Autor Thema: Chefduzer und Betriebspolitik  (Gelesen 1071 mal)

counselor

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Re: Chefduzer und Betriebspolitik
« Antwort #15 am: 13:27:42 So. 03.November 2019 »
Ein weiteres Thema auf der Betriebsversammlung waren die Einzahlungen des Betriebs in die Rentenversicherung und die Auswirkungen auf die Rentenhöhe. Die Kollegen fürchten Altersarmut. Am Rande ging es dann noch um Arbeitssicherheit. Die Kollegen beklagten ua alte Stühle, die sich nicht mehr in der Höhe verstellen lassen und in der Folge zu Kreuzschmerzen führen.
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dagobert

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Re: Chefduzer und Betriebspolitik
« Antwort #16 am: 01:10:56 Sa. 09.November 2019 »
Wer die Lohnsenkung ablehnt, kann kündigen.
Falsch, genau andersrum muss das laufen.
http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Kuendigung_Aenderungskuendigung.html

Denn du hast ja (hoffentlich) einen Arbeitsvertrag, in dem dein Lohn in irgendeiner Form fixiert ist. Und der kann bestenfalls nur gesenkt werden, wenn beide Parteien damit einverstanden sind.
Da ist aber auch Vorsicht angebracht.
Eine einvernehmliche Vertragsänderung mit anschließendem Gang zum JC gibt Ärger.

counselor

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Re: Chefduzer und Betriebspolitik
« Antwort #17 am: 08:46:40 Sa. 09.November 2019 »
Wer die Lohnsenkung ablehnt, kann kündigen.
Falsch, genau andersrum muss das laufen.
http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Kuendigung_Aenderungskuendigung.html

Theoretisch. Praktisch können sie jeden hinausmobben.
Denn du hast ja (hoffentlich) einen Arbeitsvertrag, in dem dein Lohn in irgendeiner Form fixiert ist. Und der kann bestenfalls nur gesenkt werden, wenn beide Parteien damit einverstanden sind.
Da ist aber auch Vorsicht angebracht.
Eine einvernehmliche Vertragsänderung mit anschließendem Gang zum JC gibt Ärger.

Du willst auf die Nachrangigkeit bzw auf eine selbstverschuldete Notlage hinaus. Die meisten haben dann Wohngeldanspruch. Sicher werden sich die Ämter bedanken ...
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counselor

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Re: Chefduzer und Betriebspolitik
« Antwort #18 am: 18:42:39 Sa. 14.Dezember 2019 »
Der Unmut über die Erhöhung der Kantinenpreise trägt jetzt Früchte. Der Anstieg fällt nicht so heftig aus, wie von der Geschäftsleitung geplant. Die Kosten für das Mittagessen steigen nur noch um 50%, statt wie geplant um 70%. Außerdem bleibt das Frühstück kostenlos, wenn man zu Mittag ißt (was ja schon auf der Betriebsversammlung gesagt wurde).
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Kuddel

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Re: Chefduzer und Betriebspolitik
« Antwort #19 am: 20:06:39 Sa. 14.Dezember 2019 »
Gab es nur informelle Diskussionen in der Belegschaft, gab es kämpferische Reden bei der Betriebsversammlung oder gar anderes, wie ein Flugblatt?

counselor

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Re: Chefduzer und Betriebspolitik
« Antwort #20 am: 20:28:15 Sa. 14.Dezember 2019 »
Es gab auf der Betriebsversammlung sehr empörte Wortmeldungen. Die Geschäftsleitung bat die Kollegen, sich im Ton zu mäßigen. An meinem Standort (der Betrieb hat drei Standorte im Stadtgebiet) gab es informelle Diskussionen. Ein Flugblatt gab es nicht. Was an den anderen Standorten los war, weiß ich nicht.
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Re: Chefduzer und Betriebspolitik
« Antwort #21 am: 19:25:06 Do. 28.Mai 2020 »
Ich wünschte mir, dieser Bereich wäre lebendiger.
Viele schreiben erst dann von den Zuständen auf Arbeit, wenn sie echte Probleme haben und nicht mehr weiter wissen. Dieses Forum kann und soll auch dafür genutzt werden, über den Job zu reden, wenn man noch nicht am Verzweifeln ist. Berichte vom Alltag, lustige Situationen mit Kollegen, kleine Rebellionen und Niederlagen, all das kann nicht nur unterhaltsam sein, sondern auch Grundlage für wichtige Diskussionen.

Der Jour Fixe der Gewerkschaftslinken Hamburg hat uns gebeten, Berichte rund um Job und Corona zu schicken. Verschiedene Berichte wurden auf ihrer Homepage inzwischen veröffentlicht. https://gewerkschaftslinke.hamburg/category/aktuell/corona/
Ich mußte ein wenig nachhelfen und Leute anschubsen. Nun sind jedoch einige Berichte der Sammlung von chefduzern.

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Re: Chefduzer und Betriebspolitik
« Antwort #22 am: 13:25:20 Do. 18.Juni 2020 »
Ich bin ja immer noch wegen einer coronarelevanten Grunderkrankung im Corona-Urlaub. Gestern kam ein Anruf vom Betrieb, in dessen Verlauf man mir ua mitteilte, dass der Betrieb sich dieses Jahr wegen der Corona-Krise außer Stande sieht, Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld zu zahlen.
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Re: Chefduzer und Betriebspolitik
« Antwort #23 am: 10:35:02 Di. 21.Juli 2020 »
Gerade hat der Betrieb bei mir angerufen. Ich bin ja immernoch wegen Corona daheim. Ich wurde nochmals darauf hingewiesen, dass es dieses Jahr keine Prämien gibt. Außerdem gibt es das Problem, dass aufgrund der monatelangen behördlichen Betriebsschließung und der andauernden Betretungsverbote sich der Resturlaub bei vielen Beschäftigen und auch bei angetürmt hat. Deswegen hat die Geschäftsleitung die Gruppenleiter ermächtigt, einseitig Urlaub anzuordnen.

Eine Arbeitsaufnahme ist im Moment nur möglich, wenn ich entweder ein Fall für die Einweisung in die Psychiatrie wäre, oder wenn ich eine fachärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung betreffend meiner coronarelevanten Grunderkrankungen bringe. Das habe ich erstmal nicht vor.

Ende nächster Woche erfahre ich dann, wie es mit meinem Betretungsverbot weitergeht.

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Re: Chefduzer und Betriebspolitik
« Antwort #24 am: 15:43:07 Mo. 27.Juli 2020 »
Meine Sachbearbeiterin hat mich vorhin angerufen. Nach Lage der Dinge endet mein Corona-Urlaub nun nach 19,5 Wochen am 2.8.20 und ich muß nächsten Montag wieder arbeiten gehen.
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Re: Chefduzer und Betriebspolitik
« Antwort #25 am: 14:25:57 Fr. 31.Juli 2020 »
Der Betrieb hat nochmals angerufen und bestätigt, dass ich ab 3.8.20 wieder arbeiten muss. Habe noch fast den ganzen Jahresurlaub und bin gespannt, ob ich mich mit den Vorgesetzten darüber einigen kann, wie ich den nehme oder ob es irgendwann Zwangsurlaub gibt.

Auch mal sehen, wie arbeiten unter Corona-Bedingungen so ist.
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Re: Chefduzer und Betriebspolitik
« Antwort #26 am: 17:47:04 Mo. 03.August 2020 »
Hatte heute meinen ersten Arbeitstag. Der Tag begann nach der vorgeschriebenen Desinfektion der Hände mit einer Belehrung über das Hygienekonzept. Im ganzen Haus herrscht Maskenpflicht. Und natürlich gilt eine Abstandsregel von 1,5 Metern. Auf den Fluren ist eine Laufrichtung vorgeschrieben. Auch hängt an jeder Tür ein Schild, auf dem steht, wie viele Leute sich im jeweiligen Raum aufhalten dürfen. Fast alle Türen stehen offen und die Räume müssen mindestens viermal am Tag für 15 Minuten durch Öffnen der Fenster belüftet werden. Wie das im Winter umgesetzt werden kann, ist noch unklar. Im Sommer ist es auf jeden Fall kein Problem.

Bei der Maskenausgabe ist zu beachten, dass die Masken nur mit Einweghandschuhen aus dem Karton entnommen werden dürfen. Der Sportraum und der Ruheraum sind gesperrt. Die Pausenzeiten wurden so entzerrt, dass man im Speisesaal alleine an einem Tisch sitzen kann.

Das Arbeiten mit der Baumwollmaske ist gewöhnungsbedürftig. Die Maske war nach zwei Stunden klatschnass und sie ist beim Heben von schweren Kartons mehr als hinderlich. Jedenfalls mußte ich mich danach erst mal unter der Maske nach Luft japsend etwa 10 Minuten hinsetzen. Auch meine Brille rutschte immer wieder von der Nase.

Ansonsten war der Tag geprägt vom Hallo mit den KollegInnen und vom Austausch über die vergangenen vier Monate. Meine direkte Kollegin in der Wäscherei war froh, dass ich wieder da bin, weil das bedeutet, dass sie nicht mehr alles alleine machen muss. Es gab auch eine Diskussion über die Demo der Corona-Rebellen in Berlin. Diese Demo wurde als irrational und rechts angesehen, was auch meiner Meinung entspricht.

Nächste Woche habe ich fünf Tage Urlaub. Für die Woche vom 5.10. bis 9.10.20 ist Urlaub zugesagt, so dass ich jetzt noch 10 Tage Resturlaub verplanen muss.

Ach ja - eine neue Vorgesetzte habe ich auch noch. Die machte einen netten Eindruck. Und ihre Vorgängerin ist im siebten Monat schwanger und gab auch ein kurzes Stelldichein und es wird innerhalb der nächsten zwei Wochen Kaffee und Kuchen zum Ausstand geben.

Meine Sachbearbeiterin erklärte mir übrigens, dass wir voraussichtlich noch ein Jahr mit den Hygieneregeln produzieren müssen und dass die Betriebsleitung nicht mit einem zweiten Lockdown mit Betriebsschließung im Falle einer zweiten Corona-Welle rechnet. Das würde sich die Regierung nicht mehr trauen.
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