Autor Thema: Schwurbler  (Gelesen 4185 mal)

counselor

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Re: Schwurbler
« Antwort #105 am: 13:48:08 Di. 04.Januar 2022 »
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counselor

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Re: Schwurbler
« Antwort #106 am: 18:19:03 Di. 04.Januar 2022 »
Zitat
„TELEGRAM“ - So wird faschistische Hetze in die „Querdenker-“Gruppen eingeführt

In Herne werden die – allerdings kläglichen – Aufmärsche der „Querdenker“ besonders über eine "Telegram"-Gruppe organisiert. Sie hört sich unverfänglich an „herne-denkt-anders“. In jedem zweiten Beitrag wird sich von „Extremismus jedweder Art“ wortreich distanziert - während klare Abgrenzungen zu Faschisten oder zur AfD fehlen.

Scheinbar nebenbei werden dann mal hier, mal da Videos gepostet, wie dieses (siehe Bild). Auch das passiert im Gewand der Regierungskritik, hat es aber in sich. Es kommt ganz aufklärerisch daher: Was die Regierung verschwiegen hat… . Dort darf ein angeblicher jüdischer Rabbi kruden Antisemitismus und Antikommunismus verbreiten. Er beantwortet die Frage: „Warum hasste Hitler das jüdische Volk?“ mit „Weil sie Kommunisten waren.“ Er schlussfolgert: „Die Ereignisse des Holocausts sind nicht ohne Grund passiert.“ Denn schließlich musste Hitler ja tatsächlich „befürchten“, dass auch in Deutschland eine Revolution siege.

Na klar, mit Kommunisten kann man es ja machen, das ist ja nur gerecht, so die Botschaft dieses faschistischen Hetzers, selbst wenn er jüdischer Herkunft ist. Faschisten gibt es in allen Völkern der Welt.

Dass sich viele jüdische Menschen (aber niemals „die Juden“) der Arbeiterbewegung in Russland oder Deutschland angeschlossen hatten, ist eine begrüßenswerte Tatsache und kein Verbrechen, auf das Hitler nunmal antworten „musste“. Seine Weltanschauung war im Kern krude antikommunistisch, was sich mit Antisemitismus und Rassismus verband, während der Grundgedanke des Kommunismus ist, dass es keine Menschen erster und zweiter Klasse geben darf.

Die Schlussfolgerung des Rabbiners ist übrigens natürlich nicht der antifaschistische Kampf, sondern dass Juden strikt angeblich Thora-getreu leben, alles kommunistische und säkulare radikal bekämpft wird.

Das scheinbar erstaunliche: Niemand in der Gruppe regt sich über das Video auf, kritisiert es. Da geht schon mal der antikommunistische Konsens vor… .

Wir haben diese faschistische Volksverhetzung bei der letzten Proteskundgebung zum Thema gemacht. Da wurden durchaus einige nachdenklich, die bisher mitliefen.

Deshalb: Gib Antikommunismus, Faschismus, Rassismus und Antisemitismus keine Chance!

Hier der kurze Bericht auf Twitter dazu

Quelle: https://www.rf-news.de/2022/kw01/so-wird-faschistische-hetze-in-die-querdenker-gruppen-eingefuehrt
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Fritz Linow

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Re: Schwurbler
« Antwort #107 am: 01:14:52 Mi. 05.Januar 2022 »
Vielleicht als profanes Beispiel etwas untergegangen im Disput um die materialistische Schwurbeldialektik:

Zitat
11.12.21
Unbefristeter Streik bei Firma Weisensee

Bei der am 8. und 9. Dezember durchgeführten Urabstimmung über einen unbefristeten Streik bei der Firma Weisensee in Eichenzell haben 97,18 Prozent für einen unbefristeten Streik gestimmt. Die IG Metall rief daher erneut die Beschäftigten zu einem unbefristeten Streik auf.
(...)
https://osthessen-news.de/n11659813/unbefristeter-streik-bei-firma-weisensee.html

Zitat
5.1.21
Weisensee: Streikkundgebung am 6. Januar auf Hessens höchsten Berg

In der vierten Streikwoche wollen die Streikenden bei der Fa. Weisensee aus Eichenzell neben dem wirtschaftlichen Druck noch breiter den öffentlichen Druck auf ihren Arbeitgeber erhöhen. Deshalb ruft die IG Metall Hanau-Fulda für den 6.1.2022 zu einer Streikkundgebung auf Hessens höchsten Berg auf. Um dorthin zu kommen, werden die Streikenden einen Autokorso von ihrem Streiklokal in Eichenzell zur Wasserkuppe durchführen.
(...)
https://www.igmetall-hanau-fulda.de/betriebe/weisensee/weisensee-streikkundgebung-am-6januar-auf-hessens-hoechsten-berg

ist ja auch nur ein Mosaiksteinchen auf dem Weg zum richtigen Bewusstsein.

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Re: Schwurbler
« Antwort #108 am: 04:35:36 Mi. 05.Januar 2022 »
@FritzLinow

wohl der falsche Thread für das Thema Arbeitskampf. Und dann rufen auch noch die "bösen" DGB-Gewerkschaften,  die immer nur ihre Mitglieder veräppeln, zum Streik. Sowas!
https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,80.msg358811.html#msg358811

PS: Es scheint etwas dran zu sein, dass starke Gewerkschaften gut sind, wenn man sie zur Kampforganisation für die Beschäftigten macht.
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Fritz Linow

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Re: Schwurbler
« Antwort #109 am: 09:21:39 Mi. 05.Januar 2022 »
Zitat
wohl der falsche Thread für das Thema Arbeitskampf.

Nee, war schon richtig. Es geht darum, wer was wie und warum definiert. Vom bösen DGB war übrigens nicht die Rede.

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Re: Schwurbler
« Antwort #110 am: 14:02:36 Mi. 05.Januar 2022 »
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Re: Schwurbler
« Antwort #111 am: 14:09:19 Mi. 05.Januar 2022 »
Zitat
Nürnberg als bayerische Hochburg der "Corona-Rebellen"? / Kuschelkurs mit den "Querdenkern" wird fortgesetzt (Januar 2022)

Ein Ergebnis des staatlichen Kuschelkurses mit den Nürnberger "Querdenkern" war am gestrigen Montag zu besichtigen: Über 4000 größtenteils rechts oder irrational politisierte Menschen aus der ganzen Region strömten durch die Stadt, wenn auch diesmal offiziell angezeigt. Selbst die Gewerkschaft der Polizei (GdP) befürchtet ein "Entscheidungsvakuum" (nordbayern.de, 4.1.22) mit entsprechender Anziehungskraft auf die rechtsoffene Szene, sollte die Stadt Nürnberg nicht entschiedener gegen pseudo-spontane "Spaziergänge" vorgehen.

Zu sehen waren in Nürnberg zwei Aktivisten des neonazistischen III. Wegs, und zwar eine Frau mit Parteimütze und ein Mann mit - schwurblerkompatibel - handgemaltem Schild mit einer III.-Weg-Parole. Auch Zeichen bzw. Parolen der Reichsbürgerszene waren zu sehen (Mütze in Reichsfarben, Schild "Frieden Freiheit Souveränität"). Aber ist ja egal, ist ja alles so "friedlich", oder? Dass am Rande von Demos der "Corona-Rebellen" seit zwei Jahren JournalistInnen angegriffen werden, spielt offensichtlich keine Rolle in der öffentlichen Debatte. Ein Lob sei für die kleine Protestgruppe ausgesprochen, die am Rande der rechtsoffenen Demo laut wurde.

Kleine Gegenaktionen gab es am Montag auch in Bayreuth und Roth. Nazis liefen in Bamberg mit; dort wurde auch ein mit Pfefferspray und einer Nahkampfwaffe ausgestatteter Mann registriert. In Neumarkt kam es zu einem "Corona-Rebellen"-Demozug, zu dem unter anderem die "Patrioten Nürnberg" mobilisiert hätten. Extrem rechte Internetkanäle, unter anderem aus Nürnberg, haben wohl auch für die Schwurblerdemo in Roth geworben.

(4.1.22, Quellen: Diverse Artikel von nordbayern.de, infranken.de, Twitter Moritz Schlenk, eigene Beobachtungen)

Quelle: https://www.nazistopp-nuernberg.de/
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Kuddel

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Re: Schwurbler
« Antwort #112 am: 18:36:39 Mi. 05.Januar 2022 »
Das ist ja alles irgendwie richtig.

Sollen wir immer und ewig die gleichen Feststellungen wiederholen, daß die Schwurbler Seit an Seit mit Faschisten marschieren und sich immer weiter inhaltlich nach rechts bewegen?

Ja, das mag ja alles richtig sein, es ist eine üble, gefährliche Scheißdreckbewegung. Ich sehe das ja auch so. Aber wir sollten uns mal ernsthaft fragen, wiesó sich so ein übler Scheiß entwickeln konnte und es den Linken nicht gelungen ist, in dieser Krisensituation eine Massenbewegung auf die Beine zu stellen.

Auf Twitter schrieb ein Johnny Kreuzberg
Zitat
100.000 so ziemlich aus dem Stand. Die Debatte um eine Impfpflicht ist eindeutig der Auslöser für diese Mobilisierung. Die radikale Linke hat mit der völligen Übernahme des staatlichen Corona Narrativs seit fast 2 Jahren völlig verkackt.

Ich sehe es ähnlich.

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Re: Schwurbler
« Antwort #113 am: 18:48:14 Mi. 05.Januar 2022 »
Ein Grund für die Entwicklung ist, dass diese Menschen die Meldungen der "alternativen Medien" nicht kritisch hinterfragen. Man frägt nicht, wessen Klasseninteressen welche Meldung nutzt, welchen Wahrheitsgehalt sie hat. Man glaubt alles, was auf "Telegram", YouTube etc gepostet wird. So verinnerlicht man eine krude Mischung aus Wahrheiten, Halbwahrheiten, Lügen bis zu sagenhaften Erfindungen und läuft dann bei solchen Aufmärschen mit.

Eine Aufgabe radikaler Linker wäre, das Klassenbewusstsein systematisch zu heben und die Leute anzuleiten, die oben genannten Fragen zu stellen.

Ein weiteres Manko radikaler Linker ist, dass sie keine positiv besetzten gesellschaftlichen Alternativen vermitteln. Selbst hier im Forum ist die Diskussion um eine bessere nachkapitalistische Ordnung kaum vorhanden.

PS: Ich bin für die Impfpflicht und denke, dass der Staat in der Pandemiebekämpfung nicht alles, aber einiges richtig gemacht hat.
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Kuddel

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Re: Schwurbler
« Antwort #114 am: 10:26:51 So. 16.Januar 2022 »
Im Vorfeld der Versammlung war auf den gängigen Querdenker Kanälen von einem "Block mit Pflegekräften" zu lesen. Hier (Düsseldorf) werden nun grüne Kittel an Versammlungsteilnehmer*innen verteilt.




https://twitter.com/infozentrale/status/1482358718092165120?s=20

BGS

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Re: Schwurbler
« Antwort #115 am: 17:00:42 So. 16.Januar 2022 »
Es ist grotesk. Selbst im Norden verbreitet sich Geschwurbel vom Feinsten. Z. B. ist ein sonst eigentlich vernünftiger Kollege inzwischen felsenfest davon überzeugt, das es den sog. "Great Reset" (der grosse Umbruch, der grosse Neuanfang) gäbe.

Der grosse Umbruch  wird seit 2020 verbreitet:

https://www.psiram.com/de/index.php/Great_Reset


Weitere Infos: https://en.wikipedia.org/wiki/Great_Reset

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

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Re: Schwurbler
« Antwort #116 am: 18:15:13 So. 16.Januar 2022 »
Zitat
GEHÖRT VERBOTEN - „Freie Sachsen“ – eine faschistische Sammlungsbewegung

Auch bundesweit bekam die „Bürgerbewegung“ – wie sie sich selbst bezeichnet – in den letzten Wochen Aufmerksamkeit. Bürgerliche Medien und Politiker distanzieren sich von ihnen spätestens seit einem bedrohlichen Aufmarsch mit Fackeln und Trommeln vor dem Wohnhaus der sächsischen Sozialministerin Petra Köpping (SPD) und geben ihnen gleichzeitig viel Raum zur Selbstdarstellung.

Im Allgemeinen werden sie als „rechtsextremistisch“ oder als „extrem rechts“ bezeichnet. Das allerdings verwischt den offen faschistischen Charakter der „Freien Sachsen“.

Das gerade erschienene Buch von Stefan Engel „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Opportunismus“ enthält auch ein Kapitel „Die Renaissance faschistischer Ideologien auf neuer Grundlage“. Dort heißt es: „Die … geschicktere und pseudodemokratische Neuausrichtung einer sozialfaschistischen Demagogie und der Versuch, die Verwirrung der Massen über den Unterschied zwischen ‚links’ und ‚rechts‘ auf die Spitze zu treiben, gehört seitdem zu den wesentlichen Merkmalen neofaschistischer Propaganda“ (Seite 236).

All das findet man bei den im Februar 2021 in Schwarzenberg gegründeten „Freien Sachsen“. Sie seien – so ihre Selbstdarstellung - eine „Sammlungsbewegung aus verschiedensten freiheitlichen und patriotischen Initiativen“. In Wahrheit vereinen sie verschiedene faschistische Strömungen. Ihr Vorsitzender ist Bernd Kohlmann, Rechtsanwalt aus Chemnitz und dort Stadtrat für die faschistische Gruppe „Pro Chemnitz“. Am 8. Januar bot ihm die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung eine bundesweite Plattform. Ihre Ziele seien der Austritt Sachsens aus der Bundesrepublik Deutschland und im künftigen Freiheitsstaat spiele das sächsische Königshaus wieder eine große Rolle. Stellvertretender Vorsitzender ist Stefan Hartung, Kreisvorsitzender der NPD in Aue-Bad Schlema und und Mitglied des Kreisrates. Bernd Arnold, ebenfalls Stadtrat in Chemnitz, verglich in einem Video ungeimpfte Menschen heute mit Jüdinnen und Juden während der faschistischen Hitler-Diktatur - er ließ dabei den bestialischen Völkermord einfach weg! Eine völlige Verharmlosung der Verbrechen des Faschismus. Am 12. Januar schrie er, nachdem die Polizei eine nach der sächsischen Coronaschutzverordnung verbotene Demonstration aufgelöst hatte, laut herum, „das ist Faschismus pur – in unserer Heimat“. (Videos auf „FreieSachsen-watch bei Twitter)

Die „Freien Sachsen“ profilieren sich gerne als die angeblich radikalsten Kritiker der Corona-Politik der sächsischen Landesregierung. Diese zeichnet sich aus durch Inkonsequenz beim Gesundheitsschutz, Chaos beim Impfen und reaktionäre politische Einschränkungen (Rote Fahne News berichtete am 28. November 2021). Die neofaschistische Propaganda verbreitet pseudowissenschaftliche Thesen und behauptet „Die Impfung ist wirkungslos“ (facebook, 12.01.22).

In Sachsen gibt es eine ausgeprägte weltanschauliche Verwirrung. Nicht wenige Menschen mit noch geringem Klassenbewusstsein glauben tatsächlich immer noch, AfD zu wählen sei eine Art Protest. Hier setzt die Propaganda der „Freien Sachsen“ an: sie wollen verhindern, dass sich die Erkenntnis „Protest ist links“ Bahn bricht. Sie hetzen gegen Migranten, verbreiten Hass auf alles, was ihnen als „links“ gilt, und einen egoistischen, gefährlichen Freiheitsbegriff.

„Impfstreik für die Freiheit“ ist das gemeinsame Projekt der „Freien Sachsen“, der Querfront-Zeitschrift „Compact“ und des faschistischen „Zentrum Automobil“ aus Stuttgart. Überhaupt legen die „Freien Sachsen“ großen Wert darauf, unter Arbeitern zu wirken und dort ihre Propaganda zu verbreiten. Spaltung ist das Motto der „Freien Sachsen“. Ihre Regionalgruppe „Freie Erzgebirger“ schreiben auf telegram: „Betriebsratswahlen bei VW Sachsen: Jetzt freier Betriebsrat werden! BITTE MELDEN!“ Das erfordert große Wachsamkeit und eine antifaschistische Einheit in den Gewerkschaften. Faschisten fördern weder berechtigte Kritik noch Arbeiterkämpfe. Faschisten streben die Zerschlagung der Gewerkschaften und der Organisationen der Arbeiterbewegung an. Das haben sie unter Beweis gestellt. Keinen Fußbreit den Faschisten!

Immer mehr Menschen stellten sich in den letzten Wochen den Umtrieben von Impfgegnern, Coronaleugnern, verdeckten und offenen Faschisten entgegen. Die Montagsdemonstration Dresden diskutierte, polemisierte und klärte bereits am 2. Januar  auf. Medizinstudenten stellten sich am 13. Januar einer von den „Freien Sachsen“ organisierten Demonstration am Uniklinikum Dresden entgegen. Die Polizei nahm die Personalien von 22 von ihnen, den fortschrittlichen Gegendemonstranten, auf. Die unglaubliche Begründung: sie hätten gegen das Demonstrationsverbot verstoßen.

Für die „Freien Sachsen“ gilt, was die MLPD in ihrem Programm fordert: Verbot aller faschistischen Organisationen und ihrer Propaganda!

Quelle: https://www.rf-news.de/2022/kw02/freie-sachsen-eine-faschistische-sammlungsbewegung
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Re: Schwurbler
« Antwort #117 am: 20:06:31 So. 16.Januar 2022 »
Zitat
FREIBURG, HAMBURG UND WEITERE STÄDTE - Proteste gegen Aufmärsche von Impfgegnern und Coronaleugnern mehren sich

Am Wochenende gab es in etlichen Städten, auch kleineren, wieder Aufmärsche von Impfgegnern und Coronaleugnern.

Allerdings konzentrieren sich diese rückschrittlichen Demos zunehmend auf den Montag, um das Ansehen der Montagsdemos, dem sozialen Gewissen gegen Hartz IV und die Abwälzung der Krisenlasten auf die Massen, für sich zu vereinnahme. Die bundesweite Montagsdemobewegung positioniert sich klar und eindeutig dagegen und schärft ihr eigenes Profil. Der Zulauf zu den Impfgegner-Demos hat in jüngster Zeit abgenommen, in Frankfurt/Main z.B. haben sich die Teilnehnerzahlen halbiert.

Jetzt mehren sich auch die Proteste und Demonstrationen fortschrittlicher Bündnisse gegen die Coronaleugner-Demos. In manchen Medien werden sie als Parteinahme für das staatliche Krisenmanagement dargestellt. Aber wenn auf Schildern der Demonstrantinnen und Demonstranten "Impfen statt Schimpfen" steht, heißt das noch lange nicht, dass sie keine Kritik am desaströsen Krisenmanagement der Regierung haben.

In Freiburg organisierte das Bündnis FreiVac auf dem Platz der Alten Synagoge begonnen. Der Platz ist zu Beginn der Veranstaltung gut gefüllt, es gilt 2G-plus und FFP2-Pflicht. Die meisten halten sich an die Maskenpflicht. Veranstalter sprechen in ersten Zählungen von rund 3000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Ordner weisen Menschen auf dem Platz auf die Regeln hin. Von der Fassade des Theater Freiburg grüßt ein Banner mit der Aufschrift: "Impfen schützt Leben und die Kultur – #freiburghältzusammen" die Gegen-Demonstration. Das Freiburger Bündnis gegen Verschwörungsideologie, Antisemitismus und Coronaverharmlosung hat sich in den vergangenen Wochen als Reaktion auf die größer werdenden Corona-Proteste in Freiburg gegründet und Parteien, Gewerkschaften und bürgerschaftliche Gruppen zum gemeinsamen Protest aufgerufen.

In Hamburg beteiligten sich mehrere Tausend Menschen an einem Protestzug unter dem Motto «Solidarität und Aufklärung statt Verschwörungsideologien» durch die Innenstadt. Dazu aufgerufen hatte das Hamburger Bündnis gegen Rechts, das von mehr als 100 Organisationen und Gruppen unterstützt wurde, darunter die Bürgerschaftsfraktionen von Grünen und Linken, der GEW-Landesverband Hamburg und Fridays for Future. Ursprünglich war die Versammlung als Gegendemo für eine große Demonstration von Impfgegnern geplant worden, zu der bis zu 15 000 Teilnehmer erwartet wurden. Diese hatte die Polizei am Donnerstag aus Infektionsschutzgründen verboten. Bei der Gegenkundgebung waren auf Plakaten Sprüche wie "Impfen statt schimpfen" und "Wer mit Nazis spaziert, hat gar nichts kapiert" zu lesen. Die Demonstration hatte größeren Zulauf als erwartet. Es war der bislang größte Gegenprotest gegen die samstäglichen Demonstrationen von Impfgegnern in Hamburg, die in den vergangenen Wochen starken Zulauf hatten. Vor einer Woche waren knapp 14 000 durch die Innenstadt gelaufen, viele von ihnen ohne Maske und Abstand.

Bericht von der Montagsdemo Gelsenkirchen

Berichte von Montagsdemos in München, Duisburg und Stuttgart

Quelle: https://www.rf-news.de/2022/kw02/proteste-gegen-aufmaersche-von-impfgegnern-und-coronaleugnern-mehren-sich-1
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Re: Schwurbler
« Antwort #118 am: 21:58:29 Fr. 21.Januar 2022 »
Zitat
Nürnberg, 17. Januar: Rechtsoffene "Corona-Rebellen"-Demo als Omikron-Party ohne Abstand / Pegida-ähnliche Dynamik und Anklänge einer Weltuntergangssekte / Journalist angespuckt / Kleinere Widerstandsaktionen am Rande (Januar 2022)
- aktualisiert -


Im Folgenden einige Eindrücke von BeobachterInnen der rechtsoffenen "Corona-Rebellen"-Demonstration am 17. Januar in Nürnberg. Es waren etwa 5.000 Menschen, davon kaum einer mit Maske. Auch Kinder wurden trotz der Kälte wieder mitgeschleppt und aus unserer Sicht instrumentalisiert. Die üblichen Mindestabstände wurden trotz entsprechender Polizeidurchsagen kaum eingehalten, wie zu erwarten. Der Polizei scheint das egal zu sein. Zu den sichtbar Aktiven der Veranstaltergruppe "Team Menschenrechte" gehören viele, die schon bei "Querdenken Nürnberg" auf der Straße waren. Gesehen wurde ein sonderbares, militärisch anmutendes Kasten-Fahrzeug, auf dem Lautsprecher montiert waren und von wo aus Durchsagen gemacht wurden.

Zu hören waren neben den szeneüblichen Parolen ("Friede, Freiheit, keine Diktatur") auch altbekannte Pegida-Rufe à la "Lügenpresse". Ultrakonservatives und marktliberales Gedankengut wurde präsentiert: "Read Mises, not Marx". Mit Botschaften wie "Die Politiker haben sich aufgeplustert - Das Volk wird totgeboostert - kein Genozid" oder "Lauterbach gesteht mit Schrecken, dass Geimpfte doch verrecken" bewegte man sich auf den Spuren von Weltuntergangssekten. Und ja, Mitglieder einer evangelikalen Sekte marschierten ebenfalls mit; die hofften bei dieser Gemengelage wohl auf neue Schäfchen.

Vor der Christuskirche und vor dem Karl-Bröger-Haus gab es kleinere Gegenaktionen, die einige SchwurblerInnen irritierten. Ein ehemaliger Pegida-Aktivist und Teilnehmer der Nürnberger Holocaust-Leugner-Demo 2018 rastete beim Anblick der GegnerInnen aus und faselte irgendwas von "So was hatten wir schon mal, Sozialismus". Gegenaktionen gab es auch andernorts (z.B. Breitengüßbach, Kronach, Bayreuth, Feucht).

Ergänzung: Am Montag wurde ein Journalist am Rande der Schwurblerdemo angespuckt.

Quelle: https://www.nazistopp-nuernberg.de/
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Re: Schwurbler
« Antwort #119 am: 06:44:02 Mo. 31.Januar 2022 »
Krachende Niederlage für die unsolidarischen rechtsoffenen Schwurbler
Zitat
Nürnberg, 30. Januar: Riesiger Flop für die "Corona-Rebellen" (Januar 2022)
- aktualisiert -


Der 30. Januar in Nürnberg wird als großer Flop der "Corona-Rebellen" in die Geschichte eingehen. Die Veranstalter von "Schüler stehen auf" kündigten mindestens 30.000 Leute an, es kamen in der Spitze nur etwa 4.000. Nachdem die Veranstaltung via Allgemeinverfügung auf eine Kundgebung beschränkt blieb und kleinere "Spaziergangs"-Versuche von der Polizei unterbunden wurden, wurden anstelle der Nürnberger Innenstadt die diversen einschlägigen Chats mit Gejammere und aggressivem Gebolze geflutet.

Am Rande der rechtsoffenen Veranstaltung gab es kleinere Protestaktionen mit Plakaten und Kreidemalereien. An der Peterskirche wurde ein Transparent befestigt, das den kirchlichen Moralkanon um ein elftes Gebot erweitert: "Du sollst nicht mit Nazis laufen".

Auf der Bühne kündigte der 53-jährige Versammlungsleiter laut nordbayern.de (30.1.22) an, man müsse sich jetzt "selbst ermächtigen". Und das am Jahrestag der Machtübergabe an Hitler und sein Regime. Sich selbst als Opfer zu stilisieren und damit Gewalt und Attacken auf tatsächliche oder vermeintliche GegnerInnen zu begründen, ist ein in der extremen Rechten seit langer Zeit tief verwurzelte "Logik".

Rechtes Personal war wie immer auch anwesend: Von Aktivisten der Neonazis des III. Wegs (mit Parteiabzeichen) über NPDler mit Plakat (ohne Parteiabzeichen) bis hin zu mutmaßlichen IBlern. Auch ein AfD-Plakat (ohne Parteiabzeichen) und eine kleine Gruppe jüngerer Leute mit Symbolen der "Jungen Alternative" (AfD-Parteijugend) wurden gesehen. Zwei Schilder mit Bezug auf den Nürnberger Kodex wurden diesmal von der Polizei beschlagnahmt. Auch jenseits davon war die Gleichsetzung mit Hitlerdeutschland en vogue: Da trug der eine einen gelben Stern mit der Aufschrift "gesund", der andere hatte eine bereits bei Pegida beliebte Wirmer-Flagge, ein Symbol der Widerstandes gegen Hitler, dabei. Die reichsbürgerische Fraktion wiederum berief sich auf die "gültige Verfassung von 1871" oder trug Mützen in Farben des Kaiserreichs. Zu erwähnen ist auch ein Auto mit stilisiertem Hakenkreuz auf der Motorhaube. Mittendrin durfte dann natürlich der Nürnberger AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Sichert nicht fehlen, wurde hier doch eines seiner Spezialgebiete verhandelt.

(30.1.22, eigene Recherchen unter Verwendung von Material folgender Twitter-Accounts: Jonas Miller, DF Nuernberg, Karl Kolumna, Endstation Rechts, Moritz Schlenk, Michael Mayr, Nonügida, Ernst Krabat, Kollektiv Communique, Thomas Herterich).

nordbayern.de ("Jahrestag der Machtergreifung: Corona-Demo in Nürnberg sorgt deutschlandweit für Kritik", 30.1.22): hier klicken!, nordbayern.de ("Wenig Masken und Reichsbürger-Symbolik: 'Mega-Demo' in Nürnberg deutlich kleiner als erwartet", 30.1.22): hier klicken!, br.de ("Weniger als erwartet: 4.000 bei Corona-Protest in Nürnberg", 30.1.22): hier klicken!

Quelle: https://www.nazistopp-nuernberg.de/
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