Autor Thema: Leiharbeiter sollen Kurzarbeitergeld erhalten  (Gelesen 252 mal)

Fred789

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Leiharbeiter sollen Kurzarbeitergeld erhalten
« am: 16:32:09 Do. 19.März 2020 »
Durch eine Gesetzesänderung will die Bundesregierung nun den Weg für Kurzar­bei­tergeld in der Leiharbeit frei machen. Ab April 2020 soll die Ände­rung greifen. Doch das Problem liegt ganz woanders: Die Corona-Krise zerstört den Equal-Pay-Grundsatz.

siehe bei Faire Arbeit e.V.

https://faire-arbeit.net/corona-krise-auch-leiharbeiter-sollen-kurzarbeitergeld-erhalten/

dagobert

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Re: Leiharbeiter sollen Kurzarbeitergeld erhalten
« Antwort #1 am: 16:50:33 Do. 19.März 2020 »
Durch eine Gesetzesänderung will die Bundesregierung nun den Weg für Kurzar­bei­tergeld in der Leiharbeit frei machen.
Schon geschehen.
https://www.buzer.de/gesetz/13826/l.htm

Was noch fehlt, ist die zugehörige Verordnung vom heiligen Hubertus.

Doch das Problem liegt ganz woanders: Die Corona-Krise zerstört den Equal-Pay-Grundsatz.
Nö.
Der Equal-Pay-Grundsatz ist schon lange dermaßen ausgehöhlt, dass Corona da nichts meht kaputt machen kann.

Fred789

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Re: Leiharbeiter sollen Kurzarbeitergeld erhalten
« Antwort #2 am: 09:53:47 Fr. 20.März 2020 »
Nö.
Der Equal-Pay-Grundsatz ist schon lange dermaßen ausgehöhlt, dass Corona da nichts meht kaputt machen kann.

Das Beste wäre natürlich, wenn es Equal-Pay ohne wenn und aber vom ersten Tag an gibt. Aber wenn jemand z.B. sieben Monate bei Firma x war, nun 4 Monate KA-Geld kriegt und dann für Firma x weiter arbeitet, dann muss er wieder 9 Monate warten bis Equal-Pay

dauert die Unterbrechung nur bis zu 3 Monate, würde er nach 2 Monaten Equal-Pay erhalten

 letztendlich geht es doch darum, diese Unterbrechungsregel zu kippen, denn bei Entlassung und Neueinstellung nach 3 Monaten + 1 Tag haben wir doch das gleiche Problem 

Kuddel

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Re: Leiharbeiter sollen Kurzarbeitergeld erhalten
« Antwort #3 am: 10:10:20 Fr. 20.März 2020 »
Equal Pay würde zwar eine Verbesserung der Situation der Leiharbeiter bedeuten, doch ist das kein Ziel, wofür ich kämpfen würde. In Frankreich bekommen die Leiharbeiter deutlich mehr Lohn als die Stammbelegschaft, doch bei Gelbwestendemos werden die Sklavenhändlerniederlassungen weiterhin angegriffen und zertrümmert. Ich kann das verstehen.

Leiharbeit bedeutet die Hyperflexibilisierung der Arbeitskraft nach den Interessen der Wirtschaft. Die Betroffenen können ihr Leben nicht planen. Sie wissen nicht, wo sie in der nächsten Woche arbeiten. Und Leiharbeit bedeutet die Spaltung der Belegschaften und damit ihre Schwächung.

Deshalb bin ich für die Forderung, Leiharbeit komplett abzuschaffen, statt sie zu verbessern.

karl.

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Re: Leiharbeiter sollen Kurzarbeitergeld erhalten
« Antwort #4 am: 14:21:44 Mi. 25.März 2020 »

Equal Pay würde zwar eine Verbesserung der Situation der Leiharbeiter bedeuten, doch ist das kein Ziel, wofür ich kämpfen würde.....

Deshalb bin ich für die Forderung, Leiharbeit komplett abzuschaffen, statt sie zu verbessern.

Theoretisch korrekt, nur die Betroffenen schlagen sich mit der existierenden Leiharbeit rum. Als Einzelne/r schafft man die Leiharbeit ab wenn es ihm/ihr gelingt einen Normalarbeitsplatz zu ergattern. Die Leiharbeit ist damit aber nicht abgeschafft.

Z.Zt. sind viele LAN mit der Kurzarbeit konfrontiert. Das sind dann ca. 40% weniger Einkommen.

Wie die IGM z.Zt. damit umgeht kann man nachlesen unter: https://www.igmetall.de/presse/pressemitteilungen/ig-metall-vereinbart-kurzfristiges-krisenpaket-fuer-die-me

Dort heißt es u.a.: Das erzielte Tarifergebnis beinhaltet folgende Punkte:

    Regelungen zur Kurzarbeit, die die Nettoentgelte der Beschäftigten für die ersten Monate auf dem Niveau von etwa 80 Prozent absichern können. Dies geschieht duch eine Abschmelzung der Sonderzahlungen und einen Arbeitgeberzuschuss von 350 € je Vollzeitbeschäftigtem.


Mit Sonderzahlungen sind vermutlich das tarifliche Weihnachts -und Urlaubsgeld gemeint. Das bedeutete alles über 60 bzw. 67 % finanzieren die Kurzarbeiter direkt selbst. Die 350 Euro Arbeitgeberzuschuß machen pro Monat weniger als 20 Euro aus.

Mal sehen wie das in der Leiharbeit aussieht. Dieser TV gilt ja nur für die Metallbranche.

Wie die Plusstunden auf dem AZK bei Kurzarbeit sowie Urlaub behandelt werden wäre auch nicht uninteressant zu wissen.

Ich bin hier übrigens nicht zum kämpfen unterwegs sondern zum informieren und aufklären.


Karl

PS:
Bei meiner Aussage "Die 350 Euro Arbeitgeberzuschuß machen pro Monat weniger als 20 Euro aus" bin ich mir nicht mehr ganz sicher ob der Betrag 350 Euro -Zuschuß auf den Monat oder das Jahr bezieht. Geht aus dem IGM-Text nicht eindeutig hervor.

karl.

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Re: Leiharbeiter sollen Kurzarbeitergeld erhalten
« Antwort #5 am: 23:19:49 Fr. 03.April 2020 »
Hallo,

hatte gestern zu meinem letzten Eintrag hier ein "PS" angefügt. Die bei der IGM angesagten 350 Euro zusätzlich zum Kurzarbeitergeld waren dort nicht ausgewiesen als Monatsbeitrag oder Jahresbeitrag.

Inzwischen hat mir ein Kollege aus unserem AK MiZ folgendes mitgeteilt:

Die 350 Euro  bleiben im Unternehmen und werden dann als " Sozial Fond" ausbezahlt an Bedüftige oder Kurzarbeit Aufstockung

Wer da wen oder was als "bedürftig" oder "aufstockt" einteilt liegt wohl im Ermessen des Unternehmens bzw. im Ermessen der Sozialpartner im Betrieb.

Wie das bei den Leihfirmen aussieht wird wohl noch differenzierter (Abweichung von der Gleichbehandlung) aussehen.

Karl

karl.

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Re: Leiharbeiter sollen Kurzarbeitergeld erhalten
« Antwort #6 am: Gestern um 10:17:33 »
Hallo,

mach ich halt mal weiter den Alleinunterhalter. Man könnte bei den Klickzahlen doch glatt davon ausgehen, dass für Leiharbeiter Kurzarbeit nur eine willkommene Unterbrechung ist. Mal zwei links aus denen man entnehmen kann welche Probleme sich auftun bei der Berechnung wie z.B. Branchenzuschläge, AZK (Arbeitszeitkonten) etc.:

a) https://www.arbeitsagentur.de/datei/kug-corona-virus-infos-fuer-unternehmen_ba146368.pdf

b) https://www.prosoft.net/blog/berechnung-kug-zeitarbeit

Beide links wenden sich an Leihfirmen. Aber auch betroffene LAN können daraus etwas für sich mitnehmen.

Karl