Autor Thema: Corona Freestyle  (Gelesen 43351 mal)

BGS

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Re: Corona Freestyle
« Antwort #435 am: 20:40:53 Mi. 20.Januar 2021 »
... .
Alle, die mit "Lösungen" für die Pandemie kommen, ohne diese zerstörischen Formen der Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion anzugreifen, sind einfach nur Schwätzer. Wir werden keine Lösungen finden, wenn wir nicht bereit sind, uns mit den Ursachen auseinanderzusetzen.

Auf den Punkt gebracht, entspricht absolut meiner Meinung.

MfG

BGS
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Re: Corona Freestyle
« Antwort #436 am: 23:22:48 Mi. 20.Januar 2021 »
Zitat
NEUE CORONA-MASSNAHME - Eine Karikatur auf einen echten Lockdown ...

Der aber dringend notwendig ist! Von einem notwendigen "Megalockdown" angesichts der weiter unkontrolliert verlaufenden Corona-Pandemie war im Vorfeld der virtuellen Konferenz der Regierungschefs des Bundes und der Länder die Rede.

Was dabei herauskam, ist eine Provokation gegenüber dem notwendigen Gesundheitsschutz. Angesichts der immer noch hohen Infektions- und Todeszahlen – laut Robert-Koch-Institut wurden heute 15.974 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages und 1148 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden gemeldet - durch Covid-19, und der sich ausbreitenden hochinfektiösen Mutationen, sind drastische Maßnahmen dringend geboten. Statt Selbstkritik der Regierenden aber wieder nur die übliche Selbstbeweihräucherung mit der gewagten These: „Dass die Beschränkungen seit dem 16. Dezember wirken“. Sie machen das aber völlig unzureichend. Sie haben nicht verhindert, dass wir zwischenzeitlich die höchsten Neuinfektionen hatten und die höchste Zahl an Todesfällen an und mit Corona seit Ausbruch der Pandemie in Deutschland. Jetzt geht gerade einmal zeitweise das exponentielle Wachstum zurück und eine dramatische neue Welle, verbunden mit einer Virusmutation, kann schnell ausbrechen. Die MLPD fordert deshalb einen konzentrierten, kompletten zwei- bis dreiwöchigen Lockdown. (siehe hier)

Stand Mitte Januar 2021: Wir haben eine neue bedrohliche Lage!
Mitte Januar war eine massiv bedrohliche Lage eingetreten, und jetzt ist er notwendig: Der konzentrierte echte Lockdown - inklusive Industriebetriebe, Büros, Ämter und Logistik. Dabei ist umfassend die Grundversorgung der Bevölkerung und die Funktionsfähigkeit des Gesundheitswesens zu gewährleisten. Undemokratische Unterdrückungsmaßnahmen gegen die Bevölkerung sind abzulehnen. Elementare soziale Beziehungen und sportliche Betätigung der Masse der Bevölkerung müssen möglich sein.

Dabei taten die verantwortlichen Minister samt Bundeskanzlerin im Vorfeld noch so, als hätten sie aus dem bisherigen Chaos ihres Krisenmanagements Lehren gezogen.  Doch die wirklich entscheidenden Maßnahmen werden auch dieses Mal bewusst unterlassen.

Für die Betriebe gibt es wieder keinerlei verbindliche Vorschriften. Bis 15. März sollen Firmen und der Öffentliche Dienst lediglich, „wo immer möglich“, Homeoffice ermöglichen.

Solch sanftmütigen Appelle an die Monopole haben schon jetzt die Verbreitung des Virus kaum verringert, warum sollten sie es zukünftig tun? Völlig ausgespart werden Regelungen für die Millionen Arbeiter in Industrie und Handwerk. Schon seit dem Frühjahr fordert die MLPD Schutzmaßnahmen für die Arbeiterinnen und Arbeiter in den Industriebetrieben. In den letzten Wochen hatten auch einige bürgerliche Politiker wie Bodo Ramelow (Linkspartei) oder Karin Göring-Eckardt (Bündnis 90 / Die Grünen) eine Schließung von Industriebereichen ins Gespräch gebracht. Doch dann hatte BDI-Präsident Siegfrid Russwurm die klare Vorgabe gegeben, dass er „jeden warne“, „die Wirtschaft mal vier Wochen abzuschalten.“ (FAZ ,13.01.21) - und brav gehorchten Angela Merkel, Markus Söder und Co.

Auch Betriebe müssen während eines echten Lockdowns schließen. Viele Arbeiter finden das eigentlich richtig, machen sich aber Sorgen, dass das die Kapitalisten für verschärfte Arbeitsplatzvernichtung ausnutzen. Schon jetzt haben die großen Konzerne sogar ganz offiziell 99.000 Stellenstreichungen angekündigt. Sie werden auf jeden Fall die Arbeiterrechte und die Arbeitsplätze angreifen. In der Weltwirtschafts- und Finanzkrise - verschärft durch die Corona-Krise - müssen sich die Arbeiter so auf einen harten Kampf um jeden Arbeitsplatz und für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich einstellen.

Dazu müssen – solange es keinen Lockdown gibt - die demokratischen Rechte nach Präsenzbelegschaftsversammlungen unter Einhaltung des Gesundheitsschutzes bzw. die Durchführung gewerkschaftlicher Treffen unter solchen Bedingungen durchgeführt werden.

Außerdem müssen Forderungen wie die nach einer befristeten Arbeitsplatzgarantie auf Kosten der Konzernprofite während eines Lockdowns und in der Phase danach diskutiert und aufgestellt werden. Und es muss um den vollen Lohnausgleich durch die Monopole gekämpft werden. Klein- und Mittelbetriebe müssen dazu staatlich unterstützt werden.

Selbst die Forderung nach verbindlichen Vorgaben zu Maximalgrenzen im ÖPNV wurden aus der Vorlage gestrichen. Die MLPD fordert: Im ÖPNV und in den Zügen der Deutschen Bahn müssen Abstands-Regeln wie auch sonst im öffentlichen Raum festgelegt werden: Jede Sitzreihe darf nur mit einer Person belegt werden, keine stehenden Fahrgäste. Um dies sicherzustellen müssen Taxis, Busse und Busfahrer zahlreicher privater Unternehmen einbezogen werden, auch als Maßnahme, dass sie nicht Konkurs gehen!

Die neue Vorschrift, OP-Masken bzw. FFP2-Masken im öffentlichen Nahverkehr, in den Innenstädten und Geschäften zu tragen, ist halbherzig. Diese sollen auch noch von den Massen im Wesentlichen selbst bezahlt werden! Auch haben OP-Masken nicht die Schutzwirkung wie FFP2- bzw. KN95-Masken. Die Forderung hier muss sein: KN95- oder FFP2- und -3-Masken kostenlos und ausreichend für die gesamte Bevölkerung! Lückenlose Massentestung ohne Wenn und Aber mit breit angelegter Erfassung über PCR, Antigen-Schnelltests und Antikörpertests. Schnelltest vor jeder Impfung!

Bei Schulen und Kitas bleibt es erst einmal bis zum 14. Februar bei der chaotischen, ungeregelten Aufhebung des Präsenzbetriebs - die Familien bleiben mit den Folgen alleine gelassen. Auf sie werden diese sozialen Folgen abgeladen: Beim Spagat zwischen Homeffice und Kinderbetreuung angefangen und bei sozialer Vereinsamung - vor allem der Kinder, die sich nicht mehr treffen dürfen - mal ganz abgesehen. Baden-Württemberg kündigte sogar schon frühere Schulöffnungen an. In einem Lockdown müssen auch Schulen und Kitas geschlossen werden. Gebraucht wird aber eine Betreuung in Klein-und Kleinstgruppen – gegebenenfalls mit zusätzlichen Neueinstellungen, Elternmithilfe und freiwilligen Helfern. Die Kinder und Jugendlichen dürfen nicht vollständig auf die Familien zurückgeworfen und Unterricht und Spielen mit Freunden total eingefroren werden.

Bei einem konzentrierten kompletten Lockdown muss auch die Homeoffice-Arbeit ruhen.

Die Kontaktbeschränkungen bleiben wie bisher. Zurückgezogen wurden Forderungen nach genereller nächtlicher Ausgangssperre, diese soll weiterhin nur regional in Hotspots individuell angewandt werden.

In Australien wurden mit einem striktem Lockdown und nächtlichen Ausgangssperren die Neuinfektionen fast auf Null gedrückt. Das zeigt: Ein konzentrierter kompletter Lockdown muss und kann erkämpft werden!

Im Artikel auf Rote Fahne News „Jetzt konzentrierter kompletter Lockdown erforderlich!“ heißt es: „Während dieser Maßnahme muss im höchstmöglichen Umfang die Impfstoffproduktion hochgefahren und die Bevölkerung geimpft werden. Und zwar in den bewährten Hausarztstrukturen und nicht in sinnlosen, teuren Impfzentren. Unter diesen Umständen könnte nach zwei bis drei Wochen wirklich wieder Schritt für Schritt und durch Massentests und Kontaktverfolgung flankiert hochgefahren werden.“

Quelle: https://www.rf-news.de/2021/kw03/karikatur-von-einem-echten-lockdown

Zitat
Alle, die mit "Lösungen" für die Pandemie kommen, ohne diese zerstörischen Formen der Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion anzugreifen, sind einfach nur Schwätzer. Wir werden keine Lösungen finden, wenn wir nicht bereit sind, uns mit den Ursachen auseinanderzusetzen.

Das bestreitet niemand. Der Kampf gegen die Pandemie ist untrennbar verbunden mit dem Kampf gegen die Umweltzerstörung und gegen die kapitalistischen Verhältnisse, welche die Einheit von Mensch und Natur zerstören. Ich bin zB aktives Mitglied in der Umweltgewerkschaft. Diese macht es in ihrer Pressemitteilung zu den Bauernprotesten deutlich:
Zitat
Die Corona-Pandemie hat wesentliche Ursachen in der grenzenlosen Ausbeutung von Natur und Mensch. Die Zwänge der kapitalistische Konkurrenz in der Agrarindustrie führen geradezu gesetzmäßig zu zerstörerischer Massentierhaltung, Regenwaldvernichtung für Futter-Monokulturen und Weideflächen, Chemikalien-Verseuchung der Lebensmittel, Artensterben, Landraub, Überausbeutung der Arbeitskraft (Tönnies!), millionenfacher Ruinierung kleinbäuerlicher Existenzen weltweit. Vermehrte Zoonosen und eine zunehmende Überforderung des menschlichen Immunsystems sind die Folge.

Quelle: https://umweltgewerkschaft.org/de/region-ost/203-termine/1754-presseinformation-der-umweltgewerkschaft-zum-wir-haben-es-satt-protest-2021-waehrend-der-corona-pandemie.html

Mich ärgert nur maßlos, wie die folgenden sinnvollen Forderungen der ZeroCovid Petition zerredet werden, nur weil sich die Petenten an den Staat wenden (was anscheinend für manche Linke ein Verbrechen ist):

Zitat
Die sofortige Schließung aller nicht lebensnotwendigen Betriebe.
Dass Menschen mit geringem Einkommen und in beengten Wohnverhältnissen besonders unterstützt werden, Geflüchtetenlager und Obdachlosenunterkünfte aufgelöst gehören.
Dass die soziale Gesundheitsinfrastruktur ausgebaut werden muss.
Dass Impfstoffe „globales Gemeingut“ sein sollen, also ihr Patent nicht privat bleiben darf.
Und dass die Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung von den Reichen und Superreichen bezahlt werden sollen

Mag sein, dass das Ziel von ZeroCovid mit Null Infektionen illusorisch ist; die genannten Forderungen bleiben trotzdem richtig und wichtig. So sieht es auch der folgende Kommentar

Zitat
Mehr als ein Appell - Zum Aufruf »Zero Covid«. Gastkommmentar

Noch vor kurzem standen Kommunistinnen und Kommunisten relativ allein mit ihrer Aussage, dass ein konsequentes Vorgehen gegen die Coronapandemie ohne Eingriffe in die Verfügungsgewalt der Banken und Konzerne über Fabriken und Produktionsmittel nicht möglich ist. Nun nimmt die Debatte Fahrt auf. Selbst in Parteien des Monopolkapitals mehren sich Stimmen, denen der Widersinn auffällt, dass die Freizeit der Menschen drastisch reglementiert wird, während die Bedrohung durch das Virus in Fabrikhallen, Packzentren und Großraumbüros, in überfüllten Bussen und Klassenzimmern übergangen wird.

Der bereits von Zehntausenden unterzeichnete Aufruf »Zero Covid« verstärkt die Debatte. Um die Zahl der Ansteckungen mit dem Virus auf null zu bringen, sollen Arbeitsstätten und Lernorte für mehrere Wochen geschlossen werden. Die Forderungen von »Zero Covid« sind logisch und orientieren sich an den Maßnahmen, die einen erfolgreichen Kampf gegen die Pandemie in China, in Vietnam und Kuba möglich machten: Drastische Einschränkungen der Kontakte nicht nur in der Freizeit, sondern auch bei der Arbeit, schnelle und regelmäßige Tests für alle, konsequente Pflege der Betroffenen und Ausbau der Ressourcen des Gesundheitswesens.

Im Aufruf wird verlangt, dass die Folgen des Shutdowns nicht auf die Massen abgewälzt werden dürfen, dass keiner zurückgelassen werden darf. Die Reichen, die Krisengewinnler müssen zahlen. Gewerkschaften stehen ihrem Auftrag gemäß in der Pflicht, sich entschlossen für die Gesundheit der Beschäftigten einzusetzen und eine »solidarische Pause von einigen Wochen« zu organisieren.

Wir brauchen diese Debatte in der gesamten Gesellschaft. Wir brauchen sie vor allem, um Bewusstsein dafür zu schaffen, dass nicht die Pandemie allein das Problem ist, sondern das Gefährlichste die Kombination aus Pandemie, Kapitalismus und seiner Krise. Wir brauchen sie, um Bewegung und Kämpfe zu initiieren, denn ohne sie ist die Forderung nach einer – noch dazu europaweiten – »solidarischen Pause« illusionär.

Wir brauchen Bewegung, um das Abwälzen der Lasten der Wirtschaftskrise auf die Bevölkerung, für das die Pandemie genutzt wird, abzuwehren und um gegen eine neue Privatisierungswelle in den Kommunen und für ein Gesundheitswesen in öffentlicher Hand mit genügend Personal zu kämpfen. Nur so kann ein Kräfteverhältnis entstehen, in dem nicht jede neue Strategie im Kampf gegen das Virus letztlich Kapitalinteressen dient und von den Werktätigen bezahlt wird.

»Wir wissen, dass wir den Schutz unserer Gesundheit gegen kurzfristige Profitinteressen und große Teile der Politik erkämpfen müssen.« Diese Aussage des Aufrufs »Zero Covid« muss Leitlinie einer Strategie gegen die Pandemie sein. Wird der Aufruf allein als Appell an die Regierenden verstanden, wird er wenig helfen. Wird er als Instrument zur Entwicklung dieser Kämpfe genutzt, kann er von riesiger Bedeutung sein.

Quelle: https://www.jungewelt.de/artikel/394796.mehr-als-ein-appell.html

Mich ärgert auch, dass die Medien das Ausmaß der Inzidenz in den industriellen Großbetrieben nicht veröffentlichen. Meiner Meinung nach sind die Großbetriebe Treiber der Infektionszahlen. Hier wird doch bewusst etwas verschwiegen.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

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Re: Corona Freestyle
« Antwort #437 am: 12:33:40 Do. 21.Januar 2021 »
Mich ärgert nur maßlos, wie die folgenden sinnvollen Forderungen der ZeroCovid Petition zerredet werden, nur weil sich die Petenten an den Staat wenden.

Ich würde auch gern die Pandemie los sein. Ich glaube ebenfalls, daß dazu harte Maßnahmen notwendig sind. Es bleibt die Frage WER das WIE machen soll. Das bedeutet für mich ganz konkret:
  • Ich mißtraue dem Staat durch und durch
  • Ich weiß, daß die Kapitalisten über Leichen gehen
  • Die Konzepte aus der linken Ecke überzeugen mich nicht. Sie erscheinen mir wie Schnellschüsse mit geringer epidemiologischer Kenntnis und unter weitgehender Ausblendung der gesellschaftlichen Verhältnisse
Um über etwas zu entscheiden, muß man auch verstehen, worüber man entscheidet.
Ich verstehe vieles nicht.
Es heißt, in Deutschland sei die Sterblichkeitsrate so hoch (oder höher?) als in den USA.
Wie ist das möglich?
Das soll mir mal jemand verständlich erklären. Es ist mir egal ob Bhakdi, Steeck oder Drosten.
Wir haben zwar keinen Totallockdown doch nach meinem Eindruck ist das Leben stark heruntergefahren, die Straßen sind ruhiger, die Maskenpflicht wird besser eingehalten denn je und die getragenen Masken sind besser geworden.
Warum sind die Fallzahlen nicht stärker gesunken?
Wo passieren unter diesem Halblockdown die meisten Infizierungen?

So lange wir darüber keine Kenntnis haben, wird auch ein Totallockdown keine Lösung bringen, sondern nur vorrübergehnd etwas Ruhe und dann beginnt alles wieder von vorn.

Nach meinem Wissen ist China das einzige Land, das die Pandemie halbwegs im Griff hat.
Wollen wir den chinesischen Weg gehen und den politischen Preis dafür zahlen?
Ich will es nicht.
Der chinesische Weg aus meiner Sicht:
Zitat
Die Chinesische Regierung hat anfangs so reagiert, wie wohl jede andere Regierung. Als das Virus auftauchte, versuchte sie das Problem unter den Teppich zu kehren und Meldungen daüber zu unterdrücken.
Die Bevölkerung wurde, als die Kenntnis über das neue Virus nicht mehr zu unterdrücken war, derart wütend und aufgebracht, daß die Kommunistische Partei um ihre Macht im Land fürchten mußte. Sie entschied sich zu radikalen Maßnahmen, wie es in wohl keinem anderen Land der Welt möglich gewesen wäre. Die chinesische Bevölkerung dankte es der Regierung durch Vetrauen in die Maßnahmen von oben und ihre Befolgung. Über die negativen Seiten der harten Maßnahmen ist hier wenig bekannt. Auch in China kam es zu einem massiven Anstieg an häuslicher Gewalt. Der Lockdown wurde rigoros durchgesetzt ohne Rücksicht auf besondere Situationen. Ein Behinderter ist verhungert und verdurstet, weil sein Vater und sein Bruder nicht mehr zu ihm gelassen wurden. Die Anweisungen von oben wurden von einigen derart verinnerlicht, daß sich eine Blockwartmentalität ausbreitete. Narchbarn ("besorgte Bürger") vernagelten die Wohnungstür eines Menschen von außen, der sich nicht an die Ausgangssperre halten wollte. Als der Totallockdown auch über eine als Coronahotspot verrufene Region aufgehoben wurde, rottete sich ein Mob besorgter Bürger zusammen und wollte die Bewohner am Verlassen der Gegend hindern. Sie griffen die Leute an und kippten deren Autos um.
Nicht nur zur Durchsetzung des Lockdowns, auch zum Verfolgen der Infektionswege, sind die Mittel eines autoritären Staates notwendig. Es ist in China relativ normal, daß vor Wohnblocks uniformierte Securitykräfte postiert sind, auch ohne Pandemie. Die Mittel der Infektionsverfolgung sind die Mittel des Überwachungsstaats. In China sind appbasierte Bezahlung und Überwachung viel weiter fortgeschritten, als bei uns. In China kann man auch auf dem Flohmarkt mit seinem Smartphone bezahlen und auch der Bettler an der Ecke nimmt Kleingeld über seine App. Das Reisen per Zug ist ohne Registrierung der persönlichen Daten nicht möglich. Der Staat machte ("zur Pandemiebekämpfung") eine Befragung aller Einwohner, die auch deren Lebensstil betrafen, Kontaktfreudigkeit, Ernährungsgewohnheiten, Alkohol, Rauchen etc.. Wer das nicht beantworten wollte, konnte seine Möglichkeit zu Reisen verlieren. Der Staat hat diese Daten nicht nur "zur Pandemiebekämpfung" genutzt, sondern sie auch an den Alibaba Konzern verkauft. Es gibt zahlreiche Kontrollestellen im Land. Man kann sie nicht passieren, wenn man seine Smartphoneapps nicht scannen läßt. Der Staat hat so vollständige Bewegungsprofile und ein Bild der Konsumgewohnheiten.

Wenn wir das für eine gangbare "Lösung" der Pandemie halten, haben die Querdenker mit ihrem "Diktatur!"-Geschrei eine realistischere Einschätzung der politischen Entwicklungen als die Linken.

Ich lasse mir aber nicht unterstellen, mir sei alles egal, weil ich der #zerocovid Kampagne nicht folgen mag und ich sei für ein Laisser-faire. Ich halte es schlichtweg nicht für erstrebenswert, Corona in der Griff zu kriegen und dabei in einem in einem totalitären turbokapitalistischen Staat zu erwachen.

Wenn ich auf die bisherigen staatlichen Anticoronamaßnahmen blicke, kommt da kein sonderlich tolles Bild bei heraus. Man folgte erst einmal dem chinesischen Vorbild und Merkel und Söder konnten mit autoritären Maßnahmen bei der Bevölkerung kräftig punkten. Das Auftreten war autoritär, doch die Maßnahmen selbst waren widersprüchlich, chaotisch und teilweise völliger Humbug.

In China ging es zumindest darum, die Pandemie in den Griff zu kriegen. Die Maßnahmen waren brutal und natürlich hatten die Kleinen Leute die Hauptlast zu tragen. Der Staat hat zwar finanzielle Hilfspakete lockergemacht, aber Dinge wie "Kurzarbeitergeld" werden in China nicht ausgezahlt. Man verließ sich auf solidarische Selbsthilfe der einfachen Menschen. Die meisten Städter haben einen familiären Hintergrund auf den Land. Notfalls kann man zu den Eltern oder Großeltern auf Land gehen und sich dort mit den selbstgezogenen landwirtschaftliche Produkten versorgen. Die "Modernisierung" des städtischen Lebens durch das Verbot von Straßenständen wurde wieder zurückgenommen und so konnten sich die Erwerbslosen wieder mit Soloselbständigkeit und Schattenwirtschaft durchschlagen. Wie überall trafen die Maßnahmen die Armen am stärksten. Die Pandemie wurde aber halbwegs in den Griff gekriegt. Die Chinesische Regierung hat dafür auch enorme Summen lockergemacht und Dinge organisiert, die hier als unmöglich gelten. Man hat in kürzester Zeit neue Krankenhäuser aus dem Boden gestampft und man hat überall ausreichend Tests ermöglicht. In Hotspot-Regionen hat man Tests der kompletten Bevölkerung durchgezogen, viele Millionen Menschen wurden innerhalb weniger Tage getestet. Mit diesem im-Schach-Halten des Virus hatte der Staat zwar große Ausgaben, sich aber einen großen Vorteil im internationalen Konkurenzkampf geschaffen. China ist zu dem Land mit dem größten wirtschaftlichen Wachstum geworden.

Die Bundesregierung hat es scheinbar nur am Rande auf die Eindämmung der Coronakrise abgesehen. Ich sehe da eher wahlkampfstrategische und wirtschaftpolitische Maßnahmen. Die Hilfpakete dienen großteils allein der Wirtschaftförderung und haben keinerlei Pandemiebezug. Man will einen sofortigen Vorteil für die nationale Wirtschaft im globalen Konkurrenzkampf. Ein Teil der Hilfspaktete dienen der sozialen Abfederung um Proteste und Unruhen zu vermeiden. Die Kosten werden aber diesen Leuten wieder aufgebürdet, wenn es anschließend heißt, den Gürtel enger zu schnallen.

Ginge es darum, die Pandemie zu bekämpfen, hätte der Staat bereits seit der ersten Welle sich zu einem aus- und Umbau des Gesundheitswesens entschließen müssen. Das Gegenteil ist der Fall, das Gesundheitswesen wird weiter gegen die Wand gefahren. Es werden Klinikbetten gestrichen und Coronapositives Personal zur Arbeit gezwungen. Das Erkennen und Verfolgen der Infektionswege wäre elementar. And der Coronapp haben sich Leute eine goldene Nase verdient, doch sie ist völlig untauglich in der Praxis. Die Gesundheitsämter haben kein ausreichendes Personal, ihre Arbeit ist weitgehend zusammegebrochen. Eine Verfolgung der Infektionswege findet von der Seite praktisch nicht statt. Es gib organisatorisch und technische keine Strukturen für Massentests. Selbst die angelaufene Impfkampagne ist ein einziges Chaos.

Die Gewerkschaften zeigten sich weitgehend unfähig oder unwillig, sich mit der Situation angemessen auseinanderzusetzen und eigene Antworten zu finden. Mir fiel da nur die GEW positiv auf mit dem Entwickeln eigener Hygienekonzepte und dem Aufstellen klarer Forderungen. Die wurden jedoch von der Politik einfach abgebügelt. Die Schüler waren ein Lichtblick, die nicht nur eigene Konzepte und Forderungen hatten, sondern auch mit Streiks für einen gewissen Nachdruck sorgten.

Es wäre auch kein Problem, gute Distanz- und Hygienekonzepte für Bus- Bahn und Arbeitsplatz zu entwickeln. Das müßten die Betroffenen selbst (möglichst in Austausch mit Wissenschaftlern) machen. Das wäre alles relativ einfach und vielversprechend. Das wird jedoch vom Staat verhindert und von linken nicht vorangetrieben. Linke machen sich nicht einmal Gedanken darüber, sondern erhoffen lösungen vom staat, egal wie oft er schon bewiesen hat, daß er kein Interesse daran hat oder einfach zu unfähig dazu ist.

Nein, ich habe sicherlich nichts  gegen ein Herunterfahren der nicht unbedingt notwendigen Wirschaftsbranchen. Von mir aus braucht man sie nie weder hochzufahren. Es wird sowieso schon viel zu viel Scheiß produziert. Wenn dann "zu wenig Arbeit da ist" muß man eben die vorhandene Arbeit auf mehr Schultern verteilen. Eine radikale Arbeitzeitverkürzung ist die logische Antwort. Aber die Menschen müßen von der Arbeit auch gut leben können. Wenn es dazu an Geld fehlt, muß man es sich bei denen holen, die zuviel davon haben.

Das wird der Staat sicherlich nicht wollen oder machen. Er wird sich auch nicht mit Petitionen dazu bewegen lassen.

Um auf den Punkt zu kommen: Ich sehe bei Staat und Wirtschaft keine Koalitionspartner im Kampf gegen die Pandemie. Wir haben Corona, Staat und Wirtschaft gegen uns. Und zu den Lösungskonzepten kommen wir an einem Rütteln an den Eigentumsverhältnissen nicht vorbei.

Konzepte zur Eindämmung der Pandemie nüssen von unten entwickelt werden, in den Betrieben, Schulen, Büros, Unis, in den Stadtteilen und auf den Dörfern. Wir brauchen eine Demokratisierung der Verhältnisse am Arbeitsplatz, wir brauchen Diskussionsstrukturen und Netzwerke zur Umsetzung unser Forderungen überall. Ich denke, ein Totallockdown kommt nur für außerordentlich schlimme Infektionsherde in Frage und niemals flächendenkend.

Das zentrale Ziel ist, ein Leben zu organisieren, das möglichst gut vor Krankheit, Armut und unwürdiger Arbeit geschützt wird. Dazu brauchen wir eine Basisorganisierung. Dieses #zerocovid Konzept ist für mich das genaue Gegenteil, das ist Selbstentmachtung und der Ruf nach einem starken Staat. Wir werden mit solchen Konzepten kein besseres Leben erreichen.

Kuddel

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Re: Corona Freestyle
« Antwort #438 am: 09:24:08 Sa. 23.Januar 2021 »
Nochmal in Kurzform mein Kommentar zur #zerocovid Kampagne:

Pro:
Ich finde es richtig, wirkungsvollere Maßnahmen zur Senkung der Infektionsrate zu fordern.
Das beste an der #zerocovid Kampagne ist die Forderung, in die Maßnahmen endlich die Wirtschaft und die Arbeitsplätze einzubeziehen.

Ich finde es richtig, daß der Preis nicht von den Armen und Arbeitenden getragen werden soll, sondern verteilt werden muß und die Reichen und die Wirtschaft in die Verantwortung gezogen werden müssen.

Contra:

Die Infektionsrate auf "Zero" zu drücken, ist nicht möglich.

Es ist naiv und dumm zu glauben, es reiche, den Staat (mit einer Petition) darum zu bitten, die Forderungen umzusetzen. Man muß auf den Staat und die Wirtschaft einen direkten Druck aufbauen, wenn man etwas durchsetzen will.

Unser größtes Problem in der Pandemie ist, daß es uns an Diskussionsstrukturen, Solidarität, Druckmitteln und Kampfmaßnahmen mangelt. Genau dies müssen wir aufbauen. Davon ist in der #zerocovid Kampagne keine Rede.

Schluepferstuermer

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Re: Corona Freestyle
« Antwort #439 am: 19:35:33 Sa. 23.Januar 2021 »
Nein, nicht nur China 4-stellige Todeszahlen). Australien (3-stellig - Hunderte), Neuseeland (2-stellig 25 Tote), Taiwan (1-stellig - 7 Tote), Norwegen (3-stellig) , Griechenland (4-stellig) usw.
Deutschland (5-stellig - über 50.000 Tote)

Woher kommts? Weil Deutschland meint, sie seien besser. War doch bei der Maut usw. Nicht anders.

Wenn ich mich in der Klasse, mich mit 5-6er Noten schreibenden Schülern vergleiche, bin ich mit einer Note 4 natürlich besser. Vergleiche ich mich aber mit 1 und 2 schreibenden Schülern, kann ich auch gute Noten haben.

Der Drosten,Wieler usw. (Die ständig im TV sind), sind nur Dummschwätzer. Man sollte auf die richtigen Virologen (die, die Arbeit machen) hören!
Ein nicht Leitender ist meistens introvertiert. Ein Leitender ist meistens extrovertiert.
Bsp.:Sah ich zwischen Lagermeister (machte nur seine Arbeit) und dem Lagerleiter (hatte gar nichts drauf, konnte aber andere herumkommandieren).


Corona ist nicht neu. Es war nur eine Frage der Zeit.  Dies ist sehr verbunden mit unserer Wirtschaft.
Als nächstes kommen wesentlich gefährlichere Bakterien, Viren vom Permafrost (Sibierien).
Aber dann können wir sagen, der Russe wars.


lg Schlüpferstürmer

Die Massenmedien sind schon lange die 4. Macht im Staat.
Wir haben folglich Legislative, Judikative, Exekutive und Primitive.
"Bild" Euch Eure Meinung
----

Wer die CxU und SPD in ihrer Terrorherrschaft gegen das eigene Volk lobt, lobt ihren braungefärbten Nazicharakter!!

Hartzhetzer

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Re: Corona Freestyle
« Antwort #440 am: 09:08:51 Di. 26.Januar 2021 »
Zitat
Die Pandemie wurde aber halbwegs in den Griff gekriegt. Die Chinesische Regierung hat dafür auch enorme Summen lockergemacht und Dinge organisiert, die hier als unmöglich gelten. Man hat in kürzester Zeit neue Krankenhäuser aus dem Boden gestampft und man hat überall ausreichend Tests ermöglicht. In Hotspot-Regionen hat man Tests der kompletten Bevölkerung durchgezogen, viele Millionen Menschen wurden innerhalb weniger Tage getestet. Mit diesem im-Schach-Halten des Virus hatte der Staat zwar große Ausgaben, sich aber einen großen Vorteil im internationalen Konkurenzkampf geschaffen.

Hier mal der Schriftverkehr den ich per Email mit dem Gesundheitsamt hatte:

Zitat
Von:        "andre" <.....@......>
An:        <gesundheitsamt@.......de>
Kopie:        <....@.........>
Datum:        20.01.2021 16:38
Betreff:        Kontakt zu Risikoperson
________________________________________

Andre ...
....
....
 
Tel.Nr.: ......
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
 
ich hatte Sonntag den 17.01. und Dienstag den 19.01.2021 Kontakt zu meiner Nachbarin Ulrike K..... Der Kontakt dauerte ungefähr jeweils 20 min an, war ohne Maske, die minimalsten Abstände betrugen 1m. Ich war bei ihr um die Korridorlampe zu demontieren und anzubauen, wir wohnen in einem Mietshaus auf der gleichen Etage. Frau K...... war frei von Erklätungssymptomen, ich habe auch keinerlei Symptome. Frau K....... teilte mir am 19.01. mit, das sie einen Anruf vom Gesundheitsamt bekam und unter Quarantäne ist, da sie am 16.01.2021 Kontakt zu ihren Sohn hatte der positiv getestet wurde. Ihr Sohn bekam am Montag die ersten Erkältungssymptome. Falls ich auch in Quarantäne soll können sie mir das entweder telefonisch oder per Email mitteilen, meinen Arbeitgeber habe ich heute bereits darüber informiert das ich mich mit Ihnen in Verbindung setze.
 
Mfg
 
Andre .......

Antwort:

Sehr geehrter Herr ......,

das Gesundheitsamt geht differenziert vor; Sie gelten nicht als infektionshygienisch relevante Kontaktperson. Sie müssen seitens des Gesundheitsamts mit keinen Einschränkungen rechnen.

Bitte beobachten Sie Ihren Gesundheitszustand genau. Minimieren Sie für 2 Wochen Ihre Kontakte auf ein absolut nötiges Minimum und achten verstärkt auf die AHA-L-Regeln (Abstand + Hygiene + Alltagsmaske + Lüften)!
Sofern Sie auf eine Infektion mit SARS-CoV2 hindeutende Krankheitssymptome feststellen, suchen Sie Ihren Hausarzt/Ihre Hausärztin auf und lassen ggf. einen Test durchführen.

Alles Gute!

Mit freundlichen Grüßen
im Auftrag
gesundheitsamt@leipzig.de
_____________________________________
Stadt ......, Der Oberbürgermeister
Dezernat V - Gesundheitsamt
Postanschrift: ...........
Hausanschrift:
Friedrich-Ebert-Straße 19 a
.........
E-Mail: gesundheitsamt@.......de
Internet: http://www......de

Das obwohl man auch Corona haben kann ohne selber Krankheitssymptome zu haben. Meine Nachbarin wurde nicht getestet, das Gesundheitsamt testet die Menschen nur wenn Krankheitssymptome auftreten. Ist verständlich, der Kampf gegen Corona darf nicht zu viel Geld kosten.

Zitat
Es wäre auch kein Problem, gute Distanz- und Hygienekonzepte für Bus- Bahn und Arbeitsplatz zu entwickeln.

Der öffentliche Nahverkehr bei mir in der Stadt hat ein gutes Hygienekonzept. Seitdem bedingt durch die Corona Maßnahmen weniger Menschen mit Bus und Bahn unterwegs sind hat man die Taktung des Nahverkehrs von alle 10 auf alle 15 min reduziert, damit sich wieder mehr Menschen gleichzeitig in Bus und Bahn aufhalten.

Aber alles kein Problem, nur ich als einfacher Mensch bin Schuld wenn sich Corona weiter verbreitet da ich mich nicht genügend an die Corona Maßnahmen halte....
Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.
- Albert Einstein -

Jedoch ist das genau das, was in einer Marktwirtschaft Alternativlos ist.

Frauenpower

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Re: Corona Freestyle
« Antwort #441 am: 11:05:39 Di. 26.Januar 2021 »
oh man, das "Alles Gute" in dem Brief liest sich so skurril fuer mich...Ob ein Rat von einem,r  ArbeitsrechtlerIn oder GewerkschafterIn noch einzuholen sinnvoll ist?
Telefonisch krank melden geht glaube ich auch immer noch.

Die Menschen sollten geduldiger mit sich umgehen. Stellt euch vor wie es war, als Penicillin bzw.  Antibiotika noch nicht erfunden waren oder die Impfungen, die fuer uns inzwischen selbstverstaendlich sind.

Corona ist eine unsichtbare Bedrohung und die Leute sollten sich nicht gegenseitig fertig machen. Reden ja, aber geduldig. Merck und ich glaube auch Sanofi und Pasteur scheitern an der Herstellung eines Impfstoffs. Schade.
https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.covid-19-impfstoffe-floppen-merck-und-pasteur-institut-stoppen-entwicklung-von-corona-impfstoff.dc45c7dd-9472-40fa-89f2-62102437586c.html

Spahn und die EU sollten Biontech, Pfizer und wie sie alle  heissen nicht so unter Druck setzen finde ich. Wer weiss warum die gerade Lieferengpaesse haben. Zahlt Grossbritannien etwa mehr?? Man kann auch mal freundlich auf die Einhaltung der Vertraege hinweisen. Die ganze Welt braucht Impfstoff. Krass.


Den Plan der regulierten Impfverteilung der EU finde ich seltsam.
https://www.sueddeutsche.de/politik/corona-impfung-eu-ueberwachung-eu-kommission-1.5185668

Ich finde es traurig, dass alle in den Impfstartloechern sind nach muehevoller Errichtung der Impfzentren und das sdas Wichtigste jetzt fehlt.

Warum gibt es denn Produktionsschwierigjeuten? Fehlen die Loesungen, die Glasflaeschchen..ja, das waere mal intetessant zu erfahren.

Und in all dem die Aktienboerse.. :-\

corona-tauglicher Film: "Das  Fenster zum Hof"


...bleibt gesund!

... und in den Talksendungen bitte nicht auch noch Corona!! Danke.

Kuddel

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Re: Corona Freestyle
« Antwort #442 am: 12:12:45 Mi. 27.Januar 2021 »
Mich nervt es enorm, daß die Linken gerade komplett Epidemiologen geworden sind und die besten medizinischen Strategien diskutieren.

Dabei haben sie aufgehört, links zu sein und ihre eigentliche Aufgabe aus den Augen verloren, nämlich die Soziale Frage und die Eigentumsverhältnisse zu diskutieren. Die Eigentumsfrage ist nicht nur zu diskutieren, sondern praktisch anzupacken. In den Niederlanden wurde sie bereits "angepackt".

In Spanien steht die Soziale Frage weit oben...
Zitat
Coronakrise in Spanien
»Viele Menschen können sich das Heizen nicht mehr leisten«
Die Pandemie hat Spanien so hart getroffen wie kaum ein anderes Land in Europa. Millionen Menschen im Land droht akute Armut
https://www.spiegel.de/politik/ausland/corona-in-spanien-viele-menschen-koennen-sich-das-heizen-nicht-mehr-leisten-a-b67907c3-dfbe-49e4-a907-be035e7e0052

Es ist ein absolutes Armutszeugnis: Die bisher beste Reaktion auf die Coronakrise kam ausgerechnet aus dem beschissenen sozialdemokratischen Sumpf aus Gewerkschaften und Sozialverbänden,
Zitat
Ein Bündnis von 36 Gewerkschaften, Sozial- Wohlfahrtsverbänden hat eine schnellstmögliche Anhebung der Hartz-IV-Sätze sowie zusätzliche Corona-Hilfen gefordert. Die Regelsätze der Grundsicherung müssten umgehend auf mindestens 600 Euro pro Monat angehoben werden, damit arme Menschen die in der Corona-Pandemie gestiegenen Lebenshaltungskosten noch tragen könnten, heißt es in dem am Montag in Berlin veröffentlichten Aufruf „Soforthilfen für die Armen – jetzt!“ des Bündnisses.
https://neuesruhrwort.de/2021/01/25/sozialverbaende-fordern-corona-soforthilfen-fuer-arme-bevoelkerung/

während die Linken und Linksradikalen substanz- und folgenlos etwas von "solidarisch" daherschwurbeln.


counselor

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Re: Corona Freestyle
« Antwort #443 am: 22:58:01 Mi. 27.Januar 2021 »
Zitat
In den Niederlanden wurde sie bereits "angepackt".

Welches Kraut rauchst Du? Die Krawalle in den Niederlanden sind faschistischer Natur. Da geht es garantiert nicht um ein besseres Leben oder den Gesundheitsschutz der Bevölkerung.

Zitat
Rechte Krawalle in den Niederlanden

Nachdem letzte Woche bereits eine große Demonstration von Verschwörungstheoretiker:innen und Rechtsradikalen in der Hauptstadt Amsterdam für Furore sorgte, scheint die Lage in den Niederlanden nun vollends zu eskalieren. Seit dem vergangenen Wochenende kommt es in zahlreichen Städten des Landes, aber auch in provinziellen Gegenden zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und oftmals rechten Demonstrierenden.
Die Proteste stützen sich dabei nicht auf eine Strategie zur Verteidigung der Arbeiter:innenklasse gegen die Abwälzung der Krise auf sie, sondern sind in erster Linie Ausdruck sinnentleerten Gewaltfetischs rechter Fußball-Hooligans und Neonazis und stellen bei fähiger Organisierung eine dauerhafte faschistische Gefahr dar. – Ein Kommentar von Emanuel Checkerdemian

Quelle: https://perspektive-online.net/2021/01/rechte-krawalle-in-den-niederlanden/
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

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Re: Corona Freestyle
« Antwort #444 am: 18:56:36 Fr. 29.Januar 2021 »
Ich streite mich nicht nur bei chefduzen mit Leuten über Corona und die Gegenmaßnahmen. In meinem Umfeld hab ich es mit politisch organisierten und engagierten Leuten zu tun und mit völlig unpolitischen.

Mir wird da alles mögliche um die Ohren gehauen. Mir wäre es ebenso egal wie den Kapitalisten, daß ein Teil der Menschheit einfach verreckt. Andere finden mich genauso hirngewaschen wie die verblödete Mehrheit der Bevölkerung und ich will einfach nicht verstehen, daß es sich bei Covid 19 einfach nur um eine einfache Grippe handelt.

Ich sehe, daß die Pandemie mehr anrichtet, als eine gewöhnliche Grippewelle und ich habe da keinen Bock drauf und ich finde die Situation beängstigend. Wenn ich mir die Vorschläge zur Bekämpfung der Pandemie ansehe, kommt von mir Widerspruch. Das gilt für die Konzepte der Bundesregierung und die von links. Mich überzeugen beide nicht.

Vielleicht mag das eine oder andere in der Theorie funktioneren, doch wir haben es mit Menschen zu tun. Und Menschen funktioneren selten so wie in der der Theorie. Wir können uns nicht allein Gedanken über medizinische und virologische Konzepte machen, denn sie sollen auf Menschen angewendet werden. Deshalb müssen wir uns die Menschen, deren Leben und Bedürfnisse auch ansehen. Wenn der Staat zu sehr interessiert an eigenen Machtinteressen und zu verquickt mit denen der Wirtschaft ist, bin ich wenig überrascht. Wenn aber die Linke so wenig Interesse an den Menschen, deren Bedürfnissen und Nöten und an den gesellschaftlichen Verhältnissen zeigt, find ich es gruselig.

Ich habe nicht den Eindruck, daß wir allein von Corona bedroht werden. Ich finde andere Entwicklungen für weitaus bedrohlicher. Ich finde es absurd, daß wir uns nur noch um Corona kümmern und den Rest vergessen.

Ich bin aber froh, daß wir hier um Forum darüber miteinander diskutieren können, egal wie unterschiedlich unsere Sichtweisen sein mögen.

Im Rest der Gesellschaft sind die Gräben teilweise derart tief, daß man sich entweder aus dem Weg geht oder anbrüllt.

Schluepferstuermer

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Re: Corona Freestyle
« Antwort #445 am: 20:52:15 Fr. 29.Januar 2021 »
Was ist von Selbstverantwortung zu halten?

Man wußte spätestens schon seit 1. Lockdown, was die Regierungen machen.
Hat man etwas gemacht. Nein. Man schwomm mit den Regierungen mit und war zufrieden.

Als die Regierungen (in schlechten Ländern) das machten, was sie schon immer machten, ging man los.
lg Schlüpferstürmer

Die Massenmedien sind schon lange die 4. Macht im Staat.
Wir haben folglich Legislative, Judikative, Exekutive und Primitive.
"Bild" Euch Eure Meinung
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Wer die CxU und SPD in ihrer Terrorherrschaft gegen das eigene Volk lobt, lobt ihren braungefärbten Nazicharakter!!

Frauenpower

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Re: Corona Freestyle
« Antwort #446 am: 12:24:24 Sa. 30.Januar 2021 »
huhu,
Bundestag lehnte gestern Antrag Linke zur zentralen Beschaffung von FFP2 Masken und ihre preisliche Regulierung ab
.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2021/kw04-de-ffp2-masken-818948

Cdu Monstadt wetterte ganz besonders. Der Linken ginge es um Verstaatlichung, Regulierung, Planwirtschaft und sowas, habe es nicht genau mehr parat. Was da jetzt das Problem sein soll? Die Jobcenter haben auch eine bundesweit einheitliche Gespraechsvorlage fuer die Erwerbslosen-Opfer, die Gesundheitsaemter fordern eine einheitliche Software und die Steueridentifikationsnummer wird zur Buergernummer, damit die Abfrage von Daten erleichtert wird ...und Buecher, Zeitschriften und ich meine auch Zucker, sind doch auch an Festpreise gebunden, wie auch Zeitungen??
https://www.berliner-zeitung.de/news/steuernummer-soll-zu-buerger-identifikationsnummer-werden-li.136122

Und ist nicht die gesetzliche Krankenkasse Art sozialistisch bzw sogar ein Stueck weit  Planwirtschaft, wie auch das Jobcenter? Massnahmen werden gestreut wenn  da ob gebraucht oder nicht.

Vir der Antragsdebatte wurde aber schon bekannt, dass es fuer H4 BezieherInnen 10 Masken gratis geben soll, per Info von der Krankenkasse zur Vorlage bei den Apotheken. Super! Dann werden diese Leute sicherlich nicht zu ihrer Stamm-Apotheke gehen.
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2021/01/28/kostenlose-ffp2-masken-fuer-hartz-iv-empfaenger
Aber pfundig is does Angebot scho! Ja, man kann auch mal danke sagen. Oder auch nicht - sind ja Steuergelder, die auch der Lebensunterhalt der PolitikerInnen sind. Ich hoffe, die Gutscheine erreichen die Leute nicht erst  nach den diesjaehrigen Landtags- und Bundestagswahlen.

Und achtet darauf, dass die gekaufte Maske, einzeln 3,95 Euro hier vor Ort, ganz ist und nicht ein Haltebaendchen bspw. schon abgerissen ist

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Re: Corona Freestyle
« Antwort #447 am: 14:45:42 Sa. 30.Januar 2021 »
Ich mache mir Gedanken, wieso es Querdenkern (und Co.) gelingt, mehr Leute auf die Straße zu bringen, als alle linken Aufrufe.

Zu den Teilnehmern gehören eben nicht nur Rechte, sondern auch Angehörige der Alternativszene oder Wähler der Linkspartei. Es gehört auch eine Frau dazu die rund 10 Jahre sehr aktiv bei chefduzen dabei war und viele Tausend Beiträge verfaßt hat. Ihre Beitrage waren sympathisch, politisch war sie aufgeweckt, wirklich in Ordnung. Sie hat sich seit einigen Jahren zurückgezogen. Vor ein paar Monaten bekam ich eine Mail von ihr und merkte, daß sie auf Querdenkerpfaden unterwegs ist. Ich habe jetzt wieder Kontakt zu ihr aufgenommen, weil ich verstehen möchte, wie man so draufkommen kann.

Als ich sie fragte, ob die das Böhmermann-Video über den Querdenkerorganisator Michael Ballweg kennt, antwortete sie, "Und verschone mich bitte mit diesem lächerlichen Böhmermann und seiner idiotischen Mainstreampropaganda und - lügen (und weiteren entsprechenden Verlinkungen)... was für armselige, peinliche Witzfigur, ganz untere Schublade."

Eijeijei, "Mainstreampropaganda und - lügen", dieses Fake News Argument bei allem, was man nicht hören möchte, ist also bereits in unseren Reihen angekommen.

Ich bin auch den Links nachgegangen, die sie mir empfohlen hat. Z.B.: https://www.rationalgalerie.de/home/zero-covid-null-zweifel
Der Blogger und Autor Uli Gellermann kommt ursprünglich von links. Ich kann seine Argumentation der hier verlinkten Seite weitgehend nachvollziehen. Er hat scheinbar kein Problem damit, daß der Applaus (Kommentare) weitgehend von rechts kommt.
Hier wird Gellermann echt unangenehm:
Zitat
Das Internet-Portal KenFM erreicht Millionen Nutzer. Seine alternativen Nachrichten, sachkundigen Interviews und informativen Videos versorgen die Republik mit dem, was die sogenannten Qualitätsmedien schon lange nicht mehr können: Mit echtem, leidenschaftlichem und unbedingt ehrlichem Journalismus. Für die öffentlich-rechtlichen Regierungsautomaten und ihre privaten Brüder und Schwestern ist KenFM der Feind.
https://www.rationalgalerie.de/home/hass-kampagne-gegen-kenfm

Es ist durchaus richtig, daß KenFM tatsächlich sachkundige Interviews geführt und verbreitet hat. Ich habe einige (z.B. mit Gaby Weber) selbst gesehen und gut gefunden. Ken Jebsen ist aber ein rechter Arsch und einige seiner Aussagen sind absolut indiskutabel und unverzeihlich. Die Aussage "...sie mit ihrer Verschwörung gegen KenFM die primitivsten Verschwörungstheorien bestätigten, werden die Geisteszwerge in den Redaktionsbüros heftig bestreiten..." ist heftig. Der rechte Propagandist Jebsen kriegt die Absolution und seine Kritiker sind Verschwörungstheoriker und "Geisteszwerge".

Es kommt noch heftiger:
Zitat
So geht Demokratie in diesen Tagen. Bis das Volk mit diesem Fake von einer Volksherrschaft Schluß macht.

Es geht also nicht mehr um Proteste gegen den Lockdown und eine zweifelhafte Informationspolitik der Bundesregierung, sondern es ist in Gellermanns Augen um eine revolutionäre Bewegung, in der "das Volk" die echte "Volksherrschaft" anstrebt. Eine solche Einschätzung von einem ehemals Linken, ist absolut bitter.
Gellermanns Feindbild ist schon längst bei der Merkeldiktatur angekommen. Er schreibt "Merkel lässt verhaften" und unter der Überschrift "Merkels Neues Jahr" heißt es "Alternativlose Endlösung der Bevölkerungsfrage". Das hier erzeugte Weltbild und Klima sind krass und zeigen herzlich wenig Interesse an Auseinandersetzung.

Menschen wie dieser Uli Gellermann und die ex-chefduzerin sind völlig mitgerissen von dem Gefühl zu einer Massenbewegung zu gehören, die den Herrschenden die Stirn bietet. Sie glauben allen Ernstes, gegen die herrschenden Machtstrukturen und deren Propagandalügen zu kämpfen und mit ihrem Sieg gäbe es einen Umsturz, an dessen Ende eine wahre Demokratie, bzw. Volksherrschaft wartet.

Das ist wirklich groß gedacht. Es werden nicht die notwendigen Fragen gestellt, hinter welchen neuen Führern man da hinterherläuft und wie weit viele Querdenker-Reden jeglicher Vorstellung von Demokratie und Volksherrschaft diametral entgegenstehen. Der Rausch zu einer revolutionären Massenbewegung zu gehören, läßt diese kritischen Gedanken nicht mehr zu.

Ich will den Kontakt zu der ex-chefduzerin nicht abreißen lassen, doch wie soll ich argumentieren?

Troll

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Re: Corona Freestyle
« Antwort #448 am: 17:12:03 Sa. 30.Januar 2021 »
Zitat
..., doch wie soll ich argumentieren?

Gute Frage wenn deine Hinweise/Argumente mit Sektenartigen Glaubenssätzen vom Tisch gefegt werden, ich bin bei so etwas nicht zu gebrauchen und schalte nur noch ab, es gibt keine Argumente dagegen, ich denke das ist der Erfolg von Querdenken, es gibt keine akzeptablen Gegenargumente für Querdenker, man muß es Glauben!
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Schluepferstuermer

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Re: Corona Freestyle
« Antwort #449 am: 20:56:04 Sa. 30.Januar 2021 »
Arumentiere, dass es dem Virus scheißegal ist, was irgendeine Regierung, egal welches Land macht.

Dass es jedem bewußt sein soll, dass er selber sich schützen soll.
Es ist viel besser, als auf eine Regierung zu hoffen. Denn dann isst man verlassen.

Bei uns ist es egal, welche Farbe (welche Partei).
lg Schlüpferstürmer

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