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Wohneigentum

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Kuddel:
Aus einer Rundmail der Filmemacher von Solid City:


--- Zitat ---In Deutschland sind die Mehrheit der Haushalte Mieter*innen. Trotzdem war und ist bis heute das Ziel aller Regierenden, den Eigenheimbau- und kauf zu fördern. Eine Wohnung zu mieten gilt als Übergangsstadium derer, die es (noch) nicht geschafft haben. Nach dem zweiten Weltkrieg gab es eine üppige Eigenheimzulage – 2004 war diese mit 10 Mrd. € zum größten Sozialposten im Bundehaushalt angewachsen. Die Eigenheimzulage wurde 2005 zwar abgeschafft, allerdings nun durch modernere Förderungen ersetzt. Jetzt sind z.B. auch Modernisierungen förderungswürdig. Und seit 2018 gibt es das sog. Baukindergeld. Dennoch ist der Anteil der Eigenheimbesitzer in den letzten 10 Jahren wieder rückläufig. Allerdings nicht  bei den 70 bis 79 Jährigen. Sie wohnen in einer großen Mehrheit in eigenen vier Wänden. Bei den 30-39-Jährigen sind das nur noch 25%. Und bei denen, die nach dem Studium in Städten wohnen bleiben, ist der Anteil noch geringer. Angesichts steigender Immobilienpreise in Metropolregionen ist es dort für Normalverdiener*innen inzwischen unmöglich, mit ihrem Einkommen eine eigene Wohnung zu finanzieren.

Luftschloss Eigenheim

Und das nicht nur in Deutschland. Auch in Großbritannien gab es bis Margret Thatcher mehr als 50% Mieter*innen. Doch dann etablierte Thatcher eine rabiate Privatisierung. Mieter*innen städtischer Sozialwohnungen durften nun ihre Wohnung kaufen. Kommunen sperrte man die Mittel für den Neubau und die Erhaltung der kommunalen Wohnungen. Diese wurden daher seit 30 Jahren nicht mehr in Stand gehalten. Gleichzeitig hatten private Mieter*innen keinerlei Rechte mehr, können von einem zum anderen Tag grundlos gekündigt werden. So leben heute 64% der Briten in eigenen vier Wänden, vielfach allerdings faktisch in denen der Banken. Und der Druck nimmt immer weiter zu. Jetzt dürfen private Investoren ein Kommunalwohnungsviertel nach dem anderen abreißen und durch moderne Bauten ersetzen. Mit durchschnittlichem Verdienst kann hier niemand mehr eine Wohnung mieten oder kaufen.

Und sogar in China

dieselbe Tendenz. Auch hier ist man vor 30 Jahren den Lehren Thatchers gefolgt und hat es den Bewohnern der staatlichen Wohnungen erlaubt, sie zum Spottpreis zu kaufen. Deshalb hat man ausgerechnet im „kommunistischen“ China eine Wohneigentumsquote von 70%. Aber die Kinder der Beglückten haben nicht mehr so viel Glück. Durch die steigenden Immobilienpreise ( in Schanghai seit 2008 jährlich um 10%) kann kaum jemand von ihnen noch dem Vorbild der Eltern folgen. Selbst der Erwerb einer kleinen  Zwei-Zimmer-Wohnung ist für die meisten ein Traum.  Für sie bleibt nur das Leben in Wohngemeinschaften 30 bis 60km außerhalb der Stadt. Dennoch kostet die durchschnittliche Zimmermiete dort etwa die Hälfte des Durchschnittseinkommens.
--- Ende Zitat ---

ManOfConstantSorrow:

--- Zitat ---Immobilien
Ein Balkon im Gegenwert eines Autos

Die Immobilienpreise steigen weiter rasant. In München zum Beispiel kostet ein Quadratmeter inzwischen fünfstellig.
--- Ende Zitat ---
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/immobilien-preise-muenchen-1.5464629

Kuddel:
Katastrophale Entwicklungen:


--- Zitat ---Rekord: Fast 29.000 Wohnungen in Berlin wurden im Jahr 2021 von Miet- zu Eigentumswohnungen. Nun wird über politische Konsequenzen debattiert.
--- Ende Zitat ---
https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/besserer-schutz-vor-eigenbedarfskuendigungen-verlangt-li.223205

Kuddel:
Eine Scheißdrecktendenz:


--- Zitat ---Immobilien zu kaufen ist laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft oft deutlich billiger als zu mieten.
--- Ende Zitat ---
https://www.deutschlandfunk.de/immobilienkauf-oft-guenstiger-als-mieten-104.html

Ganz gezielt von der Politik entwickelt. Inzwischen lebt nicht mehr die Mehrheit in Mietwohnungen. Man begibt sich in Verschuldung. Es wird eine "Altersvorsorge" durch Wohneigentum versprochen. Wird man Pflegebedürftig, ist die Altersvorsorge schneller futsch, als man gucken kann.

Nikita:
Ein Grundstückssachverständiger und Jurist sagte mir mal, sich ein Haus zu kaufen, in dem man nur selbst wohnt, ist die teuerste Wohnform. Das bezieht sich wohl darauf, dass man praktisch nichts von der Steuer absetzen und keine Abgaben umlegen kann. Das sieht bei einem Zweifamilienhaus, in dem man eine Wohnung bewohnt und eine vermietet schon ganz anders aus.
Damals waren allerdings die Zinsen für Immobilienkredite wesentlich teurer. Im letzten Jahrzehnt waren die nahe Null und die Mieten wie Immobilienpreise auf Rekordniveau.

Eine ganze Zeit lang wurden z.B. Krankenschwestern Immobilien verkauft mit der Rechnung, dass diese sich selbst tragen und dadurch dann Steuervorteile also insgesamt Gewinn bringen, von dem sie sie abbezahlen kann.
Das waren dann Schrottimmobilien oder welche, die keiner mieten wollte und die Käufer gingen pleite. Der Kredit hätte auch nie vergeben werden dürfen.

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