Autor Thema: Sozialdarwinismus  (Gelesen 155 mal)

Kuddel

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Sozialdarwinismus
« am: 19:34:54 Fr. 01.Mai 2020 »
Das neoliberale System bringt eigene Denk- und Lebensweisen hervor.
Alle gegen alle, der Stärkere setzt sich durch.

Zitat
Der Hass auf alles Schwache
Sozialdarwinismus. Heroische Männlichkeit, Recht des Stärkeren, Wert des Lebens – bei der Debatte um Risikogruppen gehen die Argumente von Marktradikalen und Rechtsextremen Hand in Hand

(...)
Sozialdarwinismus als Scharnier zwischen Faschismus und Marktradikalismus

Sozialdarwinismus beschreibt die Idee, dass unproduktive beziehungsweise schwache Mitglieder einer Gemeinschaft kein Anrecht auf Schutz haben oder sogar aktiv beseitigt werden müssen. In einer grotesken Verzerrung der Erkenntnisse Darwins werden so gesellschaftliche und politische Imperative geformt. Schwäche ist im Faschismus nichts Schützenswertes, sondern ein verachtenswerter Zustand. Schwäche ist dementsprechend immer etwas selbst Verursachtes oder genetisch Bedingtes. Das führt dazu, dass sie in dieser Ideologie klar bestimmten Gruppen zuzuordnen ist und so mitsamt diesen Gruppen ausgerottet werden kann. Diese Gruppen sind chronisch kranke Menschen, Menschen mit Behinderung oder ethnisch definierte Gruppen wie Juden und Jüdinnen (deren vermeintliche körperliche Schwäche die Karikaturen des antisemitischen NS-Hetzblatts Der Stürmer geprägt hat) oder Roma und Sinti. Einer rassistischen, antisemitischen, antiziganistischen, behindertenfeindlichen Vernichtungspolitik liegt also immer auch der Wunsch nach dem Ausmerzen der schwächsten Teile des „Volkes“ zu Grunde.

Marktradikale Ideologen treibt vor allem die Verachtung von Armen an. Der Maßstab ist nicht (nur) das „Volk“, sondern „die Wirtschaft“. Gemeint ist damit immer ein kapitalistisches Wirtschaftssystem. Die schwächsten Teile dieses Wirtschaftssystems, das an einen kapitalistischen Staat gekoppelt ist, müssen beseitigt werden, damit die starken Teile nicht leiden. Die schwächsten Teile sind Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger_innen, Frührenter_innen und so weiter. All jene, die so viel mehr kosten, als sie produktiv beitragen.
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Corona als großer Straßenfeger

Dieses Spektrum hat im deutschsprachigen Raum seinen publizistischen Ausdruck vor allem in der Zeitschrift Eigentümlich.Frei. Es ist kein Zufall, dass Thilo Sarrazin im dazugehörigen Verlag publiziert. Dort wird schon seit Wochen die Covid-19 verharmlost und vielmehr ein Generalangriff auf kapitalistische Freiheiten vermutet. Die Ehrlichen und Starken (die Vermieter_innen, Arbeitenden, Unternehmer_innen) werden zu Gunsten der Schwachen (der Mieter_innen, die keine Miete zahlen möchten, der Arbeitslosen) geschröpft. Ein Umstand, der beendet werden muss. Völkischen Sozialdarwinismus propagiert hingegen das Zentralorgan der Neuen Rechten, die Sezession. Dort spotten die Autor_innen über den verwöhnten, modernen Menschen, der an allerlei Unverträglichkeiten leide und nichts mehr aushalte und sich zudem im Angesicht des Todes würdelos verhalte.
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Man muss aber gar kein rechtsextremes Nischenblatt lesen, denn fast wortgleich tönt es dieser Tage auch aus der reputablen NZZ, wenn nicht weniger als der „Seuchensozialismus“ herbei fantasiert wird oder ein Grünen-Politiker meint, dass wir zu viel Aufwand in Leute stecken, die ohnehin bald gestorben wären. Die genauen Beweggründe mögen in jedem Fall unterschiedlich sein, aber das Resultat und die Rhetorik sind die Selbe: Wir können keinen Aufwand in die Rettung von Leben stecken.
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https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/der-hass-auf-alles-schwache

BGS

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Re: Sozialdarwinismus
« Antwort #1 am: 17:45:50 Sa. 02.Mai 2020 »
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 Die schwächsten Teile dieses Wirtschaftssystems, das an einen kapitalistischen Staat gekoppelt ist, müssen beseitigt werden, damit die starken Teile nicht leiden. Die schwächsten Teile sind Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger_innen, Frührenter_innen und so weiter. All jene, die so viel mehr kosten, als sie produktiv beitragen.
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Das ist doch geisteskrank, so eine Weltsicht. Ohne mich!

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Strombolli

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Re: Sozialdarwinismus
« Antwort #2 am: 11:23:18 So. 03.Mai 2020 »
Die feuchten Träume so mancher dieser Verbrecher werden sich in lebenslanger Festungshaft bei Abfällen von Fastfood-Ketten (so es sie dann noch gibt) und heruntertropfendem Wasser verflüchtigen!
Das Systemmotto: "Gib mir Dein Geld! - Jetzt, Du dreckiges Opfer !!!! - Und habe immer ANGST VOR DEM MORGEN !!!"

"Hört auf, Profite über Menschen zu stellen!" Occupy
Permanent angelogen & VERARSCHT IN DEUTSCHLAND! - Ich habe mit Dir fertig