Autor Thema: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen  (Gelesen 1158 mal)

Kuddel

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Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
« Antwort #45 am: 22:07:14 Fr. 17.April 2020 »
Zitat
Trotz Corona: Kurzarbeit in Krankenhäusern in SH

Es ist eine paradoxe Situation: Krankenhäuser im ganzen Land suchen freiwillige Helfer in der Corona-Pandemie, rufen ehemalige Pfleger auf, wieder ihren alten Beruf zu ergreifen - und gleichzeitig haben fünf Kliniken in Schleswig-Holstein für einen Teil ihrer Beschäftigten Kurzarbeit angemeldet. Die Krankenhausgesellschaft berichtet von vielen leeren oder fast leeren Stationen. "Wir können davon ausgehen, dass die Kliniken im Moment nur gut zur Hälfte belegt sind. Das ist deutlich unterhalb der Durchschnittsauslastung, die etwas bei 80 Prozent bezogen auf alle Planbetten liegt", sagt der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein, Patrick Reimund.

Flächendeckend hätten die Krankenhäuser in der Region nicht viel zu tun, so Reimund. Das liege daran, dass die Kliniken deutschlandweit alle nicht dringend notwendigen Behandlungen verschieben mussten, um so für Corona-Patienten Betten frei zu haben. Und die Zahl dieser Patienten im Land ist zurzeit nicht so hoch wie ursprünglich befürchtet.

Die Kliniken halten Kapazitäten frei für Corona-Patienten. Deshalb sind laut Krankenhausgesellschaft SH nur ein Bruchteil der Krankenhausbetten belegt. Die Folge mancherorts: Kurzarbeit.

Betroffen sind laut Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein die Lubinus-Klinik mit ihren zwei Standorten in Kiel, die beiden Schön-Klinik-Häuser in Neustadt und Bad Bramstedt sowie die Asklepios-Klinik in Westerland. Bei Lubinus seien es rund zehn Prozent der Mitarbeiter, so Vorstand Manfred Vollmer. Darunter seien viele Mitarbeiter aus der Verwaltung, aber auch Pflegepersonal und sogar einige Ärzte.

"Wir versuchen alles zu tun, um eine finanzielle Schieflage zu vermeiden. Wenn allerdings ein oder zwei Monate die Umsätze in der Art und Weise einbrechen, dann hat das natürlich sehr deutliche Auswirkungen", erklärt Vollmer. Er geht davon aus, dass die Ausgleichszahlungen, die geleistet werden, nicht ganz ausreichen werden, um die Defizite auszugleichen.

Corona-Vorbereitung: Überstunden abbummeln


In fast allen Krankenhäusern in Schleswig-Holstein, wie am UKSH in Kiel sowie bei den Imland-Kliniken in Rendsburg und Eckernförde, in Schleswig-Holstein sollen die Mitarbeiter außerdem Überstunden abbummeln. "Möglicherweise wurde beim Herunterfahren von Behandlungen, die nichts mit Corona zu tun haben, etwas über das Ziel hinausgeschossen", meint der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Patrick Reimund. Manfred Vollmer hält die in den Krankenhäusern ergriffenen Maßnahmen grundsätzlich für gut und nicht für übertrieben. Man wisse nicht, welche Corona-Welle noch auf uns zukomme, so der Lubinus-Klinikchef.
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Trotz-Corona-Kurzarbeit-in-Krankenhaeusern,kurzarbeit186.html

counselor

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Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
« Antwort #46 am: 16:19:17 So. 19.April 2020 »
Zitat
SCHLEIZ / GREIZ - Kurzarbeit im Krankenhaus? Krönung kapitalistischer Gesundheitspolitik!

Der MDR berichtete am 17. April - von ver.di bestätigt -, dass für die „finanziell angeschlagenen“ Krankenhäuser Greiz und Schleiz in Thüringen Kurzarbeit angemeldet worden sei. Und das mitten in der Corona-Pandemie, wo andere Krankenhäuser völlig überlastet sind und sich das Personal bis zum Umfallen einsetzt - eine weitere Krönung kapitalistischer Gesundheitspolitik!

Quelle: https://www.rf-news.de/2020/kw16/kurzarbeit-im-krankenhaus-kroenung-kapitalistischer-gesundheitspolitik-fuer-schwerpunkt
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ManOfConstantSorrow

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Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
« Antwort #47 am: 08:32:52 Mo. 20.April 2020 »
Zitat
500 Euro Zuschlag für alle
Berliner Krankenhaus-Mitarbeiter fordern Corona-Pakt

Pflegekräfte und Abgeordnete debattieren - Beschäftige von Vivantes und Charité verlangen vorläufiges Ende der Fallpauschalen.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/500-euro-zuschlag-fuer-alle-berliner-krankenhaus-mitarbeiter-fordern-corona-pakt/25752722.html
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ManOfConstantSorrow

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Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
« Antwort #48 am: 15:02:26 Mi. 22.April 2020 »
Zitat
Aufsichtsrat: Klinikchefs unverzüglich beurlauben

Erste Konsequenzen nach dem Ausbruch des Sars-CoV-2-Virus im Potsdamer Bergmann-Klinikum mit zahlreichen toten Patienten. Eine Untersuchungskommission soll Fehler und Verantwortungen klären.
https://www.pnn.de/potsdam/corona-affaere-in-potsdam-aufsichtsrat-klinikchefs-unverzueglich-beurlauben/25759876.html
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Kuddel

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Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
« Antwort #49 am: 09:02:20 Do. 23.April 2020 »
Zitat
Demokratisiert das Gesundheitssystem!
Weder Beifall, noch Worte, noch Bonuszahlungen lösen die Probleme des Gesundheitssystems. Wir brauchen dessen Demokratisierung
https://www.freitag.de/autoren/franzhausmann/demokratisiert-das-gesundheitssystem

Hier liegt ein Hauptproblem.
Verdi inszeniert Krankenhausproteste, in denen die Beschäftigten die Rolle von Statisten haben. In den Pflegebündnissen spielt die DKP oft eine starke Rolle, ihre Forderungen sind zwar etwas besser, ihre Herangehensweise erinnert aber an die von Verdi.

Die besten Forderungen kamen bisher aus den Reihen fortschrittlicher Ärzte.

Echte Basisinitiativen im Gesundheitswesen sind kaum vorhanden.


counselor

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Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
« Antwort #50 am: 16:21:38 Di. 12.Mai 2020 »
Zitat
DUISBURG - "Allgegenwärtiger Mangel in Altenheimen" - eine Hausärztin berichtet

Eine Hausärztin, die unter anderem ältere und alte Patienten in verschiedenen Altenheimen in Duisburg besucht, berichtet über ihre Erfahrungen:

Quelle: https://www.rf-news.de/2020/kw20/allgegenwaertiger-mangel-in-altenheimen-eine-hausaerztin-berichtet
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Kuddel

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Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
« Antwort #51 am: 10:54:01 Di. 19.Mai 2020 »
Zitat
Mitarbeiter von Krankenhäusern sowie Alten- und Pflegeheimen in Deutschland sind einem Medienbericht zufolge überdurchschnittlich häufig von einer Infektion mit dem Coronavirus betroffen. Wie aus Recherchen der „Süddeutschen Zeitung“ hervorgeht, haben sich seit Mitte April durchschnittlich täglich mehr als 230 Ärzte, Pfleger und andere Mitarbeiter in Gesundheitsberufen angesteckt. Insgesamt hätten sich bisher rund 20 000 Mitarbeiter aus diesen Bereichen eine Infektion mit dem Virus zugezogen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Angaben des RKI. Das entspreche etwa elf Prozent aller Infizierten. Mindestens 894 Menschen aus dem Gesundheitssektor mussten demnach stationär behandelt werden, mindestens 60 seien infolge der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.
https://www.fr.de/panorama/coronavirus-studie-bestaetigt-sars-cov-2-uebertragung-ersten-symptomen-zr-13762762.html

Kuddel

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Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
« Antwort #52 am: 09:32:28 Do. 21.Mai 2020 »
Belgien:

Zitat
Gewerkschaften kündigen Streik im Gesundheitswesen an

In den Krankenhäusern und Altenheimen droht ein Arbeitskampf. Die Gewerkschaften in der Wallonie und Brüssel haben eine Streikankündigung im Gesundheitssektor hinterlegt. Die Gewerkschaften fordern eine gründliche Refinanzierung der Branche und wirksame strukturelle Investitionen.


Enorm viel Frust hat sich angestaut beim medizinischen Personal. Und das geht schon zurück auf die Zeit vor der Corona-Krise. Im vergangenen Jahr begannen die medizinischen Pflegekräfte mit einer Art Dauerprotest: Jede Woche eine Demo unter dem Titel „Die Dienstage der weißen Westen“. Jede Woche also wiederholte man die gleichen Forderungen, grob zusammengefasst: bessere Arbeitsbedingungen, mehr Personal und mehr Mittel.

Dann kam das Coronavirus. Und die Krankenhäuser begannen vollzulaufen mit Covid-19-Patienten. Und plötzlich schien die Last der ganzen Welt auf den Schultern des Krankenhauspersonals zu lasten. Wie das häufig so ist: Krisen wirken gewissermaßen entlarvend und legen schonungslos die Probleme offen, die längst unter der Decke schwelten. In den Krankenhäusern ging es mitunter drunter und drüber: Zu wenig Personal, zu wenig Material. Der traurige Höhepunkt war erreicht, als plötzlich sogar Schutzmasken und -Kleidung fehlte – Basisausstattung.

Wenn das System nicht implodiert ist, dann sei das allein dem Personal zu verdanken, das sich regelrecht aufgeopfert und seine Forderungen und seinen Frust für die Zeit der Krise quasi in den Kühlschrank gelegt habe. Doch dann gab es den berühmten Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat: zwei ministerielle Erlasse, die gerade veröffentlicht wurden, sagte Yves Hellendorf von der christlichen Gewerkschaft CNE.

Der erste ministerielle Erlass erlaubt die Zwangsverpflichtung von medizinischem Personal. Und der zweite Text erlaubt es, Menschen im Pflegebereich einzusetzen, die den Beruf nicht gelernt haben. „Können Sie sich vorstellen, wie das rüberkommt?“, fragt rhetorisch Yves Hellendorf. „Den Menschen, die noch nicht zur Ruhe kommen konnten, denen sagt man jetzt: Wenn ihr Feiglinge zuhause bleibt, dann kommen wir euch holen. Und übrigens ist eure vierjährige Ausbildung eigentlich gar nicht nötig; das kann jeder.“

Genauso muss die Botschaft bei vielen tatsächlich angekommen sein. Das jedenfalls hat die Aktion vom vergangenen Samstag gezeigt. Das Pflegepersonal hat Bilder produziert, die um die Welt gegangen sind: Beim Besuch der Premierministerin Sophie Wilmès im Brüsseler Saint-Pierre-Krankenhaus säumte das Personal den Zugangsweg. Als ihr Auto vorbeifuhr, kehrten die Leute ihr den Rücken zu. Nennen wir es mal: ein Un-Ehrenspalier.

Sophie Wilmès selbst war zwar naturgemäß wenig erbaut, zeigte sich aber zugleich dialogbereit. Ihre Parteikollegin, Energieministerin Marie-Christine Marghem, verlor aber auf Facebook die Fassung: Das sei das Verhalten von „verwöhnten Puten“, die nicht kriegen, was sie wollen, schrieb Marghem sinngemäß. Sie sprach zudem von einer „politischen Aktion“. Die sarkastische Antwort der sozialistischen Gewerkschaft SetcA aus dem Mund von Nathalie Lionnet: „Vielen Dank, Marie-Christine“, zischt die Gewerkschafterin.

Da half es auch nicht mehr, dass MR-Chef Georges-Louis Bouchez noch versuchte, die Aussage seiner Ministerin geradezurücken. Es war zu viel. „Unsere Basis hat uns zu verstehen gegeben, dass sie nach alledem nicht mehr stillhalten kann“, sagt Nathalie Lionnet. Und deswegen habe man die Streikankündigung hinterlegt: damit mögliche Protestaktionen abgedeckt sind.

Bei der CNE ist das nach Worten von Yves Hellendorf genauso abgelaufen: Man wollte eigentlich noch warten, aber die Basis war zu aufgebracht.
In einer ersten Phase fordern beide Gewerkschaften, dass die beiden ministeriellen Erlasse zurückgezogen werden. „Darüber hinaus wird es aber jetzt definitiv auch um die Arbeitsbedingungen gehen müssen“, sind sich CNE und SetcA einig.

Premierministerin Sophie Wilmès zeigt sich indes mehr denn je dialogbereit. Und das mit doch klaren Worten: Sie wolle einen wirklichen Dialog. Die Frage müsse lauten: Wie können wir tatsächlich helfen? Denn das sei die wirkliche Aufgabe einer jeden Regierung

Die Streikankündigung der Gewerkschaften wurde von Beobachtern als regelrechte Kriegserklärung interpretiert.
Fakt ist wohl: Das Krankenhauspersonal dürfte sich nicht mehr mit simplen Versprechen zufrieden geben.
https://brf.be/national/1381871/

Kuddel

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Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
« Antwort #53 am: 09:52:02 Do. 21.Mai 2020 »
Zitat
"Ich bekomme nur einen Mund-Nasen-Schutz pro Tag"
Personal in Kliniken und Pflegeheimen infiziert sich besonders häufig mit dem Coronavirus. Noch immer fehlen vielerorts Schutzausrüstung und Tests.
https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/coronavirus-krankenhaeuser-ansteckung-1.4911294

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Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
« Antwort #54 am: 12:33:48 Sa. 23.Mai 2020 »
Zitat
GESUNDHEIT - Klinikkonzerne profitieren – Wachsender Widerstand gegen Überbelastung

Von der Corona-Pandemie profitieren die internationalen Klinikkonzerne.

Der Helios-Konzern nutzt die lange geplante Schließung einer Klinik für Allgemeinversorgung im Stadtteil Bochum-Linden, um noch die Bettenpauschale von 560 Euro pro Tag mitzunehmen. Laut Gesetz ist diese Vergütung bis Ende September befristet. Die Helios-Klinik stellte sich also als Teil des Pandemie-Konzepts der Stadt Bochum zur Verfügung. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Die Klinik will noch bis Ende September die Betten bereithalten. Der Helios-Konzern ist einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Europa. Als Marktführer machte Helios 2016 5,8 Milliarden Euro Umsatz und 543 Millionen Euro Gewinn. Zur Helios-Gruppe gehören über 110 Kliniken, darunter sieben Maximalversorger.

Quelle: https://www.rf-news.de/2020/kw21/klinikkonzerne-profitieren-wachsender-widerstand-gegen-die-belastung-der-pflegenden-1
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Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
« Antwort #55 am: 07:51:34 So. 31.Mai 2020 »
Zitat
SPANIEN - Müde und ausgebeutet

Spanien: Medizinisches Personal protestiert in Madrid gegen prekäre Arbeitsbedingungen

Quelle: https://www.jungewelt.de/artikel/379073.spanien-m%C3%BCde-und-ausgebeutet.html
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