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Was will überhaupt die "Fridays for future"-Bewegung genau?

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Kuddel:
In Bremen haben sie alle Parteien ausgeladen zum Klimastreik.
Sehr cool!


--- Zitat ---FFF lädt R2G in Bremen aus
Keine Zukunft für Parteien

Fridays for Future hat Bremens organisierte Politik vom Klimastreik am 20. September ausgeladen. Dabei findet sich die Regierung doch vorbildlich.
...
Die Begründung: „Keine entspricht in ihren Forderungen dem wissenschaftlichen Konsens oder hat einen konkreten Plan, wie das 1,5-Grad-Ziel geschafft werden soll.“
...
Vertreter*innen von SPD, Grünen und der Linkspartei reagieren verwundert: In einem gemeinsamen Brief an FFF weisen die die Kritik zurück und weisen auf die „großen Gemeinsamkeiten“ hin, die einander verbinde. „Ich finde es befremdlich, auch aus meinem Demokratieverständnis heraus, die Politik explizit auszuladen“, sagt die grüne Umweltsenatorin...

Die FFF-Aktivist*innen wollen den Vorwurf eines mangelhaften Demokratieverständnisses dagegen nicht gelten lassen: „Wir sehen einen weitaus größeren Widerspruch darin, dass ihr als Politiker*innen auf eine Demonstration gehen möchtet, die sich gegen eure eigene Klimapolitik richtet“, antworten sie.
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--- Ende Zitat ---
https://taz.de/FFF-laedt-R2G-in-Bremen-aus/!5622925/

counselor:
Im Konfliktfall werden die Bremer Schüler da aber eine Niederlage erleiden, weil dem Ausschluss von Parteien von Demonstrationen Art. 21 Abs. 1 GG entgegensteht. Außerdem kann nur die Polizei Personen von einer Demo ausschließen - nicht die Demoleitung.

tleary:

--- Zitat von: counselor am 21:11:34 Do. 19.September 2019 ---2) Der Kohleausstieg, also die Abschaltung aller Kohlekraftwerke, muss bis 2030 erfolgen.   

--- Ende Zitat ---
Das ist aber auch nicht übermäßig ambitioniert. 2025 wäre bestimmt locker drin. Schließlich wird in Deutschland ein Überangebot an Strom erzeugt, das dann billigst ins Ausland verkauft werden muß. - Auch ein Grund, warum die Energiewende so teuer ist. Aber der Hauptgrund ist wohl, daß große Teile der Industrie, die 3/4 des Stroms verbraucht, durch uferlose Ausnahmeregeln (dank erfolgreicher Lobbyarbeit) finanziell überhaupt nicht mehr für die Energiewende bezahlen muß. Niemand bekommt Strom in D billiger als eine Aluminiumhütte, von denen jede einzelne allein schon so viel an Strom verbrät, wie eine mittelgroße Stadt.


--- Zitat von: counselor am 22:22:11 Do. 19.September 2019 ---Außerdem kann nur die Polizei Personen von einer Demo ausschließen - nicht die Demoleitung.

--- Ende Zitat ---
Echt? - Da steckt bestimmt das neue Polizeiaufgabengesetz vom Seehofer dahinter.  ;D

Trotz aller guter Vorsätze: Was von FFF politisch bleibt, ist die nächste Erhöhung der indirekten Steuern in Form der Energiesteuern. Und die treffen wieder die ärmeren Schichten. Das scheint abgemachte Sache zu sein in der GroKo. Denn man muß ja "etwas tun" gegen den Klimawandel. Und Mineralölsteuer erhöhen ist ja sowas von einfach. Daß die Maßnahme überhaupt nicht zielgerichtet wirkt, ist dabei egal. Wenn überhaupt, dann müsste evtl. der Emissionshandel effizienter gestaltet werden.

Im übrigen glaube ich wirklich, daß die Reduzierung des CO2-Ausstosses das Klima nicht (mehr) rettet. Besser wären konkrete Maßnahmen wie etwa Deiche bauen für Städte, die von Überflutung bedroht sind (besonders in der 3. Welt). Oder man siedelt die Menschen gleich ganz um in höhergelegene Regionen. Wäre natürlich sehr teuer, aber man hat ja noch etliche Jahrzehnte Zeit für solche Maßnahmen, so daß sich die Kosten dafür auf viele Jahrzehnte verteilen. Jedenfalls wären solche Maßnahmen meß- und überprüfbar. Und nicht so schwammig wie weniger CO2 erzeugen.

Kuddel:
Ich verstehe das "Ausladen" der Parteien so:

Die Parteien stehen nicht auf der Liste der Veranstalter und Einlader zur Demo und sie haben auf dem Rednerpodium nichts verloren. Ich halte die Entscheidung für absolut richtig.

Hinzu kommt die die Sondersituation von Bremen. Die SPD ist da länger an der Macht als die Kommunistische Partei in China. Es gibt dort einen politschen Filz von SPD und DGB, da dürfte die FIFA vor Neid erblassen.

So hat sich an der Mieterdemo in Bremen zum Beispiel die SPD beteiligt, die zuvor den kommunalen Wohnraum an Vonovia verscherbelt hat. Auch die Gewerkschaft der Polizei demonstrierte mit, deren Mitglieder noch 3 Tage zuvor eine Zwangsräumung durchsetzten.


--- Zitat --- „Wir sehen einen weitaus größeren Widerspruch darin, dass ihr als Politiker*innen auf eine Demonstration gehen möchtet, die sich gegen eure eigene Klimapolitik richtet“
--- Ende Zitat ---

Troll:
Seltsam, müssen sich die Veranstalter demnächst bei RWE & Co. entschuldigen weil sie die Mitverursacher des Klimawandels nicht einladen um ihre Hirnfürze in die Demonstranten abzulassen, die Politik hat alle Hinweise ignoriert und sogar Jahre lang den Klimawandel voran getrieben, wegen der "zukünftigen" Arbeitsplätze, haha, dann kann ich mir eine fette Klimaanlage leisten die mit billigem Kohlestrom kühlt, ich weiß, absurd übertrieben, aber genau so eine Politik wird gemacht, der eigentliche Klimawandel interessiert die Politik immer noch nicht, die Demonstranten interessieren sie in bestimmter Weise.

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