Autor Thema: Pegida, Trump, Querdenken und Amoklauf  (Gelesen 335 mal)

Kuddel

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Pegida, Trump, Querdenken und Amoklauf
« am: 09:19:23 Sa. 07.November 2020 »
Man spricht von einer Erosion der Demokratie. Bei den momentanen poltischen Entwicklungen spielt die Linke so gut wie keine Rolle mehr.

Wir sollten uns Gedanken machen. Wie ist es zu dieser Situation gekommen? Wie sollen wir reagieren?

ManOfConstantSorrow

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Re: Pegida, Trump, Querdenken und Amoklauf
« Antwort #1 am: 20:49:59 Di. 24.November 2020 »
Zitat
Wissenschaftler glauben mit einem Gesellschaftsmodell belegen zu können, dass mit steigender Konnektivität ab einem Kipppunkt die Fragmentierung in feindliche Blasen zunimmt

In Seuchenzeiten wie der Coronavirus-Pandemie sollen die Menschen weiter auseinanderrücken und sich selbst möglichst vor den Mitmenschen isolieren, um nicht angesteckt zu werden und die anderen zu schützen. Naher Kontakt sollte vermieden werden, die Menschen sind, abgesehen von der Arbeit, wenn sie dies nicht online machen können, zurückgeworfen auf die Familie oder die Singleexistenz - und das in Zeiten, in denen die Polarisierung die Gesellschaft sowieso schon weiterfragmentiert, während seit langer Zeit der Trend zu Rumpffamilien und Versingelung herrscht und sich die Einsamkeit ausbreitet.

Zwar haben das Internet oder die sogenannten sozialen Netzwerke den Zusammenhang von Menschen über die Telekommunikation enorm gesteigert, gleichzeitig aber dazu beigetragen, dass die Kontakte im realen Raum weniger und auch weniger dauerhaft wurden. Umgekehrt ist es gleichzeitig richtig, dass die schrumpfenden Kontakte im realen Raum das Bedürfnis nach Kommunikation und Interaktion im virtuellen Raum verstärkt haben, was wiederum auf die Weise zurückwirkt, wie Zusammenleben stattfindet.
https://www.heise.de/tp/features/Paradoxerweise-koennen-Gesellschaften-ab-einer-gewissen-Konnektivitaet-zerfallen-4967504.html
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

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Re: Pegida, Trump, Querdenken und Amoklauf
« Antwort #2 am: 12:44:26 Fr. 27.November 2020 »
Ein paar spontane Gedanken dazu, kurz in Stichworten:
Die Voraussetzungen sind
  • Entpolitisierung und die Verleugnung der Existenz von Klassen
  • Völlige Ahnungslosigkeit von herrschenden Machtstrukturen und Glauben an ominöse Eliten
  • Die Atomisierung der Klasse, die Auflösung sozialer Strukturen und totale Vereinzelung
  • Das Gefühl der persönlichen Bedeutungslosigkeit
  • Zukunftsangst
  • Verzweiflung und der Wunsch nach Rache

Kuddel

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Re: Pegida, Trump, Querdenken und Amoklauf
« Antwort #3 am: 10:10:12 Mi. 25.Mai 2022 »
Der Mensch ist ein soziales Wesen und kann als individuum kaum überleben.
Es sind da die praktischen Dinge, wie Kleidung und Nahrung, bei denen man auf die Arbeit anderer angewiesen ist. Aber auch psychisch kommt man schwer über die Runden ohne andere Menschen.

Die Gesellschaften verlieren ihren inneren Zusammenhalt, den Glauben an eine gemeinsame Sache. Sie werden zusammengehalten durch immer rigorosere Machtausübung, Propaganda, Lüge und Gewalt.

Wenn die Sehnsucht nach Gemeinschaft und Zusammenhalt nicht mehr erfüllt wird, suchen viele sich irgendwas, wo sie zugehören können. Religionsgemeinschaften, Fußball, Schwurbler. Und je haltloser und verlassener man sich fühlt, desto attraktiver erscheinen starke Führer. Die Trumps, Bolsenaros und Orbans werden auch von denjenigen gewählt, die nur Nachteile von der Politik der Rechtspopulisten zu erwarten haben. Sie fühlen sich aber einer starken Gemeinschaft zugehörig.

Bei so massiven gesellschaftlichen Umbrüchen, dem Zusammenbruch des bestehenden Systems, entstehen Orientierungslosigkeit, Panik, kollektiver Wahnsinn, ziellose Gewalt und Selbstzerstörung.

An dieser Front scheinen die USA Vorreiter zu sein.
Zitat
Die Zahl der Drogentoten in den USA ist im vergangenen Jahr auf einen Höchstwert von mehr als 107.000 gestiegen - das entspricht einer tödlichen Überdosis ungefähr alle fünf Minuten.
https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/drogentote-usa-101.html
Zitat
Die Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) verzeichnete in ihrer jüngsten Statistik aus dem Jahr 2020 insgesamt 45.222 Schusswaffentote in den USA – mehr als 120 pro Tag.
https://orf.at/stories/3267705/
Zitat
Die US-Bundespolizei FBI hat im vergangenen Jahr 61 Amokläufe mit Schusswaffen in den Vereinigten Staaten gezählt. Das seien mehr als 50 Prozent mehr als im Jahr zuvor, teilte das FBI am Montagabend (Ortszeit) in Washington mit.
https://www.sueddeutsche.de/panorama/kriminalitaet-fbi-statistik-61-amoklaeufe-mit-schusswaffen-in-den-usa-2021-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-220524-99-419047

Aktuelle Meldung:
Zitat
Ein 18-Jähriger hat in einer Schule nahe San Antonio 19 Kinder und zwei Erwachsene getötet. US-Präsident Joe Biden fordert eindringlich schärfere Waffengesetze.
https://www.zeit.de/gesellschaft/2022-05/texas-grundschule-uvalde-amoklauf-tote