen Läden, Cafés und Dachbegrünung. Die Armen Schlucker mußten sich schon längst verpissen.

Der Kieler Oberbürgermeister Ulf Kämpfer kündigte die Aufwertung des Stadtteils Gaarden an. Wir können uns ausrechnen, was das bedeutet. Der Arme-Leute-Stadtteil soll für die Mittelschicht attraktiv gemacht werden. Vonovia kündigt bereits Revonierungen an, die die entsprechenden Wohnungen für arme Leute unerschwinglich werden. Die Ärmsten werden den Stadtteil zuerst verlassen müssen.

Verdrängung ist überall ein Problem:

Zitat
Nachbarschaft



Fabian Beran ist Geograf und Stadtforscher an der Humboldt-Universität. Seit 2011 lebt er im Richardkiez.

Fabian, du hast für deine Dissertation zu Verdrängungsprozessen in Berlin geforscht – wie lief das ab?
 Wir haben Fragebögen an Menschen versandt, die zwischen 2013 und 2015 von Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte aus innerhalb Berlins umgezogen sind. Dabei haben wir insbesondere nach den Gründen für den Umzug gefragt. Von 10.000 angeschriebenen haben 2100 Personen unseren Fragebogen zurückgeschickt. Über die Umzugsgründe haben wir dann ermittelt, wer aus seiner Wohnung verdrängt wurde.

Was waren die Ergebnisse der Studie?
Die meisten Personen sind aus mehreren Gründen umgezogen, etwa weil einerseits die Miete anstieg, sie aber andererseits auch mit dem Partner oder der Partnerin zusammenziehen wollten. 23 Prozent der Umzüge in dem Zeitraum bewerten wir als verdrängt. Davon gehen rund 14 Prozent auf Verdrängungsfaktoren zurück, die das Mietverhältnis betreffen – also zum Beispiel Mietsteigerungen oder Eigenbedarfskündigungen, aber auch die Verwahrlosung des Hauses. Knapp sieben Prozent der Umzügler wurden kulturell verdrängt, das heißt, wegen einer deutlichen Veränderung ihres Wohnumfeldes. Für die übrigen zwei Prozent treffen beide Faktoren zu.

Was war der häufigste Grund für Verdrängung?

Wie erwartet, waren Mieterhöhungen die häufigste Ursache von Verdrängung. Und diese Mieterhöhungen gingen meistens auf Modernisierungsmaßnahmen zurück.
https://leute.tagesspiegel.de/neukoelln/unter-nachbarn/2019/03/27/76109/

Zitat
Verdrängung nach 53 Jahren?
Friedrichshainer Mieter kämpfen gegen Luxusmodernisierungen der Fortis Group



Informiert sich über die Hintergründe seiner neuen Eigentümerin: Alfred Fromm.

»Das hier ist mein Kiez. Ich wurde gleich um die Ecke, in der Frankfurter Allee 42, geboren.« Alfred Fromm ist Friedrichshainer durch und durch. In diesem Jahr feiert er seinen 84. Geburtstag.

Seit 1966 wohnt Fromm mit seiner Frau in der Wohnung des Eckhauses Samariterstraße 8 / Rigaer Straße 35. Eigentlich möchte Sigrid Fromm nichts sagen, springt dann aber doch ihrem Mann bei: »Wir können hier alles erlaufen, die U-Bahn, all die Ärzte, die mein Mann braucht.«
...
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1115012.luxusmodernisierungen-verdraengung-nach-jahren.html

Zitat
Verdrängung im Schillerkiez

Neukölln. Die Schillerkiezversammlung veranstaltet am Sonntag, 31. März, einen Spaziergang durch den Kiez. Treff ist um 15 Uhr vor der Kneipe Syndikat, Weisestraße 56. Bei der Tour geht es darum, auf die rasanten Veränderungen im Quartier aufmerksam zu machen. Erzählt werden Geschichten von Häusern, Mietern und Gewerbetreibenden, die in irgendeiner Art von Verdrängung betroffen sind.
https://www.berliner-woche.de/neukoelln/c-politik/verdraengung-im-schillerkiez_a205696

Zitat
Wirtschaft und Flächenknappheit und Wohnungsmangel
Betriebe fürchten Verdrängung durch Wohnungsbau

Wohnungsfirmen bauen zunehmend in B-Lagen der Stadt. Dort verdrängen sie oft kleinere alteingesessene Gewerbetreibende.


Ein Altbauviertel, viele Bäume, schnuckelige Straßen, ein paar kleine Läden, U- und S-Bahnhöfe in der Nähe. So wohnen viele gern. Dann aber kommen die vielen Neu-Berliner mit ihrem vielen Geld. Häuser und Wohnungen werden saniert und modernisiert, schließlich können mehr und mehr angestammte Kiezbewohner dem Druck nicht mehr standhalten und müssen umziehen. Es gibt ältere Herrschaften, die verzweifelt sind und nicht wissen, wo sie in ihrem Lebensabend noch einmal neu Wurzeln schlagen sollen. So oder ähnlich wurde die typische Berliner Verdrängungsgeschichte oft erzählt.

Was in der Debatte bisher kaum eine Rolle spielte: Auch Unternehmen sind von dieser Entwicklung betroffen, vor allem die kleinen und mittelgroßen – und speziell die in den Randbezirken. Sie haben ihren Sitz oft da, wo die Privatmieter, die sich das Zentrum nicht mehr leisten können, nun hinziehen sollen.

Jeder kennt sie: Berlins typische Brachen mit den verschachtelt flachen Bauten, die Werkstätten Platz bieten, kleineren Betriebe. Und wenn die nächste Bushaltestelle nicht mehr als zehn Gehminuten entfernt ist, wird von Interessenten auch Fluglärm oder das Bollern vorbeifahrender Güterzüge hingenommen. So tauchen immer öfter Menschen mit Aktentaschen auf, die sich umschauen, Fotos und Notizen machen – weil sie hier Wohnungen bauen wollen, da zentralere Flächen ja nicht bebaut werden sollen – etwa das Tempelhofer Feld. Ergebnis: Immer mehr Geschäftsführer und Betriebsinhaber, sind verzweifelt, da auch sie nicht wissen, wo sie in Zukunft ihr Mitarbeiter beschäftigen und ihren Lebensunterhalt verdienen sollen. Eines dieser Areale liegt in Spandau.
...
https://www.tagesspiegel.de/berlin/wirtschaft-und-flaechenknappheit-und-wohnungsmangel-betriebe-fuerchten-verdraengung-durch-wohnungsbau/24121444.html

Zitat
Altstadt
Gegen Verdrängung von Gewerbe und Kultur


Platz ist Mangelware in München. Nicht nur Wohnraum ist rar, sondern auch bezahlbare Flächen für Kunst, Kultur und Kreativunternehmen. Kreative machen Stadtviertel attraktiv, lebendig und vielfältig - aber sie fallen der Gentrifizierung oft als erstes zum Opfer.
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/altstadt-gegen-verdraengung-von-gewerbe-und-kultur-1.4390970

Zitat
Steigende Mieten
Bündnis Mietenwahnsinn Hessen kämpft gegen Verdrängung



Ein Bündnis ruft zu einem europaweiten Aktionstag gegen „Mietenwahnsinn“ auf. Auch in Frankfurt und anderen hessischen Städten wird demonstriert.
https://www.fr.de/rhein-main/buendnis-mietenwahnsinn-hessen-kaempft-gegen-verdraengung-12049703.html

Zitat
Wohnungsunternehmen
Anwohner am Alten Wasserwerk in Tegel fürchten Verdrängung

Politiker diskutierten mit Anwohnern des Alten Wasserwerks Tegel. Die Anwohner haben das Gefühl, verdrängt zu werden.
https://www.morgenpost.de/bezirke/reinickendorf/article216770127/Anwohner-am-Alten-Wasserwerk-in-Tegel-fuerchten-Verdraengung.html

Zitat
Verdrängung auf angespannten Wohnungsmärkten. Das Beispiel Berlin
HU-Experten und Buchveröffentlichung zur aktuellen Debatte um den Wohnungsmarkt


Die Stadt Berlin wächst seit Jahren stetig, der Wohnraum ist allerdings knapp und teuer. Angesichts der angespannten Wohnungsmärkte in den Großstädten steht die Frage nach der Verdrängung von alteingesessenen Bewohnerinnen und Bewohnern aktuell weit oben auf der Agenda stadt- und wohnungspolitischer Debatten.

Nicht nur die Politik, sondern auch verschiedene Mieterbündnisse in Deutschland beschäftigen sich mit diesen drängenden gesellschaftlichen Fragen.
https://www.adlershof.de/news/verdraengung-auf-angespannten-wohnungsmaerkten-das-beispiel-berlin/

Zitat
Deutsche Wohnen & Co enteignen
Gemeinsam gegen Verdrängung
Mietenwahnsinn-Bündnis und »Deutsche Wohnen & Co enteignen« gehen auf die Straße
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1116146.deutsche-wohnen-co-enteignen-gemeinsam-gegen-verdraengung.html

Zitat
Proteste in mehreren Städten :
Tausende demonstrieren gegen Verdrängung und "Mietenwahnsinn"
https://www.shz.de/23288892

Zitat
Neuer Konsum in Leipzig-Plagwitz
Gentrifizierungs-Gegner bekennen sich zu Anschlag auf Westwerk

Kurz vor der Eröffnung des neuen Konsum-Supermarktes im Leipziger Westwerk haben Unbekannte in der Nacht mehr als 50 Scheiben zerstört. „Verdrängung“ sei dafür ihr Motiv gewesen, schreiben die mutmaßlichen Täter im Internet. Sie wollten offenbar noch deutlich mehr Schaden anrichten.



Kuddel

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Re: Verdrängung aus den Innenstädten
« Antwort #6 am: 15:10:37 Mo. 15.April 2019 »
Zitat
Akteur*in der Verdrängung angegriffen: Factor Grundstücksentwicklungsgesellschaft besucht.

Berlin. Nach der Aktionswoche ist vor der Aktionswoche. In der Nacht zu Freitag haben wir die Factor Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH, die zum Unternehmensgeflecht von Gijora Padovicz gehört, mit Farbe angegriffen.

Der Mietenwahnsinn ist ausgebrochen. Er bestimmt mittlerweile unsere Leben im Kampf um unsere Wohnungen. Während die meisten mit wahnsinnigen Quadratmeterpreisen zu kämpfen haben, leben einige im Luxus: In 1000m²-Luxusapartements, die sie ihr Eigentum nennen, aber mit unserer Miete oder dem Mehrwert unserer Arbeit bezahlen.

Muss das so sein? Nö finden wir!

Deutsche Wohnen enteignen? Ja, aber nicht nur die.

Freiräume für Jugendliche, wie Potse und Drugstore? Na klar!

Anarcha-queer-feministische Hausprojekte wie die Liebig14? Unbedingt!

Besetzte G17A? Meute? Syndi? Auf alle Fälle!

Wohnen gegen Bezahlung? So ein Schwachsinn?

Hausverwaltung? Niee. Selbstverwaltung? immer!

Die Lage sit ernst. Wir wollen keine Stadt der Reichen, der Investor*innen, Immobilienkonzerne, Spekulant*innen und einer Politik die diese Entwicklung vorantreibt. Denn was wenn uns der letzte widerständige Freiraum genommen, der letzte solidarische m² geräumt wurde?

Soweit lassen wir es nicht kommen. Beschwingt von den 40.000 wütenden Mieter*innen, die letzten Samstag auf den Straßen waren, haben wir uns in der Nacht zu Freitag auf den Weg nach Karlshorst gemacht. Dort haben wir die Factor Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH besucht. Sie gehört  zum Unternehmensgeflecht eines der größten Schweine dieser Stadt (Padovicz). Ihre Fassade ist jetzt ordentlich mit Farbe eingesaut, aber die Schweine hocken noch immer hinter den Rollläden. Ein kleiner Streich gegen die Stadt der Reichen, aber eines können wir euch sagen:

Wir sind viele, kommen immer wieder und unser Hass ist euch gewiß!

Gegen die Stadt der Reichen!

Für einen heißen Frühling!
https://de.indymedia.org/node/31333

Zitat
-Autos von Vonovia und ADO Properties tiefergelegt / entglast-

Berlin. Die Debatte um die Enteignung von Deutsche Wohnen & Co. sowie die praktischen Interventionen in den letzten Wochen und Monaten (Linkliste unten) sollten genug Motivation sein sich einzureihen und Solidarität zu üben mit denen die gegen die Stadt der Reichen kämpfen.

Der Brandanschlag auf die Autos von Deutsche Wohnen am 27.02.2019 hat viel Beachtung in der Medienlandschaft gefunden. In Verbindung mit den ganzen Kundgebungen, zumindest behinderten Zwangsräumungen, geklebten Plakaten und der Mietenwahnsinn-Demonstration ergibt sich ein Bild von vielen wütenden Menschen welche sich von der Individualisierung losgerissen haben, solidarisch zueinander stehen und sich nicht spalten lassen. Wir meinen hier bewusst nicht die schmierigen Politiker*innen von Grünen, Linkspartei und SPD von diesen Heuchler*innen haben wir nichts zu erwarten außer eine Befriedung des Protests.

Um den Druck auf der Straße zu erhöhen gegen die Profiteur*innen der Verdrängung aber auch um den Diskurs zum Thema Stadt der Reichen / Mieten innerhalb der radikalen Linken weiter zu beleben, haben wir uns für verschiedene direkte Aktionen entschieden.

In den vergangenen Tagen haben wir sechs Vonovia Autos verteilt zwischen Britz und Westend beschädigt, bei vieren haben wir die Reifen zerstochen und weitere zwei haben wir mit Parolen besprüht und eines entglast. Zu den Besprühten haben die Bullen auch eine Meldung veröffentlicht, welche die Presse wie üblich abgeschrieben hat.
Außerdem haben wir vor der Zentrale des in Berlin drittgrößten privaten Wohnungsunternehmens ADO Properties an der Straße Am Kalsbad an zwei ihrer Autos Reifen zerstochen.

Wir haben uns bewusst für diese Aktionsform entschieden, da wir mit diesen niedrigschwelligen Aktionen, bei denen nicht viel vorbereitet werden muss andere motiveren wollen selbst auch aktiv zu werden.

Es sind unterschiedliche Werkzeuge ausprobiert worden. Schlecht funktioniert hat bei uns der Schlitzschraubenzieher, da er nicht bis ins Innere der Reifen vorgedrungen ist. Weiterhin haben wir sogenannte Dorn/Vorstecher ausprobiert. Diese haben relativ gut funktioniert aber achtet darauf, euch möglichst dünne zu besorgen, sonst bedarf es einiger Kraft und zwei Händen. Ein Messer ist weiterhin eine gute Möglichkeit um Reifen zu zerstechen, seid aber vorsichtig, dass ihr nicht in die Klinge rutscht oder holt euch gleich Jagdmesser mit Schutz zwischen Klinge und Griff.

Für die Scheiben haben wir einen Glasbrecher benutzt, der ohne Probleme relativ geräuscharm funktioniert hat.

Und auch das anzünden von Fahrzeugen ist natürlich ein weiteres taktisches Mittel. Je nachdem welche Ziele erreicht werden sollen, müssen auch die Mittel sorgfältig gewählt werden.

Zum Schluß möchten wir uns noch bei der B.Z. und Hildburg Bruns bedanken, für die Recherchen zum Thema "welche Firmen sind die größten Schweine auf dem Mietmarkt in Berlin?" -> https://www.bz-berlin.de/berlin/diesen-zehn-berliner-vermietern-droht-di...

Wir plädieren dafür den 1.Mai (https://1mai.blackblogs.org/) sowie den folgenden suberversiven Mai (http://4sy6ebszykvcv2n6.onion/node/31157) dafür zu nutzen, die Akteur*innen der Verdrängung auf vielfältige Weise zu bekämpfen. Wie das schlußendlich aussieht, müsst ihr entscheiden.

Gegen die Stadt der Reichen, für einen aktionistischen Mai und Grüße an die Genoss*innen in Stuttgart! (http://4sy6ebszykvcv2n6.onion/node/30973)

 

(unvollständige) Liste mit militanten Aktionen gegen Verdängung 2019:

Januar 2019:

-Glasbruch und Farbe gegen urbanPR -> https://chronik.blackblogs.org/?p=9389

Februar 2019:

-Steine gegen Büro von Stepan Dassel (Grüne) -> https://chronik.blackblogs.org/?p=9563

-Farbe und Glasbruch gegen Zalando-Zentrale -> https://chronik.blackblogs.org/?p=9560

-Imobilien-Show-Container beschädigt -> https://chronik.blackblogs.org/?p=9598

-Fassadenbild an geräumtem Kiezladen übersprüht -> https://chronik.blackblogs.org/?p=9692

-Farbe und Glasbruch gegen Coworking-Space -> https://chronik.blackblogs.org/?p=9570

-Farbe gegen Neubau in Neukölln -> http://4sy6ebszykvcv2n6.onion/node/29051

-Autos von HOWOGE und WISAG abgefackelt -> https://chronik.blackblogs.org/?p=9671

März 2019:

-Scheiben beim Jobcenter Neukölln eingeworfen -> https://chronik.blackblogs.org/?p=9666

-Autos der Deutsche Wohnen abgefackelt -> https://chronik.blackblogs.org/?p=9841

-Auto von Dr. House Solutions angezündet -> https://chronik.blackblogs.org/?p=9714

April 2019:

- Büro von Akelius angegriffen -> http://4sy6ebszykvcv2n6.onion/node/31010

- SPD-Büro Wedding eingefärbt -> http://4sy6ebszykvcv2n6.onion/node/30953

- Neubau in Schöneberg eingefärbt -> http://4sy6ebszykvcv2n6.onion/node/31063

- Besetzung, Sprüherein und Farbanschlag gegen Neubau auf Mietenwahnsinndemo -> http://4sy6ebszykvcv2n6.onion/node/31098
https://de.indymedia.org/node/31263

Kuddel

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Re: Verdrängung aus den Innenstädten
« Antwort #7 am: 12:07:05 Di. 16.April 2019 »
Natürlich lese ich so etwas, wie
Zitat
Gegen die Stadt der Reichen!
gern.

Aber der Rest des Textes "Akteur*in der Verdrängung angegriffen" ist ziemlich bescheuert.

ManOfConstantSorrow

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Re: Verdrängung aus den Innenstädten
« Antwort #8 am: 18:24:00 So. 12.Mai 2019 »
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Tiefrot

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Re: Verdrängung aus den Innenstädten
« Antwort #9 am: 15:48:51 Mo. 13.Mai 2019 »
Nachdem ja nun die Finanzspekulation zusammengebrochen ist (2008),
grabschen die Spekulanten statt auf (Industrie-) Aktien gleich auf menschliche Grundbedürfnisse zu.

Zum Kotzen ist das !  >:(
Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !

Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
Verbietet die BILD und schaltet Facebook ab !

Kuddel

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Re: Verdrängung aus den Innenstädten
« Antwort #10 am: 18:39:56 Di. 14.Mai 2019 »

Kuddel

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Re: Verdrängung aus den Innenstädten
« Antwort #11 am: 12:35:24 Mi. 22.Mai 2019 »
Zitat
Seniorin wird wegen Eigenbedarfs gekündigt: Urteil vertagt

Der Eigentümer wirft die an Demenz erkrankte Frau nach 45 Jahren aus der Wohnung.
https://www.morgenpost.de/berlin/article216954383/Seniorin-wird-wegen-Eigenbedarfs-gekuendigt-Urteil-vertagt.html

Zitat
Kündigungen wegen Eigenbedarfs
Rausgeklagt, damit der Profit steigt?

Mehr als 30 Jahre lebte Heike Klant in ihrer Mietwohnung in München - jetzt soll sie wegen Eigenbedarfs ausziehen. Immer mehr Mietern in Großstädten wird auf diese Weise gekündigt. Viele haben Sorge, obdachlos zu werden.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/mietwohnungen-eigenbedarfskuendigungen-nehmen-dramatisch-zu-a-1268257.html

Zitat
Fast jeder vierte Umzug ist eine Folge von Verdrängung
Studie der Humboldt-Universität untersuchte Situation auf dem Berliner Wohnungsmarkt
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1117223.fast-jeder-vierte-umzug-ist-eine-folge-von-verdraengung.html

Kuddel

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Re: Verdrängung aus den Innenstädten
« Antwort #12 am: 18:47:34 Mi. 12.Juni 2019 »
Hier versucht man eine Siedlung mit wenig zahlungskräftigen Bewohnern gewaltsam aufzulosen:
"Richtig willkommen fühlten sich die Bewohner der Siedlung indes noch nie. Anfang der 50er Jahre wurde sie als loser Wohnverbund von armen Familien ohne festen Wohnsitz gegründet."
Zitat
Eschersheim
Angst vor Zwangsräumung


    vonHanna Rohde

Die Bewohner der Wohnwagensiedlung Bonameser Straße sorgen sich um die Zukunft ihrer Behausungen. Erst vor kurzem sollte dort eine Mutter mit ihrem neugeborenen Kind zwangsgeräumt werden. Jetzt schaltet sich der Ortsbeirat ein.



Die geplante Zwangsräumung einer jungen Mutter und ihres Säuglings in der Wohnwagensiedlung Bonameser Straße löst unter den Bewohnern Besorgnis aus. Wie die Anwohnerin Augusta Fletterer berichtet, sei die für Mai angesetzte Räumung lediglich am Wohlwollen des Gerichtsvollziehers gescheitert. Angesichts des jungen Alters des Babys von nur fünf Wochen habe dieser am Tag der Vollstreckung kurzerhand von der Räumung abgesehen. Akuten Grund zur Sorge für die Zukunft der Bewohner sieht Fletterer dennoch.

Sie selbst habe bereits eine Kündigung von der Wohnheim GmbH erhalten, die das Gelände für die Stadt verwaltet. Der Grund: Nicht sie und ihre Geschwister, sondern ihr Vater stehe im Mietvertrag. „Nach dem Tod meines Vaters kam dann prompt die Kündigung“, erzählt Fletterer. Einigen ihrer Nachbarn sei es auch so ergangen. Wie diese klagt Fletterer. „Wir sind an das freie Leben hier gewohnt und wollen nicht weg“, sagt die Anwohnerin, die die vergangenen 52 Jahre mit ihrer Familie auf dem Areal im Norden der Stadt gelebt hat.

Richtig willkommen fühlten sich die Bewohner der Siedlung indes noch nie. Anfang der 50er Jahre wurde sie als loser Wohnverbund von armen Familien ohne festen Wohnsitz gegründet. Seit jeher berichten die Menschen dort von Ausgrenzung und Stigmatisierung. Die Wohnheim GmbH hatte schon vor mehr als zehn Jahren „grundlegende Veränderungen“ für das Lager angekündigt, das aufgrund fehlender Genehmigungen keine anerkannte Wohnsiedlung ist. Seit mehreren Jahren darf niemand mehr auf das Gelände ziehen.

Eine Klärung darüber, wie es mit der Siedlung weitergehen soll, möchte die SPD im Ortsbeirat 9 erzielen. Für die heutige Sitzung stellt die Fraktion zwei Anträge, in denen sie die zuständigen Institutionen und Akteure zum Dialog auffordert. Außerdem wird der Magistrat aufgefordert, die Zwangsräumung und die Kündigungen zurückzuziehen. „Der Umgang mit den Bewohnern muss fairer ablaufen“, findet Donna Ochs (SPD).
https://www.fr.de/frankfurt/eschersheim-ort904316/angst-zwangsraeumung-12390482.html