Neuigkeiten + Diskussion > (Sozial-) Politikforum & Aktuelles von Chefduzen

Corona - Arbeit - Arbeitskampf

(1/22) > >>

admin:
Ich halte es für sinnvoll, einen zusätzlichen Diskussionsstrang einzurichten.

Wenn es denn notwendig sein sollte, eine Distanz zwischen den Menschen durchzusetzen, um die Infizierungskette zu unterbrechen, müßte dies auch auch konsequent durchgezogen werden. Es ist absurd, Menschen wichtige Soziale Kontakte zu verbieten, sie aber gleichzeitig zu einer Arbeit zu schicken, die nicht gesellschaftlich notwendig ist. Oftmals werden an den Arbeitsplätzen keine Sicherheitsmaßnahmen eingehalten und es fehlt an Schutzausrüstungen (Atemmasken).

Wenn der Flugverkehr radikal sinkt und die Autoindustrie stillgelegt wird, sind es großartige Nachtichten und man sollte sich fragen, warum dieser Unsinn wieder hochgefahren werden sollte, wenn die Krise bewältigt ist.

Zuerst sollten wir an unsere Gesundheit denken.

Ein Aufruf vom Jour Fixe der Gewerkschaftslinke Hamburg:
--- Zitat ---JETZT REICHT´S ! BLEIBT ZU HAUSE!
Wir wollen uns nicht auf der Arbeit anstecken, oder in Bus und U-Bahn! Bei vielen ist das schon passiert.
Die Beschäftigten der Autoindustrie dürfen zu Hause bleiben, weil die Autos sich ohnehin nicht absetzen lassen, und die anderen??
Alle, deren Arbeit nicht unverzichtbar ist, sollen zu Hause bleiben können!!
Die Unternehmen bekommen Milliardenzuschüsse, und die Beschäftigten?
China hat die Seuche nur in den Griff bekommen, weil sie in Wuhan alles stillgelegt haben, auch die Wirtschaft!
Die Aktienkurse und die Gewinne der Unternehmen sind uns jetzt egal, der Stop der Pandemie und unsere Gesundheit sind wichtiger. Sollen doch die Aktienbesitzer arbeiten kommen!
Die Gewerkschaften sollen verlangen, dass alle außerhalb der lebenswichtigen Bereiche Arbeitslosengeld bekommen. Und wer weiterarbeiten muss: nur mit Schutzmaske FFP3.
Die, die genesen sind und immun, sollen dann im Gesundheitsbereich mithelfen!
Bleibt zuhause!

Anmerkung:
Bitte leitet diesen Aufruf an alle Kontakte, an alle Verteiler, an alle Gewerkschaftsgremien weiter!
--- Ende Zitat ---

Kuddel:

--- Zitat ---Corona pusht Online-Handel: Amazon sucht 100.000 neue Mitarbeiter

Amazon profitiert durch die Corona-Krise von mehr Bestellungen – und rüstet daher bei der Zahl der Mitarbeiter und den Löhnen gewaltig auf.

Die Corona-Krise trifft die gesamte Weltwirtschaft, auch Amazon und Jeff Bezos mussten an der Börse zunächst Verluste hinnehmen. Doch der Online-Marktplatz wird wohl auch von dem Virus profitieren und erwartet einen Anstieg der Bestellungen. Daher fährt Amazon jetzt große Geschütze auf: Das Unternehmen will allein in den USA 100.000 neue Leute einstellen und in weiteren Ländern auch die Löhne erhöhen, wie Amazon in seinem Blog mitteilt.

Amazon sucht 100.000 Fahrer und Logistik-Mitarbeiter

„Wir stellen einen erheblichen Anstieg der Nachfrage fest, was bedeutet, dass unser Arbeitskräftebedarf für diese Zeit des Jahres beispiellos ist“, erklärt Dave Clark, Senior Vice President of Worldwide Operations bei Amazon. Der Online-Marktplatz hatte bereits zugegeben, dass es durch das Corona-Virus zu langen Wartezeiten und teils ausverkauften Artikeln komme. Der E-Commerce-Platzhirsch will daher in den USA 100.000 neue Voll- und Teilzeitstellen in seinen Fulfillment-Zentren und im Liefernetzwerk schaffen. Amazon zielt dabei auch auf Menschen, deren aktueller Arbeitsplatz durch die Corona-Krise gefährdet ist, wie etwa aus der Gastronomie. „Wir möchten, dass diese Menschen wissen, dass wir sie in unseren Teams willkommen heißen, bis sich die Dinge wieder normalisieren und ihr früherer Arbeitgeber in der Lage ist, sie zurückzubringen“, heißt es.

Amazon hebt Löhne in USA, UK und EU

Nicht nur die Zahl der Mitarbeiter, auch die Löhne will Amazon nach oben schrauben, um den wohl kommenden Stress für die Angestellten zumindest finanziell abzufedern. Demnach sollen die Löhne in den USA, Großbritannien und der EU um jeweils zwei Dollar, Pfund oder Euro pro Stunde steigen. Das lässt sich Amazon nach eigenen Angaben rund 350 Millionen US-Dollar kosten. Löhne und Arbeitsbedingungen bei Amazon standen bisher stets in der Kritik, vor allem der Gewerkschaften.

Ob und wie der E-Commerce allerdings insgesamt von dem durch das Corona-Virus veränderten Kaufverhalten profitieren wird – darüber sind sich Experten nicht ganz einig, wie die Wirtschaftswoche berichtet. Jörg Funder, Direktor des Instituts für Internationales Handels- und Distributionsmanagement, sieht Amazon als „Kerngewinner der Ladenschließungen“. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln, rechnet aber aufgrund des insgesamt zurückgehenden Konsums mit „keinem enormen Wachstumssprung“ für den Online-Handel.
--- Ende Zitat ---
https://www.amazon-watchblog.de/unternehmen/2090-corona-online-handel-amazon-100-000-neue-mitarbeiter.html


--- Zitat ---Kein Corona-Schutz: Amazon-Mitarbeiter bestreiken Logistikzentren wegen Infektionsrisiko

In den vergangenen Tagen ist es zu verschiedenen Streiks in Amazon-Logistikzentren gekommen. Die Mitarbeiter sehen sich unzumutbaren Infektionsrisiken ausgesetzt und verweigern die Arbeit.

Was tut E-Commerce-Riese Amazon für die Gesundheit seiner Mitarbeiter in den Auslieferungszentren und Lagerhäusern? Eine Reihe von Streiks deutet auf Unzufriedenheit der Mitarbeiter hin. Immer wieder wenden sich Amazon-Mitarbeiter gegen die Arbeitsbedingungen unter den Auswirkungen der Coronakrise. Die konkreten Fälle im Überblick.

Die Situation in den USA

In New York City weigerte sich am Donnerstagabend eine Schicht, den Dienst im Auslieferungszentrum Queens anzutreten. Ihnen war offenbar zugesagt worden, dass der komplette Arbeitsbereich mitsamt aller Pakete einmal durchdesinfiziert werde, nachdem ein Mitarbeiter positiv auf das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden war.

Dass dieser Vorgang nur insgesamt vier Stunden gedauert haben soll, ließ die Mitarbeiter an der korrekten Durchführung der zugesagten Maßnahme zweifeln. Das Auslieferungszentrum wurde daraufhin bestreikt und konnte nicht weiter betrieben werden. Amazon stellt die Situation anders dar und behauptet, die Schicht wäre ohnehin freigestellt gewesen und hätte gar nicht zur Arbeit erscheinen müssen.

Für die amerikanischen Amazon-Mitarbeiter erweist sich vor allem die teils fehlende Lohnfortzahlung im Krankheitsfall als Problem. Immerhin hatte Amazon allen Mitarbeitern, die wegen der Corona-Situation nicht arbeiten können oder wollen, angeboten, unbezahlt der Arbeit fernzubleiben. Viele können sich die Annahme dieses Angebots allerdings nicht leisten, weil sie auf die Einnahmen angewiesen sind.

Die Zusage Amazons, Covid-19-Erkrankten zwei Wochen Lohnfortzahlung zu garantieren, trifft ebenso auf Kritik in der Belegschaft. Da in den USA kaum getestet werden kann, werde nicht jeder Erkrankte korrekt erfasst, was den Nachweis erschwere. Amazon solle daher allen Erkrankten die Lohnfortzahlung garantieren, fordern die Amazonians United NYC neben einigen weiteren Unterstützungsmaßnahmen.

Auch in Troutdale im US-Bundesstaat Oregon klagen Amazon-Mitarbeiter über steigenden Arbeitsdruck durch die Verlagerung des Einkaufsverhaltens ins Netz durch weite Teile der Bevölkerung. Das Unternehmen soll das Arbeitspensum von 40 auf 50 Stunden pro Woche angehoben haben. Zudem sollen viele zusätzliche Zeitarbeiter die hygienischen Zustände im Logistikzentrum weiter belasten.

Die Situation in Europa

In Spanien sind mindestens drei Covid-19-Fälle in den Logistikzentren bei Madrid und Barcelona aufgetreten. Dennoch will Amazon die Zentren geöffnet lassen und sogar mit zusätzlichen Zeitarbeitern verstärken. In dem Logistikzentrum San Fernando bei Madrid arbeiten bereits jetzt über 3.000 Mitarbeiter. Die Region gilt als Hochrisikogebiet nach der Einschätzung des Robert-Koch-Instituts. Anstelle eines Streiks will die spanische Gewerkschaft CCOO zunächst auf gerichtlichem Wege versuchen, den Betrieb der Logistikzentren einstellen zu lassen.

Am vergangenen Dienstag waren Amazon-Mitarbeiter an den französischen Standorten Montélimar, Chalon sur Saône und Douai in den Streik getreten. Sie beklagten die Nichteinhaltung der Abstandsregeln, den Mangel an Desinfektionsmittel und eine nicht stattfindende Reinigung der Arbeitsbereiche.

Im italienischen Mailand streikten am vergangenen Mittwoch Lagerarbeiter, weil der Betrieb aufrechterhalten werden sollte, obwohl zwei Mitarbeiter an Covid-19 erkrankt waren.

Ebenfalls am Mittwoch legten bis zu 300 Lagerarbeiter im französischen Saran die Arbeit nieder. Sie hielten die Hygienemaßnahmen für nicht ausreichend und sahen sich schlecht gegen Sars-CoV-2 geschützt. Amazon soll den Mitarbeitern mit einem Verdienstausfall gedroht haben, sollten sie nicht zur Arbeit erscheinen. Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire nannte das Ausüben derartigen Drucks inakzeptabel und versprach gegenüber dem Sender France Inter, Amazon „dies wissen zu lassen“.

Amazon weist Vorwürfe zurück

Amazon selbst sieht sich zu Unrecht unter Feuer. Man halte sich strikt an die Empfehlungen und Richtlinien der jeweiligen Regierungen und lege die oberste Priorität auf die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter, ließ das Unternehmen laut dpa verlauten.
--- Ende Zitat ---
https://t3n.de/news/kein-corona-schutz-bestreiken-1264425/


--- Zitat ---Polen: Amazon weigert sich inmitten der Corona-Pandemie mit den Gewerkschaft Gesundheits- und Sicherheitsthemen zu diskutieren

Gemeinsames Statement der Gewerkschaften IP und Solidarność

Am 20. März nahmen wir an einer Telefonkonferenz mit Amazon teil. Während dieser stellte uns das Unternehmen seinen Vorschlag für einen Bonus von 4 Zloty brutto (ca. 0, 61 € netto) für jede Stunde, die von 15. März bis 30. April gearbeitet wird, vor. Allerdings war Amazon weder bereit die Höhe noch die Bedingungen des Bonus zu diskutieren.

Wir forderten die unverzügliche Schließung von Amazons Warenlager (und dass Amazon während der Schließung den ArbeiterInnen weiter ihre vollen Löhne zahlt). Die Arbeit in den Warenlagern setzt uns einerseits der Gefahr aus, dass wir uns mit dem Virus anstecken und andererseits, dass wir den Virus in der Gesellschaft verbreiten. Wir stellten die Forderungen bereits RegierungsvertreterInnen. Jedoch weigerte dich Amazon über eine Schließung der polnischen Warenlager auch nur zu sprechen. In dieser Situation verlangte wir eine Verhandlung über die Arbeitsbedingungen in den Warenlagern in den nächsten Tagen. Wir betonten, dass Gesundheit, Sicherheit und das Leben der ArbeiterInnen und ihrer Familien unsere Hauptpriorität sind. Das Unternehmen stellte uns nur seinen nicht-verhandelbaren 4 Zloty Pandemie-Bonus vor und gab uns nur eine Stunde Zeit zur Diskussion.

In den letzten eineinhalb Wochen forderten beide Gewerkschaften ein Notfall-Treffen mit den Amazon- Verantwortlichen. Während tausende Menschen täglich aus dem ganzen Land ins Warenlager pendeln, war es dem Management aufgrund seiner Angst, sich mit dem Virus anzustecken, nicht möglich sich mit dem GewerkschaftsvertreterInnen zu treffen.

Amazon macht Kohle mit der weltweiten Gesundheitskrise. Das Unternehmen ist nur darauf bedacht, den Betrieb aufrecht zu halten und dass die ArbeiterInnen – egal ob krank oder gesund – am Arbeitsplatz erscheinen – und das für 4 Zloty mehr. Uns ist klar geworden, dass es im Bereich des Online-Handels in Zeiten der Krise zu Rekordprofiten kommen wird. Allerdings wissen wir ArbeiterInnen, dass diese Profite nicht in unsere Taschen fließen werden.

Wir wollten mit dem Unternehmen über die Auszahlung eines monatlichen 15 % - Bonus sprechen, der auch an die ArbeiterInnen gehen sollte, die Krankgeschrieben oder in Quarantäne sind, weil wir alle in diesen schwierigen Zeiten Geld brauchen. Weiterhin wollten wir, dass Amazon einen Unterstützungsbeitrag für das polnische Gesundheitssystem leistet. Zu all diesen Forderungen sagte Amazon “Nein”.

Ohne sofortige Sicherheitsmaßnahmen müssen Amazons Warenlager bis zum Ende der Pandemie geschlossen werden. Die ArbeiterInnen und die Gewerkschaften müssen Ernst genommen werden. Wir fordern echte Verhandlungen mit EntscheidungsträgerInnen wie Marian Sepesi, Amazon Regionalchef für Zentraleuropa. Uns ist bewusst, dass Amazon-Beschäftigte in ganz Europa mit den selben Problemen konfrontiert sind und auch die Schließung der Warenlager fordern. So gab es bereits wilde Streiks von Amazon-Beschäftigten in Frankreich und Italien. Gemeinsam werden wir die Bosse von Amazon in Luxenburg drängen die Gesundheit und Sicherheit aller ArbeiterInnen zu schützen.

--- Ende Zitat ---
Gemeinsames Statement von OZZ Inicjatywa Pracownicza & NSZZ Solidarność


--- Zitat ---Coronavirus: Streik gegen "unverantwortliches Verhalten der Firmenleitung" bei Unternehmen in Linz
--- Ende Zitat ---
https://www.laumat.at/medienbericht,coronavirus-streik-gegen-unverantwortliches-verhalten-der-firmenleitung-bei-unternehmen-in-linz,18041.html

ManOfConstantSorrow:
Postbank online Banking sagt seit gestern:


--- Zitat ---Unser Service steht Ihnen im Moment leider nicht zur Verfügung. Bitte versuchen Sie es später erneut.

Wir bitten um Entschuldigung.
--- Ende Zitat ---

Daß gerade jetzt und so lange "Wartungsarbeiten" durchgeführt werden, glaube ich nicht.
Weiß jemand genaueres?

dagobert:
Angeblich soll es am Nachmittag wieder laufen.
https://www.postbank.de/privatkunden/wartungsarbeiten.html

BGS:
Die warten halt.

MfG

BGS

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

Zur normalen Ansicht wechseln