Autor Thema: Corona - Arbeit - Arbeitskampf  (Gelesen 3397 mal)

Fritz Linow

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Re: Corona - Arbeit - Arbeitskampf
« Antwort #120 am: 14:22:06 Do. 20.August 2020 »
(...)
"Verzicht" soll das neue Schlagwort zur Krsienbewältigung werden. Wenn wir uns nicht offensiv mit diesem Schulterschluß von Wirtschaft, Politik, Medien und Gewerkschaften auseinandersetzen, werden wir es teuer bezahlen....
Dieser Vezicht und die jetzige Diskussion über die 4-Tage-Woche erinnert an das Krisenprogramm von Volkswagen in den 90ern, als für einige Zeit 28 Stunden eingeführt wurden. Daraus entwickelte sich dann Automotive, 5000x5000, HartzIV, Leiharbeit, Entfesselung der Märkte. Eben das dürfte jetzt in wesentlich größerem Rahmen passieren. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die totale Sozialpartnerschaft ausgerufen wird.

counselor

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Re: Corona - Arbeit - Arbeitskampf
« Antwort #121 am: 18:17:48 Di. 25.August 2020 »
Zitat
DAIMLER WÖRTH - "Auf Teufel komm raus" soll produziert werden

Die Vertrauenskörperleitung des Daimler-Werks in Wörth hat einen offenen Brief an die Werksleitung geschrieben, in dem sie unerträgliche Arbeitsbedingungen in der Sommerhitze und während der Corona-Pandemie anprangert. Große Teile des Briefes habe inzwischen auch die örtlichen Medien aufgegriffen. Hier Auszüge daraus:

"Bereits seit zwei Jahren machen wir auf die Situation bei Hitze, insbesondere bei Temperaturen über 30 Grad, in den Produktionshallen aufmerksam und verlangen verbindliche Maßnahmen zur Entlastung und Abhilfe. ... Das ist schlichtweg nicht leistbar und wird nur durch extreme Anstrengungen und auf Kosten der Gesundheit möglich gemacht. Die Corona-Pandemie verstärkt die Belastungen in diesem Jahr aber noch weiter. …

An etlichen Arbeitsplätzen, vor allem an den Bändern, wo der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, besteht zudem Maskenpflicht. Für alle diese Belastungen gibt es keinen bzw. nur unzureichenden Ausgleich. So wird Ihrerseits bewusst die Gesundheit der Mitarbeiter gefährdet. 'Auf Teufel komm raus' soll produziert werden, und die Gesundheit der Mitarbeiter spielt trotz aller Hochglanzbroschüren und öffentlicher Verlautbarungen keine ausreichende und angemessene Rolle!

Auch der Betriebsrat fordert seit längerem Regelungen und deren Festschreibung in einer Betriebsvereinbarung zum Thema Hitzebelastung. Diese Verhandlungen werden Ihrerseits aber seit Jahren verschleppt. …

Bereits vergangenes Jahr haben mehrere Hundert Kolleginnen und Kollegen der Spätschicht sich an einer Protestaktion gegen die unerträglichen Arbeitsbelastungen bei Hitze über 30 Grad beteiligt. Außerdem gab es mehrere Redebeiträge dazu auf Betriebsversammlungen. Spätestens das hätte ein Weckruf sein können. Leider ist dem bisher nicht so.

Wir fordern:

* Stündliche Arbeitsunterbrechungen an taktgebundenen Arbeitsplätzen mit Maskenpflicht zum fachgerechten hygienischen Wechsel der Mund-Nasenbedeckung
* Maßnahmen wie regelmäßige Entwärmungsphasen und zusätzliche Erholzeiten, eine Verlangsamung der Bandgeschwindigkeit oder zusätzliches Personal, bereits ab Temperaturen von 30 Grad
* Schaffung von mehr Duschkapazitäten, um allen Mitarbeitern am Arbeitsende das Duschen zu ermöglichen

!Sollten wir auch weiterhin auf eine Verweigerungshaltung Ihrerseits treffen ..., sehen wir uns als IG Metall gezwungen, mit weiteren öffentlichkeitswirksamen Aktionen auf die unerträglichen Arbeitsbedingungen im Daimler-Werk aufmerksam zu machen.“

Soweit der Brief. Die Werkleitung musste dazu bereits öffentlich Stellung nehmen. Angeblich habe sie schon zu Beginn der Sommerperiode viele Maßnahmen für die Mitarbeiter eingeleitet. Verträgliche Arbeitsbedingungen hätten "oberste Priorität". Die Wahrnehmung in der Chefetage ist offensichtlich eine andere als in den überhitzten Werkhallen. Sie braucht offensichtlich eine „Sehhilfe“ seitens der Belegschaft und der Öffentlichkeit.

Vollständiger Text des Offenen Briefs

Quelle: https://www.rf-news.de/2020/kw35/auf-teufel-komm-raus-soll-produziert-werden
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Schluepferstuermer

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Re: Corona - Arbeit - Arbeitskampf
« Antwort #122 am: 10:17:38 Mi. 26.August 2020 »
Die Arbeitgeber werden immer unverschämter. Seit Bismark (bzw. vorher) hat sich nichts geändert. Klar, es gab kleine Dellen und die AGs mußten ein bißchen zurückrudern, weil die Arbeiter sich mal getraut hatten, das Maul aufzumachen und sich verbündeten. Aber lang ist es her. Jetzt sind doch die ausgespielten Arbeiter gegen die Arbeiter (die sich wehren). Der AG lacht sich einen.
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Re: Corona - Arbeit - Arbeitskampf
« Antwort #123 am: 17:47:11 Sa. 12.September 2020 »
Arbeitskämpfe in Europa:
Neubeginn einer Bewegung oder letztes Aufbäumen?


Madrid, Paris, Brüssel: In zahlreichen europäischen Ländern kommt es seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie zu einer ungewöhnlich hohen Zahl an Arbeitskonflikten, darunter Streiks in Fabriken, Logistikunternehmen und Dienstleistungsbetrieben. Der Politikwissenschaftler Jörg Nowak erforscht in seinem Beitrag die aktuellen Arbeiter*innenkämpfe und zeichnet nach, was für erstaunliche – häufig jedoch kaum beachtete – Dinge seit März 2020 in Europa passiert sind:

https://berlinergazette.de/arbeitskaempfe-in-europa-neubeginn-einer-bewegung-oder-letztes-aufbaeumen/
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WeckerWeg

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Re: Corona - Arbeit - Arbeitskampf
« Antwort #124 am: 12:34:47 Mo. 14.September 2020 »
Hi Leute,

vielleicht passt das am besten in diesen Betreff.

Seit ein paar Jahren organisieren wir regelmäßig Diskussionsveranstaltungen unter dem Titel "Laien's Club - Arbeiterbildungsverein" in Hamburg-Harburg. Die Veranstaltungen sind zwar seit März auf Eis gelegt, aber wir haben seitdem einige Diskussionsbeiträge auf unserer Webseite laiens.club veröffentlicht. Wir finden es wichtig, die neue Situation in den Betrieben anzusehen und Widerstand zu organisieren.

Als ein Mittel um die Diskussion zu beginnen und vielleicht auch neue Leute kennenzulernen haben wir eine kleine Online-Umfrage begonnen.

https://laiens.club/2020/09/01/umfrage-corona-und-arbeit-im-betrieb/

Zitat
Umfrage Corona und Arbeit im Betrieb

Hier geht es zur Umfrage: https://laiensclub.typeform.com/to/Baiew0

Nach nunmehr 6 Monaten im Corona-Ausnahmezustand fragen wir uns, wie
sich die Situation in den Betrieben heute darstellt. Insbesondere
interessiert uns, welche Maßnahmen getroffen wurden, um das
Ansteckungsrisiko zu reduzieren, ob und wie diese Maßnahmen dauerhaft
als Möglichkeit zur Rationalisierung beibehalten werden sollen und ob und
wie diese Maßnahmen die Möglichkeiten der Arbeitenden, sich gegen den
wirtschaftlichen Druck der Unternehmer zu wehren, beeinflussen.
Dazu haben wir einen Fragebogen entwickelt und würden uns freuen, wenn
Du bereit wärst, unsere Fragen zu beantworten.

Die Beantwortung der Fragen wird etwa 10 bis 15 Minuten in Anspruch nehmen.
Wir erheben keinerlei persönliche Daten wie Geschlecht, Alter,
Arbeitgeber, sodass die Teilnahme vollkommen anonym bleibt und niemand
rekonstruieren kann, wer teilgenommen hat – auch wir nicht.
Wenn Du uns gerne telefonisch oder persönlich ausführlicher über Deine
Arbeitssituation in Zeiten von Corona berichten möchtest, kannst Du per
E-Mail mit uns Kontakt aufnehmen: laiens.club@gmx.de

Wenn du genauer wissen willst, was wir mit der Umfrage bezwecken, lies den Beitrag:

„Permanenter Notstand im Betrieb“ https://laiens.club/2020/09/01/permanenter-notstand-im-betrieb/

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Re: Corona - Arbeit - Arbeitskampf
« Antwort #125 am: 16:56:14 Mi. 16.September 2020 »
Zitat
USA - Streik für Corona-Vorsorge

Letzten Freitag Nacht traten rund 100 bis 150 Kolleginnen und Kollegen des Sitze-Herstellers Lear in Hammond, Indiana in Streik. Sie protestierten dagegen, dass ein Kollege trotz typischer Corona-Anzeichen nicht getestet oder nach Hause geschickt wurde. Auf Grund der „just in Time“ Produktion führte ihr Streik dazu, dass im nahegelegen Ford Werk CAP die Samstags-Frühschicht wegen fehlender Sitze nach Hause geschickt werden musste. Die Lear-Belegschaft war schon am 17. März wegen eines an Corona erkrankten Managers in Streik getreten und trug so mit bei zum erzwungen Stillstand der Autoindustrie in den USA.

Quelle: https://www.rf-news.de/2020/kw38/streik-fuer-corona-vorsorge
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Re: Corona - Arbeit - Arbeitskampf
« Antwort #126 am: 17:37:42 Mi. 16.September 2020 »
In einem Gespräch wurde ich darauf hingewiesen, daß das Maskentragen am Arbeitsplatz zu regeln ist, auch dadurch, daß entsprechend Extrapausen dafür gewährt werden. Die Information habe ich mit dem Hinweis bekommen, daß die Gewerkschaften sich darum nicht kümmern.

Ich kenne mich in der rechtlichen Situation dabei nicht aus und habe mich ein wenig schlau gemacht. Es kommt auch auf den Maskentyp an.

Ein ehemaliger Betriebsrat antwortete mir folgendes:

Zitat
Es ist zwischen den einfachen Mund Nasen Schutz und Atemschutzgeräte zu unterscheiden.Für die normalen Stoffmasken oder OP Masken gibt es keine Regelung, heisst die können den ganzen Tag getragen werden, wenn die Hygiene eingehalten wird. Von Atemschutzgeräten wird gesprochen wenn gewisse Din Norm gegeben sind, was bei den FFP1 Masken anfängt. Tragedauer und weiteres wird in der DGUV Regel 112-190 geregelt. Da liegt die maximale Tragedauer bei einer FFP Maske bei 120 min mit einer anschließenden Erholung von 30 min. Es gibt aber wie immer etwas Spielraum.

https://www.bgw-online.de/DE/Medien-Service/Medien-Center/Medientypen/DGUV-Vorschrift-Regel/DGUV-Regel112-190_Benutzung-von-Atemschutzgeraeten.html
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Re: Corona - Arbeit - Arbeitskampf
« Antwort #127 am: 20:06:41 Mi. 16.September 2020 »
Mein Arbeitgeber hat eine schriftliche Anweisung erlassen. Wir müssen die vom Arbeitgeber gestellten Baumwollmasken tragen, wenn wir den Mindestabstand von 1,5 m nicht einhalten können. Und auf den Gängen und im Speisesaal ist Maskenpflicht. Extra Pausen gibt es nicht.
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Re: Corona - Arbeit - Arbeitskampf
« Antwort #128 am: 09:18:55 Do. 17.September 2020 »
Das ist ein Schnäppchen, sich so billig aus der Verantwortung stehlen, super.
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Re: Corona - Arbeit - Arbeitskampf
« Antwort #129 am: 13:06:35 Do. 17.September 2020 »
Mein Arbeitgeber hat eine schriftliche Anweisung erlassen. Wir müssen die vom Arbeitgeber gestellten Baumwollmasken tragen, wenn wir den Mindestabstand von 1,5 m nicht einhalten können. Und auf den Gängen und im Speisesaal ist Maskenpflicht. Extra Pausen gibt es nicht.

Maske = Typ P2 ? Wenn nein, tolles Schauspiel, wie fürunsorglich der Bonze ist..
(Hauptsache blos keine Strafzettelchien von Behörden einhandeln..)  :(

Wie soll das funzen, mit Maske zu essen ?  ::)
Lass Dich nicht verhartzen !

Schluepferstuermer

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Re: Corona - Arbeit - Arbeitskampf
« Antwort #130 am: 14:01:54 Do. 17.September 2020 »
Essen mit Maske ist doch extrem einfach. Einen Schlitz in die Maske :-)
Oder eine >Maske auf das Gesicht malen :-)
lg Schlüpferstürmer

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Re: Corona - Arbeit - Arbeitskampf
« Antwort #131 am: 15:07:03 Do. 17.September 2020 »
Zum Essen darf man im Speisesaal die Maske abnehmen und muss sie neben dem Teller auf das Tablett legen.

PS: Während ich dies schrieb, saß ich im Speisesaal zum Nachmittagskaffee. Ein Gedeck Kaffee (große Tasse) und Kuchen kostet nur €1,50. Der Bonze ist übrigens die AWO Nürnberg, der Betrieb ist genau genommen eine Tochtergesellschaft der AWO. Das Hygienekonzept ist behördlich genehmigt. Es geht auch darum, eine weitere Betriebsschließung durch die Staatsregierung zu verhindern.
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Schluepferstuermer

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Re: Corona - Arbeit - Arbeitskampf
« Antwort #132 am: 20:43:14 Do. 17.September 2020 »
Ist bestimmt millimeter eingezeichnet, wo die Maske zu liegen hat :-)
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