Autor Thema: Christal Meth Hauptstadt Chemnitz  (Gelesen 339 mal)

Kuddel

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Christal Meth Hauptstadt Chemnitz
« am: 13:58:12 Fr. 10.Juli 2020 »
Zitat
Wie Chemnitz Crystal-Meth-Hauptstadt Europas wurde

Drogenmissbrauch und andere vereinigungsbedingte Probleme werden in den offiziellen Statistiken oft ignoriert. Die Soziologin Yana Milev kritisiert das „öffentliche Schweigen“.

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Kirschner und Kleiber stellten in ihrer Studie fest, dass trotz der vereinigungsbedingten Umwälzungen zwischen 1990 und 1993 der Konsum illegaler Drogen in den ostdeutschen Neuländern nicht signifikant anstieg. „Die Umwälzung der gesellschaftlichen Verhältnisse in Ostdeutschland nach der Wende mit der in bestimmten Bevölkerungsgruppen damit verbundenen Labilisierung der sozialen, ökonomischen und partiell auch familiären Verhältnisse führt nach der vorliegenden Datenlage bisher nicht zu einem drastisch steigenden Konsum illegaler Drogen.“

Grundsätzlich anders ist die Situation nach 20 Jahren. So entwickelte sich Chemnitz ab den 2000er-Jahren zur Crystal-Meth-Hauptstadt Europas. Eine Studie des „European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction“ erforschte den Drogenkonsum von Einwohnern mittels Abwasseranalysen. Im Vergleich von 60 Städten wurden 2017 in Chemnitz die größten Rückstände von Methamphetamin im Abwasser gefunden.

Dieser Tatbestand ist einerseits mit den bisherigen offiziellen Drogenberichten inkompatibel, lässt aber andererseits auf einen krassen sozialen Wandel im Zuge der neoliberalen „Reformen“ nach 1990 schließen. Gerade in Chemnitz ist das Ausmaß der Zerstörung des vormals größten Industriebezirks der DDR durch die Liquidationspolitik der Treuhand erheblich.
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https://www.berliner-zeitung.de/zeitenwende/wie-chemnitz-chrystal-meth-hauptstadt-europas-wurde-li.91513

Einges daran erinnert mich an die Zustände in den USA und der "Opiodkrise". Natürlich hat es mit sozialem Niedergang und ökonomischen Ängsten zu tun. Auch der ideologische Halt geht baden. In den USA und hier greifen sich die Leute jeden Strohhalm, den nicht nur Drogen, sondern auch einfachste Ideologien und plumpe Lügen bieten, wenn das Versprechen von Stolz und einen Wiederauftstieg innehaben. Trump, AfD, "Revolution Chemnitz", die Erhabenheit des weißen Mannes und der eigenen Nation. Alles an der Grenze zu Wahnsinn, Krankheit, Größenwahn, Panik, Selbstmord. Da kommt man mit politischen Argumenten nicht mehr weiter. Die Ängste dieser Leute sind menschlich, die angebotenen ideologischen und chemischen Lösungen sind jedoch scheiße.