Autor Thema: ***Ich arbeite zu viel für zu wenig Geld fürchte ich *** Meinung erwünscht  (Gelesen 167 mal)

vampyrella

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Hallo!

Hab ja schon ewig nichts mehr geschrieben. Jahre nicht mehr! Aber heute will ich euch mal wieder um eure geschätzte Meinung fragen.

Ich arbeite für (nicht bei, ist eine Tochterfirma) einem Sozialversicherungsträger für einen bestimmten Servicebereich.
Ich mache meine Arbeit sehr gut (wird unregelmäßig prämiert) und sehr gerne (auch wenn ich dafür überqualifiziert bin).

Das mündet darin, dass ich regelmäßig mit meiner monatlich zugeteilten Aufgabe in kürzester Zeit fertig bin (monatliche Aufgabe = 2 Wochen normal bis gechillt arbeiten, dann bin ich fertig). Gerne übernehme ich dann die Aufgabe von anderen Kolleg*innen. Dafür bekomme ich unregelmäßig eine Prämie (meist so 200-500€ extra), weil ich die einfordere (hab es vorher jahrlang umsonst gemacht)
---> Nebenbei mache ich noch eine (selbst bezahlte) Weiterbildung in Fernkursart, weil es die Arbeitszeit einfach hergibt, dass ich das machen kann <---

Mein zusätzlich erworbenes Know-How wird gerne auch für andere Projekte genutzt (nicht eingefordert, aber es hilft meiner Abteilung mache Dinge besser zu verstehen, es sind alles Branchenfremde), aber nicht vergütet.

Jetzt habe ich eine Anfrage bekommen, eine Fleissaufgabe (=Deppenarbeit) mit zu übernehmen: Aktenkisten im Keller einsortieren, während meiner normalen Arbeitszeit. Theoretisch hätte ich Lust darauf (ich könnte da 4 Wochenstunden lang neben der Arbeit Filme nebenbei laufen lassen oder Musik hören) und weil es mich körperlich ein bisschen auslastet (sonst sitze ich nur im Büro). Es sind vier Wochenstunden, also 16 Stunden pro Monat extra. Über ein halbes Jahr ist das ganze angelegt.

Natürlich will ich mir das extra bezahlen lassen, bin mir aber unschlüssig, wie ich da argumentieren soll. Der Vorgesetzte hat mich erstaunt angeguckt, als ich sagte, dass ich das extra vergütet haben will, dann mach ich das gerne.
Heute haben wir nochmal gesprochen und es wurde wieder eine "einzelne" Leistungsprämie (damit ja keine betriebliche Übung eintritt...) ausgelobt. Das erscheint mir aber zu wenig, da es ja sechs Monate "Dauerbelastung" zum normalen Tagesgeschäft  sind.

Normal verdiene ich 12€ brutto. Wäre es vermessen, wenn ich für die 16 Monatsstunden quasi 12€ pro Stunde extra zu verlangen? Also regelmäßig 192 Euro extra bis zum Ende des "Projekts"?

Wir sind letztes Jahr aus dem Tarifvertrag ausgetreten (worden...). Ich bin nach wie vor Gewerkschaftsmitglied und sehe mich in meiner (unbefristeten) Situation eigentlich in der Berechtigung das zusätzliche Geld extra, regelmäßig zu verlangen.

Oder wie seht ihr das?






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Kuddel

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Es liest sich so, als würde die Firma recht gut an dir verdienen. Die 12€ brutto mit denen man dich abspeist, sind sowieso nicht sonderlich viel. Du sagst ja selbst, daß dir die Arbeit überdurchschnittlich schnell von der Hand geht. Mit unregelmäßigen Prämien fährt das Unternehmen wohl auch recht gut.

Ich finde die Idee, jetzt knapp 200€ extra zu verlangen, nicht vermessen. Was soll dir schon passieren? Sie werden dich dafür nicht bestrafen, eher werden sie überrascht tun und wenn du keinen Rückzieher machst, fangen sie an zu feilschen.
 
Das sind meine spontanen Gedanken dazu.

BGS

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  • Polarlicht
Es tut gut, sich seines Wertes im Arbeitsleben bewusst zu sein. die 192,- (brutto?) im Monat zusätzlich bis Projektende scheinen auch mir nicht vermessen.

Warum sollte man in Deiner Situation quasi umsonst ein halbes Jahr zusätzliche, uninteressante "Deppenarbeit" machen? Motiviert halt, etwas Extrageld während der ganzen Zeit. Zumal 12,- brutto sich nach sehr wenig anhört angesichts Deiner Schilderung.

Viel Erfolg beim Verhandeln und alles Gute!

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

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(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Onkel Tom

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Hast Du schon mal augerechnet, wieviel Stunden Du für diese "Extraprämien" akkern
musst, beziehungsweise, wie hoch der Durchschnitt-Stundenlohn ist ?

Rechne dir das mal bitte aus. Dann kannst Du auch für dich selber bewerten, ob sich
deine freizügige Bereitschaft auf Mehrarbeit auch wirklich lohnt..

Deine Zeilen klingen so, das mittels schöner Worte mehr Arbeitsleistung aus dir
"gequetscht" wird.
Noch scheint es gut zu laufen, was jedoch nachdem dein kleiner Finger, dann die Hand
und zum schluss der ganze Arm ergriffen wurde, das böse Erwachen kommen könnte,
das du nur ausgenutzt wirst..

Verlange ruhig die Bezahlung weiter anfallender Arbeitstunden.. Lässt Du dich weiter
auf "schöne Worte" und ungesicherter "Extraprämien" ein, kann das nach der Zeit in
typischer Arbeitsatmosphäre a la: "Hauptsache Arbeit" ausarten, da es gewohnheitsmäßig
in Selbstverständlichkeiten mündet.

Lass Dir nicht einfach den Arm abreißen und genau das solltest Du erst mal für dich
ermitteln, in wie weit da was drann ist.

Lass Dich nicht verhartzen !

vampyrella

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Danke euch für eure Rückmeldungen.

~200€ pro Monat mehr für die Zeit ist also ok. Dann werd ich mich da auch versuchen dahingehend durchzuringen.

Ich denke auch, dass die Firma einen deutlichen Mehrwert an MEINER Arbeitskraft hat im Vergleich zu den Kollegen. Das werde ich mal mit einbringen. Ich hasse ja solche Verhandlungen, aber es muss mal sein.
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Kuddel

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Letztendlich ist es doch so:
Man bekommt immer weniger als man eigentlich verdient.
Man muß versuchen, die Situation nach Kräften zu verbessern.
Dazu muß man erst einmal seine Unsicherheit und Skrupel überwinden.

Und am besten ist es natürlich, wenn man das als Gruppe oder ganze Belegschaft macht.
Aber auch der Kampf des Einzelnen ist wichtig.

admin

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Hab ja schon ewig nichts mehr geschrieben. Jahre nicht mehr!

Wir haben dich vermißt!

vampyrella

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So, also "Verhandlung" ist gelaufen. Geld möchte man jetzt doch nicht ausgeben (*hüstl*) aber immerhin wird mein Tagesgeschäft reduziert und es wird mir vom Vorgesetzten zugearbeitet (die körperliche Arbeit ist somit ausgelagert  ;D )

Der Chef der was zu sagen hat ist krank, den sprech ich einfach wieder auf Prämie an, wenn der wieder da ist.
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