Autor Thema: Basisgewerkschaften  (Gelesen 65 mal)

Kuddel

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Basisgewerkschaften
« am: 18:58:15 Mo. 03.Februar 2020 »
Es war phasenweise schon nervig, wie das Forum von Mitgliedern und Unterstützern der Basisgewerkschaften FAU und IWW heimgesucht wurde. Es schien die Lösung all unserer Probleme zu sein und die basisdemokratischen Gewerkschaftsmodelle wurden wie das Evangelium gepriesen. Irgendwann wurde es still um sie. Die optimistischen Postings ließen nach, bis sie ganz ausblieben. Noch nicht einmal das mitgliederstärkste Syndikat in Berlin hält es noch für nötig bei chefduzen seine Veranstaltungen zu veröffentlichen.

In dem Buch "Syndikalismus und neue Klassenpolitik" zieht Torsten Bewernitz nach 20 Jahren Aktivität in der FAU ein vernichtendes Resümee. Warum gibt es keinen Aufschrei der Empörung, keinen Widerspruch von den zuvor noch so Begeisterten? Wo sind sie? Haben sie aufgehört von einer besseren Gesellschaft zu träumen, haben sie aufgehört zu kämpfen? Sind sie heute in völlig anderen Kämpfen eingebunden? Ist das Interesse an den Ausgebeuteten und dem Arbeitsplatz als Ort der Auseinandersetzung verschwunden?

Wer will wie kämpfen? Die Basisgewerkschaften FAU und die in D noch kleinere IWW funktionierten als Durchlauferhitzer. Die Leute traten begeistert ein und die Organisationen konnte die Mitglieder nicht lange halten. Viele Tausend Leute sind da in wenigen Jahren durchmarschiert. Was denken sie heute? Was bedeuten ihre Erfahrungen und Enttäuschungen für sie? Was sollten die politschen Konsequenzen jenseits von Resignation oder "weiter so" sein?