Autor Thema: Sport in der Klassengesellschaft  (Gelesen 107 mal)

Ferragus

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Sport in der Klassengesellschaft
« am: 18:21:36 Fr. 16.Oktober 2020 »
Zur Eröffnung: in einem kleinen Büchlein, das mir mal in die Hände fiel,, stand sinngemäß, dass im Gegensatz zu Parteien und anderen politischen Initiativen, die sich um Mitstreiter und Anhänger bemühen müssen, der Sport einen Massenanhang zweifelsohne besitzt.
Es gibt da ein gewaltiges Missverhältnis zwischen politischer Aktivität und sportlicher Energieverschwendung in der gegenwärtigen Gesellschaft. Warum ist das so - woher kommt diese Sport-Affinität? Ist der Sport Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält, oder ist da mehr bzw. ist etwas Anderes im Spiel? Ist das noch Spiel?
Wenn es um eine Veränderung der Gesellschaft geht und die Handlungsmöglichkeiten am Arbeitsplatz beschränkt sind, gibt es notwendig ein Kampf um die freie Zeit nach Feierabend, denn es dürfte entscheidend werden, wie diese genutzt wird, ob man sich Zerstreuungen und Verblödung hingibt oder ob man etwas anderes tut.

Fritz Linow

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Re: Sport in der Klassengesellschaft
« Antwort #1 am: 21:58:44 Fr. 16.Oktober 2020 »
Nach einem langen Arbeitstag fällt es wohl leichter, sich Zerstreuungen und Verblödung hinzugeben, als sich mit Leuten abzuplagen, die eben das erstmal als Zerstreuung und Verblödung betrachten, und die anscheinend keinerlei Ahnung davon haben, dass da sehr wohl auch eine politische Komponente vorhanden sein kann (habe ich in irgendwelchen Threads hier gelesen).
Der Kampf um die freie Zeit nach Feierabend fängt vor Feierabend an.

(ansonsten wird Sport halt benutzt und überbewertet, weil er Leistungswille und Konkurrenz betont.)

Ferragus

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Re: Sport in der Klassengesellschaft
« Antwort #2 am: 20:29:10 Sa. 24.Oktober 2020 »
Achja,gähn, die politische Komponente im Sport oder in der Zerstreuung? Um Zerstreuung geht es hier ja eigentlich nicht, dass war nur ein Nebensatz, außerdem ist es fragwürdig, ob sich die Leute wirklich zerstreuen,d.h.  auf andere Gedanken kommen.

Im Forum finden sich übrigens ebenfalls Äußerungen, die sich über die Idiotie der Sportmanie aufregen oder sie belächeln. Und ich würde dir Recht geben, dass Sport der Einübung von Konkurrenz und Leistungsprinzip dient und dafür eingespannt wird.
Aber da ist doch noch mehr, würde ich meinen, aber der Sport hat sich  eine Aura der Unangreifbarkeit verschafft, er hat praktisch keine Kritiker, und das gibt zu denken und macht ihn verdächtig.


Onkel Tom

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Re: Sport in der Klassengesellschaft
« Antwort #3 am: 18:29:43 Mo. 26.Oktober 2020 »
Das wussten schon die alten Römer, das Sport der Bevölkerung Zerstreuung vom Alltag bietet.
Nicht umsonst spricht man immer noch von "Brot und Spiele" und von "Teile und Herrsche".

Der ganze Fußballkram hat sich mittlerweile so derbe aufgebläht, das man sich fragen mus, ob
ob es sich um sportlich bezogene Unterhaltung oder um Big-Buiness geht.

Allein die Ablösesummen, die ins Gespräch kommen, lassen tief blicken. x Millionen für Spielerwechsel
etc.. Die Werbung darf natürlich auch nicht fehlen und eines Tages gibt es eine Wand mit einem
Loch, wo Spieler nur noch vom Gesicht her erkennbar sind und rundherum Produkte präsentiert
werden..

Fußball lenkt vom Alltag ab und schürt Konkurrenzgedanken sowie Zuneigung zu die Macht des
stärkeren.. Richtige Fußballfans interessieren sich bis auf wenige Außnahmen kaum für
politisches Geschehen. Es sind ja auch meistens nur eine Hand voll Fans, die z.B. politisch
gerichtete Transpis fertigen und im Stadion darauf aufmerksam machen..

Naja, hinzu kommen ja auch noch Wettbüros und Pay-TV u.s.w.. Reine Geschäftemacherei..

 ::)
Lass Dich nicht verhartzen !

Ferragus

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Re: Sport in der Klassengesellschaft
« Antwort #4 am: 20:04:58 Do. 29.Oktober 2020 »
Die Durchdringung von Sport und Geschäft/ Ideologie ist eine Seite der Sache - auch die Krankenkassen wollen ihn ein bisschen ausbeuten, in Berlin gibts Plakate mit Sportsmännern und dem Spruch: "Punkten durch Pumpen"(bei sportlichen Aktivitäten erhält man Sonderzahlungen/Prämien), gesunde Körper freuen ja nicht nur die Ausbeuter, sondern eben auch Krankenkassen, die bei steigender Lebenserwartung ihre Kosten im Zaum halten wollen.

Gegenüber der Fitness würde ich das Gammlertum und die Faulenzerei bevorzugen. Wozu fit sein - für die Jagd? Als ob wir noch körperliche Kraft und Geschicklichkeit bräuchten, um irgendwelchen Tieren im Dschungel nachzustellen - lächerlich!