Autor Thema: Wie weiter... leben... kämpfen...?  (Gelesen 3807 mal)

BGS

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Re:Wie weiter... leben... kämpfen...?
« Antwort #15 am: 00:22:18 Sa. 25.Januar 2014 »
Und wir sind überall ;D.

Wir sehen und hören.

Wir sind wach.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

NachbarArsch

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Re:Wie weiter... leben... kämpfen...?
« Antwort #16 am: 02:06:35 Sa. 25.Januar 2014 »
Hehe, voll der Mutmacher Threat...
schön so was zu lesen.

Ansonsten seh ich das leider eher so wie Troll
Zitat
Ok, ich bin mittlerweile ein absoluter Pessimist was eine positive Weiterentwicklung und somit einer Lösung der derzeitigen Probleme angeht. Kämpfe, Aufstände, Streiks und Demonstationen halte ich trotzdem für richtig und wichtig, allerdings bekomme ich immer mehr das Gefühl es wird nur noch zum Schein wahren toleriert, zu regelmäßig werden Proteste jenseits der Rechtsstaatlichkeit niedergeschlagen bzw. bestenfalls, für die Protestierenden, ignoriert und übergangen.

Deswegen wird auch immer in gute und böse Demonstranten unterschieden und werden ja auch immer engagierte Leute als Gutmenschen, oder schwarz gekleidete Demonstranten als jugendliche Krawalltouristen ohne Hobby dargestellt.

Aber darin das "der Schein gewahrt werden muss" liegt auch ne riesen Chance. Denn das wird bei fortschreitenden Protest und Wiederstand immer schwieriger. Irgendwann passt die Propaganda nicht mehr, dann können Dämme brechen bzw Mauern in den Köpfen unserer Gesellschaft eingerissen werden.
Das macht mir Mut...
Ist zumindest besser als wenn nur kleine Teile der Gesellschaft (Polizei und verschiedene Gruppen von Systemkritikern) sich hochschaukeln und eine "irgendwann müssen wir schiessen" Rhetorik (Indymedia) Realität wird.

Eivisskat

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Re:Wie weiter... leben... kämpfen...?
« Antwort #17 am: 10:00:58 Sa. 25.Januar 2014 »

Kuddel

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Re: Wie weiter... leben... kämpfen...?
« Antwort #18 am: 18:03:09 So. 23.Juni 2019 »
Ich bin ziemlich verwundert, bzw. genervt, wie kleine Brötchen gerade gebacken werden.

Das gilt für die Linke und für dieses Forum.
Es ist ja unglaublich öde, wie klein und harmlos die Gedanken sind, die man äußert. Hier ein bißchen Kritik, da ein wenig Unzufriedenheit. Dann ein paar Vorschläge, die man schon 1000x gehört hat. Aber letztendlich kann sich keiner etwas anderes als den Kapitalismus vorstellen und die Probleme muß stets der Staat irgendwie lösen. Jaja, der Staat macht hier und da Sachen mit denen man nicht zufrieden ist, die wohl irgendwie reformiert werden müßten. Es müßten einfach mehr Leute wählen gehen und es müßten viel mehr Leute die Linkspartei wählen und dann ist alles wieder in Butter.

Ich bin fassungslos über die Naivität oder die Feigheit vor grundlegenderen Gedanken.

Die Faschos haben sich nicht einlullen lassen von der Vorstellung, es gäbe keine andere Gesellschaft als die gerade existierende. Sie bereiten sich auf den Umsturz der bürgerlich parlamentarischen Demokratie vor und sie tönen davon, daß der "Tag X" bald gekommen ist. Sie haben sich bewaffnet und setzen ihre Vernetzung fort. Sie haben Vorstellungen von kommenden politischen Verhältnissen und beginnen Bündnisse mit Teilen der herrschenden Klasse zu schmieden. Höcke wendet sich bereits an Polizisten, Soldaten und Geheimdienstler und fordert sie auf, überzulaufen. Man hat in diesen Bereichen schon eine ansehnliche Vorarbeit geleistet,  es gibt ein rechtes Grundrauschen unter einem Teil der Staatsdiener.

Wo entwickeln wir Möglichkeiten unsere Interessen durchzusetzen, ohne das Pochen auf bestehende Regeln und Gesetze und ohne die Hoffnung, daß uns Paragraphen und Gerichte uns zu unserem Recht verhelfen und die Polizei unser Recht durchsetzt?

counselor

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Re: Wie weiter... leben... kämpfen...?
« Antwort #19 am: 04:42:49 Mo. 24.Juni 2019 »
Nun, seit dem Mauerfall vor 30 Jahren verbinden die Leute mit Alternativen zum Kapitalismus Bespitzelung, verfallene Häuser, löchrige Straßen und Mangelwirtschaft.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

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Re: Wie weiter... leben... kämpfen...?
« Antwort #20 am: 11:04:35 Fr. 12.Februar 2021 »
"Ich hasse die Gleichgültigen. Ich glaube, dass Leben bedeutet, Partei zu ergreifen."

(Antonio Gramsci)

Kuddel

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Re: Wie weiter... leben... kämpfen...?
« Antwort #21 am: 17:15:13 Di. 24.August 2021 »
Nochmal der gute Gramsci:

"Man muss nüchterne, geduldige Menschen schaffen, die nicht verzweifeln angesichts der schlimmsten Schrecken und sich nicht an jeder Dummheit begeistern. Pessimismus des Verstandes, Optimismus des Willens."


Kuddel

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Re: Wie weiter... leben... kämpfen...?
« Antwort #22 am: 10:57:21 Di. 24.Mai 2022 »
Zitat
In einer Rede vor der Progressiven Internationale erklärt Jeremy Corbyn, warum wir uns in diesen Zeiten nicht zurückziehen können. Jetzt ist der Moment gekommen, um eine Alternative zu dem zerstörerischen System des Kapitalismus aufzubauen.
(...)
Es ist bekannt, dass das vorherrschende Wirtschaftsmodell mit seiner Umweltverschmutzung, seinem Raubbau und seiner eingeplanten Obsoleszenz wenig Rücksicht auf unsere Umwelt nimmt. Aber seine Arterien, die globalen Lieferketten, die die Minen, Fabriken, Schifffahrtswege, Häfen, Lagerhäuser, Liefernetzwerke und Verbraucherinnen und Verbraucher miteinander verbinden, sind bereits massiv gestört, noch bevor die Auswirkungen des Klimakollaps überhaupt in vollem Umfang zu spüren sind. In der stark vernetzten kapitalistischen Weltwirtschaft, insbesondere nachdem der IWF die Länder jahrzehntelang gezwungen hat, ihre Produktion für den heimischen Markt aufzugeben, bedeuten Störungen zwangsläufig eine Katastrophe. Schon jetzt gehen über 800 Millionen Menschen – jeder Zehnte der Weltbevölkerung – hungrig zu Bett.
(...)
Das wird nicht einfach sein. Rüstungsunternehmen verdienen extrem gut am Krieg. Sie finanzieren im Gegenzug Politikerinnen, Politiker und Think Tanks. Sie haben ihre vielen Sprachrohre in den Medien. Diejenigen, die sich für echten Frieden einsetzen, werden diffamiert, denn hinter kriegerischen Konflikten stehen die Interessen der Kriegsmaschinerie und der Rüstungsindustrie.

Das ist auch der Grund, warum Aktivistinnen und Aktivisten, die sich für Gerechtigkeit einsetzen, so hart angegriffen werden: Sie sind eine Bedrohung für den unrechtmäßig erworbenen Reichtum und die Macht der Wenigen. Wir erleben das immer wieder. Ihre Interessen sind nicht die Interessen der Allgemeinheit. Dies sind nicht eure Interessen.

Derweil beobachten wir mit schmerzlicher Klarheit in der Pandemie, wie die Pharmaindustrie sich weigert, Impfstofftechnologien zu teilen, die hauptsächlich mit öffentlichen Geldern entwickelt wurden. Wer profitiert davon? Die Führungskräfte und Aktionäre der Pharmaindustrie.
(...)
Die Peripherie ist die Zukunft, nicht die Vergangenheit: Immer wieder wurde uns gesagt, die Industrieländer seien für die Entwicklungsländer ein Vorbild für deren eigene Zukunft. Doch nun steht die Peripherie an der vordersten Front der Geschichte – dort, wo die Krisen des Kapitals am härtesten zuschlagen, die Folgen der Klimakatastrophe am ehesten eintreffen und der Ruf nach Widerstand am lautesten zu hören ist. Dieser Widerstand ist kraftvoll und inspirierend. Es gibt viel, wirklich viel, was uns Hoffnung schenkt.
(...)
Wenn das System zusammenbricht, werden wir es mit den Verfechtern der Reaktion zu tun haben und mit der Elite, die alles so belassen will, wie es ist. Mit Trump, Bolsonaro, Modi, Erdoğan, Putin und Duterte haben wir bereits einen Vorgeschmack bekommen.

Um diese Monster unserer Zeit und die neuen, die noch kommen werden, zu besiegen, müssen wir eine Macht der Menschen aufbauen. Wir müssen den Kampf gegen das Ende der Welt mit dem Kampf zum Ende des Monats vereinen. Unsere Bewegungen müssen dafür sorgen, dass das Leben der meisten Menschen besser wird: mit einem sicheren Lebensunterhalt, Wohnraum, Gesundheitsversorgung, mehr Zeit für Freunde und Angehörige, Selbstbestimmung über ihr Leben und einer sauberen, sicheren und nachhaltigen Umwelt.

Wenn wir das tun, werden wir Hoffnung statt Verzweiflung wecken. Und wir werden eine neue Welt aus der Asche dieser alten Welt erschaffen.

Deswegen rufe ich Euch heute auf: Verdoppelt eure Bemühungen in den Kämpfen, an denen Ihr beteiligt seid. Macht mit bei dieser oder jener Kampagne, an die Ihr schon lange denkt und glaubt. Zeigt echte Solidarität. Setzt Euch gegen Tyrannen zur Wehr. Baut Gewerkschaften auf. Seid Teil von Bewegungen. Und helft mit, sie zusammenzubringen, wie wir es heute in der Progressiven Internationale tun.

Es ist an uns, eine neue Welt aufzubauen. Tu es für Dich selbst. Tu es für Deine Familie. Tu es für Deine Gemeinschaft. Tu es für die Menschheit. Es wird niemand kommen, um uns zu retten. Nur wir selbst.
(...)
Kann nur empfehlen, den kompfetten Text zu lesen: https://jacobin.de/artikel/jeremy-corbyn-eine-andere-wirtschaft-ist-moglich-progressive-internationale-imperialismus-krieg-klimakrise/