Autor Thema: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen  (Gelesen 427 mal)

admin

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Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
« am: 15:29:39 Sa. 21.März 2020 »
In Italien ist die Zahl der Todesopfer aufgrund einer Coronainfektion weitaus höher als in China, weil das Gesundheitswesen zusammengebrochen ist und die Infizierten nicht angemessen behandelt werden können. Kein Albtraum, sondern grauenhaft real: Italienische Ärzte sind seit dem 10. März 2020 gezwungen, zu entscheiden, welcher Corona-Patient behandelt wird und welcher sterben muss.

Seit Jahren wird kritisiert, daß das Gesundheitwesen zu einem profitablen Geschäft gemacht werden soll. Es geht dabei nicht um eine ideologische Auseinandersetzung, sondern um die Verteidigung des Grundrechts auf eine gute Gesundheitsversorgung. Die Überbelastung des Pflegepersonals und die Welle an Krankenhausschließungen gehört zu den verheerenden Auswirkungen der neoliberalen Politik.

Die Coronakrise zeigt, daß diese Politik gescheitert ist und eine Gefährdung der Gesundheitversorgung bedeutet.

Die Diskussion ist wieder entflammt und hier können Meldungen und Kommentare zum Thema gepostet werden.

counselor

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Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
« Antwort #1 am: 15:56:47 Sa. 21.März 2020 »
Nicht ganz so gravierend, aber dennoch ein gesundheitspolitisches Thema: Die Versorgung mit Arzneimitteln. Ich habe letzte Woche die Erfahrung gemacht, dass ein Medikament, das ich aufgrund chronischer Krankheit benötige, nur noch unter Schwierigkeiten zu beschaffen war. Sollten hier die Liefer- und Produktionsketten abreißen, wäre das verheerend.

Die Corona-Krise zeigt, dass der Kapitalismus abgewirtschaftet hat. Er ist nicht in der Lage, unsere Gesundheit zu schützen.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

admin

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Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
« Antwort #2 am: 17:22:00 Sa. 21.März 2020 »
Gesundheitswesen vor dem Bankrott

Zitat
Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands befürchtet eine flächendeckende Insolvenz von Kliniken, wenn in der Coronakrise nicht schnell staatliche Hilfen fließen.

Viele Krankenhäuser könnten nur weiter betrieben werden, wenn sie spätestens im April Finanzhilfen erhielten, sagte der Präsident des Verbandes, Düllings, im Deutschlandfunk. Dass die entsprechenden Entscheidungen schnell genug getroffen würden, sehe er noch nicht. Derzeit fahre man mit Vollgas auf die Wand zu.

Nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland will das Bundeskabinett Hilfen im Volumen von zunächst drei Milliarden Euro auf den Weg bringen. Hintergrund ist, dass Krankenhäuser wegen der Corona-Krise auf planbare Behandlungen und Operationen verzichten müssen. Die dadurch fehlenden Erlöse könnten die Häuser in finanzielle Schwierigkeiten bringen.
https://www.deutschlandfunk.de/corona-krise-krankenhaeuser-brauchen-dringend-staatliche.2932.de.html?drn:news_id=1112794

Fritz Linow

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Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
« Antwort #3 am: 21:08:32 Sa. 21.März 2020 »
Schulden bei Krankenkassen müssen sofort weg. Die gehen manchmal in den fünfstelligen Bereich, die Leute ziehen sich zurück, warten auf die Pfändung und trauen sich nicht mehr zum Arzt.

Kuddel

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Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
« Antwort #4 am: 10:39:23 So. 22.März 2020 »
Zitat
Austerität* ist tödlich
Europa Die Krise des Gesundheitssystems in Italien ist Folge der Bankenrettung nach der Finanzkrise. Dass dafür Krankenhäuser geopfert wurden, wird jetzt zur Gefahr


Rom, August 2011: In das Postfach der italienischen Regierung flattert ein Brief der Europäischen Zentralbank. Was dem Brief folgen wird, ist eine drastische Kürzungswelle, die auch das Gesundheitswesen erfasst. Die EZB erklärt in ihrem Schreiben, dass Schutz vor steigenden Zinsen auf italienische Staatsanleihen nur unter der Bedingung harter Einschnitte gewährt würde. Sie hatte in der Troika die EU-Kommission und den Internationalen Währungsfonds hinter sich. Die italienische Regierung führte diese Einschnitte durch – in der Folge sank die Anzahl von Krankenhäusern im Land um 15 Prozent. Die Krise des Gesundheitssystems in der aktuellen Pandemie ist eine Folge dieser Austeritätspolitik.

Und als das südeuropäische Land nun im Angesicht der Corona-Pandemie Ende Februar über den Zivilschutzmechanismus der EU (EU Civil Protection Mechanism) um sofortige Unterstützung bat, folgte: Nichts. Kein einziger EU-Staat schickte medizinisches Material oder Personal. Diese unterlassene Hilfeleistung kommt nicht von Ungefähr, sondern hat eine Vorgeschichte. Das Corona-Virus trifft in der EU auf gesellschaftliche Infrastrukturen, die von mindestens einer Dekade scharfer Austeritätspolitik erschöpft sind. In der auf den Finanzcrash von 2007 und 2008 einsetzenden Krise der Eurozone setzten EU-Kommission und EZB alles daran, die Banken und andere Finanzmarktakteure als systemrelevant zu deklarieren und mit hohen Milliardenbeträgen zu retten. Öffentliche Ausgaben für soziale Belange, so hieß es, würden das Wachstum hemmen. Deshalb wurden entsprechend neoliberaler Konzepte die Gesundheitssysteme umgebaut und öffentliche Budgets gekürzt.

Das traf nicht nur Italien; auch die spanische Regierung sah sich gezwungen, ein Kürzungsprogramm zu unterzeichnen. Daraufhin wurden die Ausgaben für das Gesundheitssystem allein im Jahr 2012 um 5,7 Prozent gedrückt. Aber am härtesten traf es bekanntlich Griechenland: Die staatlichen Mittel wurden zwischen 2009 und 2016 von 16,2 Milliarden auf 8,6 Milliarden fast halbiert. Mehr als 13.000 Ärzte und über 26.000 sonstige im Gesundheitswesen angestellte wurden entlassen. 54 der 137 Krankenhäuser wurden geschlossen und das Budget der übriggebliebenen um 40 Prozent gesenkt. Insgesamt fielen zwischen 2011 und 2016 bei etwa elf Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern mehr als drei Millionen Menschen völlig aus dem Schutz einer Krankenversicherung. Das griechische Gesundheitsministerium erklärte die gesunkenen Kosten „als eine Folge von Effizienzsteigerungen im Finanzmanagement“.
(...)
Der von der Großen Koalition in Berlin mit durchgesetzte Kahlschlag sozialer Infrastruktur in der Eurozone während der letzen Dekade ist ein Faktor, der die Bekämpfung der Corona-Pandemie schwieriger macht und Leben kosten wird. „Austerity kills!“ war in Südeuropa der Slogan im Widerstand gegen die Kürzungspolitik der Troika, noch immer ist er an einer Hauswand im Athener Stadtzentrum zu lesen. Derzeit wird mehr als deutlich, was damit gemeint ist.
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/austeritaet-ist-toedlich

*Austerität: strenge staatliche Haushaltspolitik, Politik des "Sparens" und der Kürzungen.

Die Sparpolitik beenden! Die Privatisierungen rückgängig machen!
Die völlige Neuordnung des Gesundheitssystems ist das Gebot der Stunde!

Kuddel

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Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
« Antwort #5 am: 08:22:11 Mo. 23.März 2020 »
Zitat
Interview am Morgen: Care-Arbeit:
"Diese Jobs sollen vor allem eins sein: billig"


Gabriele Winker: Mit der Corona-Krise erhalten die Pflegefachkräfte, Ärzte und Ärztinnen nun eine große Aufmerksamkeit, da wir derzeit alle spüren, wie stark wir von ihrer Arbeit abhängen. Und das ist gut so! Wir dürfen aber nicht nur über die bezahlten Care-Arbeiterinnen sprechen. Wir haben im Moment eine sehr zugespitzte Situation, in der der Staat alles Geld in die Hand nimmt, um die Krise zu überwinden. Wer allerdings trotzdem kaum Unterstützung erfährt, sind diejenigen Menschen, die sich als Sorgearbeitende zuhause, in ihrer Familie um andere Menschen kümmern. Im Gegenteil. Bis auf Beschäftigte in systemrelevanten Bereichen müssen derzeit Eltern, insbesondere Mütter, im Home-Office ihrem Beruf nachgehen und dazu noch individuell eine Ganztagesbetreuung ihrer Kinder durchführen. Sie sollen also auch noch eine gute Lehrerin, Hauswirtschafterin und Trösterin sein. So fühlen sich Mütter noch mehr alleine gelassen als dies in normalen Zeiten der Fall ist.
https://www.sueddeutsche.de/leben/corona-systemrelevant-care-arbeit-1.4852560

Kuddel

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Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
« Antwort #6 am: 09:35:45 Mo. 23.März 2020 »
Zitat
CORONA-KRISE
Arbeitskampf am Demminer Krankenhaus gerät ins Stocken
Wie wichtig das medizinische Personal ist, wird in der Corona-Krise ständig betont. Doch genau diese Krise ist es, die zügige Lohnerhöhungen im Demminer Krankenhaus nun ausbremst.


In Zeiten der Corona-Krise sind bestimmte Berufsgruppen mehr denn je gefragt. So auch Pflegekräfte und Krankenhausangestellte. Probleme, die bereits vor Corona in den Kliniken bestanden, stehen vorläufig hinten an. Betroffen davon sind auch die Bemühungen der Mitarbeiter des Demminer Kreiskrankenhauses für die Rückkehr in den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD).

Verhandlungen kaum noch möglich

„Es ist wie eine Pausetaste“, so die Verdi-Gewerkschaftssekretärin Martina Hartung. Die Reglementierungen der Landesregierung würden die Möglichkeiten einschränken, klassische Tarifverhandlungen zu führen. Ein gesonderter Sozialausschuss des Kreises Mecklenburgische Seenplatte wurde im Zuge der Corona-Pandemie kurzfristig abgesagt. Mitgliederversammlungen sind zudem schlicht nicht mehr umsetzbar.(...)
https://www.nordkurier.de/demmin/arbeitskampf-am-demminer-krankenhaus-geraet-ins-stocken-2338814003.html

Die Tarifauseinandersetzungen am UKSH (Schleswig-Holstein) sind auch von der Corona-Krise überrollt worden. Der ausgehandelte Abschluß ist nicht in einer Mitgliederbefragung bestätigt worden. Es gab keine Befragung. Verdi ist abgetaucht.

Troll

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Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
« Antwort #7 am: 19:26:39 Di. 24.März 2020 »
Zitat
Coronavirus
Polnische Pflegerinnen bleiben zu Hause

Osteuropäische Pflegekräfte kümmern sich um hunderttausende ältere Menschen in Deutschland. Wegen des Coronavirus droht nun eine Versorgungslücke - denn viele von ihnen wollen nicht mehr kommen.

Eigentlich sollte Ewa Sempławska bald nach Köln kommen. Als häusliche Pflegekraft fährt sie immer wieder nach Deutschland, um dort ältere Menschen in deren eigener Wohnung zu betreuen. Diesmal hat sie sich aber dazu entschieden, zu Hause in Polen zu bleiben.
...

Quelle: tagesschau

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Fritz Linow

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Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
« Antwort #8 am: 22:39:56 Di. 24.März 2020 »
Zitat
24.3.20
Corona im Krankenhaus. PflegerInnen in Brüssel wehren sich gegen Zumutungen

„La santé en lutte“ ist eine Basisorganisierung von Arbeiter*innen in Brüsseler Krankenhäusern, in der momentan vor allem Krankenpfleger*innen organisiert sind. Seit dem Ausbruch der Corona-Krise gehen sie in regelmäßigen Communiqués auf ihre dringlichsten und akutesten Probleme ein. Die Communiqués behandeln die aktuelle Lage und formulieren konkrete Forderungen, die den bestehenden Notlagen schnell Abhilfe schaffen sollen. (...)
https://solidarischgegencorona.wordpress.com/2020/03/24/corona-im-krankenhaus-gesundheitspersonal-in-brussel-wehrt-sich-gegen-zumutungen/

Kuddel

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Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
« Antwort #9 am: 08:51:40 Do. 26.März 2020 »
Zitat
Sie lassen uns sterben!

span. mit dt. UT |  2 min | 2020 |

Frau beschreibt die zusammenbrechende Gesundheitsversorgung in Leganés, einem Vorort von Madrid. Ihr Mann ist schwer krank und kann nicht behandelt werden, weil es an Beatmungsgeräten fehlt. Sie berichtet, dass das Krankenhauspersonal selektieren muss. Wer über 65 ist bekommt kein Beatmungsgerät, wenn eine jüngere Person es braucht.

"Jetzt sind wir in unseren besten Jahren und sie nehmen uns das Leben unserer Angehörigen!"

Das von ihr erwähnte Feldlazarett ist bereits in einer Turnhalle in der Nähe des Krankenhauses eingerichtet. Der Bürgermeister Santiago Llorente findet, dass die Stadt "vorbereitet" ist.
https://de.labournet.tv/sie-lassen-uns-sterben

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1134686.danteske-szenen.html

Ein weiteres Mal: Die größte Bedohung kommt vom kaputtgesparten Gesundheitssystem!

Kuddel

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Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
« Antwort #10 am: 10:15:33 Do. 26.März 2020 »

Troll

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Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
« Antwort #11 am: 16:42:46 Do. 26.März 2020 »
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Fritz Linow

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Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
« Antwort #12 am: 19:15:43 Do. 26.März 2020 »
COVID-19: Statement einer Beschäftigten in Stuttgarter Klinik:



Währenddessen baut die FAZ schonmal die Rampen auf:
Zitat
Das Virus kostet Menschenleben – eine Rezession birgt aber auch große Gefahren. Was wiegt schwerer, und was folgt daraus? Deutschland steht eine heikle Debatte bevor.
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/warum-eine-rezession-schlimmer-sein-kann-als-das-coronavirus-16696572.html

ManOfConstantSorrow

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Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
« Antwort #13 am: 21:49:34 Do. 26.März 2020 »
Zitat
Klinik-Beschäftigte protestieren
Corona-Versorgung: Protest vor dem Rotkreuz-Krankenhaus in Kassel




Die DRK-Kliniken Nordhessen schlagen Alarm: Fehlende finanzielle Mittel gefährden die Corona-Versorgung. Klinik-Beschäftigte haben am Wochenende protestiert.

„Wir sind wütend: Wir haben alle Anforderungen der Bundesregierung umgesetzt, die angeordnet wurden, um auf den Ansturm von Corona-Patienten vorbereitet zu sein“, sagt Simone Hoffmann, Sprecherin der DRK-Kliniken Nordhessen.

Man habe den Aussagen von Gesundheitsminister Spahn vertraut, der einen adäquaten Finanzausgleich versprochen hat. Jetzt sei klar: „Die in Aussicht gestellten Mittel reichen hinten und vorne nicht.“

Coronavirus: Fehlende finanzielle Mittel gefährden die Versorgung von Patienten

Auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft ist alarmiert. „Mit dem aktuellen Gesetzentwurf zum Ausgleich der finanziellen Belastungen für die Krankenhäuser bricht der Bundesgesundheitsminister das Versprechen der Kanzlerin zu einem umfassenden Schutzschirm für die Krankenhäuser“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Damit würden die, die vor der größten Herausforderung stehen und am dringendsten in der Coronakrise gebraucht werden, im Stich gelassen.
https://www.hna.de/kassel/kassel-corona-versorgung-protest-vor-rotkreuz-krankenhaus-13611572.html
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

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Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
« Antwort #14 am: 10:01:22 Fr. 27.März 2020 »
Zitat
Insolventes Klinikum Peine: Marburger Bund verlangt Zusagen

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat verbindliche Zusagen für die Zukunft des insolventen Klinikums Peine gefordert. Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern solle die Perspektive gegeben werden, "an der es schon so lange hapert", sagte Andreas Hammerschmidt, Vize des Marburger Bundes Niedersachsen, am Freitag. "Ein Klinikum ist kein Wirtschaftsbetrieb - der Mensch muss vor dem Geld stehen." Nach der jahrelanger Hängepartie brauche das Klinikum ein zukunftsfähiges Konzept.

"Es sind verheerende Signale, die die Insolvenz des Klinikums Peine inmitten der Corona-Krise aussendet", betonte Hammerschmidt. "In Zeiten, zu denen der ärztlichen und nicht-ärztlichen Belegschaft eine bedeutendere Rolle denn je zukommt, medizinische Infrastrukturen lebensentscheidend sind und jedes Krankenhaus zählt, droht einem mittelgroßen Klinikum mit hoher regionaler Bedeutung die Abwicklung." Er betonte: "Die Beschäftigten brauchen endlich Klarheit."

Rund 800 Angestellte des Peiner Krankenhauses bangen um ihre Jobs. "Dass das Klinikum Peine nun parallel zu der ausgesprochen schwierigen Situation um das Coronavirus-Infektionsgeschehen Insolvenz anmelden musste, ist für die Beschäftigten und die Menschen in Peine ohne Zweifel eine besondere Belastung", hatte das niedersächsische Gesundheitsministerium am Montag mitgeteilt. Die Betreiber, die AKH-Gruppe mit Sitz in Celle, hatten angekündigt, einen Insolvenzantrag für die Klinikum Peine gGmbH zu stellen, um den Klinikbetrieb im Rahmen des vorläufigen Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung geordnet fortzuführen.
https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/krankenhaeuser-peine-insolventes-klinikum-peine-marburger-bund-verlangt-zusagen-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-200327-99-492567