Autor Thema: Überlaufen zur Leiharbeit  (Gelesen 553 mal)

unkraut

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Überlaufen zur Leiharbeit
« am: 20:59:01 Mo. 23.März 2020 »
Tach jesacht .... einige wissen ja das ich nun in der Pflege gelandet bin .
Ich bin in einigen Pfegeforen unterwegs auch bei FB .
Abgesehen von der jetzigen Coronasituation
Es gehen immer mehr Fachkräfte , Helfer , Quereinsteiger usw. aus dem direkten AV raus und zur Leihbude .
Bessere Entlohnung , geregelte Arbeitszeiten , keine Doppelschichten , normales Arbeitsaufkommen , werden nicht gegängelt , genau abgesteckte Aufgaben , Urlaub der nicht zwei Tage vorher gekippt wird  und und und .
Komischer weise höre ich in meinem direkten Arbeits- und Kollegenumkreis nichts davon .
Aber viele sind eben in dieser Mühle von der wir alle immer und ständig hören . Haben die Faxen dicke und würden am liebsten in Sack hauen .
Ich habe ganz ganz vorsichtig mal vor gefühlt ( immer mit der Angst im Nacken an eine Meldemuschi zu geraten) wie es denn mal wäre eine AN-Vertretung zu gründen um so die Interessen und das Arbeitsumfeld .... na ja eben die allg. Belange usw.
ABER nichts ... keine(r) will Farbe bekennen .
Ja wenn ich das " machen " würde wäre nicht schlecht ...
ABER so was kenne ich ja noch aus meiner Zeit auf dem Airport Hamburg .

Mich würde interessieren wie das bei Anderen so ist die als Leihkeule in der Pflege / Krankenhaus u.ä. arbeiten
Nette Grüße vom Unkraut .
Noch Fragen Hauser ? Ja Kienzle , wer ist eigentlich Unkraut ?

Wir wagen es nicht weil es schwierig ist sondern es ist schwierig weil wir es nicht wagen .

Mein Buchtip als Gastautor :  Fleißig , billig , schutzlos - Leiharbeiter in Deutschland  > ISBN-10: 3771643945

Kuddel

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Re: Überlaufen zur Leiharbeit
« Antwort #1 am: 09:10:09 Fr. 25.Juni 2021 »
Zitat
Mangel an Pflegepersonal nimmt dramatische Ausmaße an

Kliniken und Heime suchen händeringend nach Fachkräften, doch diese wechseln zunehmend zu Zeitarbeitsfirmen. Gesundheitsminister Klaus Holetschek will deshalb Wiedereinsteiger anwerben.


"Ich suche, suche und suche, aber wo sollen die Leute denn auf einmal herkommen", sagt er. Ros-witha Seifert, Pflegedienstleitung in einem mittelfränkischen Krankenhaus, muss indes auf Zeitarbeitsfirmen zurückgreifen, damit die vorgeschriebenen Personaluntergrenzen überhaupt noch zu erfüllen sind - ansonsten würden der Klinik Strafzahlungen drohen.
https://www.sueddeutsche.de/bayern/bayern-pflege-personalmangel-wiedereinsteiger-holetschek-1.5331871

Tiefrot

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Re: Überlaufen zur Leiharbeit
« Antwort #2 am: 18:44:25 Fr. 25.Juni 2021 »
unkraut schrob:
Zitat
Es gehen immer mehr Fachkräfte , Helfer , Quereinsteiger usw. aus dem direkten AV raus und zur Leihbude .
Bessere Entlohnung , geregelte Arbeitszeiten , keine Doppelschichten , normales Arbeitsaufkommen , werden nicht gegängelt ,
genau abgesteckte Aufgaben
, Urlaub der nicht zwei Tage vorher gekippt wird  und und und .

Damit wäre schonmal klar, woran es krankt.
Es wird auf sicher eine Zeit nach Corona geben, und dann werden sich die
Leute in der Leiharbeit umgucken. Dann wird die Arbeitswelt nicht mehr so rosig aussehen. Mein Wort drauf.
Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !

Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
Verbietet die BILD und schaltet Facebook ab !

Nikita

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Re: Überlaufen zur Leiharbeit
« Antwort #3 am: 19:33:31 Fr. 25.Juni 2021 »
Ich erlebe die Durchökonomisierung von Pflegeheimen sehr zu Lasten der Pflegekräfte. In einem Fall wurde ein bekannter Rausschmeisser-Chef vorgesetzt, der stets nur wenige Jahre bleibt und dabei überall spart. Es wurde massiv an der Sozialstation gespart, was bedeutet, dass nun keiner mehr Zeit für die alten Menschen hat und diese kaum noch angesprochen oder beschäftigt werden.
Die Mitarbeiter werden gegängelt und dürfen viele Dinge mit den Bewohnern nicht mehr machen, die wichtig sind. Der Ton ist wesentlich rauher geworden, die Angehörigen werden unzufrieden. Jede halbe Stelle, die nicht besetzt wird, ist Gewinn für das Pflegeheim. Falls die Obersten nach Gewinn bezahlt werden, ist das für sie auch noch lukrativ. Die Angehörigen, die teils vierstellig dazuzahlen, bekommen keine Zahlen, in denen das ausgewiesen wird.