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Kiel: Kundgebung gegen unwürdige Arbeitsbedingungen

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admin:
Der Kieler Chefduzenstammtisch lädt ein:



Es haben sich eine ganze Reihe Organisationen angeschlossen. Es kommen verschiedene Interessen zusammen.
Nach einer zu langer Zeit erzwungener Ruhe gibt es nun ein besonderes Interesse, gegen die sich verschlechternden Lebensbedingungen zu protestieren.

Die verschiedenen aufrufenden Organisationen haben teilweise eigene Aufrufe formuliert:

https://www.facebook.com/jourfixe.gewerkschaftslinke.hamburg/posts/1102788056764877?_rdc=1&_rdr
https://www.facebook.com/events/179434143447610/

Kuddel:

admin:
Hier schonmal die ersten Bilder von der Kundgebung heute:


Arbeitsmigranten sind keine Menschen zweiter Klasse. Gleiche Rechte und gleiche Löhne für alle!





Rund 200 Leute waren auf der Kundgebung.


Die haarsträubenden Bedingungen an den Schlachthöfen waren der Aufhänger für diese Veranstaltung,

es ging aber auch um andere Themen:


Kommentar eines Anwesenden: Da halten jetzt diverse DGB Hanseln ihre Reden auf einer von chefduzen organisierten Veranstaltung.
Die haben einen fetten Apparat und kriegen seit Wochen nix gebacken...




admin:
Aufhänger für die Protestaktion waren die Zustände, die an den Schlachthöfen herrschen.





Erst im Zusammenhang mit Covid 19 wurden gerieten die Schlachthöfe in den medialen Fokus.



Es ging aber nicht allein um die Schlachthöfe. Auch nicht um die Coronapandemie. Die Pandemie verschärfte nur die Probleme, die auch schon zuvor bestanden und jetzt nur schlimmer und sichtbarer wurden.



Ganz zentral ging es auf der Kundgebung darum, die sozialen Angriffe abzuwehren, die im Rahmen der Covid- und Wirtschaftskrise auf uns zukommen, bzw. uns bereits erreicht haben.

Im ersten Teil des Fotoberichts hieß es, es sei eine von chefduzen organisierte Kundgebung. Das stimmt nur so halb. Es war von uns angeschoben, aber eine Zusammenarbeit vieler Organisationen, wobei Perspektive Solidarität Kiel PSK einen Großteil der Arbeit übernommen hat, TKKG und Rotes Kollektiv Kiel sich gleich angeschlossen haben.



Die Liste der Unterstützer wurde länger, der Jour Fixe der Gewerkschaftslinken Hamburg war von Anfang an dabei, steuerte Redebeiträge und Live-Musik mit bei, mit dem Kieler Runden Tisch (einem antifaschistischen Zusammenschluß von Gewerkschaftern bis Nara und Seebrücke) kamen unterschiedliche Gruppierungen hinzu und nicht zu vergessen: Die Partei.

Es waren auch die Omas gegen Rechts mit von der Partie.





SDAJ und DKP zeigten sich auch.



Beeindruckend fand ich die Vielzahl an Redebeiträgen, die Arbeitsbedingungen in Coronazeiten zum Thema hatten, im Gesundheitswesen, in Kitas, in der Logistik oder im Callcenter.





Aus der gewerkschaftlichen Ecke zeigten sich Verdi, die IGM und NGG und auch eine Frau von Faire Mobilität.









Die thematischen Bögen funktionierten. Auch der Zusammenhang von Ausbeutung von Mensch, Tiel und Natur. Ein antirassistischer Beitrag ist von verschiedenen Leuten kritisiert worden. Ich habe mich während der Veranstaltung viel unterhalten und deshalb einige Reden nicht mitbekommen. Ich werde schauen, ob es möglich ist, ein paar Redemanuskripte zu kriegen.



Arbeitsmigration und die Kämpfe der Migranten sollten bei uns wichtiges Thema werden.



Der Samstagnachmittag war eigentlich der Termin der Coronaskeptiker. Wir haben ihnen den Treffpunkt genommen.

admin:
Kommentar

Mögen 200 TeilnehmerInnen eine eher mittelmäßige Beteiligung darstellen, so war es angesichts der kurzfristigen Mobilisierung völlig ok.

Diese Aktion stellte aber etwas ganz besonderes und wegweisendes dar:
Es gab einen Schulterschluß zwischen Sozialen Bewegungen, ArbeiterInnenbewegung und Umweltbewegung.
Die aktive Beteiligung von Beschäftigten aus der Logistik, dem Sozial- und Care-Bereich oder dem Callcenter, Gewerkschafter verschiedener Gewerkschaften, Umwelt-und Tierschützern, Omas gegen Rechts, Seebrücke und Antifa (und vielen anderen) ist absolut erwähnenswert.

Erwähnenswert ist ebenfalls, daß das Ordnungsamt eine Demonstration zum Landeshaus untersagt hat unter dem Vorwand des Infektionsschutzes. Die Distanz- und Maskenpflicht wäre auch in einer Demonstration einzuhalten. Die Einschränkung des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit ist nicht akzeptabel. Zentrale Forderungen dieses Protests richteten sich an die Landesregierung Schleswig-Holstein.

Die Rolle der Medien
Die Medien sind mit ausreichendem Vorlauf informiert worden. Die Kundgebung fand direkt vor dem Gebäude der Kieler Nachrichten statt. Es wunderte uns nicht, daß dieses konservative und wirtschaftsfreundliche Käseblatt die  Kundgebung mit keinem Wort erwähnte.* Sie hatte zuvor die Mieterdemo in Kiel-Gaarden ebenso ignoriert. Daß sich auch der NDR dem Totschweigen dieses Protests anschloß, hielten wir nicht für so selbstverständlich. Schließlich spielen die Schlachthöfe Schleswig-Holsteins in den bundesweit bekannt gewordenen Skandalen eine besondere Rolle. Nur wenige Tage zuvor schickte der NDR ein TV Team zu einer Aktion von Fridays for Future, die nicht einmal ein Viertel der Beteiligung hatte.

*Ich muß mich an dieser Stelle korrigieren. Das trifft nur für die KN-online zu. In der Printausgabe wurde über die Kundgebung berichtet. (Siehe unten)

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