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Erwerbstätigkeit macht mich fertig/ AU wegen Depressionen, wie geht es weiter?

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Aius:
Hey liebe Leserinnen und Leser =) (ich hoffe der Forenbereich ist richtig) ^^



Die Problematik, welche ich zur Zeit habe versuche ich mal "kurz"  :D zu erläutern.


Vor knapp zwei Monaten habe ich nach meinem ALG II-Bezug eine neue Tätigkeit begonnen.
Es stellte sich nach wenigen Tagen heraus, dass der Chef ein Choleriker ist und ein sehr schlechtes Arbeitsklima in der Firma herrscht, welches mit meinen Vorstellungen eines halbwegs menschenwürdigen Arbeitsplatzes nicht vereinbar ist.

Aufgrund der Launen des Chefs in dem sehr kleinen Betrieb färbt der raue Umgangston auch auf die Kollegen ab und man fühlte sich ständig unter Druck gesetzt und wie ein Sklave. Da ich Aufgrund der sicher eintretenden Sanktionierung des Job Centers nicht ohne Einschnitte kündigen konnte, habe ich mich noch mehrere Wochen durchgebissen, um eventuell die Aussicht auf Besserung der Arbeitsbedingungen oder eine andere Arbeitsstelle zu haben.

In dieser kurzen Zeit bemerkte ich, dass es mir psychisch sehr schlecht ging und ich nicht mehr weiter wusste (ständiges Grübeln, ein enorm schlechtes Bauchgefühl und Herzklopfen). Das I-Tüpfelchen war dann noch, dass der Lohn fünf Tage später gezahlt wurde und ich durch die Kollegen hörte, dass das in der Vergangenheit häufiger vorkam und die Motivation auch noch zusätzlich darunter leidet, weil alle auf ihr Geld warteten. Mein Körper entwickelte eine regelrechte Abwehrreaktion, welche dazu führte, dass ich zum Arzt ging und Aufgrund einer mittelschweren Depression AU geschrieben bin.

Nun will ich einfach nur noch mit diesem Mist abschließen, da ich mich selber ärgere überhaupt dort angefangen zu haben und nach wenigen Wochen seelisch sehr am leiden bin. Ich habe auch gedacht, dass schnell die Kündigung kommt, da ich mich ja noch in der Probezeit befinde und vor ca. 3 Wochen einen Arbeitsvertrag erhalten habe, welchen ich aber noch nicht unterschrieben habe. Doch komischerweise ist bis jetzt keine Kündigung bei mir angekommen.

Mein neuer Hausarzt meinte ich solle dem Chef sagen, dass es mit uns beiden nicht klappt und er mir bitte kündigen soll. Doch einerseits ist mein Chef ja ein Choleriker und ich will ihn auch nicht anbetteln mir zu kündigen. Außerdem weiß ich nicht, ob das später trotzdem zu Ärger mit dem Jobcenter führen kann, da ich ihn nach der kurzen Zeit schlecht einschätzen kann, was er diesem dann auf Nachfrage erzählt. Ich weiß auch, dass mein Arzt mir das eigentlich bescheinigen könnte, dass ich auf Ärztlichen Rat kündige, doch er hat mir dies auch nicht angeboten und es erscheint mir etwas dreist ihn nach der kurzen Zeit dazu zu drängen/zu bitten.

Ich dachte auch daran dem Chef zu sagen, dass ich psychisch erkrankt bin, doch unsere Stadt ist sehr klein und ich will nicht das das hier zum Buschfunk wird..
Alles in allem sehe ich zurzeit kaum einen Ausweg und empfinde es alleine als Belastung, dass ich aktuell “nur” AU geschrieben bin, aber trotzdem nicht damit abschließen kann. Alleine wenn ich daran denken muss da nächste Woche wieder morgens anrufen zu müssen und mich AU zu melden verursacht einen enormen psychischen Druck.

Ich sehe im Moment nur wenige Möglichkeiten da raus zu kommen. Mein Körper und Geist will einfach nicht mehr und ich habe schon mit dem Gedanken gespielt alles hinzuschmeißen. Die Logik spricht dagegen, doch mein Kopf will einfach nicht mehr..
Ich bin euch echt super dankbar für jeden Ratschlag, welcher mir ein wenig Hoffnung verschafft aus dieser Mühle raus zu kommen und ich bedanke mich sehr fürs lesen.



Schöne Grüße  :)

Aius

Onkel Tom:
Moin Aius und willkommen im Forum der Ausgebeuteten..

Klaro bist Du hier richtig und ich finde es gut, das Du dich besser eher meldest, bevor
Dich ein Choleriker fertig macht..

Nun habe ich deinen Beitrag erst jetzt endeckt und bin gerade auf einen Sprung zur
einer Veranstaltung.. Daher komme ich morgen erst wieder auf dein Problem zurück.

Ich denke, das das "abschließen" möglich ist.. Bleib wacker  ;)

Das Du nun die gelbe fahne gehisst hast, das ist erstmal gut so..  Und das mit dem
"Buschfunk" kann mann auch wuppen :D

Aius:

--- Zitat von: Onkel Tom am 17:29:54 Mo. 28.Oktober 2019 ---Moin Aius und willkommen im Forum der Ausgebeuteten..

--- Ende Zitat ---
Hey Onkel Tom und an alle Anderen :D.

Ich danke Dir schonmal für den schnellen Post.  :)
Das beruhig ungemein.

Beste Grüße und bis dahin viel Spaß auf der Veranstaltung, bis Moin.

admin:
Aius, willkommen bei chefduzen.
Du hast die Problematik so klar beschrieben, daß das bereits der halbe Weg zu einer Lösung ist.
Du must aus dieser Situation raus, daran führt kein Weg vorbei. Es sollte einen besseren Weg geben, als den, den dir dein Hausarzt vorgeschlagen hat. Ich denke, die Community wird dir mit Rat und Verständnis zur Seite stehen.

Onkel Tom:

--- Zitat von: Aius am 16:48:02 Mo. 28.Oktober 2019 ---...
Vor knapp zwei Monaten habe ich nach meinem ALG II-Bezug eine neue Tätigkeit begonnen.
Es stellte sich nach wenigen Tagen heraus, dass der Chef ein Choleriker ist und ein sehr
schlechtes Arbeitsklima in der Firma herrscht, welches mit meinen Vorstellungen eines
halbwegs menschenwürdigen Arbeitsplatzes nicht vereinbar ist.
...

--- Ende Zitat ---

Ja, leider kann man beim Vorstellungsgespräch nicht ermitteln, wie das Arbeitsklima in der
Firma beschaffen ist und da Choleriker meistens nur Anlassbezogen oder punktuell ihr
Unwesen treiben, fällt solch Missstand a la "Kollege = Arschloch" oft zu spät auf..


--- Zitat ---...
Aufgrund der Launen des Chefs in dem sehr kleinen Betrieb färbt der raue Umgangston auch
auf die Kollegen ab und man fühlte sich ständig unter Druck gesetzt und wie ein Sklave.
...

--- Ende Zitat ---

Der Betrieb hat also keinen Betriebsrat und wie gehen Deine Kollegen damit um ?
Versuchen sie sich gegenüber des Blickfeldes vom cholerischem Chef fern zu
halten oder gibt es anbei einschleimende Kollegen, die meinen den Choleriker
darin zu unterstützen, das er immer Recht hätte, so aus zu rasten ?

Es gibt leider verschiedene Arten des Cholerikertum. Die erste Gruppe, die unfähig
sind, mit Mitmenschen auf einer vernünftigen Basis zu kommunizieren oder im
Privatleben nicht zu ihrem Zügen kommen. (Reines unheilbares Symptom).

Die zweite Gruppe hat psychich nichts an der Waffel, meinen jedoch durch ihre
Machtdemonstration und Unberechenbarkeit Druck zu Gunsten des Firmenprofit
aus zu üben..


--- Zitat ---Da ich Aufgrund der sicher eintretenden Sanktionierung des Job Centers...

--- Ende Zitat ---

Gut, das du mehrere Wochen versucht hast, das cholerikertum ein zu dämmen..
Wie hast du es versucht und warum scheiterte es bislang ?

Zum Sanktionierungswahn des Jobcenter etc. mach Dir bitte erstmal kein dicken Kopf.
Führst Du Mobbingtagebuch oder Erinnerungsprotokoll, kann man den "wichtigen Grund"
für das Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis unterstreichen.

Auf keinen Fall selber kündigen oder sich auf einem Aufhebungsvertrag einlassen !!
Dazu muss erst ein ärztliches Attest an die Sonne kommen, die den Schritt rechtfertigt.


--- Zitat ---...
In dieser kurzen Zeit bemerkte ich, dass es mir psychisch sehr schlecht ging...
der Lohn fünf Tage später gezahlt wurde und ich durch die Kollegen hörte, dass das in der
Vergangenheit häufiger vorkam und die Motivation auch noch zusätzlich darunter leidet,
weil alle auf ihr Geld warteten...
...

--- Ende Zitat ---

Ich hoffe, die Lohnzahlungsverzögerungen sind in deinen Papieren wie Kontoauszug
sichtbar und konntet ihr Kollegen euch nicht zusammen tun, um die Forderung auf
pünktlicher Lohnzahlung durch zu setzen ?


--- Zitat ---...
Nun will ich einfach nur noch mit diesem Mist abschließen, da...
...

--- Ende Zitat ---

Verständlich, zumal man den Choleriker am liebsten nicht mehr sehen will..


--- Zitat ---...
komischerweise ist bis jetzt keine Kündigung bei mir angekommen.
...

--- Ende Zitat ---

Der Arbeitsvertrag ist also noch nicht unterzeichnet.. Hihi.. gut so.. Damit lassen sich
um so besser Arbeitsgesetze etc. als Richtschnur anbringen, was Differenzen zum
Arbeitsverhältnis angeht.. Bist Du Gerwerkschaftsmitglied ?

Ich hoffe, das du die AU nun 6 Wochen durchziehen kannst.. In der Zeit ist AG verpflichtet,
dein Lohn weiter zu zahlen.. Hat er dich bis dahin "aus betrieblichen Gründen" nicht
gekündigt, müsstest Du nach der ersten Dauer-AU nochmal 1-3 Werktage hin und holst
die eine erneute AU.. Damit müsste AG weitere bis zu 6 Wochen Lohn blechen..

Ich denke spätestens dann will er dich los werden.. Auch wenn du in der Probezeit bist,
versuche eine Kündigung aus betrieblichen Gründen zu bekommen / provozieren.


--- Zitat ---...
Mein neuer Hausarzt meinte...
...

--- Ende Zitat ---

Ich hoffe, das es wenigstens mit deinem Doc klappt. Seine Ratschläge sind ja nicht
schlecht, aber alles Mumpitz, solange er kein Atest fertigt, aus dem hervorgeht, das
die Fortführung des Arbeitsverhältnis aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr
zumutbar ist..

Dein Cheffe lass erstmal dumm sterben.. Er soll erstmal weiter den Lohn blechen..

Um dein Leiden etwas Abhilfe zu schaffen, tut es anbei ganz gut, wenn Gepeinigter
sich in irgendeiner Form bei Schuldigen auch dafür "bedanken" kann, in dem er halt
nun Konsequenzen zu tragen hat, die ihn fast vor cholerischen Anfällen platzen lassen.
 ;)

Erhole dich erstmal mittels länger andauernde gehisster gelber Fahne..
Eventuell Überweisung zum Facdoc ? AU und Atest in Absprache vom Hausdoc.

Cholerische Arbeitskollegen oder Vorgesetzte hält auf Dauer niemand aus und ist
unter anderem auch ein Ansatz zur Prüfung, ob das Arbeitsschutzgesetz § 4 und 5
Abs. 3-6, weiter die Betriebssicherheitsverordnung § 3 und der Arbeitstättenverordnung
§3 eingehalten wird..

Zumindest dürfte keine "Gefährdungsbeurteilung psychicher Belastungen" vorliegen,
was seid 2013 Pflicht ist..

Ob Du nun deinem Peiniger auf diesem Wege "sicher in die Fresse hauen" möchtest,
schlaf mal drüber.. (Rache ist süß, sollte jedoch nicht sofort alles an Pulver auf einen
Schlag verschossen werden)

Wenn Cheffe deine Lohnfortzahlung nicht zahlt, kann man ihn ja fragen, ob
"Gefährdungsbeurteilungen im Sinne des § 4 Arbeitsschutzgesetz" vorliegen ?"

Diese Frage bringen gerade Choleriker schnell auf Trapp, da sie genau wissen, das
gerade sie massiv dagegen verstoßen und je nach dem in wie weit das ausgeartet
ist, die BG oder Gewerbeaufsichtsamt den Laden massiv Ärger bereiten können.

In größeren Betrieben werden Choleriker meistens dahin versetzt, wo sie nur noch
wenig Kontakt zu Kollegen haben und ihr eigenbrödleriches Dasein leben..

Ich muss mich anbei noch mal mit einem Fachmann darüber unterhalten, in wie weit
meine oben genannten §§ auf Kleinbetriebe anwendbar sind..

Zum "Buschfunk" kannst Du es ja vermeiden, warum Du vom Allgemeinmediziener
AU geschrieben bist und falls nötig, kann mann auch darüber tüffteln, "Informations-
vergiftung" ein zu bringen..

Mit solidarischen Grüßen Tom  ;)

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