Wat Noch > Praxisbereich

Migrantischer Widerstand

<< < (6/7) > >>

Kuddel:

--- Zitat ---Ein gewisser Geist der Rebellion

Interview mit drei Berliner Gorillas-Rider*innen aus Chile und Mexiko

Der neue Lieferdienst Gorillas betreibt seinen aggressiven Expansionskurs buchstäblich auf dem Rücken der Fahrradkurier*innen. Aber in Berlin stößt er auf Gegenwehr. Im Februar legten die Rider*innen wegen der unzumutbaren Wetterbedingungen die Arbeit nieder. Danach organisierten sie sich als Gorillas Workers Collective und bereiteten die Gründung eines Betriebsrates vor. Zur Betriebsversammlung am 3. Juni konnten sie mehr als 200 Kolleg*innen mobilisieren. Ihre bislang spektakulärste Aktion war der spontane Streik am 8. und 9. Juni mit Blockaden von Gorillas-Standorten, für die Wiedereinstellung ihres gekündigten Kollegen Santiago und die Abschaffung der sechsmonatigen Probezeit. Noch vor diesen Ereignissen haben wir Ende Mai mit Carlos und Gladys aus Chile sowie Dario aus Mexiko (Namen geändert) über die Arbeit und die Organisierung bei Gorillas gesprochen

Ein Kollege meinte mal, dass die Verkehrssprache bei Gorillas in Berlin eigentlich Spanisch sein müsse, weil 60 bis 70 Prozent der Rider*innen aus Lateinamerika oder Spanien kommen. Was sind die besonderen Bedingungen für euch aus Lateinamerika?

G: Die meisten arbeiten mit dem sogenannten Working Holiday Visum, das sich in letzter Zeit immer mehr ausbreitet. Es gilt für ein Jahr und ist Teil der Prekarisierung, denn innerhalb dieses Jahres kannst du nur sechs Monate bei demselben Unternehmen beschäftigt sein. Danach musst du den Arbeitgeber wechseln. Das schafft billige Arbeitskräfte und führt zu hoher Fluktuation.
(...)
--- Ende Zitat ---
http://ila-web.de/ausgaben/447/ein-gewisser-geist-der-rebellion

Kuddel:

--- Zitat ---„Die Verbindung zwischen Arbeitsrecht, Prekarität und Migration ist politisch gewollt“

Ana Cárdenas Tomažič und Oskar Fischer im Gespräch über das deutsche Arbeits- und Migrationsregime, anlässlich des Gorillas-Streiks.

(...) Aus einer kritischen Perspektive kann man sagen, diese Arbeitsbedingungen sind prekär. Aber sie sind insgesamt nicht illegal. Sie bewegen sich nicht im informellen Sektor, das ist ein wichtiger Unterschied zu vielen anderen Regionen der Welt. Sehr ähnliche Arbeitsverhältnisse werden anderswo nicht rechtlich definiert, sondern finden jenseits der Regulierung statt, mit Arbeiter:innen von vor Ort, die nicht importiert werden müssen. Dass so eine starke Verbindung zwischen Arbeitsrecht, Prekarität und Migration entstehen konnte, wurde politisch gewollt und auch so rechtlich reguliert, weil der deutsche Arbeitsmarkt so abhängig von den migrantischen Arbeiter:innen ist.
(...)
Rassistische Disziplinierung, Wahlen und Kämpfe migrantischer Avantgardes
(...)
Gewerkschaften, Bürokratie und der politische Charakter des Kampfes gegen Prekarisierung
(...)

--- Ende Zitat ---
https://www.klassegegenklasse.org/die-verbindung-zwischen-arbeitsrecht-prekaritaet-und-migration-ist-politisch-gewollt/

Kuddel:

--- Zitat ---Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Ausländische Arbeiter am HKW Süd protestieren
Osteuropäer bauen das Heizkraftwerk Süd um. Doch ihr Lohn beträgt gerade mal die Hälfte von dem, was ein deutscher Arbeiter bekommen würde.





...Gerade mal etwas mehr als neun Euro erhalten die osteuropäischen Arbeiter in der Stunde, sagt Franz Schütz von der Gewerkschaft Verdi. Deutsche Facharbeiter würden mindestens 18 Euro verdienen...

...Tamás Székely, der Vorsitzende der ungarischen Chemiegewerkschaft, reiste sogar acht Stunden von Budapest nach München, um an der Kundgebung teilnehmen zu können. Er hält es auch deshalb für wichtig, dass seine Landsleute ebenso viel verdienen wie deutsche Arbeiter, weil München so teuer ist. ...
--- Ende Zitat ---
https://www.abendzeitung-muenchen.de/muenchen/gleicher-lohn-fuer-gleiche-arbeit-auslaendische-arbeiter-am-hkw-sued-protestieren-art-749074

Kuddel:
Arbeitsmigranten sind nicht nur Motor der Wirtschaft, sondern auch der Klassenkämpfe.
Die großen Wilden Streiks der 70er wurde von Arbeitsmigranten geführt, der Wilde Streik am Spargelhof Bornheim 2020 und der bei Gorillas 2021 in Berlin wurden (hauptsächlich) von Migranten geführt.

Ein Versuch, die Stadtteilarbeit darauf auszurichten.
Transparent- und Flyeraktion in Kiel-Gaarden:



Rotes Transparent (Bulgarisch): Razzien gegen Ausbeutung?
Hört auf Arbeitsmigranten zu kriminalisieren und zu deportieren.
Geht gegen Ausbeuter vor!



Es gilt klarzumachen, daß die Razzien, die laut Medien gegen Ausbeutung sind, sich in Wirklichkeit gegen die Arbeitsmigranten richten.



Weißes Transparent (Rumänisch): Gleiche Rechte und gleiche Löhne für alle!

ManOfConstantSorrow:
„Migration bedeutet Klassenkampf “
Kanak Attak als Projekt der Geschichtsschreibung.

https://www.arbeit-bewegung-geschichte.de/wp-content/uploads/2021/06/abg_2021_2_Perinelli.pdf
(Ausführliches Interview ab Seite 131)

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln