Autor Thema: Protest trotz Corona: Kiel 28.3., 14°°  (Gelesen 168 mal)

Kuddel

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Protest trotz Corona: Kiel 28.3., 14°°
« am: 12:33:45 Do. 26.März 2020 »
Hi an alle emanzipatorischen Gruppen da draußen!

Wir möchten euch zum "Schilder-Wald" einladen - einer Demo-Alternative
in Corona-Zeiten. Diesen Samstag, 14-15 Uhr vom Vinetaplatz bis zum
Alten Markt. Mehr zum Konzept im Aufruf unten.

Teilt diesen gerne auf eurer Homepage und über andere Kanäle. Oder
schreibt euren eigenen Aufruf. Uns ist eine emanzipatorische, linke und
solidarische Ausrichtung wichtig. Aber wir müssen nicht immer einer
Meinung sein, um gemeinsam gegen Missstände vorzugehen und für ein
besseres Leben zu kämpfen.

Schickt uns gerne die Links zu euren Botschaften oder schreibt euren
Link auf ein Schild, damit Passant*innen weitere Infos finden.

Auf dem TKKG-Blog (tkkg.noblogs.org) teilen wir unseren Aufruf und eure
Links. Dort werden wir im Nachhinein auch eine Bilder-Galerie
veröffentlichen. Dazu laufen wir den Schilder-Wald ab und werden alle,
die das wollen, ablichten.

Solidarische Grüße,

TKKG

Hier unser Aufruf:

Zitat
Kiel // Samstag 28.03.2020 //  14:00 bis 15:00 Uhr

Gründe zum demonstrieren gibt es in diesen Zeiten genug: Im griechischen
Flüchtlingslager Moria werden Menschen zu zehntausenden unter
furchtbaren Zuständen festgesetzt, in Deutschland werden Grundrechte
eingeschränkt, durch Quarantäne steigt die häusliche Gewalt, tausenden
Kulturschaffenden droht der Bankrott, Missstände im Gesundheitssystem
zeigen sich besonders deutlich...

Gleichzeitig sind unsere herkömmlichen Protest-Möglichkeiten stark
eingeschränkt. Deswegen müssen wir neue Wege finden miteinander gegen
Missstände vorzugehen – ohne dabei das Risiko einer Ansteckung
einzugehen. Lasst uns dazu Kiel mit Schildern und Transpis fluten –
diesen Samstag von 14 bis 15 Uhr vom Vinetaplatz bis zum Alten Markt.
Stellt euch alleine oder zu zweit mit eurer Botschaft auf. Um
aufzufallen, eignen sich Pappschilder, Transpis, Symbolkleidung, Kreide,
Straßenmusik uvm. Lasst Passant*innen genügend Raum vorbeizugehen,
haltet Abstand zum nächsten Schilder-Duo und packt euch was vor den
Mund, um Andere nicht anzuhusten.

Es braucht dafür keine Versammlungsanmeldung. Rechtlich gesehen wärt ihr
erst ab drei Personen eine Versammlung.

Sorgen wir gemeinsam dafür, dass selbst in Krisen-Zeiten der Kampf für
ein solidarisches, gutes Leben für alle weiter geht!

Uns ist eine emanzipatorische, kapitalismuskritische und solidarische
Ausrichtung des Protests wichtig. In dieser Krise passiert so vieles, so
schnell – was vor ein paar Wochen noch nicht mal denkbar gewesen wäre,
wird jetzt ohne zu zögern umgesetzt. Warum nicht also jetzt anfangen
unsere Utopien umzusetzen?

Hier eine Liste unserer Ideen frei zum ergänzen:
   
Bedingungsloses Grundeinkommen: Sowas ist schon lange überfällig. Die
Krise könnte eine Gelegenheit sein es über mehrere Monate hinweg zu
erproben. Und es wäre eine schnelle, unbürokratische Hilfe für all jene,
die gerade darum bangen, wie sie in nächster Zeit ihr Essen bezahlen
sollen:
https://www.change.org/p/finanzminister-olaf-scholz-und-wirtschaftsminister-peter-altmaier-mit-dem-bedingungslosen-grundeinkommen-durch-die-coronakrise-coronavirusde-olafscholz-peteraltmaier
Es sollte selbstverständlich auch für Menschen verfügbar sein, die
gerade aus allen anderen Finanz-Hilfen rausfallen: Illegal arbeitende
Sexarbeiter*innen, illegalisierte Flüchtlinge und andere:
https://www.hydra-berlin.de/aktuelles/

Gesundheitssystem stärken: Krankenhauspersonal muss ein angemessenes
Gehalt verdienen. Dann muss auch niemand durch ein neues
Infektionsschutzgesetz zu dieser Arbeit gezwungen werden. Krankenhäuser
und das Gesundheitssystem sollten allen unabhängig von ihren
finanziellen Mitteln zur Verfügung stehen – deswegen sollten wir sie aus
dem Markt rausnehmen.

Flüchtlingslager auflösen: Die Situation in Flǘchtlingslagern war schon
vorm Ausbruch von Corona untragbar. Diese Lager sollten so schnell wie
möglich evakuiert werden und die Flüchtlinge in leerstehenden Wohnungen
untergebracht werden. Warum gibt es Rettungsflüge für Tourist*innen,
aber nicht für Flüchtlinge?
https://seebruecke.org/news/gesundheitsversorgung-sicherstellen-lager-aufloesen-menschen-und-ihre-rechte-schuetzen/

Solidarische Nachbar*innenschaft:
Unterstützt Menschen, die zur
Risikogruppe gehören, durch Einkäufe und haltet digitalen Kontakt
zueinander. Seid aufmerksam in eurer Nachbar*innenschaft und unterstützt
Menschen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind:
https://www.frauenhauskoordinierung.de/aktuelles/detail/pressemeldung-auch-frauenhaeuser-und-fachberatungsstellen-von-corona-krise-betroffen/

Zukünftige Krisen verhindern:
Wir müssen raus aus Kohle und Atom –
jetzt! Stattdessen muss die dezentrale, erneuerbare Energieversorgung
massiv ausgebaut werden. Flugzeuge direkt am Boden und Kreuzfahrtschiffe
in den Häfen lassen. Autofreie Innenstädte gerade jetzt, damit im Freien
Platz bleibt, um Abstand zu halten. Klimaschutz sollte ist wichtiger als
die kapitalistische Wirtschaft. Wenn wir es nicht schaffen die
Co2-Emissionen zu senken, dann drohen uns bald die nächsten Kipppunkte
und Krisen: Youtube: Volker Quaschnig – Was kollabiert noch alles nach
Corona? 

Wohnraum für alle: Es kann nicht sein, dass Menschen auf der Straße
leben und dort wegen des Kontaktverbots neuerdings vertrieben werden,
während Wohnraum leersteht. Leerstehende Wohnungen und Hotelzimmer
sollten Obdachlosen zu Verfügung gestellt werden. Bei drohender
Quarantäne sollte Leerstand auch für Menschen verfügbar sein, die es
nicht bei ihrer Familie oder in ihrer Wohngemeinschaft aushalten.

Knäste öffnen: Knäste waren schon immer scheiße:
https://de.indymedia.org/node/72379 Corona verschärft die
Haft-Bedingungen: Die Gesundheitsversorgung ist schon ohne Krise
schlecht und sozialer Kontakt ist für viele Gefangene dank Isolation und
Besuchsverbot grade kaum möglich. Gleichzeitig verbreiten sich
Krankheiten auf so engem Lebensraum schnell. Deswegen Freiheit für alle
Gefangenen! Berichte über die Corona-Maßnahmen aus Knästen in Leipzig:
https://de.indymedia.org/node/72861 und Plötzensee:
https://de.indymedia.org/node/72604 und Freiburg:
https://de.indymedia.org/node/72387 und Chemnitz:
https://de.indymedia.org/node/72459 und den dreien von der Parkbank:
https://de.indymedia.org/node/72748

Auch auf diesen Blog findet ihr Inspirationen für mögliche Forderungen:
htts://coview.info/blog/

Im Wendland wurde bereits vorgemacht, wie diese Protestform
funktionieren kann:

http://keinruhigeshinterland.org/2020/03/21/tag-gegen-rassismus-kundegebung-2-0-in-luechow/




Sunlight

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Re: Protest trotz Corona: Kiel 28.3., 14°°
« Antwort #1 am: 14:50:47 Do. 26.März 2020 »
Das wird nicht werden, denn seit gestern Kontaktsperre in Kiel in Kraft gesetzt:

Zitat
Kontaktsperre Kiel
Erlasse

Erlass von Allgemeinverfügungen zum Verbot und zur Beschränkung von Kontakten in besonderen öffentlichen Bereichen (in Kraft vom 24.03.2020 bis 19.04.2020)


Entschuldige, dass ich mich als Spaßbremse betätigen muss, aber sah das gerade.

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Fritz Linow

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Re: Protest trotz Corona: Kiel 28.3., 14°°
« Antwort #2 am: 15:02:11 Do. 26.März 2020 »
Lies einfach mal die Texte, bevor du dich dazu äußerst!

Sunlight

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Re: Protest trotz Corona: Kiel 28.3., 14°°
« Antwort #3 am: 16:59:56 Do. 26.März 2020 »
Ich habe den Text gelesen, aber berechtigte Zweifel, dass man das dulden wird. Lassen wir uns überraschen, wie die Reaktion ausfällt, wer diesem Aufruf folgt, wie Polizei und Ordnungsamt reagiert. Das dürfte spannend werden!




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counselor

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Re: Protest trotz Corona: Kiel 28.3., 14°°
« Antwort #4 am: 17:07:00 Do. 26.März 2020 »
Die Kontaktsperre ist rechts- und verfassungswidrig. Par. 28 Abs. 1 IfSG gibt die komplette Suspendierung von Grundrechten nicht her. Möglich ist nur eine Beschränkung von Grundrechten, nicht ihre faktische Außerkraftsetzung durch Verordnung bzw Allgemeinverfügung.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Fritz Linow

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Re: Protest trotz Corona: Kiel 28.3., 14°°
« Antwort #5 am: 17:22:00 Do. 26.März 2020 »
Ich habe den Text gelesen, aber berechtigte Zweifel, dass man das dulden wird. Lassen wir uns überraschen, wie die Reaktion ausfällt, wer diesem Aufruf folgt, wie Polizei und Ordnungsamt reagiert. Das dürfte spannend werden!

Zitat
9. Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet. Dabei sind die Kontakte zu anderen Personen auf ein absolut notwendiges Minimum zu reduzieren und, wo immer möglich, ein Mindestabstand von mindestens 1,5 m einzuhalten.

Zitat
Stellt euch alleine oder zu zweit mit eurer Botschaft auf. Um
aufzufallen, eignen sich Pappschilder, Transpis, Symbolkleidung, Kreide,
Straßenmusik uvm. Lasst Passant*innen genügend Raum vorbeizugehen,
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ManOfConstantSorrow

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Re: Protest trotz Corona: Kiel 28.3., 14°°
« Antwort #6 am: 09:25:59 Fr. 27.März 2020 »
Ich halte es für wichtig, auch und gerade in Extremsituationen, neue Protestformen zu entwickeln und zu praktizieren!
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

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Re: Protest trotz Corona: Kiel 28.3., 14°°
« Antwort #7 am: 11:56:26 Fr. 27.März 2020 »
Ich habe den Text gelesen, aber berechtigte Zweifel, dass man das dulden wird.

Du hast Angst. Doch deine Zweifel sind unberechtigt.



Diese Form des Protests wurde bereits vor wenigen Tagen erfolgreich praktiziert.

Zitat
Flensburg
Warnung vor Polizeistaat – Protest gegen Corona-Maßnahmen auf dem Südermarkt




15 Demonstranten protestieren – teilweise vermummt – gegen die Grundrechtseinschränkungen des Staates. Auch in Kiel wurde demonstriert.
https://www.shz.de/27822267

Auch in Kiel:



https://tkkg.noblogs.org/post/2020/03/25/demonstrationsfreiheit-erhalten-heutige-kundgebung-gegen-autoritaere-gesetze/#more-1020