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Wie mit komischen Kollegen umgehen? Und noch was wegen fristloser Kündigung

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Frieden2001:
Ich habe momentan eine Teilzeitstelle als Briefzusteller. An und für sich ist alles in Ordnung, nur nerven mich zwei Kollegen irgendwie, weil die sich einfach nicht meinen Namen merken können oder wollen. Für die bin ich immer nur "er, der, der da, ihm". Ich nenne die beiden auch nicht mehr beim Namen, wenn sie nicht in der Lage sind, endlich mal meinen Vornamen auszusprechen. Vielleicht klingt der auch zu ausländisch, was ich nicht hoffe, aber da ein Elternteil ausländischer Herkunft ist, kann ich ja nichts dafür, dass mir dieser Name gegeben wurde. Heutzutage muss man ja leider mit so Bekloppten unter den Kollegen rechnen. Letztens sprach ich mit einem, der mir zunächst ganz sympathisch vorkam, bis er dann plötzlich wegen eines Themas die Bezeichnung "linksgrün versifft" in den Mund nahm. Ab da wusste ich schon, wo in etwa dieser Kollege gesinnungsmäßig zu verorten ist.

Eine andere Kollegin, die noch recht jung ist (schätze Anfang 20), hat es bis heute nicht geschafft, mit mir auch nur ein Wort zu wechseln. Nicht mal grüßen kann sie mir, wenn ich sie grüße! Mich nervt und kotzt so was ziemlich an, denn ich bin nicht an Konflikten und Intrigen interessiert. Ich verstehe halt nur nicht, warum sie mir gegenüber so auftritt, denn ich habe ihr nichts getan - ich bin einfach nur anwesend und mache meine Arbeit. Immerhin bin ich schon einen Monat da, aber ob das noch was wird zwischen mir und ihr - keine Ahnung. Wie soll ich damit umgehen?

Noch eine Frage: Ich habe evtl vor, später im Jahr was anderes zu machen. Ich habe ein 6 monatige Probezeit, während dieser ich innerhalb von zwei Wochen kündigen kann. Fristlos kündigen geht nicht, oder? Denn im Vertrag ist was über eine Vertragsstrafe vermerkt, die einen halben Bruttomonatslohn beträgt, wenn man von sich aus fristlos kündigt. Ich hätte aber keine Lust, mich dann noch zwei Wochen dort rumzuquälen, ich müsste mich also krankschreiben lassen, bis der letzte Tag der Kündigungsfrist vorbei wäre. Kann man sich notfalls irgendwie einen Grund nehmen, um fristlos von heute auf morgen dort aufzuhören?

mousekiller:
Wenn du eh bald wieder kündigen wirst, würde ich es beim Umgang der Kollegen belassen. Leider sind Briefzusteller nicht die intelligentesten Leute, merke auch ich wieder. Und die gute Kinderstube lässt viel zu wünschen übrig.

Hinsichtlich der fristlosen Kündigung kann ich dir nur davon abraten, sofern nicht etwas sehr gravierendes vorgefallen ist, dass einen massiven Vertrauensbruch darstellt. Dazu zählen beispielsweise ausstehende Lohnzahlungen oder auch körperliche Angriffe auf die, die durch die übergeordneten Etagen bei demjenigen nicht umgehend geahndet werden. Dann nimm lieber die 14 Tage in Kauf und besorg dir einen gelben Urlaub.

Frieden2001:

--- Zitat von: mousekiller am 18:30:56 Mi. 04.März 2020 ---Wenn du eh bald wieder kündigen wirst, würde ich es beim Umgang der Kollegen belassen. Leider sind Briefzusteller nicht die intelligentesten Leute, merke auch ich wieder. Und die gute Kinderstube lässt viel zu wünschen übrig.

Hinsichtlich der fristlosen Kündigung kann ich dir nur davon abraten, sofern nicht etwas sehr gravierendes vorgefallen ist, dass einen massiven Vertrauensbruch darstellt. Dazu zählen beispielsweise ausstehende Lohnzahlungen oder auch körperliche Angriffe auf die, die durch die übergeordneten Etagen bei demjenigen nicht umgehend geahndet werden. Dann nimm lieber die 14 Tage in Kauf und besorg dir einen gelben Urlaub.

--- Ende Zitat ---

Das mit der fristlosen Kündigung war auch nur so ein vager Gedanke. Wahrscheinlich würde ich mir dann einen gelben Urlaubsschein besorgen. Die Leute bei den Zustellern sind echt nicht die Hellsten. Es herrscht teilweise ein recht rüder, vulgärer Ton, bei dem sich eine Kollegin besonders negativ hervortut, weil sie dauernd nur am Meckern ist, dass Kollege XY wieder mal dies und jenes nicht getan hat und sie jetzt wieder deswegen eine Extratour machen müsse. Ich versuche, noch bis etwa Juni/Juli durchzuhalten, dann suche ich mir was anderes bzw. mache erst mal von Juli bis September Freizeit, bevor ich mir dann im Herbst eine neue Stelle suche, bei der ich vielleicht etwas mehr verdiene. Ich habe heute von 7 bis 14:30 Uhr gearbeitet, weil ich meinen Bezirk und einen halben Bezirk von jemand Anderes machen musste. Es herrscht immer ein hoher Krankenstand, und deswegen liegt es dann immer an den Anwesenden, diese fehlenden Kräfte zu vertreten. Offiziell habe ich einen 4-Stunden-Tag, aber in der Regel wird das nie eingehalten, denn es kommen immer 2 bis 3 Stunden dazu, weil ich in der Zeit keine 1 1/2 Bezirke schaffen kann. Das funktioniert besonders dann nicht, wenn viel "Dreckspost" anfällt, also unsinnige Kataloge und Prospekte. Die normale Post an sich wäre nicht so schlimm zu bewältigen, es sind nur diese Scheiß-Kataloge, die einem zu schaffen machen. Ich verstehe nicht, warum so viel Papier (Hochglanz) für so viel Dreck verschwendet wird. Das kostet nur unnötig Geld und zusätzlich wird die Umwelt durch dieses stark chemisch behandelte Papier enorm belastet. Das ist übrigens schon die zweite Teilzeitstelle, bei der das Wort Teilzeit nicht so genau genommen wird. Es ist zwar immer noch deutlich bessert als bei meiner letzten Stelle (damals war ich als Kurierfahrer unterwegs - immer Nachtschicht und täglich 8 bis 8,5 Stunden-Fahrten ... von Teilzeit konnte da überhaupt keine Rede sein!). Gibt es eigentlich Teilzeitstellen, die ihrer Bezeichnung wirklich gerecht werden? Ich habe bisher noch keine gefunden!

tleary:
Grundsätzlich ist eine fristlose Kündigung auch von Seiten des Arbeitnehmers möglich. - Und das ohne Vertragsstrafe! Denn es nennt sich nicht umsonst "Probezeit". Wenn dir der Job nicht gefällt, kannst du jederzeit ohne Vertragsstrafen befürchten zu müssen, kündigen. Das steht vielleicht in deinem Arbeitsvertrag, ist aber sittenwidrig, und somit nichtig. Mit welcher Frist könnte dich dann der Arbeitgeber kündigen? - Fristlos oder auch mit 14 Tagen Kündigungsfrist? Wenn nur die Kündigung fristlos für ihn möglich ist, wäre das ja eine übermäßig einseitige Benachteiligung der einen Vertragspartei (dir) => ebenfalls rechtsunwirksam.

Aber jetzt während und nach Korona wird man sowieso so schnell nichts mehr bekommen. Viele, die momentan noch kurzarbeiten oder schon entlassen sind, werden danach bestimmt längere Zeit arbeitslos bleiben. Gerade manch Kleinunternehmen (mit 5 oder 10 Beschäftigten oder so) wird das längere Ausbleiben von Einnahmen (Umsatz) das endgültige Ende bedeuten. Momentan halten sich die zwar noch mit staatlichen Hilfen über Wasser, aber selbst um die Fixkosten zu decken reicht das nur ein paar Wochen.

dagobert:
Die Probezeit allein ist keine ausreichende Begründung für eine fristlose Kündigung.

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