Autor Thema: BRD: Armut steigt weiter an  (Gelesen 698 mal)

RoterProlet

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BRD: Armut steigt weiter an
« am: 11:10:50 Mi. 18.Dezember 2019 »
Zitat
BRD: Armut steigt weiter an

Ende vergangener Woche wurde der offizielle Armutsberichte der BRD für das Jahr 2018 veröffentlicht. Während die süddeutschen Bundesländer, ganz an der Spitze Bayern mit knapp 11 Prozent Armutsquote, im bundesweiten Vergleich sehr gut herausstechen, geht es in anderen Ländern anders zu. Die Grenze verläuft schon Jahre nicht mehr zwischen Ost und West. Nach der Annexion der DDR durch die BRD vor 30 Jahren waren vor allem die ostdeutschen Länder durch eine hohe Armut geprägt. Nach wie vor hat Ostdeutschland mit etwa 17 Prozent eine eher hohe Quote. Aber auch der Westen der BRD ist mit 18 Prozent in den letzten Jahren immer ärmer geworden. Einsamer negativ Spitzenreiter ist wie seit langem schon Bremen.

Mit 22,7 Prozent ist die Armutsquote in Bremen im Zehnjahresvergleich weiter gestiegen. Das heißt, dass etwa jeder fünfte Bremer unter der Armutsgrenze lebt. Und auch bei der Kinderarmut schneidet Bremen auffällig schlecht ab. Schon 2008, also vor 10 Jahren, war die Kinderarmut in Bremen mit 32,7 Prozent enorm. Heute ist die Lage mit 35,8 Prozent noch schlechter. Über jedes dritte Bremer Kind wächst in Armut auf. Doch wenn man nicht die Bundesländer sondern die einzelnen Großstädte der BRD vergleicht, sind die Bremer Zahlen gar mehr nicht so auffällig. Zwar ist das kleine Bremerhaven auch im Städtevergleich die ärmste Stadt, doch im Allgemeinen liegt die Quote grade in den Städten des Ruhrgebiets oder des Ostens noch über den 22,7 Prozent aus Bremen.

Diese Tendenz zeichnet sich, wie der Armutsbericht auch veranschaulicht, schon seit vielen Jahren ab. Immer mehr Menschen aus der sogenannten Mittelschicht rutschen in die Reihen des Proletariats ab. Und auch die oberen Schichten des Proletariats versinken zunehmend in Armut und werden Teil der untersten Schichten. Es ist deutlich, dass sich der Widerspruch zwischen Proletariat und Bourgeoisie auch in der BRD verschärft. Aus diesem Grund rüstet der deutsche Imperialismus nicht nur nach außen für mehr Krieg, sondern rüstet auch nach innen weiter auf, um den kommenden Rebellionen der Massen mit massiver Gewalt zu begegnen. Denn das Streben des deutschen Imperialismus sich zu einer Supermacht zu entwickeln soll nicht nur gegen äußere Feinde durchgesetzt werden, sondern auch gegen innere.

http://www.demvolkedienen.org/index.php/de/t-brd/3825-brd-armut-steigt-weiter-an
„Einen Finger kann man brechen, aber fünf Finger sind eine Faust!“
Ernst Thälmann, Vorsitzender der KPD
Geboren am 16.04.1886 – Von den Nazis ermordet am 18.08.1944

Kuddel

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Re: BRD: Armut steigt weiter an
« Antwort #1 am: 20:03:07 Mo. 23.Dezember 2019 »
Zitat
Alle Jahre wieder - der Armutsbericht des "Paritätischen"

Alle Jahre wieder kurz vor Weihnachten erscheint der Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. War es vor Jahren noch umstritten, ob Armut in Deutschland überhaupt ein nennenswertes Problem darstellt, geht der Befund inzwischen als Selbstverständlichkeit durch und die Meldung über Armutslagen in Deutschland in der Vorweihnachtszeit fast unter angesichts der vielen Meldungen über Not und Elend in der Welt, die die Menschen regelmäßig zum Spenden veranlassen sollen.

Spenden ändern zwar nichts, verschaffen aber ein gutes Gefühl, sind also ein passendes Angebot zum christlichen Fest des Friedens und der Liebe, bei dem nicht nur der Einzelhandel, sondern auch mildtätige Organisationen die Zahlungsfähigkeit der Menschen für sich beanspruchen.
(...)
Wenn Armut so differenziert betrachtet worden ist und auch der Politik die passenden Ratschläge in Sachen Wirtschaftsförderung und Bildungspolitik ein weiteres Mal ans Herz gelegt worden sind, kann man sich getrost wieder dem Alltagsgeschehen zuwenden - bis zur nächsten Weihnachtszeit, wo sicher wieder ein neuer Armutsbericht die Menschen aufrütteln wird...
https://www.heise.de/tp/features/Deutschland-geht-es-gut-weil-es-Armut-gibt-4621478.html

Troll

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Re: BRD: Armut steigt weiter an
« Antwort #2 am: 09:36:59 Do. 11.Juni 2020 »
Erforscht die Armut in Deutschland | Sozialwissenschaftler Prof. Stefan Sell | SWR1 Leute



Via: NDS

Billigfleisch ist z.B. ein Sachzwang unter vielen im legendären Hochlohnland Deutschland, es kann nicht sein das ein Arbeitnehmer trotz Sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung sich kein Schnitzel leisten kann, die deutsche Standardausbeutung wäre plötzlich sehr präsent.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Kuddel

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Re: BRD: Armut steigt weiter an
« Antwort #3 am: 10:55:07 Di. 23.März 2021 »
Reicher Mann und armer Mann
standen da und sah’n sich an. Und der arme sagte bleich:
Wär’ ich nicht arm, wärst du nicht reich.


BGS

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Re: BRD: Armut steigt weiter an
« Antwort #4 am: 23:06:28 Mi. 24.März 2021 »
Reicher Mann und armer Mann
standen da und sah’n sich an. Und der arme sagte bleich:
Wär’ ich nicht arm, wärst du nicht reich.



Stammt das Zitat aus Berthold Brechts "Herr Puntila und sein Knecht Matti"? Verfasst 1940 / 41 als er in Finnland bei der Autorin Hella Wuolijoki wohnte?

Nicht nur in D. nimmt die Armut erschreckend zu, wie es mir scheint :Q

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Kuddel

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Re: BRD: Armut steigt weiter an
« Antwort #5 am: 10:01:44 Do. 25.März 2021 »
Die Entwicklungen sind weltweit ähnlich. In anderen Ländern sind die Entwicklungen noch krasser.

Zitat
Die Pandemie deckt die Schwächen der Wirtschafts-, Finanz- und Gesundheitssysteme endgültig auf. Sie wirkt zudem als Brandbeschleuniger für bereits bestehende Krisen und führt zu einer weiteren Verschärfung der globalen Ungleichheit
https://www.welthungerhilfe.de/presse/pressemitteilungen/2020/corona-pandemie-kluft-zwischen-arm-und-reich-nimmt-zu/

Zitat
Das RKI hat jetzt aber auch erstmals Daten darüber vorgelegt, in welchen Gebieten es in Deutschland sehr viele Infektionen und eine höhere Sterblichkeit gab. Im Dezember und Januar, auf dem Höhepunkt der zweiten Corona-Welle, „lag die Covid-19-Sterblichkeit in sozial stark benachteiligten Regionen um rund 50 bis 70 Prozent höher als in Regionen mit geringer sozialer Benachteiligung.“ Wo bleibt der Aufschrei jetzt?

Knapp 16 Prozent aller Menschen in Deutschland sind armutsgefährdet, Frauen etwas stärker als Männer. Von denjenigen, die eine Migrationsgeschichte haben, sind mehr als 27 Prozent armutsgefährdet, von denjenigen ohne einen deutschen Pass mehr als 35 Prozent.

Dass die Benachteiligten stärker von Corona betroffen sein würden, war sehr schnell in den Ländern sichtbar, wo die Schere zwischen Arm und Reich noch größer ist als in Deutschland, etwa in den USA oder Brasilien. Es ist immer das gleiche Muster: Je prekärer die Lebenssituation, desto gefährdeter sind die Menschen – ob mit oder ohne eine Migrationsgeschichte.
https://www.fr.de/meinung/kommentare/corona-krise-deutschland-bundestagswahl-2021-armut-politik-spd-rki-statistik-90246648.html

Zitat
Armut wächst weltweit weiter
Situation ist "entwürdigend und demütigend"


Da es schon vor der Covid-19-Pandemie nicht weniger als 678.000 Wohnungslose und 41.000 Obdachlose in der Bundesrepublik gab, existiert auch bei uns absolute, extreme Armut. Nach den Kriterien der Europäischen Union sind heute 13,4 Millionen Menschen in Deutschland arm oder armutsgefährdet - ein Rekordwert.

Das ist erstens die Folge einer Regierungspolitik, die für eine Deregulierung des Arbeitsmarktes und einen breiten Niedriglohnsektor gesorgt hat, der inzwischen fast ein Viertel aller Beschäftigten umfasst.

Zum anderen ist der Sozialstaat ein Stück weit demontiert worden. Ich denke da an die Riester-Reform, die Teilprivatisierung der Altersvorsorge und die Senkung des Rentenniveaus. Altersarmut hat in der Folge zugenommen und Menschen im Rentenalter bilden mittlerweile die größte "Kundengruppe" der Tafeln.
https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/armut-reichtum-hunger-corona-ungleichheit-100.html

Zitat
Weltweit verschlimmert sich durch die Corona-Pandemie die soziale Ungleichheit, warnt Oxfam. Das Hilfswerk fordert deshalb, das Wirtschaftssystem zu ändern
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/oxfam-corona-101.html

Kuddel

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  • Fischkopp
Re: BRD: Armut steigt weiter an
« Antwort #6 am: 11:51:14 Di. 20.April 2021 »
Zitat
Gesunde Ernährung mit Hartz 4 nicht möglich: Expertin schlägt Alarm

(...) Für viele einkommensschwache Menschen in Deutschland, unter anderem Empfänger:innen von Hartz 4, sind die Preise für frische und gesunde Lebensmittel – ganz zu schweigen von Bio-Produkten – mit ihrem monatlichen Budget kaum zu zahlen. Aus diesem Grund fordern einige Politiker eine Anpassung des Hartz-4-Regelsatzes. Der Vorschlag einer neuen Regelbedarfsermittlung stieß bisher bei der Bundesregierung allerdings auf taube Ohren.  (...)
https://www.fr.de/wirtschaft/hartz-4-geld-regelsatz-gesund-arbeitslosengeld-essen-ernaehrung-gesundheit-frankfurt-armut-ltt-90461334.html

Mir kommt schon die Argumentation recht merkwürdig vor, als gehe es nur darum, die Gesundheit der Menschen zu erhalten, damit sie für den Arbeitsmarkt verwertbar bleiben. Kein Wort davon, wie entwürdigend Armut ist.

Em_Ma

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Re: BRD: Armut steigt weiter an
« Antwort #7 am: 14:10:32 Mi. 23.Juni 2021 »
Reicher Mann und armer Mann
standen da und sah’n sich an. Und der arme sagte bleich:
Wär’ ich nicht arm, wärst du nicht reich.



Dieses Zitat habe ich noch nie gehört. Dies ist sehr geil gesagt.

Spiegelei

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Re: BRD: Armut steigt weiter an
« Antwort #8 am: 20:46:33 Mi. 23.Juni 2021 »
Diese Zustände werden sich weiter zuspitzen. Das Thema hatte ich schon 2013 an meiner Hochschule mit sehr erfahrenen Wirtschaftswissenschaftlern / Dozenten, welche auch praktische Erfahrung besitzen. Ich denke auch das der Abbau des Sozialstaates und die Privatisierung weiter fortschreiten wird. Es wurden damals falsche politische Entscheidungen getroffen, zugunsten der "Bequemlichkeit" der Regierung. Das hört sich alles bitter an, aber das kennt man zu genüge aus der Geschichte.

Ich rate jedem, hier privat Vorsorge zu leisten.

Fritz Linow

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Re: BRD: Armut steigt weiter an
« Antwort #9 am: 20:59:26 Mi. 23.Juni 2021 »
(...)
Ich rate jedem, hier privat Vorsorge zu leisten.

Bei dem Gedanken an private Vorsorge bekomme ich immer Lust auf Tang Ping:



https://www.forumarbeitswelten.de/blog/tang-ping/