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Migrantischer Widerstand

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Kuddel:
Schon wieder ein Wilder Streik bei Gorillas!

Die mutige, richtige und wichtige Streikform in Deutschland?

https://de.labournet.tv/gorillas-streik-im-bergmannkiez
engl. mit dt. UT | 4 min



Heute, am 1. Oktober 2021 sind die Gorillas Fahrer_innen erneut in den Streik getreten.
Für bessere Bezahlung, ein besseres Schichtsystem und mehr Arbeitssicherheit.

Das passiert wahrscheinlich nur deshalb, weil die Mehrheit der Gorillas Riders Migranten sind. Sie bringen die Streikkultur hierzulande voran!

ManOfConstantSorrow:

--- Zitat ---Hunderte von Arbeitern ohne Papiere streiken in Frankreich, um ihre Rechte einzufordern



Hunderte von Arbeitern ohne Papiere in der Region Paris streiken seit Montag, um die Legalisierung ihres Beschäftigungsstatus zu fordern. Sie sind in der Gastronomie, in Lieferdiensten und bei der Müllabfuhr beschäftigt und standen während der Pandemie an vorderster Front.
--- Ende Zitat ---
https://www.infomigrants.net/en/post/36119/hundreds-of-undocumented-workers-go-on-strike-in-france-to-demand-their-rights

admin:
Ich wurde von einen internationaen Netzwerk zur Unterstützung/Koordinierung migrantischen Widerstands angesprochen. Es ist eine Initiative mit Beteiligung aus West- und Osteuropa. Es ist ein vielversprechendes Projekt und nun ist chefduzen als beteiligte Initiative in der Kontakliste aufgeführt. Ich werde im Herbst dieses Jahres an einem Vernetzungstreffen in Südschweden teilnehmen.

Seit einigen Tagen ist eine mehrsprache Website des Projekts online. Diese Seite soll nun bekannt gemacht werden.

http://migranti-org.net/de/building-class-power-across-national-borders-deutsch/

Bitte verbreitet die Info und den Link!

Kuddel:

--- Zitat ---Klassenkampf
»Das entscheidende ist, kollektiv zu agieren«
Die Initiative »Migranti« vernetzt europaweit migrantische Arbeitskämpfe. Ein Gespräch mit Evgeni Nikitin

Sie setzen sich mit »Mi­granti« für Beschäftigte in Europa und deren Kämpfe ein. Können Sie die Initiative kurz vorstellen?

Sie wurde 2021 von einigen europäischen Basisgewerkschaften und migrantischen Organisationen ins Leben gerufen, um migrantische Arbeitskämpfe in Europa über die nationalen Grenzen hinaus zu vernetzen und die Macht migrantischer Arbeiter zu stärken. Momentan teilen wir in erster Linie Informationen über unsere Website in zehn Sprachen. Wir berichten dort über Arbeitskämpfe, informieren über die Rechte migrantischer Arbeiter in verschiedenen Ländern und vermitteln Kontakte zu Gruppen, die migrantische Arbeitskämpfe unterstützen.

Wozu bedarf es einer solchen Ini­tiative?

Die Hypermobilität des Kapitals und der Arbeit definiert die gegenwärtige Phase des Kapitalismus in Europa. Ich lebe selber in Bulgarien. 60 Prozent aller bulgarischen Arbeitskräfte arbeiten im Ausland. Migrantische Arbeit ist zum Rückgrat europäischer Volkswirtschaften geworden. Das gilt sowohl für die Länder, in denen Migranten arbeiten, als auch für jene, aus denen sie kommen. Die Geldsummen, die migrantische Arbeitskräfte in ihre Heimatländer schicken, liegen in vielen Fällen über den Investitionen ausländischer Firmen. Migrantische Arbeit ist also nicht nur von Prekarität, niedrigen Löhnen und schlechten Arbeitsbedingungen geprägt, sondern ihr kommt auch große ökonomische Macht zu. Migrantische Arbeitskräfte realisieren das in zunehmendem Maße, was sich an den immer häufigeren Arbeitskämpfen migrantischer Arbeiter in Europa ablesen lässt.

Einer der unmittelbaren Effekte des Krieges in der Ukraine ist, dass Millionen weitere Migranten nach Arbeit suchen werden. Die Arbeitgeber werden versuchen, das zum weiteren Drücken von Löhnen und der Verschlechterung der Arbeitsbedingungen zu nutzen. Aber es wird auch zu zunehmendem Widerstand kommen. Wir werden einen Kampf um die Grenze des gegenwärtigen Systems sehen. Gewerkschaftliche und politische Aktivisten müssen sich in diesen Prozess einbringen, Verbindungen zwischen den Arbeitern herstellen und Solidarität fördern.

Was sind dabei die größten Heraus­forderungen?

Das restriktive Arbeitsregime, das Hunderttausende von Arbeitern in die Illegalität treibt, macht sie von den Arbeitgebern abhängig. Die Welle des Nationalismus, die über Europa schwappt, wird nicht nur dazu verwendet, migrantischen Arbeitskräften ihre Rechte vorzuenthalten. Sie erweist sich auch als große Bedrohung für die Einheit der Arbeiterklasse. Insofern sind der Nationalismus, und nicht zuletzt die damit verbundene Militarisierung, die größte Gefahr.

Welche Rolle spielen die Gewerkschaften?

Große Gewerkschaften haben zwar genug Ressourcen, um Übersetzer anzustellen, individuelle Beschwerden zu unterstützen, Informationskampagnen zu führen und Öffentlichkeitsarbeit zu machen. Doch sie bleiben in der Regel Dienstleister. Das hilft migrantischen Arbeitern nicht dabei, ihre Macht am Arbeitsplatz zu stärken. Anstelle dessen werden sie in ein unmenschliches ökonomisches System integriert, das auf ihrer eigenen Ausbeutung beruht. Gewerkschaften, die wirklich helfen können, sind lokale Basisgewerkschaften, die auf die Selbstorganisierung migrantischer Arbeitskräfte fokussieren.

Warum ist gerade die Selbstorganisierung so wichtig?

Es bedarf nicht unbedingt einer Gewerkschaft, um zu streiken. Migrantische Arbeitskräfte treten immer wieder in wilde Streiks. Gewerkschaftsbürokratien können ihrer Militanz im Wege stehen. Manchmal schlagen sich die Gewerkschaftsführungen gar auf die Seite der Arbeitgeber. Arbeitskämpfe müssen auf den Aktionen der Arbeiter aufbauen. Ob diese einer Basisgewerkschaft angehören, eine militante Fraktion innerhalb einer großen Gewerkschaft bilden oder mit Gewerkschaften gar nichts zu tun haben, ist nicht das entscheidende. Das entscheidende ist, kollektiv zu agieren. Notwendig dafür ist ein Bewusstsein der Klasse und der eigenen Macht als Klasse.
--- Ende Zitat ---
https://www.jungewelt.de/artikel/423571.klassenkampf-das-entscheidende-ist-kollektiv-zu-agieren.html

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