Autor Thema: Migrantischer Widerstand  (Gelesen 646 mal)

ManOfConstantSorrow

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Migrantischer Widerstand
« am: 20:49:23 Fr. 08.November 2019 »
Das Thema ist zentral.
Migranten sind nicht nur Opfer der rassistischen und ungerechten Verhältnisse.
Es sind Menschen, die sich wehren. In der Geschichte waren es immer wieder die Migranten, die mit ihren Kämpfen entscheidende Impulse für die Veränderung des politischen Klimas sorgten. Deshalb versuchen Nazis und Staatsgewalt solche Kämpfe zu verhindern.

Eine aktuelle Meldung:
Zitat
Auf migrantischen Protest in einem Brandenburger Sozialamt wird sofort reagiert: Per Polizeiensatz…

… An der Tür zum Vorraum streckt eine Polizistin die Hände hoch und versucht so, der Handykamera die Sicht zu versperren. Man kann aber weiter erkennen, wie ein Polizist auf den Asylbewerber einschlägt, bis die Tür zum Vorraum zugestoßen wird. Das Video läuft weiter.
http://www.labournet.de/?p=156996

Bericht samt Video vom 7. November 2019 bei Perspektive Online
https://perspektive-online.net/2019/11/video-gaengeln-schlagen-spritzen-polizeigewalt-gegen-gefluechtete
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

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Re: Migrantischer Widerstand
« Antwort #1 am: 09:50:28 Di. 12.November 2019 »
Ohne Rassismus wäre die Lohndifferenz zwischen Deutschen und Migranten nicht durchsetzbar.
In der Beziehung ziehen Arbeitgeberverband, AfD und braune Terrorgruppen à la NSU an einem Strang.

Zitat
Lohn-Kluft zwischen deutschen und ausländischen Beschäftigten steigt deutlich

Osnabrück (AFP) Die Kluft zwischen deutschen und ausländischen Beschäftigten beim durchschnittlichen Verdienst hat sich einem Bericht zufolge  binnen acht Jahren mehr als vervierfacht. Im Jahr 2010 verdienten einheimische Arbeitnehmer mit monatlich 2388 Euro im Schnitt 198 Euro mehr als ausländische Arbeitnehmer, berichtete die "Neue Osnabrücker Zeitung" am Dienstag unter Berufung auf eine Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der AfD-Fraktion. 2018 stieg die Differenz auf mehr als 870 Euro.
https://www.zeit.de/news/2019-11/12/bericht-lohn-kluft-zwischen-deutschen-und-auslaendischen-beschaeftigten-steigt-deutlich

BGS

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Re: Migrantischer Widerstand
« Antwort #2 am: 11:19:16 Di. 12.November 2019 »
So werden die Migranten gezwungen, umso mehr für ihr Überleben zu rackern - und haben eventuell weder Zeit, Kraft, noch Raum für wirksamen Widerstand. Abgesehen von anderen Steinen im Weg.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

ManOfConstantSorrow

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Re: Migrantischer Widerstand
« Antwort #3 am: 14:29:53 Di. 12.November 2019 »
Geschichtliches kann in der Sache hilfreich sein.

Zitat
1973 wurde nicht nur bei Ford gestreikt:
Arbeitskämpfe gegen  das System gespaltener Belegschaften

Der Streik bei Ford 1973 markiert den Höhepunkt der bis heute größten Welle wilder Arbeitskämpfe in der Geschichte der Bundesrepublik. »Gastarbeiter« traten erstmals auf breiter Front als politisches Subjekt hervor. Auch deshalb spielen sie in der Erinnerung an die Kämpfe der Migration bis heute eine herausragende Rolle.


(...)Er markiert den Höhepunkt der bis heute größten Welle wilder Arbeitskämpfe in der Geschichte der Bundesrepublik. Über das ganze Jahr 1973 hinweg waren es um die 300.000 Beschäftigte, die an rund 400 nicht genehmigten Streiks teilnahmen. (...)
https://oxiblog.de/1973-wurde-nicht-nur-bei-ford-gestreikt-arbeitskaempfe-gegen-das-system-gespaltener-belegschaften/

https://www.kanak-attak.de/ka/text/fordstreik.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Wilder_Streik_bei_Ford_1973

In den migrantischen Arbeitern liegt ein großes Potential für die heutige Zeit. Osteuropäische Arbeitsmigranten dürften eine besondere Rolle in den kommenden Kämpfen spielen.
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ManOfConstantSorrow

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Re: Migrantischer Widerstand
« Antwort #4 am: 14:07:55 So. 26.April 2020 »
Linke Solidarität gilt hauptsächlich Kriegsflüchtlingen.
Viele Migranten sind aber im Land, weil sie dem Elend entkommen wollten und hier ein besseres Einkommen erhofften. Sie sind zumeist Opfer extremer Ausbeutung. Für die Gewerkschaften ist das uninteressant. Sie sehen da eher eine Konkurrenz und fordern Polizeirazzien gegen die "Lohndrücker".

Zitat
Kriminelle Ausbeutung
Investigativreporter, die seit Jahren aufdecken, unter welch schlimmen Beding­ungen Arbeits­migranten für die Profite deutscher Firmen buckeln, verzweifeln an ihrer Arbeit.


»Ich wusste nicht, dass in Deutschland so etwas möglich ist«, sagt die Ukrainerin Anna den Reportern von Buzzfeed. Zehn Stunden am Tag habe sie in einer Lagerhalle bei Hamburg Autoteile verpackt. Die Arbeit sei hart gewesen. Sie wurde angeschrien und wohnte mit 50 Arbeitern in einem heruntergekommenen Einfamilienhaus. Doch am Ende blieb von ihrem kleinen Gehalt nichts als Schulden übrig. Die Männer, die sie nach Deutschland gebracht hatten, zogen ihr alles wieder aus der Tasche.

Menschen wie Anna gibt es Tausende in Deutschland: Arbeitsmigrantinnen und -migranten, die vor allem aus Osteuropa nach Deutschland gebracht werden, um hier zu schuften. Sie pflücken Obst, liefern Pakete aus, zerlegen Schweine, pflegen alte Menschen oder arbeiten in Bordellen. Auf dem deregulierten Arbeitsmarkt bieten Subunternehmen billige Arbeitskräfte nach Bedarf an. Das öffnet auch die Tür für skrupellose Geschäftemacher, die die Notlage der Arbeiter ausnutzen. Wer gefälschte Papiere hat, schwarz arbeitet und sich in Deutschland nicht verständigen kann, ist nahezu vollkommen schutzlos.

Viele der illegalen Arbeiter kommen aus der Ukraine, wo der Mindestlohn monatlich umgerechnet etwa 160 Euro beträgt. Seit drei Jahren dürfen Ukrainer ohne Visum in die EU einreisen. Etwa zur gleichen Zeit legte der Krieg im Osten des Landes die ukrainische Wirtschaft lahm. Schätzungen zufolge arbeiten mittlerweile neun Millionen Ukrainer im Ausland. Das Geld, das sie nach Hause schicken, ist für das Land eine wichtige Stütze.

Vor zwei Jahren wurde in Bayern der Ukrainer Victor Ovcharenko von einem Schlägertrupp getötet, weil er die Auszahlung seines Lohns vom Subunternehmer einer großen Logistikfirma gefordert hatte. Für sechs Euro die Stunde hatte er Pakete ausgeliefert. Das Landgericht Landshut verurteilte drei Männer wegen Körperverletzung mit Todesfolge, ob die Schläger auf Anweisung der Firmenleitung handelten, konnte das Gericht jedoch nicht klären.
(...)
https://jungle.world/artikel/2020/16/kriminelle-ausbeutung

Zitat
Die Ausbeutung hat immer Saison
Die Arbeitsbedingungen für Wanderarbeiter aus Osteuropa sind in der EU sehr schlecht. Sie werden schlecht bezahlt, betrogen und häufig ihrer Freiheit beraubt. Die Pandemie verschärft diese Bedingungen.


Letztendlich würden Immigrantinnen und Immigranten als eine Ware gesehen, fasst ein Mitarbeiter von Drept die Ausbeutungsverhältnisse zusammen: »Die Menschen werden importiert, leisten hier gewisse Dienstleistungen und fertig. Das ist alles. Sie werden nicht als Arbeiter mit gleichen Rechten angesehen, oder als Teil dieses Systems. Sie gehören nicht dazu.«

Deutscher Spargel soll billig bleiben
»Wir wurden dort wie Tiere behandelt. Wir haben drei Wochen gearbeitet, sind hier angekommen, wurden in Quarantäne gesteckt, ohne darüber informiert zu werden. Wir gingen eine Woche zur Arbeit, ohne irgendein Dokument zu unterschreiben. Die Arbeitsstunden wurden auf einen Zettel geschrieben«, berichtet Dumitru P*. Auch die Versorgung vor Ort sei schlecht und teuer: »Es wurde versprochen, uns zweimal pro Woche in einen Laden zu bringen, um Essen und Wasser zu kaufen. Nichts davon war wahr, einmal waren wir in einem Laden, danach wurde auf dem Hof ein Kiosk eingerichtet, mit Lebensmitteln vom Supermarkt, die mit Zuschlag verkauft wurden, ohne Quittung. Einzelne Personen, auch meine Frau und ich, hatten gesundheitliche Probleme. Ich hatte am Bein Insektenbisse vom Feld, es war sehr geschwollen und tat weh. Ich habe um eine Creme gebeten, aber mir wurde nur entgegnet: ›Hau ab, ich hab keine Zeit für dich!‹
 (...)
Costi Rogozianu, Journalist aus Rumänien, betrachtet auch die Berichterstattung in Deutschland, etwa der Bild-Zeitung, die schreibt, Deutsche seien die harte Arbeit nicht gewohnt, anders als die »stärkeren Rumänen und Polen«: »Der östliche Arbeiter ist flexibel und billig. Er wird nur wie ein Körper gesehen, der Profit schafft. Die interne Migration (innerhalb der EU) wird euphemistisch als ›das Recht auf Mobilität‹ bezeichnet. Was dabei fehlt, ist der transnationale europäische Arbeiter mit gesicherter Würde.«

Seit dem Tod des rumänischen Erntehelfers in Baden-Württemberg wächst auch in Rumänien das Interesse am Thema. Zahlreiche Medien berichten seit vergangener Woche über Fälle von Arbeitsrechtsverletzungen in der EU und davon, wie stark rumänische Arbeitskräfte betroffen sind.
https://jungle.world/artikel/2020/17/die-ausbeutung-hat-immer-saison
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Kuddel

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Re: Migrantischer Widerstand
« Antwort #5 am: 13:55:53 Fr. 12.Juni 2020 »
Zitat
Die Flüchtlingsunterkunft in Frankfurt-Bonames wurde vor fünf Jahren als Übergangslösung gebaut. Fünf Jahre später leben dort noch immer 230 Menschen - unter Bedingungen, die sie nun nicht mehr akzeptieren wollen.

In Frankfurt haben am Mittwoch Bewohner eines Flüchtlingsheims gegen die ihrer Meinung nach unhaltbaren Zustände in der Unterkunft demonstriert. Laut Polizei zogen knapp 100 Personen durch die Stadtteile Bonames und Kalbach. Während des etwa zweieinhalbstündigen Protests blockierten sie Straßen und machten durch Sprechchöre auf ihr Anliegen aufmerksam.
https://www.hessenschau.de/gesellschaft/frankfurt-bonames-bewohner-von-fluechtlingsunterkunft-protestieren-gegen-schlechte-zustaende,fluechtlingsheim-bonames-protest-100.html

Kuddel

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Re: Migrantischer Widerstand
« Antwort #6 am: 08:43:34 Fr. 17.Juli 2020 »
Zitat
Flüchtlinge in Frankfurt fordern besseres Wohnen
Das Fass ist voll. Nachdem die Bewohner einer Unterkunft für Flüchtlinge in Bonames wochenlang gegen ihre Wohnbedingungen protestiert hatten und es wie berichtet immer wieder zu Ausschreitungen kam, haben sie nun für das Sozialdezernat einen Bericht über die Vorkommnisse verfasst. Etwa 50 Menschen sind zur Übergabe vor das Sozialdezernat gekommen. Sie lesen ihren Bericht vor, drei volle Seiten. Vom Dezernat kommt niemand, um ihn entgegenzunehmen.
https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/fluechtlingsheim-frankfurt-bewohner-schildern-ihre-sicht-16864399.html

Kuddel

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Re: Migrantischer Widerstand
« Antwort #7 am: 12:23:46 Fr. 17.Juli 2020 »
Zitat
„Gastarbeiter“ entdecken den Wilden Streik

Die Analyse des Fordstreiks 1973 setzt der offiziellen Geschichtsschreibung eine Migrationsgeschichte aus der Perspektive der Kämpfe, Konflikte und sozialen Handlungen entgegen.
https://www.untergrund-blättle.ch/buchrezensionen/sachliteratur/joerg-huwer-gastarbeiter-im-streik-988.html

Kuddel

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Re: Migrantischer Widerstand
« Antwort #8 am: 21:00:36 So. 09.August 2020 »
Der migrantische Widerstand nimmt zu.

Zitat
Erntehelfer haben mehr Mut, Missstände anzuprangern

Nach Corona-Ausbrüchen in einigen landwirtschaftlichen Betrieben rücken auch die Arbeitsbedingungen von Erntehelfern in den Fokus. "Dieses Jahr macht sich jeder Sorgen, krank zu werden. Die Menschen haben deswegen mehr Mut, nach außen zu transportieren, wie schlecht es bisher war", sagte die Gewerkschafterin Catalina Guia vom Beratungsprojekt "Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten".
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/agrar-duesseldorf-erntehelfer-haben-mehr-mut-missstaende-anzuprangern-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-200801-99-04010

Neenee, es liegt nicht nur an Corona. Die migrantischen Communities wissen von den vorangegangen Protesten und von Unterstützern und erfolgreichen Kämpfen. Sowas spricht sich rum. Bis in ihre Heimatländer.

ManOfConstantSorrow

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Re: Migrantischer Widerstand
« Antwort #9 am: 16:11:32 Di. 25.August 2020 »


Streikende türkische Arbeiter am 29. August 1973 am Ford-Werk in Köln-Niehl. Auslöser des «Wilden Streiks» war die Entlassung von 300 Arbeiter*innen, die verspätet aus dem Urlaub zurückgekehrt waren. Doch ging es um viel mehr. 

https://www.rosalux.de/publikation/id/42811
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ManOfConstantSorrow

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Re: Migrantischer Widerstand
« Antwort #10 am: 12:14:01 Sa. 19.September 2020 »
Aus der Geschichte der US ArbeiterInnenbewegung:

5 Beispiele für Streiks der Latinocommunity in den USA in den letzten 100 Jahren:
https://www.history.com/news/latino-labor-movement-strikes-cesar-chavez
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Kuddel

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Re: Migrantischer Widerstand
« Antwort #11 am: 13:03:58 Fr. 16.Oktober 2020 »


Werner Rügemer (Aktion Arbeitsunrecht) übt scharfe Kritik an "Faire Mobilität".

Zitat
Die Kehrseite der „vorübergehenden“ Wanderarbeit als Dauerzustand: Das Reservoir in den unterentwickelt gehaltenen neuen EU-Staaten soll erhalten bleiben. Zeitlich begrenzte Billigarbeit in den reichen EU-Gündungsstaaten, wie auch mit den Spargelstechern und sonstigen Saisonarbeitern praktiziert – gleichzeitig werden die armen EU-Staaten in Osteuropa in volkswirtschaftlicher Unterentwicklung gehalten. So bleibt das erpressbare, stumme Reservoir für die mobile, austauschbare Reservearmee erhalten.
(...)
EU-finanzierte Komplizenschaft des DGB

In den Eckpunkten lobt das Bundeskabinett das Projekt „Faire Mobilität“. Es soll zur Durchsetzung des neuen Schutzprogramms fortgeführt werden. Es wird aus dem Sozialfonds der EU finanziert. Der DGB betreibt damit seit mehreren Jahren Beratungsstellen für ausländische Wanderarbeiter.

Die Mittel werden über das Bundesministerium für Arbeit und Soziales zugeteilt. In 9 regionalen Beratungsstellen des DGB sollen „mobile Arbeitnehmer/innen aus den mittel- und osteuropäischen EU-Staaten bei der Durchsetzung von gerechten Löhnen und fairen Arbeitsbedingungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt unterstützt“ werden.

Die Beratungsstellen gehen nicht offensiv in die Betriebe, sondern warten auf verängstigte Werkvertragler, die es wagen, sich an die Beratungsstellen zu wenden. Die Beratung der wenigen Betroffenen beschränkt sich auf das Unmittelbare. Aber die individuelle Stärkung für den Gang vor Gericht oder die kollektive Stärkung etwa durch praktische Heranführung an die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft werden in diesem Gewerkschaftsprojekt nicht gefördert. Betriebsratsgründung? Noch nie gehört.

Die in der Schlachtindustrie praktizierten Rechtsbrüche werden von den DGB-Beratungsstellen nicht zur Anzeige gebracht – einmal, 2017, wurden zwei Arbeiter gegen die Tönnies-Werkvertragsfirma Besselmann vor Gericht vertreten, eine Ausnahme.[9] Dass der Status als Werkvertragler ein Rechtsbruch, ein Betrug ist, weil es sich in Wirklichkeit um Leiharbeiter handelt – keine Kampagne beim DGB.
https://www.nachdenkseiten.de/?p=61638

Es gibt auch Stimmen, die Rügemers Kritik für übers Ziel hinausgeschossen halten. Trotz der Nähe ist "Faire Mobilität" nicht gleich DGB. Es gibt dort gute und engagierte Leute, die nicht nur auf "auf verängstigte Werkvertragler" warten, sondern aktiv den Kontakt zu ihnen an ihren Arbeitsplätzen oder Unterbringungen suchen.

Die Kritik am DGB ist völlig berechtigt.