Ämterstress - Fragen, Antworten und Erfahrungen > Infos + Urteile für Erwerbslose + Arbeitende

CDU-Laumann plant Förderung für 79 Arbeitslosenzentren in NRW einzustellen

(1/3) > >>

Frauenpower:
Private, die es bisher freiwillig und mit pro-sozialen Zielen taten sollen es tun, denke ich.

https://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/arbeitslosenzentren-beratung-100.html

--- Zitat ---Einen sozialen Kahlschlag sieht der CDU-Politiker darin allerdings nicht. Denn die Tätigkeit der Arbeitslosenzentren soll nach seinen Plänen von den 73 Erwerbslosenberatungsstellen übernommen werden. Während sich die Arbeitslosenzentren bislang darum kümmerten, Betroffene aus der sozialen Isolation zu helfen, unterstützen die Beratungsstellen bei allen Behördensachen. Laumann will beide Angebote nun zusammenlegen und "Doppelstrukturen" beenden.
--- Ende Zitat ---

Onkel Tom:
Was ist auch von so einem CDU-Knochen wie Laumann anderes zu erwarten ??

In Hamburg, die sogenannte Modellstadt für neue verschärfende H4-Strukturen hat
schon im Jahre 2016 Kostenübernahmediskussionen zu Elo-Beratungsstellen geführt
und seid dem müssen staatlich geförderte Erwerbslosenberatungsstellen darüber
Rechenschaft abgeben, ob eine Beratung notwendig war..

Es ist echt zum Kotzen mit der Gier der Wirtschaft und Politik nach Nachschub
ökonomischer Verwertbarkeit.. Der Mensch wird anbei nur noch Etwas betrachtet,
auf dumm und möglichst hilflos zu hoffen..

Was nutzen all die Gesetze und "Spielbedingungen", an die sich Erwerbslose teils sehr
abgenervt halten sollen, wenn schon an der Basis, die Aufklärungsarbeit zu Rechte und
Pflichten von Erwerbslosen Fördergelder und Beratung gestrichen werden ?

Alternativ sind Erwerbslose gezwungen, einen Internetanschluss zu haben, um sich dort
zum H4-Terror zu informieren..

Staatlich unabhängige Erwerbsloseninitiativen scheinen da noch die einzige Alternative
zum Web zu sein..

Wird sich NRW nun eine Scheibe H4 von Hamburg abschneiden ?..  :o

Kuddel:
Fuck, die nehmen das mit dem Krieg Oben gegen Unten wirklich ernst!

Tiefrot:
Latürnich ! Die "da oben" merken doch selber, wie vielen Menschen
deren Tun das Leben versaut. Auch dürfte es nicht unbemerkt geblieben sein,
das es Kommunikation innerhalb "unten" gibt. Mit solch einem Vorgehen wird die
ganze Suppe eher schnell überkochen.

Sunlight:
Tacheles hat auch schon reagiert. Alles, was von der CDU kommt ist an Frechheit und Dreistigkeit nicht mehr zu überbieten.  ::) :(


--- Zitat ---Erwerbslosenverein Tacheles kündigt Protest an. Statt die Landesfinanzierung der Arbeitslosenzentren einzustellen, müssen Beratungsstrukturen ausgebaut werden, weil Jobcenter zu oft rechtswidrig entscheiden.

Bisher gibt es rund 150 Beratungsstellen und Arbeitslosenzentren in NRW. Die vom Land Nordrhein-Westfahlen und der Europäischen Union geförderten Beratungsstellen für Erwerbslose, sollen sich nach den Plänen von Arbeitsminister Laumann spezialisieren und prekär Beschäftigte in ausbeuterischen Beschäftigungsverhältnissen unterstützen. Gleichzeitig ist geplant, die Landesmittel für die Arbeitslosenzentren komplett zu streichen.

„Ziel des Manövers ist die Zerschlagung von behördenunabhängigen Erwerbslosen- und Beratungsstrukturen,“ erklärt Harald Thomé, Vorsitzender des Erwerbslosenvereins Tacheles aus Wuppertal. „Erwerbslose brauchen aber Anlaufstellen, wo sie sich aufgehoben fühlen, gesellschaftliche Isolation durchbrechen können und wo ihre Rechte gegenüber den Behörden verteidigt werden.“

Grundsätzlich begrüßt der Erwerbslosenverein, dass Minister Laumann die Rechte von prekär Beschäftigten stärken will. Das darf aber nicht zulasten der Arbeitslosenzentren und etablierten Beratungsstrukturen gehen, die sich schon jetzt um sozialrechtliche Ansprüche und die Existenzsicherung genau dieser prekär Beschäftigten kümmern. Um ausbeuterische Beschäftigungsverhältnisse auf betrieblicher Ebene zu bekämpfen, bedarf es anderer Maßnahmen, etwa zur Stärkung der gewerkschaftlichen Vertretung in solchen Betrieben und zur besseren sozialen Absicherung der betroffenen Arbeitnehmer*innen, damit sie nicht in die Fänge ausbeuterischer Unternehmen getrieben werden. Letzteres würde durch die Kürzungspläne der Landesregierung konterkariert.

Wie wichtig der Erhalt der unabhängigen Beratungsstrukturen zur Stärkung sozialer Rechte ist, macht die gerade veröffentlichte Widerspruchs- und Klagestatistik der Bundesagentur für Arbeit des Jahres 2019 für die Grundsicherung für Arbeitsuchende deutlich. Danach wurde über einem Drittel aller Widersprüche ganz oder teilweise abgeholfen (34 %) und knapp 40 Prozent der Klagen gegen Hartz-IV-Entscheidungen wurde teilweise oder völlig stattgegeben.

„Eine solche Erfolgsquote bei Widersprüchen und Klagen macht deutlich, dass die Jobcenter fehlerhaft arbeiten und in hohem Maße rechtswidrig handeln,“ so Harald Thomé von Tacheles e.V. „Deshalb ist eine uneingeschränkte Fortführung der behördenunabhängigen Beratungsstruktur unbedingt notwendig!“ Bei der Kürzung der Mittel geht es mit Nichten, wie vom NRW-Arbeitsminister behauptet, um den Abbau von „Doppelstrukturen“, sondern um den Angriff auf wirksame niedrigschwellige Unterstützungsangebote. Einem solchen Einschnitt wird Tacheles e.V. nicht tatenlos zusehen und kündigt Protest gegen das Vorhaben der Landesregierung an. Hierzu wird der Verein sich mit den betroffenen Einrichtungen kurzschließen.

Tacheles PM: Kürzungspläne der NRW-Landesregierung gefährden Arbeitslosenzentren und unabhängige Sozialberatung

--- Ende Zitat ---

Herr Minister geht keinem Ärger aus dem Weg!


--- Zitat ---Nordrhein-Westfalens CDU-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann will Hartz-IV-Empfängern, die sich nicht den Anweisungen von Arbeitsagenturen und Jobcentern beugen, die Unterstützung komplett streichen – trotz des Urteils des Bundesverfassungsgerichts vom November, das Kürzungen von maximal 30 Prozent für menschenwürdig hält.

„Wenn eine verweigerte Mitwirkung keine Folgen hat, läuft das System leer“, tönte Laumann, der auch Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) ist, Anfang Februar in Düsseldorf. Er will der Arbeitsverwaltung deshalb erneut die Möglichkeit geben, die sowieso schon geringen Hartz-IV-Sätze von 432 Euro nicht nur auf 302 Euro zusammenzustreichen – sondern auf null.

Ein Ärgernis dürften für den Minister deshalb die 79 selbstverwalteten Arbeitslosenzentren in Nordrhein-Westfalen sein. Denn diese bieten Menschen, denen ohne Job und Geld die soziale Isolation droht, nicht nur bezahlbare Treffpunkte wie Cafés: Im Kampf gegen fehlerhafte Bescheide von Arbeitsagenturen und Jobcentern helfen sie Arbeitssuchenden auch mit qualifizierter Beratung durch oft ehrenamtlich arbeitende Ju­ris­t*innen, Sozialarbeiter*innen und Ak­ti­vist*innen. ......

Härte gegen Bedürftige


--- Ende Zitat ---

Auch das kann sich Herr Minister hinter seine Ohren schreiben:


--- Zitat ---Die  Beratung  der  Erwerbslosenberatungsstellen  und  das Angebot  der  Arbeitslosenzentren  unterscheiden  sich  in  ihren  Handlungsansätzen  und Zielsetzungen.  Die  Erwerbslosenberatungsstellen:

- konzentrieren sich auf die berufliche Entwicklung, Qualifizierungs-und Beschäftigungsmöglichkeiten,
- nehmen  die  wirtschaftliche  und  psychosoziale  Situation des Ratsuchenden in Augenschein,-unterstützen bei rechtlichen Fragen,
- haben  eine  wichtige  Lotsenfunktion  inne  und  erweitern mit  ihrem  Spektrum  lokale,  regionale  und  überregionale Hilfenetzwerke.

Die Arbeitslosenzentren arbeiten nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe  und  geben  somit  Menschen  die Möglichkeit,  ihr  Leben  selbst  zu  gestalten.  Durch  ihr  bewusst  niedrigschwellig  gehaltenes Angebot:

- bieten sie Begegnungsmöglichkeiten und soziale Kontakte,
- wirken  sie  der  in  der  Bevölkerung  stetig  wachsenden Vereinsamung entgegen,
- empowern sie die Besucher/-innen, indem die individuelle und persönliche Entwicklung vorangetrieben wird
- wird  die  Selbstbestimmung  der  Menschen  und  somit  die soziale Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht.

Beide  Angebote  begründen  durch  ihre  Zielsetzungen  und Sinnhaftigkeit ihre Daseinsberechtigung, ergänzen sich gegenseitig und sind daher als fester Bestandteil der Wohlfahrtspflege unbedingt beizubehalten
...

Positionspapier - Warum Nordrhein-Westfalen unabhängige Erwerbslosen-Beratungsstellen und Arbeitslosenzentren braucht


--- Ende Zitat ---

Herr Minister benötigt Nachhilfe beim Unterschied Erwerbslosenberatungsstelle
und Arbeitslosenzentren.



Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

Zur normalen Ansicht wechseln