Autor Thema: Streiks im Einzelhandel  (Gelesen 2088 mal)

Kuddel

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Streiks im Einzelhandel
« am: 19:54:57 Mi. 29.Mai 2019 »
Zitat


Einzelhandel: 3.000 streiken bei Demo in Düsseldorf

Mehr als 3.000 Streikende (nach Angaben von Verdi) aus dem Einzel, Groß- und Außenhandel aus ganz NRW haben am Mittwoch (29.05.2019) in Düsseldorf gestreikt. Darunter waren viele Verkäufer aus dem Einzelhandel zum Beispiel aus Essen und Gelsenkirchen. Beschäftigte von rund 120 Einzelhandelsbetrieben waren aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen.

Verdi fordert 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt im Einzelhandel (mindestens 163 Euro) sowie im Groß- und Außenhandel (mindestens 180 Euro) bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber haben nach Gewerkschaftsangaben in der ersten Verhandlungsrunde für den Einzelhandel eine Erhöhung von 1,5 Prozent zum 1. Mai 2019 und weitere 1,0 Prozent zum 1. Mai 2020 angeboten.

Die Auswirkungen durch den Streik auf den Verbraucher waren besonders in einigen Supermärkten spürbar. Dort mussten vereinzelt Bedientheken geschlossen bleiben, heißt es von Verdi. Viele andere Geschäfte würden es oft schaffen, den Betrieb mit Leiharbeitern aufrecht zu erhalten.
https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/einzelhandel-streik-nrw-duesseldorf-100.html

Fritz Linow

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Re: Streiks im Einzelhandel
« Antwort #1 am: 12:34:40 Mo. 24.Juni 2019 »
Zitat
Warnstreik bei Zara - gemeinsam gegen prekäre Beschäftigung!

Am 15.06.2019 traten die Mitarbeiter*innen der Zara-Filiale Zeil zum fünften Mal in den Warnstreik. Sie fordern eine Gehaltserhöhung in Höhe von einem Euro pro Stunde und allgemein bessere Arbeitsbedingungen. Bei dieser Streikaktion aus dem laufenden Betrieb wurden die "Zaraistas" unterstützt von ver.di, sowie dem Zusammenschluss von Menschen aus prekären Arbeitsverhältnissen "PrekärLab".
https://www.youtube.com/watch?v=QXw9vBjSJhk

Kuddel

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Re: Streiks im Einzelhandel
« Antwort #2 am: 17:19:04 Di. 25.Juni 2019 »
Tolles Video.

"...wurden die "Zaraistas" unterstützt von ver.di, sowie dem Zusammenschluss von Menschen aus prekären Arbeitsverhältnissen "PrekärLab"."

Sehr inspirierend. In der Zusammenarbeit aus Beschäftigten, Gewerkschaft, Initiativen und Sozialen Bewegungen könnte die Zukunft von Arbeitskämpfen liegen.

Kuddel

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Re: Streiks im Einzelhandel
« Antwort #3 am: 22:05:17 Di. 25.Juni 2019 »
Aldi kannte ich bisher nur als Ort von Unionbusting, aber nicht von Streiks.

Zitat
Gut 40 Beschäftigte des Aldi-Zentrallagers streiken



Streik im Aldi-Zentrallager Bad Laasphe: Zum ersten Mal beteiligten sich Beschäftigte der Aldi-Niederlassung an einer Tarifauseinandersetzung im Einzelhandel in Nordrhein-Westfalen. Ab 3 Uhr nahmen am Freitag mehr als 40 Beschäftigte den Aufruf der Gewerkschaft Verdi zur Arbeitsniederlegung wahr, um der Forderung von 6,5 Prozent mehr Entgelt, mindestens 163 Euro und 100 Euro für die Auszubildenden größeren Nachdruck zu verleihen. Zu der Frage der nominalen Arbeitsbedingungen kommen die sich verschärfenden Probleme des Personaleinsatzes bei ständiger Mehrarbeit und Arbeitsverdichtung hinzu. „Die Situation scheint sich hier zu dramatisieren“, berichtete Verdi-Bezirksgeschäftsführer Jürgen Weiskirch aus Gesprächen mit den Beschäftigten. Die Gewerkschaft fordert auch die Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge für den Einzelhandel. Damit solle der Wettbewerb ausschließlich über die Warenangebote entschieden werden – nicht über die Löhne und Gehälter der Beschäftigten. Der Streik wird im Aldi-Zentrallager in Bad Laasphe am Samstag fortgesetzt, wieder werden gut 40 Beschäftigte die Arbeit niederlegen, was sich auf die Warenversorgung der Filialen auswirkt.
https://www.siegener-zeitung.de/bad-laasphe/c-lokales/gut-40-beschaeftigte-des-aldi-zentrallagers-streiken_a112759

Kuddel

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Re: Streiks im Einzelhandel
« Antwort #4 am: 12:04:41 Di. 16.Juli 2019 »
Es ist ungewöhnlich viel los in der Branche, in der ich den Beschäftigten bisher nicht als ungwöhnlich kämpferisch wahrgenommen habe. Die Streikbeteiligung war beachtlich.

Jetzt kriegt auch die Gewerkschaft Gegenwind von den Beschäftigten.

[Offener Brief] BR und ver.di-Betriebsgruppe bei IKEA lehnen Ergebnis ab
Zitat
Liebe Kolleginnen und Kollegen, bevor der Tarifkampf in Berlin und Brandenburg überhaupt begonnen hat, soll er nach nur einem Gespräch zwischen dem Handelsverband Berlin-Brandenburg HBB und der ver.di-Verhandlungskommission unter der Führung von Erika Ritter schon beendet sein. Am 5. Juli 2019 einigte man sich darauf, das Ergebnis aus NRW zu übernehmen und das, obwohl die Große Tarifkommission erst am 11. Juli 2019 zugestimmt hat. Für unsere Region hatten wir nicht nur ähnliche Forderungen wie in NRW aufgestellt, sondern dazu noch eine kürzere Laufzeit von nur 10 Monaten und eine Arbeitszeitangleichung auf 37 Stunden für alle Beschäftigten im Einzelhandel. Das Verhandlungsergebnis von 3 Prozent im ersten Jahr, aber höchstens 76 Euro und 1,8 Prozent im zweiten Jahr und eine Laufzeit von zwei Jahren (!) ist für uns sogar noch weiter von den Forderungen entfernt, als in anderen Bundesländern.

Von der Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrags ist gar keine Rede mehr. Dabei wäre sie bitter nötig, um die tausenden von Kolleg*innen aus der Armut zu befreien, die ihnen bei der Beschäftigung in Ketten wie real, Karstadt und Co. droht, wo sie bis zu einem Viertel weniger verdienen, als in Filialen mit ver.di-Tarifbindung. Das können wir nicht akzeptieren! Wir bei IKEA Tempelhof waren und sind bereit, für unsere gemeinsam aufgestellten Forderungen zu streiken und wollen, dass unsere Gewerkschaft alle Beschäftigten dazu aufruft, mit uns gemeinsam die Arbeit niederzulegen.

Wir fordern die Mitglieder der Tarifkommission auf, in ihrer Sitzung am Montag, dem 15. Juli 2019 gegen die Vereinbarung zu stimmen und gemeinsam mit ver.di und den Kolleg*innen in den Filialen in die unmittelbare Vorbereitung eines Arbeitskampfes zu gehen.

Wir billigen eine Vorgehensweise nicht, in dem über unsere Köpfe hinweg ein Ergebnis verkündet wurde, über das niemand außerhalb der Verhandlungskommission diskutieren und schon gar nicht entscheiden konnte. (…) Es wird immer gesagt, dass ver.di eine „Mitmachgewerkschaft“ ist, in der die Mitglieder entscheiden. Hier wurde alles dafür getan, damit sie nicht entscheiden können. (…) Wir wissen auch, dass wir nur gemeinsam etwas erreichen können. Dafür brauchen wir eine Gewerkschaft, die wirklich bereit ist, für unsere Forderungen zu kämpfen. Deshalb schweigen wir nicht und richten uns an alle Kolleg*innen der Branche. „Wir sind mehr wert“, heißt es bei ver.di immer. Deshalb sagen wir ganz deutlich: „Da ist mehr drin!“...
Offener Brief an die ver.di-Tarifkommission und die Kolleg*innen im Einzelhandel der ver.di-Betriebsgruppe bei IKEA Tempelhof , beschlossen am 12.7.2019 mit Unterstützung von ca 40 Gruppierungen und Einzelpersonen

http://www.labournet.de/?p=147056