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Basisgewerkschaften

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Kuddel:
Polen

Protest der Beschäftigten von Danfoss Polen, das Unternehmen, das den Tarifkonflikt nicht anerkennt und sich weigert, mit unserer Kommission zu sprechen. Das Unternehmen war weder von der Petition der Arbeiter, die von 365 Personen unterzeichnet wurde, noch von der Einsetzung eines Vermittlers durch den Minister für Familie und Sozialpolitik zu überzeugen.

KOLLEKTIVER KAMPF - IST GAR NICHT SO SCHLIMM. Wir fordern das Unternehmen auf, sein Verhalten zu ändern und in Gespräche einzutreten. Wir wollen Lohnerhöhungen, Gleichbehandlung und die Anerkennung von Leistungen erreichen, ohne die "ultimative Waffe" - den Streik - einzusetzen. Wir glauben, dass es möglich ist.









Kuddel:
Nunja, die Erfahrung mit unseren sozialpartnerschaftlichen DGB Gewerkschaften unterstützte mich in meiner Sympathie für Basisgewerkschaften. Einige in unseren Nachbarländern machen einen recht guten Eindruck. Die SI Cobas in Italien, die IWGB in UK und die IP in Polen.

Meine Sympathie für die FAU wurde vor rund 10 Jahren wiederholt kräftig gedampft. Es war das Sekratariat für Internationales, der Zuständige für Kollektivbetriebe und insbesondere die FAU Berlin, die mir die Hoffnung wieder geraubt haben. Die praktische Zusammenarbeit, bzw. die Versuche, waren zum Abgewöhnen. "Was für den Haufen arroganter, unfähiger Idioten", dachte ich mir. Sowas hatte ich viele Jahre zuvor bei der IGM gesagt. Ich fand die Idee der Basisgewerkschaft weiterhin symathisch, aber die deutsche Version schien nicht zu funktionieren.

In den letzten Jahren schien es sich zu bessern und an einige Orten die FAU sich zu einer ernstzunehmenden Gewerkschaft zu mausern oder sich zumindest in diese Richtung zu bewegen.

Ich bin mir nicht so sicher, aber ich habe den Eindruck, daß eine gewisse Kurzlebigkeit geblieben ist und es einen unglaublichen Verschleiß an aktiven Mitgliedern gibt.

Und was ist nun los in Berlin? Ist da wieder die Kacke am Dampfen? Großer Streit und Neuanfang?



Kann mich jemand (Ferragus?) aufklären?
Keine schmutzige Wäsche waschen. Ich brauche keine Details. Mich interssiert nur eine grobe Einschätzung.

Kuddel:
Ein interessanter Bericht aus Polen:


--- Zitat ---Es ist an der Zeit, Gewerkschafter und Aktivisten wirklich zu schützen. Initiative der IP im Sejm [polnisches Parlament]


Vertretung der Gewerkschaften und des Parlamentarischen Clubs der Linken vor dem Sejm der Republik Polen (Warschau 26.04.2022)

- Der Schutz von Gewerkschaftern in Polen ist eine Fiktion", sagte Jakub Grzegorczyk, Mitglied der Nationalen Kommission der Arbeiterinitiative IP, vor dem Sejm-Ausschuss für Sozialpolitik und Familie. Unsere Gewerkschaft beteiligt sich an der Ausarbeitung eines Gesetzentwurfs, mit dem diese Situation geändert werden soll.

Am Mittwoch, dem 26. April, fand im Sejm eine weitere Pressekonferenz statt, auf der Vertreter von unterdrückten Gewerkschaften und Abgeordnete der Linken, die gegen diese Situation vorgehen wollen, sprachen. Die Arbeiterinitiative wurde von Dorota Olszewska-Sioma vertreten, einer Lehrerin an einer Grundschule in Toruń, die seit Jahren Repressionen seitens der Schulleitung ausgesetzt ist, weil sie Mitglied der IP ist. Ebenfalls anwesend waren Vertreter zahlreicher anderer Gewerkschaften - die Betriebsräte von Solidarno, OPZZ, Sierpnia'80 und kleinere, unabhängige Gewerkschaften. Alle Geschichten ähnelten sich: Arbeitnehmer wurden entlassen, eingeschüchtert, in einigen Fällen sogar überwacht, weil sie gewerkschaftlich tätig waren und für ihre Rechte kämpften.

Im Anschluss an die Pressekonferenz fand ein Treffen statt, bei dem Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen über den vom linken Club vorbereiteten Gesetzentwurf diskutierten. Das grundlegende Ziel des Gesetzentwurfs besteht darin, die derzeitige Situation umzukehren, in der ein unrechtmäßig entlassener Arbeitnehmer vor Gericht um seine Wiedereinstellung kämpfen muss. Der Arbeitgeber hat, auch wenn er rechtswidrig gehandelt hat, grundsätzlich keine rechtlichen oder finanziellen Konsequenzen zu tragen. Dem Entwurf zufolge müsste ein Unternehmen, das sich einer geschützten Person auf der Grundlage des Gewerkschaftsgesetzes entledigen will, vor Gericht nachweisen, dass der betreffende Arbeitnehmer tatsächlich in drastischer Weise gegen die am Arbeitsplatz geltenden Regeln verstoßen hat.

Nach Ansicht von Karol Dwornik, einem entlassenen "S"-Aktivisten und ehemaligen Mitarbeiter des Krakauer Unternehmens Genpact, ist der Entwurf zu milde im Umgang mit Chefs, die geschützte Personen entlassen - Dwornik war der Meinung, dass die Sanktion eher eine Gefängnisstrafe als eine Geldstrafe sein sollte. Weronika Parafianowicz (Nationaler Ausschuss) wies im Namen der Arbeiterinitiative IP auf die Mängel des Entwurfs hin. Unserer Meinung nach fehlt es an Bestimmungen zum Schutz der Arbeitsinspektoren. Es wird auch nicht ausreichend klargestellt, dass eine entlassene Person weiterhin zur Arbeit kommen und dort gewerkschaftliche Aktivitäten ausüben kann. Wir haben auch vorgeschlagen, dass die Geldstrafe, die ein Arbeitgeber für Repressalien gegen eine Gewerkschaftsorganisation zahlen muss, an diese Organisation und nicht an den Fonds des Justizministeriums gehen sollte. Die Abgeordneten der Linken hielten zwei der drei von der Initiative eingereichten Änderungsanträge für sinnvoll und werden sie als Selbstantrag einbringen.

Anschließend fand eine Sitzung des parlamentarischen Ausschusses für Sozialpolitik und Familie statt, bei der die Initiative durch Jakub Grzegorczyk vertreten wurde. Mitglieder der in den Fall verwickelten linken Partei - Maciej Konieczny, Magdalena Biejat, Adrian Zandberg, Agnieszka Dziemianowicz-Bąk und Katarzyna Kotula - waren bei dem Treffen anwesend. Die Regierungsseite war durch Vertreter des Justizministeriums und des obersten Arbeitsinspektors vertreten. (...)

--- Ende Zitat ---
https://ozzip.pl/informacje/ogolnopolskie/item/2884-czas-na-realna-ochrone-dzialaczy-zwiazkowych-ip-w-sejmie

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