Autor Thema: 1.Mai  (Gelesen 195 mal)

Kuddel

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1.Mai
« am: 15:59:25 Sa. 14.März 2020 »
Diese verschnarchten DGB Demos konnte ich noch nie leiden.
Der Revolutionären Maidemo in Berlin, wo die angereisten Kids aus der Provinz mal beim Riot-Ritual mitspielen wollen, kann ich ebensowenig abgewinnen.

Es scheint sich in den letzten Jahren wieder ein wenig zu ändern. Es gibt in verschiedenen Städten Tendenzen, dem DGB nicht die Hoheit über die Maidemos zu überlassen. Soziale Bewegungungen und linke Gruppen tauchen wieder vermehrt auf. Vereinzelt hat sich sogar der DGB beleidigt zurückgezogen, weil er nicht mehr den Charakter der demo bestimmen konnte. In Kiel stellte im Letzten Jahr der Jugendblock guten Forderungen die stärkste Gruppe, es waren auch Kriegsgegner, Mieteraktivisten und Omas gegen Rechts sehr präsent. In Bremen war es noch besser. Betriebsaktivsten, Migrantengruppen und andere setzten sich vor den DGB und führten den Demozug an. Die DGB Funktionäre waren stocksauer.

Ich habe erfahren, daß es in Paris auch immer so war, daß Bürgermeister, Gewerkschaftsbonzen und Politiker die Demo anführten. Seit Jahren drängen sich aber andere vor, einfache Leute, Familien, Betriebsgruppen, linke Aktivisten. Die Gewerkschaftsfunktionäre haben es inzwischen zähneknirsched hingenommen, daß sie nicht mehr die erste Reihe bilden.

Das sollten wir auch anstreben und organisieren.

Deshalb habe ich dieses Thema in den Praxisthread gestellt.

counselor

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Re: 1.Mai
« Antwort #1 am: 16:13:16 Sa. 14.März 2020 »
In Nürnberg gibt es eine Spaltung. Es gibt die DGB-Demo UND eine autonom geprägte 'revolutionäre Demo'.

Wie ich gestern von einem Gewerkschafter erfahren habe, erwägt der DGB aber, den 1. Mai 2020 wegen der Corona-Krise abzusagen.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

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Re: 1.Mai
« Antwort #2 am: 16:20:57 Sa. 14.März 2020 »
Ich nehme an, der DGB wird überall die Demos absagen. Ich denke, wir sollten trotzdem auf die Straße!

Fritz Linow

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Re: 1.Mai
« Antwort #3 am: 20:55:39 Mo. 23.März 2020 »
Zitat
"Wir können es heute schon beobachten: Überall erblühen neue Formen der Solidarität", erklärt der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann angesichts der Corona-Krise. Die weltweite Ausbreitung des Corona-Virus zwinge die Gewerkschaften aber auch zu einer historisch einmaligen Entscheidung: "Schweren Herzens müssen wir die 1. Mai Kundgebungen dieses Jahres leider absagen. Solidarität heißt in diesem Jahr: Abstand halten!"
https://www.dgb.de/themen/++co++bf7debc2-6a90-11ea-a0aa-52540088cada

Weswegen der DGB ja auch dazu aufruft, den Betrieben fern zu bleiben. Einfach mal Abstand halten. Zum Glück hat der DGB eh nichts mit dem 1. Mai am Hut, würde ich als Chance begreifen, ist ja noch etwas hin.

Onkel Tom

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Re: 1.Mai
« Antwort #4 am: 11:56:36 Di. 24.März 2020 »
Zitat
Ich nehme an, der DGB wird überall die Demos absagen. Ich denke, wir sollten trotzdem auf die Straße!

Sehe ich auch so und wie war das noch mit der Not ? Ja, sie macht erfinderisch.. Egal mit oder ohne DGB..

Z.B. ein bunter Maskenball mit Demonstranten-Abstands-Matrix von 2 Meter.. (Damit Auflagen a la
Kontaktverbot eingehalten werden können) Müsste eigendlich klappen, sich so vor Corona zu schützen.

Eine effizientere Aneignung des öffentlichen Raums kann ich mir nicht vorstellen und wie soll das
funktionieren, wenn Demo aufgelöst werden soll ? Dann müssten die Cops gegen das Kontaktverbot
verstoßen.. Solange Demo friedlich bleibt schon ein bissel schwierig hmm..

Problematisch wäre Anreise, Zulauf und die 2 Qudratmerter pro Mitstreiter_in.. Zur Einhaltung der
Abstandsmatrix könnten auch "Liegetranspis" etc. unterstützend mitwirken..
Beim Laatschen Bettlakenschleppe a la was aus den Fenstern gafft, liest aus der Vogelperspektive
die Forderungen etc. auf den Bettlaken.. Irgendwie so wuppen, wie Moleküle auch Struktur haben..

Und die größte Herausforderung scheint mir in der Vorbereitung.. Versuche mal ein Lautsprecher-LkW
zu bestücken und sollst 2 Meter zum Nächsten Abstand einhalten.. Kreativität lässt grüßen..  :D

Alles Neuland.. (Kinnkraul-Emoi)

Lass Dich nicht verhartzen !

Fritz Linow

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Re: 1.Mai
« Antwort #5 am: 20:08:17 Sa. 04.April 2020 »
Zitat
Heraus zur Revolutionären 1. Mai Diskussion 2020!
(...)
https://lowerclassmag.com/2020/04/03/heraus-zur-revolutionaeren-1-mai-diskussion-2020/

Auf der einen Seite bin ich absolut dafür, andererseits könnte es mal wieder in einen Aktionismus ausarten, der keine Basis in der Bevölkerung hat. Das gilt auch für Aufrufe zum Mietstreik, die gerade überall erscheinen. Mangelhafte Stadtteilarbeit sozusagen.

Kuddel

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Re: 1.Mai
« Antwort #6 am: Heute um 15:13:24 »
Ja, die Stadtteilarbeit steckt noch in den Kinderschuhen und ist noch nicht ausreichend verwurzelt im Stadtteil. Einige suchen bereits das nächste angesagte linke Thema, wo man sich reinhängen kann. Ich habe die Stadtteilarbeit alles andere als abgehakt. Es muß diese Arbeit selbstkritisch diskutiert und noch viel langweilige Tagesarbeit gemacht werden, bis sich so politische Strukturen entwickeln, die die Interessen des Stadtteils widerspiegeln und nicht die der Politszene.

Das mit den Maidemos ist auch eine ungeklärte Sache. Meist ist es eher so, daß linke Gruppen/Szene maximal die Hälfte einer solche Demo stellen. Der Rest kommt vom DGB Umfeld. Das ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich. Der DGB ist eher auf dem absteigenden Ast.

Im Moment hat der DGB sich ja vollständig zurückgezogen. Ich würde es gut finden,
a) es völlig ohne den DGB zu versuchen
b) auf die Straße zu gehen gegen das verordnete politische Schweigen.

Lieber eine überschaubare Veranstaltung, als keine.