Autor Thema: Neue Wohnung für Grundsicherungsempfänger?  (Gelesen 175 mal)

kapitalgesteuert

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Neue Wohnung für Grundsicherungsempfänger?
« am: 06:53:51 Do. 02.Januar 2020 »
Ich werde in meiner jetztigen Wohnung gemobbt und werde wahrscheinlich bald ausziehen müssen. Das Problem: in München stehen keine Mietwohnungen zur Verfügung, die unter der vom Sozialamt verordneten Preisgrenze liegen.
Meine Frage: Was, wenn ich nur etwas teuereres finden kann? Muß der Grundsicherungsträger es trotzdem übernehmen? Oder wird man buchstäblich auf die Straße vertrieben? (Obwohl man krank und in der Rente ist)

Onkel Tom

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Re: Neue Wohnung für Grundsicherungsempfänger?
« Antwort #1 am: 13:19:09 Do. 02.Januar 2020 »
Zum Mobbing :

Führst Du darüber Buch, wann und in welcher Form Du gemobbt wirst und von wem ?
Keine Chance, deine Nervensäge(n) anderweitig ab zu stellen und wenn nein, warum nicht ?

Zum Wohnungswechsel :

Wie das nach Ansicht der Stadt zu laufen hätte, kann man in den Richtlinien zur KdU
aus deinem Wohnort finden, suche mal hier: https://harald-thome.de/oertliche-richtlinien/
München scheint da sehr verpennt zu sein, was letzte Anpassungen angeht (2016 / 2017).

Wenn man anbei bedenkt, welche Spielregeln man dazu beachten muss, kann man das
Kotzen kriegen..

Gesundheitliche Einschränkungen könnten im Bezug Unterstützung es etwas vereinfachen
(Attest vom Doc und für die sozial erkaltete Stadt München mit Sicherheit nur mit Gutachten
vom Ärztlichen Dienst (ÄD))

Das heißt neben Knete sparen, kostet es reichlich Vorbereitung..
Lass Dich nicht verhartzen !

kapitalgesteuert

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Re: Neue Wohnung für Grundsicherungsempfänger?
« Antwort #2 am: 01:38:45 Fr. 03.Januar 2020 »
Vielen Dank für die Antwort! Den Link finde ich schon mal sehr interessant.
Zum Mobbing:
Ja, die Daten notiere ich mir schon. Aber wem soll ich das Buch vorzeigen? Die Wohnungsverwaltung ist mit dabei und mobbt mit anderen Mietern zusammen. Von denen kriegt man nur Lügen. Z. B. wenn ich sage, die Familie X hat Y gemacht, als Nachweis sehen Sie sich den Schaden an dem Gegenstand Z an, die sagen einfach: Wir sehen überhaupt kein Gegenstand Z - wo ist das Problem?
Oder soll ich das Buch dem Anwalt vorlegen? Anwälte antworten nicht mal meine Anfragen per Email. Eine Fachanwältin hat geantwortet, die will aber 300€ pro Stunde (die nötige Gesamtstundenzahl natürlich nicht vorhersehbar)!

Onkel Tom

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Re: Neue Wohnung für Grundsicherungsempfänger?
« Antwort #3 am: 13:08:05 Fr. 03.Januar 2020 »
Das kenne ich leider auch, das Anwälte hohe Kurse veranschlagen, weil das Mandat
zu viel nach Arbeit riecht. Da bleibt nur über mittels "Mandatsanbahnungsgespräch"
einen neuen Anwalt zu finden..
Schreibe dieses Mobbingtagebuch handschriftlich weiter. Wenn dein Problem doch
vor dem Richter kommen sollte, ist so ein handschriftlich geführtes Mobbingtagebuch
zur Förderung Deiner Glaubwürdidkeit von Bedeutung..

So von einem Tach auf den nächsten Tach radikal die Situation zu ändern wird leider
nicht funzen, zumal noch dazu vom Mobcenter Knüppel zwischen die Beine geworfen
werden, wenn man umziehen will..

Ich würde zunächst weiter auf Wohnungssuche gehen.. München ist ja bestens dazu
bekannt, das Wohnungsmieten ganz das Gegenteil von H4-kompatibel ist..
Hamburg steht München um nichts nach und um eine Wohnung zu finden, ziehen locker
2 Jahre durchs Land..

Das ganze fängt damit an, das man den Mobcenter mitteilen muss, das man umziehen
will. Darauf bekommst Du zu hören, das die Miete "angemessen" sein muss (siehe KdU-
Richtlienie). Während der Suche kannst Du ggf. anhand gesundheitlicher Einschränkungen
Dein Status, in wie weit Du den Umzug selbst organisieren kannst oder auch nicht..

Das JC ist fleißig dabei, Umzugsvorhaben soweit wie möglich abwimmeln zu wollen.
Brauchst Du dazu z.B. ein Umzugsunternehmen mit Möblern, sollte die Notwendigkeit
dessen durch Atteste und Begutachtung durch den ÄD befürwortet werden..

Das Mobbing ist nebenbei auch behilflich, die Notwendigkeit eines Umzuges zu unterstreichen.

Vom Radikalentschluss, die Miete bis zum Rausschmiss nicht zu bezahlen und somit auf
der Straße zu landen, sowie daraus folgender Suche nach Notunterkunft, kann ich dier nur
von abraten.. Obdachlosigkeit ist eine böse Falle, aus der nur schwer heraus zu finden ist.
Weiter profitieren von Sozialverbänden betriebene "Wohneinrichtungen" davon, sich an das
Einkommen des Bewohner zu vergreifen, falls eine Arbeit aufgenommen wurde..

Vergiss es, über Wohnheime das zu wuppen.. Du wirst es nicht schaffen, soviel Knete im
Wohnheim ansparen zu können, das Du ne neue Hütte anzahlen kannst..

Weiter steht die Frage beiläufig im Raum, ob Du durch Aufnahme einer Arbeit langsam
aber sicher zum Ziel kommst, dein Wohnort zu wechseln..

Ich hatte es damals so gemacht, befristete Montagetätigkeiten zu machen, hab den Lohn
für den Umzug (ca.500 km) zu wuppen.. Der Möbeltransport hat mir allein schon 2500
DM vom Kopf gefressen.. Das war 1995.. Hatte einfach Glück, ein gut bezahlten
Montagejob zu finden, sonst wäre ich im alten Wohnort einfach nur untergegangen.
Lass Dich nicht verhartzen !

kapitalgesteuert

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Re: Neue Wohnung für Grundsicherungsempfänger?
« Antwort #4 am: 23:08:17 Fr. 03.Januar 2020 »
Danke für die vielen Infos.
Ich denke, ein richtiger Wohnortwechsel wäre aus einigen Gründen für mich nicht möglich (habe schon darüber nachgedacht). Erstmal bin ich nicht mehr jung und werde immer mehr auf ärztliche Hilfe angewiesen. In Kleinstädten gibt es keine Kliniken und Ärzte in dem Maße wie in München.
Außerdem habe ich kein Auto und deshalb sind mir die Verkehrsanbindungsmöglichkeiten (Flughafen, Bahnhof, Buslinien...) wichtig.
Das Stadteil wo ich wohne ist auch sehr günstig, weil alles da ist, Geschäfte, Ärzte, Billigsupermärkte... sodaß ich sogut wie gar nicht mit der U-Bahn fahren das Geld dafür ausgeben muß. Damit habe ich mind. 100-150 € pro Monat gespart...

nixnick

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Re: Neue Wohnung für Grundsicherungsempfänger?
« Antwort #5 am: 15:18:19 So. 09.Februar 2020 »
Eine Fachanwältin hat geantwortet, die will aber 300€ pro Stunde (die nötige Gesamtstundenzahl natürlich nicht vorhersehbar)!
Wenn es ernst gemeint ist mit möglicher (gerichtlicher) Gegenwehr, würde ich mal eine Rechtsberatungshilfe beim örtlichen Amtsgericht beantragen.
Einfach mal überlegen, ob und wie du gerichtlich dagegen vorgehen würdest, geh damit zum AG, schildere dort grob den Fall. Rechtsberatungshilfe bekommst du, wenn du nicht genügend Einkommen hast und Aussicht besteht, einen potentiellen Rechtsstreit zu gewinnen.